History Porn Teil CXI: Geschichte in 33 Wahnsinns-Bildern
«Nein, ist das denn die Möglichkeit! Bist du es wirklich, History Porn?!? »
Grand Central Terminal, New York, USA; 1960er:
Eine spezielle Kabine im Grand Central Terminal machte es möglich: Für damals 16 Dollar (heute entspräche dies ca. 175 USD, also rund 140 CHF) konnte man drei Minuten lang seinen Gesprächspartner auf einem kleinen Röhrenbildschirm sehen. Um den Anruf entgegennehmen zu können, musste sich natürlich auch der Gesprächspartner in einem dieser mirakulösen Kabäuschen befinden, die Bell Telephone ausser in New York auch in Chicago und Washington einrichtete.
Seegfrörni
Zürichsee, 1891:
Beschwingten Fusses wird hier über den gefrorenen Zürichsee gefahren. 1880 ist der See zum ersten Mal zugefroren, nun, nur elf Jahre später, wiederholte sich das Naturspektakel und verlegte das gesamte städtische Treiben aufs Eis: Der Reitverein organisierte Schlittenfahrten, die «Velozipedisten» rasten «mit unglaublicher Geschwindigkeit» übers Eis und selbst die Soldaten hielten ihre Übungen auf dem See ab.
Die NZZ – besorgt um den desolaten Zustand der allgemeinen Arbeitsmoral – berichtete in ihrer eigens für jenes Ereignis lancierten «Eischronik»:
Auch die Verpflegung fand auf der weissen Fläche statt, die sich für einen Marroniverkäufer allerdings als ungeeignetes Terrain erwies: Sein glühender Ofen brach im Eis ein und ging unter.
Schienenzeppelin
Deutsches Reich. 1930er:
So wurde dieses futuristisch wirkende Hochgeschwindigkeitsfahrzeug genannt, das mit 230,2 Km/h auf den Schienen der Weimarer Republik herumflitzte. Der Geschwindigkeitsweltrekord des rund 26 Meter langen Eisenbahntriebwagens hielt sich 24 Jahre lang, während das Gefährt selbst bereits 1939 wieder verschrottet wurde.
Die Technik bewährte sich nicht. Sein Erbauer, der deutsche Ingenieur und ehemalige Luftschiffbauer Franz Kruckenberg, hatte ihn aus Aluminium gefertigt; am Heck war ein riesiger hölzerner Propeller angebracht, der von einem 600 PS starken BMW-VI-Flugmotor angetrieben wurde. Dieser ermöglichte zwar die enorme Geschwindigkeit und eine stufenlose Regelung derselben durch einfaches Gasgeben, doch er brachte ebenso erhebliche Nachteile mit sich:
Einer davon war seine Gefährlichkeit. Bereits eine halbe Stunde vor der ohrenbetäubend lauten Vorbeifahrt des Schienenzeppelins mussten sämtliche Bahnübergänge und -steige aus Sicherheitsgründen geschlossen werden: Der Propeller erzeugte starke Strömungen und konnte Steine aufwirbeln.
Zudem verhinderte er das Anhängen weiterer Waggons, weshalb seine Kapazität auf 40 Passagiere beschränkt blieb. Auch Rückwärtsfahren konnte der Schienenzeppelin nicht – das Wenden gestaltete sich durch Drehscheiben und Gleisdreicke extrem mühsam. Seine ausserordentliche Schnelligkeit verunmöglichte es schliesslich, ihn sinnvoll auf Strecken einzusetzen, die auch von anderen, langsameren Zügen benutzt wurden.
So kam das Projekt Schienenzepellin selbst nach seinem Umbau 1932 – der ihm vom Propeller befreite und einen hydraulischen Antrieb verpasste – nicht aus dem Versuchsstadium heraus. Die Deutsche Reichsbahn hatte ihn 1934 für 10'000 Reichsmark gekauft, fand aber keinerlei Verwendung mehr für ihn.
