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Anekdoteles

Warum Peter Stump gerädert, geköpft und verbrannt wurde

05.12.2021, 15:2007.12.2021, 06:41

Es begab sich am 31. Oktober des Jahres 1589 die wohl schaurigste Hinrichtung, die das deutsche Städtchen Bedburg in der Nähe von Köln je gesehen hatte. Vielleicht war es sogar die schaurigste im ganzen Lande. Sicher aber war es die aussergewöhnlichste.

Der Versuch der Einführung der protestantischen Lehre im Erzstift und Kurfürstentum Köln schlug fehl. Im Jahre 1584 wurde Bedburg von den katholischen Truppen belagert und 1585 schliesslich erobert.
Der Versuch der Einführung der protestantischen Lehre im Erzstift und Kurfürstentum Köln schlug fehl. Im Jahre 1584 wurde Bedburg von den katholischen Truppen belagert und 1585 schliesslich erobert.bild: wikimedia

Denn der Mann, der an jenem Tage durch die Hand des Henkers sterben musste, war kein Mensch. Er war ein Ungeheuer, eine Bestie – so wird es jedenfalls berichtet.

Seine Seele, noch im Knabenkörper steckend, hatte sich bereits dem Bösen zugewandt. Er zauberte zum Schaden seiner Mitmenschen, er beschwor die Toten und rief böse Geister und Dämonen. Peter Stump war ein Hexer.

Ein von Geburt an Verdammter, den ein unstillbarer Blutdurst bald dazu trieb, mit dem Teufel zu paktieren. Denn dieser, stets nach Gesellen suchend, die für ihn das von Gott Erschaffene zerstören, fand in Stump ein williges Instrument. Dessen Herz war von solch einer Böswilligkeit zersetzt, seine Adern mit reinstem Gift verseucht, sodass der Widersacher des Herrn ihn nicht einmal zu verführen brauchte. Vernichtung von Leben war ohnehin alles, nach dem es Stump verlangte, da war nichts weiter. Kein Wunsch nach Reichtum oder gesellschaftlichem Aufstieg. Keinerlei Drang nach den gewöhnlichen Versündigungen des Fleisches.

Der Teufelspakt im Compendium Maleficarum, der italienischen Version des Hexenhammers, 1608.
Der Teufelspakt im Compendium Maleficarum, der italienischen Version des Hexenhammers, 1608.bild: wikimedia

Und so schenkte der Teufel seinem neuen Vasallen einen Zaubergurt, auf dass dieser daraus seine blutige Vergnügung zöge.

Und tatsächlich, sobald Stump ihn sich umgebunden hatte, wandelte sich seine Gestalt: Unter grässlichem Gestöhn fiel er auf seine Hände, die plötzlich von Haaren überwuchert waren. Aus den Fingern sprangen spitze Krallen, die sich sogleich in den Boden bohrten, während sein dünner Körper immer mehr anschwoll, sich aufwölbte wie ein einziger riesenhaft wachsender Muskel. Sein Hemd zerbarst unter dem Druck dieser neuen, bestialischen Kraft, er spürte, wie sein Schädel sich schmerzlich verformte, wie seine Nase sich nach vorne verzog und sein Mund darunter bald zu einem weiten Maul geworden war. Darin stiessen nun in den Ecken Fangzähne durch sein Fleisch wie scharfe weisse Dolche. Und als er diese mit seiner Pfote ertastete, verzog sich seine Schnauze zu einem Grinsen.

Darstellung eines Werwolfes aus dem 18. Jahrhundert.
Darstellung eines Werwolfes aus dem 18. Jahrhundert.bild: wikimedia

Stump war zum Wolf geworden, doch behielt er seine menschliche Niedertracht bei. Und wer von nun an seine zu Schlitzen verfinsterten Augen zwischen den Bäumen rot aufblitzen sah, war verloren.

Erst holte er sich Lämmer, Zicklein und anderes Vieh. Verbiss sich in ihrem Hals, riss ihnen die Kehle auf und zerfetzte sie schliesslich derart, dass der blutige Fleischberg, den er liegen liess, niemandem mehr verraten konnte, was er einmal gewesen war.

