Leben
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«Es gibt kein Geschlecht. Es gibt keine Regeln. Es gibt nur mich.»

Bild: public domain

Und einer der Jungs sagt: «Wow, der Typ ist cool.» Und das Mädchen grinst nur und meint: «Das ist ein Mädchen.» Micah Truran ist und tut, was immer sie will. Aber das war kein einfacher Weg.

11.10.17, 09:58


Micah Truran berichtete über ihre Erfahrungen mit der Identitätsfindung im Rahmen der offenen Bühne «The Moth» in New York. Das ist ihre Geschichte:

Eine wahre Geschichte

Diese und noch viele andere wahre Geschichten aus dem Leben findest du auf der Website des Veranstalters.

«Meiner Meinung nach ist ‹Der Glöckner von Notre Dame› einer der unterschätztesten Disney-Filme. Da gibt es diese eine Szene, in der der Glöckner seinen Käfig umschmeisst und noch ein bisschen rumtanzt und ruft: 

«Jippie, endlich frei ... !» Und zwei Schritte weiter stolpert er und steckt wieder fest.

Eine ziemliche gute Metapher für meine Erfahrungen mit meinem Geschlecht. Ich wuchs in einer sehr konservativen Familie auf. Ich wuchs auf mit Disney-Filmen, Bibelgeschichten und den alten Schwarz/Weiss-Hollywoodklassikern. Die Rollen waren dabei immer gleich verteilt:

Der Kerl ist der Held, der Abenteurer, der sich die Mädchen angelt.

Und die Frauen waren Ehefrauen, Mütter und Freundinnen des Helden.

Ich brauchte nicht lange, um für mich zu entscheiden, dass die Frauenecke nicht sonderlich erstrebenswert wirkt. Lieber wollte ich ein Junge sein. 

Bild: public domain

Während meiner ganzen Kindheit fühlte ich mich immer unwohl damit, ein Mädchen zu sein. Und wenn ich einen Franken bekommen hätte für jedes Mal, als mir gesagt wurde: 

Nein, Mädchen sitzen nicht so!

Nein, so ziehen sich Mädchen nicht an!

Nein, so benehmen sich Mädchen aber nicht!

– dann müsste ich mir jetzt ganz bestimmt keinen Kopf mehr um mein Studiendarlehen machen.

Ich war nie frei, die Dinge zu tun, die ich tun wollte. Weder durfte ich an den Pyjama-Parties meiner Freunde teilnehmen, die alle Jungs waren und ich damit das einzige Mädchen in der Runde gewesen wäre, noch durfte ich mich fürs Football-Team bewerben. Sogar ein Roller war ausgeschlossen.

Dann kam ich ins College, und dort konnte ich plötzlich auftreten und sagen: Hey, ich bin ein Junge. Manchmal musste ich es vielleicht ein, zwei Mal erklären, so: Hey, ich bin transgender und ein Junge. Doch die meisten akzeptierten die Situation einfach.

Manche hatte zwar trotzdem Probleme damit und es wurde wirklich frustrierend und es kostete mich viel Kraft, mein Umfeld ständig zu korrigieren. Aber das nahm ich einfach an. 

In meiner Klasse zum Thema ‹Frauen und Gender Studies› wurde mir erzählt, dass das Geschlecht rein performativ sei, ein soziales Konstrukt. – Ja, ok, sicher, nervt trotzdem.

Doch dann schlug das Pendel plötzlich in die andere Richtung aus. Ich konnte plötzlich wieder nicht das anziehen, wonach ich mich fühlte, denn dann hiess es: Aber ...

Jungs tragen sowas nicht.

Jungs, tun sowas nicht.

Jungs benehmen sich nicht so.

Ich mochte meine Gesangsstimme sehr, aber ich klinge eben wie ein Mädchen.

Ich war also wieder gefangen. Und ich hatte das Gefühl, dass ich hart dafür arbeiten musste, überhaupt jemand zu sein.

Bild: public domain

Im Film ‹Matrix› kommt diese eine Szene vor, in der Neo einen kleinen Jungen trifft, der nur mit seiner Vorstellung einen Löffel verbiegt und der Junge meint nur: 

Es gibt keinen Löffel.

Neo braucht zwar einen Moment, um zu verstehen, was er damit meint, aber als er es endlich begreift, ist er frei zu tun was immer er will.