Die Werkshalle in Berlin-Tempelhof wurde von nun an sein Zuhause, doch als er dort wegen Platzmangels den Kohlewagen und Reisezug-Lokomotiven weichen musste, war er bereits in seinem solch kümmerlichen Zustand, dass ihn auch kein Museum mehr haben wollte.
Skilehrer
Valbella, Parpaner Rothorn, Graubünden, Schweiz, 1964:
Great Flood
Johnstown, Pennsylvania, USA, 1889:
Am 31. Mai 1889 brach der Staudamm nach heftigen, mehrere Tage andauernden Regenfällen und liess 20 Millionen Kubikmeter Wasser auf die Stadt los. Rund 2200 Menschen kamen in der «Grossen Flut» ums Leben.
Das Haus von John Schultz wurde aus seinen Fundamenten gerissen, von einem Baum durchbohrt und zusammen mit Schlamm und Trümmern aus dem Damm davongeschwemmt – doch alle sechs Menschen im Haus überlebten.
Gaddafis Amazonen
Libyen, 1980-2011:
Offiziell wurden die ausschliesslich weiblichen Beschützerinnen von Libyens Ex-Staatsoberhaupt Muammar al-Gaddafi «Revolutionary Nuns» (arabisch: ar-rāhibāt ath-thawriyyāt oder in Nordafrika Haris al-Has) genannt. Von 1980 an bis zu seinem Sturz 2011 waren sie stets an seiner Seite zu sehen – die glamouröse Fassade aus Camouflage, High Heels und roten Baretten, vor der sich der Machthaber als Befreier der Frau inszenierte.
In seinem «Grünen Buch» schrieb er: «Frauen sollten für den Kampf ausgebildet werden, damit sie nicht zur leichten Beute ihrer Feinde werden.» Und tatsächlich hatte das Regime die Bildung als Recht in die Verfassung aufgenommen; der Anteil eingeschulter Mädchen stieg bis 1990 deutlich, und der Frauenanteil in den Hochschulen lag zum Zeitpunkt von Gaddafis Tod bei rund 50 Prozent. Doch so emanzipiert sein Staat gegen aussen hin schien, so verriet sein Herz doch die patriarchische Gewaltordnung seines autoritären Regimes.
Die Auswahl seiner Amazonen traf der Führer selbst. In der Regel waren sie um die zwanzig Jahre alt, unverheiratet, schön und jungfräulich. In ihrem Keuschheitsgelübde, das sie zu Beginn ihrer Ausbildung leisten mussten, mussten sie Gaddafi versprechen, ihr Leben für ihn zu opfern und bis zu seinem Tode sexuell enthaltsam zu bleiben.
1998 tat Aisha genau das: Als Gaddafis Autokolonne in Derna, Libyen von islamistischen Fundamentalisten überfallen wurde, soll sie sich schützend vor den Diktator geworfen und so die tödlichen Kugeln für ihn abgefangen haben. Bedingungsloser konnte Loyalität nicht demonstriert – und vor allem propagandistisch ausgeschlachtet werden.
Aus den auserwählten Frauen wurden an der Women's Military Academy in Tripolis während drei Jahren Leibwächterinnen gemacht: Sie standen täglich um 4.30 auf, wurden im Nahkampf ausgebildet und im Umgang mit diversen Waffen, darunter auch Raketenwerfer und Handgranaten. Darüber hinaus wurden ihnen Grundkenntnisse im Fliegen und in militärischer Logistik vermittelt, sie lernten die Reaktionsmuster bei Anschlägen kennen, wie man evakuiert, deckt, das Gegenfeuer eröffnet.
Und sie mussten im «Grünen Buch» lesen, in der Gaddafi seine sogenannte Dritte Universaltheorie ausführte; sein Gegenentwurf zu Kapitalismus und Kommunismus – mit dem Anspruch weltweiter Gültigkeit.