Dann legte er seinen Zaubergurt ab und sogleich verschwanden Muskeln, Haare und Schnauze und Peter Stump stand wieder da, in der dürren Bauerngestalt, die man auf der Strasse zu grüssen pflegte. Selbst jene, dessen Freunde und Kinder er sich geholt hatte. Denn wie konnten sie auch ahnen, dass er das Untier war, das die Bewohner von Köln, Bedburg und Epprath in Angst und Schrecken versetzte. Dass er seine Seele dem Teufel verkauft hatte, um in Gestalt eines Werwolfs seine grausamen Triebe befriedigen zu können.

Immer, wenn er einem Mädchen begegnete, das ihm gefiel, wartete er, bis es aus der Stadt kam. Manchmal hatte er das Glück, dass es sich alleine auf den Weg in die Felder machte, wo er erst seine ekelhafte sinnliche Begierde an ihm stillte, bevor er es gänzlich zerfleischte. Doch er griff auch ganze Gruppen an. Stürzte in eine Schar Mädchen, die gerade dabei waren, Kühe zu melken. Entsetzt sprangen die Kinder davon, während Stump mit seinen geschwinden Wolfsläufen hinterherjagte und bald darauf das schwächste Glied von den übrigen trennte.

Einer Frau, zwei Männern und 13 Kindern brachte Stump auf diese Weise den Tod.

25 Jahre lang wütete er in besagter Gegend. 25 Jahre lang fanden die Bewohner über die Felder verstreute Gebeine. Und in jener langen Zeit war Stump die wölfische Natur so sehr in den eigenen Körper übergegangen, dass er sich für manch ein Verbrechen nicht einmal mehr zu verwandeln brauchte.

Der Werwolf oder der Kannibale, 1512 von Lucas Cranach.
Der Werwolf oder der Kannibale, 1512 von Lucas Cranach.bild: wikimedia

Er machte sich seine Gevatterin Katherine Trumpin zur Beischläferin, und weil dies den Unersättlichen nicht zu befriedigen schien, verging er sich gar an seiner eigenen Tochter Beell. An dieser armen jungen Frau vollzog er die gemeinste Blutschande und hörte auch nicht damit auf, als ihm der Teufel als weitere Gespielin eine Dämonin schickte: Ein im Leibe eines so reizvollen Weibes steckender Geist, dass kein sterbliches Geschöpf sie in ihrer Schönheit zu übertreffen wusste.

Die abscheulichste Tat aber, die Krönung seiner Bestialität beging er eines schönen Tages im nahe gelegenen Wald, wohin er sich gemeinsam mit seinem Sohn aufmachte.

Falls irgendwo in der hintersten Ecke noch ein Fünklein Väterlichkeit in ihm wohnte, erlosch es in jenem Moment. Jämmerlich erstickt von so viel Infamie. Es begab sich nämlich so, dass Stump sich nun kurz entschuldigte – eines natürlichen Bedürfnisses wegen, und zwischen den Bäumen verschwand. Und das, was an seiner Stelle wieder zum Vorschein kam, riss nun den Sohn zu Boden, knackte ihm den Schädel auf und frass ihm das Gehirn heraus, als wäre es eine besonders schmackhafte Köstlichkeit.

Die Verwandlung eines Mannes in einen Werwolf auf einer mittelalterlichen Darstellung.
Die Verwandlung eines Mannes in einen Werwolf auf einer mittelalterlichen Darstellung. bild: via mystorical

Und fast als wüsste man, dass die Entsetzlichkeit dieser Geschichte nun nicht mehr zu steigern sei, begegnete bald darauf ein Bauer dem bösen Wolf bei seinem frühmorgendlichen Jagdausflug. Es gelang ihm gar, dem gefürchteten Tier mit seinem Schwert die linke Pfote abzuhauen, bevor dieses jaulend floh und vom Dunkel des Waldes verschluckt wurde.

Er packte das abgeschlagene Beweisstück ein, doch als er es später aus der Tasche zog, war da keine Wolfstatze mehr, sondern bloss eine blutige Menschenhand. Verdutzt und reichlich angeekelt liess er sie zu Boden fallen.

Noch am selben Tage sollte sich das Mysterium um die verwandelte Pfote lüften. Denn besagter Bauer war, so wie es Gottes Wille bestimmt hatte, der Nachbar von Stump. Er hatte gehört, dass jener krank darniederlag. Und so entschied er sich, ihn zu besuchen und sich nach seinem Befinden zu erkundigen.