Hatten die Frauen ihre Ausbildung beendet, durften sie Gaddafi auf Inland- und Auslandreisen begleiten. Gemeinhin reisten 15 Leibwächterinnen mit ihm und sorgten 24 Stunden für seine Sicherheit und sein Wohlergehen.
Zweiteres umfasste Tätigkeiten, die erst nach seinem Sturz ans Licht kamen. Erst waren es nur Gerüchte. Gerüchte über systematische Misshandlungen durch Regimekräfte.
Im Juni 2011 spricht der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs erstmals öffentlich von Beweisen, die belegen, dass Gaddafi die Vergewaltigung hunderter Frauen strategisch anordnen liess – als neue Waffe der Repression.
Einige Wochen zuvor stürmte Iman al-Obeidi das Rixos-Hotel in Tripolis, wo ausländische Journalist:innen wohnten, und schrie, sie sei von Soldaten des Gaddafi-Regimes vergewaltigt worden. Vor laufenden Kameras und unter Gewaltanwendung wurde sie von Sicherheitsleuten abgeführt. Später hiess es, sie sei geistesgestört, betrunken, eine Lügnerin und Prostituierte, was ihre Familie aber bestritt.
Durch die Medialisierung ihres Falles konnte die sexualisierte Gewalt an libyschen Frauen nicht mehr länger totgeschwiegen werden und geriet ins Blickfeld der globalen Öffentlichkeit. Und nachdem das Regime innerhalb von neuen Monaten kollabiert und Gaddafi am 20. Oktober getötet worden war, wurden auch andere Opferstimmen laut.
Die Psychologin Seham Sergewa sammelte sie, darunter auch diejenigen von fünf ehemaligen Leibwächterinnen, die ihr berichteten, dass sie von Gaddafi sexuell missbraucht wurden und anschliessend an seine Söhne und hochrangige Beamte weitergereicht worden seien.
Die französische Journalistin Annick Cojean deckt im Folgenden das ganze auf sexueller Gewalt basierende System auf: Als sie im Oktober 2011 nach Tripolis reist, um die Rolle der libyschen Frauen in der Revolution zu recherchieren, lernt sie Soraya kennen, die ihr nun ihre ganze triste Geschichte anvertraut. Die Geschichte eines 15-jährigen Mädchens, die zu Gaddafis Sexsklavin gemacht wurde. Eines von vielen Mädchen und auch Jungen, die zum Harem des libyschen Führers gehörten, erst ausgewählt, ihm bei seinem Schulbesuch Blumen zu überreichen, dann von seinen Männern in seinen befestigtem Komplex Bab al-Aziziyain in Tripolis verschleppt, den der Volksmund als Schloss der Angst bezeichnet. Ein Alltag aus Vergewaltigung und darauf warten in abgeschirmten Untergeschossen, wo ihre Identität restlos zerstört wird.
Cojean veröffentlicht Sorayas Geschichte im «Le Monde», 2012 folgt das Buch: «Les proies: Dans le harem de Kadhafi» in dem die sexualisierte Herrschaftstechnik umfassend beschrieben wird – ein System, in dem der Diktator über die Körper und Leben von Mädchen und Frauen grenzenlos verfügen konnte. Auch über jene seiner Leibwächterinnen, deren Einsatz für Gaddafi eine erzwungene Verpflichtung war – meist eingefordert unter Drohungen gegen die Familie.
Das Traurigste an ihrem Schicksal ist wohl, dass sie nach Gaddafis Ende doppeltem Hass ausgesetzt waren: Sie galten den Oppositionskräften im Bürgerkrieg als angebliche Komplizinnen des Diktators, und waren besonders für die islamistischen und stark konservativen Milizen als angebliches Symbol emanzipierter, wehrhafter Frauen patriarchaler Verachtung ausgesetzt. Das führte dazu, dass diejenigen, denen die Flucht oder das Abtauchen in den Untergrund nicht gelang, erschossen oder gefangen genommen und abermals misshandelt wurden. Auf den Schutz der eigenen Familie konnten sie meist nicht zählen, ihr Dienst als Leibwächterin galt weiten Teilen der Gesellschaft als Schande – erst recht, wenn die Frau dabei zum Opfer sexueller Gewalt geworden war.
Die ehemalige Leibwächterin Zahraa al-Bouaishi, die den Rebellen wertvolle Informationen über Gaddafis Waffenlager gegeben hatte, flüchtete erst nach Tunesien, später fand sie in Ägypten Asyl, wo sie 2012 in ihrer Wohnung in Kairo erstochen wurde. Ägyptische Behörden verdächtigten ihren Bruder des Mordes, das vermutete Motiv: Ehrschande. Zahraa wollte Schauspielerin werden. Ihr Fall wurde nicht weiter verfolgt, die Ermittlung wurde eingestellt, der Bruder nicht gesucht.
31 Jahre alt war sie, missbraucht vom einem System, getötet von einem anderen – und vom dritten wird sie selbst nach ihrem Tod im Stich gelassen. Gerechtigkeit gibt es keine, bloss institutionelle Gleichgültigkeit, weil Gewalt gegen Frauen wie Zahraa al-Bouaishi folgenlose Normalität ist.
Seegfrörni
Zürichsee, 1929:
Bevor am Donnerstag, 21. Februar 1929 das Eis «mit obrigkeitlicher Gunst und hermandadkräftiger Bewachung» freigegeben werden konnte, musste der weltberühmte Geologe Albert Heim die Lage überprüfen.
Durch eine schwere Erkältung ins Bett gedrückt, sprang der 80-Jährige von selbigem auf mit den Worten:
Gewissenhaft mass er an verschiedenen Stellen das Eis – und gab es schliesslich frei.
Am darauffolgenden Sonntag hatten sich laut einem Lokalredaktor bereits um die 100'000 Leute auf dem zugefrorenen See zusammengefunden.
Space-Selfie
Weltraum, 1966:
Drei Jahre vor der Mondlandung machte Buzz Aldrin während der Mission Gemini 12 einen Weltraumspaziergang – und fotografierte sich dabei selbst. Das erste Space-Selfie, das, nach seiner eigenen Einschätzung in einem Tweet von 2014, das «BEST SELFIE EVER» sei.
Es sei ihm gegönnt. Der ewigen Nummer zwei, die 19 Minuten nach Neil Armstrong den Mond, jene «grossartige Trostlosigkeit», betrat und darum keine Unsterblichkeit bekommt.
Der Astronaut wird am 20. Januar 2030 100 Jahre alt sein. Und wer weiss, vielleicht wird es irgendwann ja doch noch einen Film geben, der sich um den «Second Man» dreht. Den Mann, der eine Krawatte und eine Fliege gleichzeitig tragen kann.
Saskatooner Erfrierungstode
Saskatoon, Kanada, 2000:
Darrell Night war der Erste, der eine «Starlight Tour» überlebte. Dank ihm wurde die Praxis öffentlich, mit der sich die Saskatooner Polizei unerwünschter oder betrunkener Indigener entledigte.
Das hatten die beiden Polizisten Dan Hatchen und Ken Munson auch bei Night versucht. Um 5 Uhr morgens am 28. Januar 2000, als er von der «rowdy party», einer lautstarken und nicht ohne Handgreiflichkeiten vonstatten gehenden Party seines Onkels, zu seiner Schwester, nur ein paar Blocks weiter, unterwegs war.