Doch noch bevor der Bauer an dessen Bette stand, bevor er überhaupt die Schwelle des Schlafzimmers übertreten hatte, sah er es. Sah das Blut auf dem Laken. Den eingebundenen Stumpf von Stump. Sah, dass diesem die linke Hand fehlte.

Er musste nichts sagen, der Verbrecher fing von alleine an zu reden. Er gestand dem Bauern seine dämonische Wolfsverwandlung – vielleicht in der Hoffnung, seine Seele doch noch vor der ewigen Höllenqual zu retten, vielleicht aber auch nur, um sich selbst endlich als den Schrecken zu erkennen zu geben, der die Gegend 25 Jahre lang heimgesucht hatte. Denn am Ende ist ein Christenmensch geneigt, gute Werke zu tun, während das Kind des Teufels sich seiner bösen rühmt.

Detail des «Jüngsten Gerichts» des flämischen Malers Jan van Eyck, 1440.
Detail des «Jüngsten Gerichts» des flämischen Malers Jan van Eyck, 1440.bild: wikimedia

Es dauerte nicht lange, bis man Stump, noch immer verletzt in seiner Bettstatt liegend, mitnahm, um ihn in die Folterkammer der Stadt Bedburg zu bringen.

Dort nun kamen während der peinlichen Befragung all seine schrecklichen Untaten ans Tageslicht. Selbst von seinem Zaubergürtel berichtete Stump, und dass er ihn auf der Flucht auf einem Hohlweg weggeworfen habe. Dort allerdings fand man ihn nicht und erklärte sein Fehlen schliesslich damit, dass der Teufel selbst ihn wieder an sich genommen haben musste.

Stump gab im Verlaufe des Verhörs auch zwei weitere Personen preis, die ihm beim Morden zur Hand gegangen seien: seine Tochter Beell Stump und seine Gevatterin Katharina Trumpin.

Das Urteil wurde am 28. Oktober 1589 verkündet und drei Tage später vollzogen:

Lucas Mayer, Nürnberger Flugschrift, 1589: Warhafftige vnd Wunderbarlich / Newe zeitung von einem pauren / der sich durch Zauberey / des tags siben stund zu ainen wolff verwandelt hat / vnd wie er darnach gericht ist worden durch den Colnischen Nachrichter / den letzen October Im 1589 Jar.
Lucas Mayer, Nürnberger Flugschrift, 1589: Warhafftige vnd Wunderbarlich / Newe zeitung von einem pauren / der sich durch Zauberey / des tags siben stund zu ainen wolff verwandelt hat / vnd wie er darnach gericht ist worden durch den Colnischen Nachrichter / den letzen October Im 1589 Jar. bild: elmar-lorey.de

Stump wurde zunächst auf ein Rad gefesselt, wo man ihm mit rot glühenden Kneifzangen an zehn verschiedenen Stellen des Körpers das Fleisch bis auf die Knochen herausriss. Danach brach man seine Arme und Beine mit einer Axt und schlug ihm mit dem Schwert den Kopf vom Rumpf.

Seine Leiche verbrannte man schliesslich auf dem Scheiterhaufen, zusammen mit seinen Komplizinnen – seiner Tochter und Gevatterin.

Als Mahnmal diente fortan sein Kopf, der an der Spitze eines langen Pfahls aufgespiesst wurde. Darunter ein hölzerner Wolf, der auf dem Rad stand, auf dem Peter Stump, Zauberer, Mörder und Werwolf, zu Tode kam. An den Speichen des Rades hingen 16 Holzlatten symbolisch für die 16 Menschen, denen er in seinem beispiellosen Blutrausch das Leben geraubt hatte.