Sie nahmen ihn wegen «Störung der öffentlichen Ordnung» fest, nachdem er sie beschimpft hatte, weil sie nicht für Ruhe gesorgt hatten. Night ging davon aus, dass sie ihn in die Ausnüchterungszelle stecken würden. Doch sie fuhren ihn raus in die südlichen Ausläufer Saskatoons, wo sie ihn in der Dunkelheit, nur mit T-Shirt, Jeansjacke und Turnschuhen bekleidet, aussetzten. In jener Nacht herrschten −22 °C. Night schaffte es, die etwa 1,5 Kilometer bis zum Kraftwerk Queen Elizabeth Power Station zurückzulaufen, wo er fast dreissig Minuten lang an die Tür hämmerte, bis ihm ein Wachmann öffnete und ein Taxi rufen konnte.
Nur einige Tage davor waren die Leichen zweier junger Indigener in derselben Gegend gefunden worden. Auch sie waren erfroren.
1990 verschwand der 17-jährige Neil Stonechild nach einer Lärmbeschwerde. Ein Zeuge sah ihn am 24. November blutend und schreiend auf dem Rücksitz eines Polizeiautos. Fünf Tage später fand man seine steif gefrorene Leiche am Stadtrand; sie trug nur einen Schuh.
Todesursache: Hypothermie.
Dasselbe stand auch in den Polizeiberichten drei weiterer indigener Männer. In keinem der Fälle wurde eine strafrechtliche Untersuchung eingeleitet. Sie wurden als Unfälle abgetan. Als Folge der «Alkoholproblematik».
Nachdem Nights Geschichte öffentlich wurde, war die Vertuschung in diesem Ausmass nicht mehr möglich. Dan Hatchen und Ken Munson wurden wegen rechtswidriger Freiheitsberaubung zu acht Monaten Gefängnis verurteilt und aus dem Polizeidienst entlassen. Im danach wieder aufgenommenen Fall von Stonechild wurde trotz Beweisen niemand strafrechtlich angeklagt; 2003 wurden zwei Beamte entlassen – und der Polizeichef entschuldigte sich bei Stonechilds Mutter.
Die «Starlight Tours» in Saskatoon sind bis mindestens ins Jahr 1976 dokumentiert. Wie viele Indigene bis heute Opfer jener nächtlichen Polizeifahrten geworden sind, bleibt im Dunkeln. Und selbst wenn die Praxis heute offiziell als überwunden gilt, werden in Saskatchewan und anderen Provinzen weiterhin ähnliche «Drop‑offs» gemeldet. Institutioneller Rassismus verschwindet nicht so schnell.
Grand Palais
Paris, Frankreich, 1916:
Diese prächtige Belle-Époque-Zeugnis aus Stein, Eisen und Glas wurde ursprünglich für die Weltausstellung im Jahr 1900 erbaut. Während des Ersten Weltkriegs diente es als Militärkrankenhaus. Unter der riesigen Glaskuppel installierte man Betten, Sanitäranlagen, Wasserleitungen und elektrische Systeme installiert. Die Ausstellungsgänge verwandelten sich in Behandlugnsräume, provisorische Operationssäle, Verbandsstellen und Röntgenabteilungen. Anfangs bot es Platz für 800 Verwundete, 1917 gab es 1200 Betten. Gestemmt wurde diese ganze Versorgung von rund 400 Mitarbeitenden; Ärzten, Krankenschwestern, Pflegekräfte und Verwaltungsangestellte.
Eine Abteilung kümmerte sich um die Rehabilitation der Soldaten; auf dem Bild sieht man sie exerzieren, auf dass sie schnell wieder fit genug waren, um zurück an die Front oder an den Arbeitsplatz kehren zu können.
Schwammindustrie
1900-1940er:
Wer fängt den grössten? Der Handel mit natürlichen Schwämmen blühte in den frühen 1900er Jahren, sie wurden in der Medizin verwendet, zu kosmetischen Zwecken eingesetzt oder für Malerei- und Dekorationsarbeiten gebraucht.
Man fischte sie vornehmlich aus dem östlichen Mittelmeer, in der Karibik und vor Florida. Die Fischer gingen mit kleinen Booten ins Wasser und tauchten erst frei, später mit Helmen, was die Fangtiefe- und menge stark erhöhte, auch erreichten sie so die richtig grossen Exemplare.
Nach dem Fang mussten die Schwämme gewaschen, sortiert, getrocknet und je nach Qualität in Ballen oder Kisten verpackt werden, um sie zu exportieren.
Ab den 1930er‑Jahren war die Schwammindustrie im Niedergang begriffen: Überfischung, Krankheiten, die die Schwammbestände zerstörten, und vor allem die Entwicklung synthetischer Schwämme und Schaumstoffe verdrängten den Naturschwamm zunehmend aus dem Massenmarkt.
Schlittelspass
St. Moritz, Graubünden, Schweiz, 1947:
E.T.
USA, 1982:
Steven Spielbergs «E.T. the Extra-Terrestrial» ist bis heute eine der erfolgreichsten und beliebtesten Filme; die Geschichte des Ausserirdischen mit dem lieben Gesicht, das sein Erschaffer Carlo Rambaldi nach den Wünschen des Regisseurs gestaltete. Er reichte ihm die Bilder von Albert Einstein, Ernest Hemingway und Carl Sandburg und meinte:
Und Rambaldi schuf, was wir alle kennen und lieben. Lebendig wurde E.T. durch die beiden Schauspieler mit Kleinwuchs Pat Bilon und Tamara De Treaux und den 12-jährigen Matthew deMerrit, der ohne Beine geboren wurde.
E.T war ein meisterhaftes Zusammenspiel zwischen Puppenspiel, Animatronik und menschlicher Darbietung.
Seegfrörni
Zürichsee, 1963:
Der Glaziologe Dr. Hans Röthlisberger von der ETH verlässt auf einem hölzernen Steg Versuchsanordnung mit 200-Liter-Wasserfässern, mit welcher die Belastbarkeit des Eises getestet wird. Sie entsprach der Sicherheitsgrenze von mindestens 10 cm Eisdicke. Und so wurde am 1. Februar 1963 der See für die Bevölkerung freigegeben.
Die Menschen strömten herbei, zu Fuss, auf Schlittschuhen, Skiern, im Schlitten, auf dem Velo oder im Eissegler. Motorisierte Gefährte waren allein der Seepolizei vorbehalten, die auf ihren Raupenschlitten unterwegs waren und mit Megaphonen und Funkgeräten für Ordnung auf dem Eis sorgten.
Sogar Kamele und ein Lama wagten sich aufs Eis – der Zirkus Knie hatte sein Winterquartier in Rapperswil am oberen Zürichsee – genau dort, wo das Eis am dicksten war. Und so wagten sich die Dompteure mit den Tieren bereits einen Tag vor der offiziellen Eisfreigabe auf den See – und wurden zum Symbol der Aussergewöhnlichkeit dieses Naturspektakels.
Bis zum 8. März hatte man Spass auf dem Eis, danach wurde der See gesperrt – das Eis begann zu schmelzen – und ist seither nicht mehr in dieser aussergewöhnlichen Form zurückgekehrt. Der Klimawandel macht eine weitere Seegfrörni sehr unwahrscheinlich.

Stopp!
London, Grossbritannien, 1935:
Ein Polizist hantiert mit einer gasbetriebenen Flammenleuchte, um auch durch den dichten Nebel oder Smog hindurch für die Verkehrsteilnehmenden sichtbar zu sein. Nach getaner Arbeit konnte er den Metallmast zusammenklappen und in einer in der Strasse versenkten Box versenken.
Arnie forever
Steiermark, Österreich, 1966:
Ja. Was soll man dazu noch sagen. Ein Bild von einem Mann.
Mit «Porn» können im Englischen auch TV-Shows, Artikel oder eben Fotos gemeint sein, die ein übermässiges, unwiderstehliches Verlangen nach oder Interesse an etwas befriedigen sollen.