Philipp Uffenbach, Kölner Flugschrift aus dem Thesaurus picturarum 1589. Hier ist Peter Stump mit zwei unversehrten Händen zu sehen, was daran liegt, dass zwei Varianten der Geschichte seiner Überführung überliefert sind (vgl. Wahrheitsbox).
Philipp Uffenbach, Kölner Flugschrift aus dem Thesaurus picturarum 1589. Hier ist Peter Stump mit zwei unversehrten Händen zu sehen, was daran liegt, dass zwei Varianten der Geschichte seiner Überführung überliefert sind (vgl. Wahrheitsbox).bild: wikimedia

Bey bedbur in dem selben land;
hab ich mich jn ein Wolff verwandt
mein leben ein Weil hingebracht
mit Zauberey Gott hab veracht

Dem bösen Ich mich Vbergeben
Vnd Vil genomen hab dats leben
Dan Ich dreyzehin Kinder klein
als Wolff zerrissen hab allein

Zwo farwen vnd ein man dartzue
damit ich aber Kein Rhue
Dan Ich mein tochter auch beschlieff
Vnd sunst mit frawen hat geriff

Biß Ich den maister hanß zutheil
der mich mit Zangen schwert vnd beihl
also du siehst tractiert hat
Vnd mich gesetzt auf ein Rath

Text der Kölner Flugschrift, 1589.

Wahrheitsbox
Was an dieser Geschichte – mal abgesehen davon, dass Peter Stump sicherlich kein Werwolf war – wahr und was falsch ist, ist sehr schwierig zu beurteilen. Möglich gar, dass
die Existenz des gesamten Falles Stump bezweifelt werden muss. Dies liegt vor allem an der Spärlichkeit und sehr beschränkten Zuverlässigkeit der Quellen.

Quellenlage
Es gibt keinerlei Verhörprotokolle, keine Gerichtsunterlagen, der Fall findet sich bloss in einer biographischen Aufzeichnung eines Kölner Bürgers und in sieben zeitgenössischen Flugblättern.
Das waren kommerzielle Einblattdrucke, die «Bild»-Zeitung der Frühen Neuzeit quasi, und darum auch für Menschen geeignet, die des Lesens nicht mächtig waren. Sie informierten die Bevölkerung über besondere Ereignisse; royale Geburten oder Hochzeiten beispielsweise, über Kriege, Naturereignisse – oder eben Hexerei und Zauberei. Der Werwolf-Fall Stumps hat es bis nach Dänemark und England geschafft, doch schon damals gab es Zweifel an der Echtheit der Geschichte. Die Faszination blieb gleichwohl – damals wie heute.
Die ausführlichste aller Quellen ist die Londoner Flugschrift von 1590, an die wir uns auch im Artikel mehrheitlich gehalten haben. Es ist möglich, dass sie sich auf ein damals veröffentlichtes, aber verloren gegangenes Geständnis Stumps bezieht.

Werwolf, Wolfsbanner und Söldnerbanden
Geschichten zu Tierverwandlungen finden sich seit der Antike auf der ganzen Welt, nur unterscheiden sie sich in der Wahl der Tiere: Wird in Südamerika mehr von Menschen berichtet, die sich in Jaguare verwandeln, ist es in China oftmals der Tiger. In weiten Teilen Europas jedoch galt der Wolf als das gefährlichste Landraubtier, deshalb wird er auch Gegenstand der Metamorphose.

Der Vorwurf der Wolfsverwandlung wurde in den Hexenprozessen der Frühen Neuzeit vergleichsweise wenig geäussert, aber wenn, dann vor allem in Frankreich, Italien, Deutschland und in der Schweiz. Überall dort, wo eine ausgeprägte Weidekultur bestand, wo das Land eher dünn besiedelt, dafür dicht bewaldet war– kurzum: in den für Wölfe perfekten Lebensräumen.
Der Werwolf (von germ. wer = «Mann») nun könnte aus der Erfahrung mit tollwütigen Wölfen entstanden sein, die tatsächlich Menschen angreifen können. Eine andere Theorie geht davon aus, dass er gern in Kriegs- und Krisenzeiten auftaucht, dann, wenn der Mensch ein tierisches Verhalten an den Tag legt, durch die Erfahrung von Gewalt, Mord und Kannibalismus etwa.
So kann es durchaus sein, dass im Falle Stumps, des Werwolfs von Bedburg, die eigentlichen Täter entlassene Söldnerbanden waren, die nach dem Kölnischen Krieg (auch Truchsessischer Krieg genannt) der 1580er Jahre im Umland zwischen der Erft und dem Rhein ihr Unwesen trieben; sie machten ganze Handelszüge nieder, plünderten Kirchen und brandschatzten, ohne je zur Rechenschaft gezogen worden zu sein.

Interessant ist auch die Tatsache, dass der Werwolf, ganz im Gegensatz zu den Hexen, männlich konnotiert war, wenn es auch Einzelfälle von Frauen gab, die von der Inquisition mit diesem Vorwurf konfrontiert wurden.
Fast immer aber traf es Bauern, Hirten und Schäfer. So waren die ersten Opfer des Werwolf-Vorwurfs dann auch die sogenannten Wolfsbanner; Hirten, die behaupteten, mit Sprüchen und Bannern die Wölfe vor dem Vieh fernhalten zu können. Für Geld natürlich. Dem Zahlungsunwilligen wurde dann auch gedroht, ihm den Wolf auf den Hals zu hetzen. Hier finden wir also die Vorstellung von der Fähigkeit, sich ein wildes Tier mit Hilfe von Magie und teuflischem Zauber gefügig zu machen.

Die Tierverwandlung wurde im gelehrten zeitgenössischen Hexendiskurs für nicht real erachtet. Bereits Augustinus sprach im Zusammenhang mit Werwölfen von einer von Dämonen verursachten Vorstellung. Der Betroffene befinde sich während seiner angeblichen Verwandlung in einer Art Traumzustand.
Auch im «Hexenhammer» (1486) von Jacob Sprenger und Heinrich Kramer ist die Verwandlung keine echte, sondern eine vom Teufel eingegebene Illusion, die man aber aus freien Stücken annimmt. Die Täuschung allein ist also noch keine Sünde, erst das Handeln danach. Und dies beinhaltete im Falle von Werwölfen das Töten und Fressen der Artgenossen.

Überführung

Zur Überführung Stumps existieren zwei Varianten. Die erste, hier erzählte, mit der abgeschlagenen Wolfspfote, die sich in eine menschliche Hand zurückverwandelt, ist ein typisches Erzählmotiv von alten Werwolfgeschichten.
In den Flugschriften, die von dieser Variante ausgehen, wird der aufs Rad gebundene Stump deshalb ohne seine linke Hand abgebildet.
In der Alternativ-Geschichte wird Stump in Wolfsgestalt von mehreren Jägern und ihren Hunden umzingelt, schlüpft sogleich aus dem Gürtel und verwandelt sich vor den Augen der verblüfften Männer in den alteingesessenen Bewohner ihres Städtchens.
In beiden Versionen wird also von einer realen Metamorphose ausgegangen.

Strafe
Eine Hinrichtung wie die von Stump muss auch für damalige Verhältnisse ungewöhnlich drastisch gewesen sein. Sie orientierte sie sich an der Carolina, der Peinlichen Halsgerichtsordnung von Karl V., die für jedes Vergehen eine bestimmte Strafe verlangte: Auf schweren Mord, Raub- und Gattenmord stand das Rädern für Männer, das Begraben bei lebendigem Leibe für Frauen. Als strafverschärfende Massnahmen galten das Reissen mit glühenden Zangen und das Enthaupten. Mit der Verbrennung der Leiche reinigte sich die Gesellschaft von Hexen und Magiern, Giftmischerinnen, Ketzern und Sodomisten. Nichts sollte mehr von ihnen übrig bleiben. Dass Stump dabei schon tot war, spielte für das Strafsystem keine Rolle.
Die Verbrennung der beiden angeblichen Mittäterinnen, der Tochter Beell und der Verwandten Katharina Trumpin wiederum ist wohl auf den unzüchtigen Lebenswandel einerseits, also den Vorwurf des Inzests – der damals noch viel breiter gefasst wurde –, und der Beihilfe zum Mord zurückzuführen.
Holzschnitt aus der Londoner Flugschrift von 1590, die Peter Stump mit unversehrten Händen zeigt. Sie trägt den Titel: «A most true Discourse declaring the life and death of one Stubbe Peeter, being a most wicked Sorcerer.»
Holzschnitt aus der Londoner Flugschrift von 1590, die Peter Stump mit unversehrten Händen zeigt. Sie trägt den Titel: «A most true Discourse declaring the life and death of one Stubbe Peeter, being a most wicked Sorcerer.»bild: via duepublico2.uni-due

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