Und dann kommt da dieser eine Tag im Hochsommer: Ich hatte mir meinen Irokesen hellblau gefärbt, ich fühlte mich grossartig. Ich fuhr auf meinem Roller – den ich jetzt endlich haben darf, weil ich zu den Grossen gehöre – zum Supermarkt. Vor dem Laden habe ich noch eine starke Bremsung hingelegt, sodass die Kiesel flogen.

Da standen drei kleine Kinder, zwei Jungs und ein Mädchen. Die starrten mich an als wäre ich ein Rockstar.

Und einer der Jungs sagt: ‹Wow, der Typ ist cool.› Und das Mädchen grinst nur und meint: ‹Das ist ein Mädchen.›

Das war das erste Mal in Jahren, dass ich als Mädchen bezeichnet wurde und es mich nicht aufregte. Mir wurde klar: Es spielt keine Rolle ob ein Junge oder ein Mädchen etwas tut. Es spielt keine Rolle ob irgendjemand glaubt, ich sei ein Junge oder ein Mädchen.

Es gibt kein Geschlecht. Es gibt keinen Löffel. Es gibt nur mich. Und es gibt keine Regeln.

Seit mir das klar geworden ist, trage ich was ich will, sage was und wie ich will, benehme mich wie ich will. Vorher hatte ich mir ständig Sorgen um mein Geschlecht gemacht. Doch seit ich aufgehört habe, den ‹Regeln› zu folgen, denke ich nicht mal mehr darüber nach.

Mir hat sich eine ganz neue Welt aufgetan. Ein neuer Start. Und ich fühle mich glücklicher und wohler in meiner Haut als jemals zuvor.»

So poetisch zerstört diese Inderin sexistische Kackscheisse:

Video: watson

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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29Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ThomasHiller 11.10.2017 12:14
    Highlight Hm, ich frage mich immer, ob es so schlau ist, die eigenen Probleme so sehr in die Öffentlichkeit zu tragen. Denn was erwartet die Verfasserin hier in einem News-Magazin, das vor allem ein Kommentar-News-Magazin ist, von haufenweise Menschen, bei denen es mehrheitlich nur zum Hobby- bzw. Küchenpsychologen reicht.
    Und machen wir uns nichts vor: Die Findung der eigenen Persönlichkeit einschließlich der sexuellen kennt jeder. Aber wohl nur die Aller-aller-aller-wenigsten verbunden mit diesen Problemen und Zwängen.
    Das in der Öffentlichkeit zu erörtern kann schnell schief gehen.
    15 45 Melden
    • Tikvaw 11.10.2017 13:09
      Highlight Was könnte denn "schief" gehen?

      Glaubst du, dass man mit solchen Geschichten junge Teenager "verunsichert"? Dass man so "sexuelle Entwicklungsstörungen" fördert?

      Oder denkst du, dass durch solche Artikel die schon vorhandene, gesellschaftliche Ablehnung und Echauffiertheit noch zusätzlich gesteigert wird?
      22 7 Melden
    • Fabio74 11.10.2017 13:14
      Highlight Finde es mutig in die Öffentlichkeit zu gehen. Es öffnet vielen die Augen, dass die Welt nicht schwarz/Weiss ist
      33 7 Melden
    • ThomasHiller 11.10.2017 13:28
      Highlight @Tikav: Nein. Ich meine das Risiko der geharnischten Kommentare der Öffentlichkeit zu den persönlichen Problemen, die jemand hat und möglicherweise diese Meinungen noch weniger ertragen kann. Menschen können da sehr verletztend sein, vor allem gegenüber "abweichenden" Vorstellungen.
      Wie gesagt, von Psychologie habe ich - so wie wohl die meisten Menschen - keine Ahnung, daher kann ich nur vermuten, daß die Probleme wie sie hier Micah Truran hat für sie selbst sehr viel belastender sind (oder hoffentlich nur "waren") als der Rest von uns Probleme hat.
      4 3 Melden
    • Tikvaw 11.10.2017 13:55
      Highlight Um die Ablehnung, Diskriminierung oder sogar den Hass zu erfahren, braucht es keine Kommentare oder Social-Media.
      Es reicht aus, einfach raus zu gehen und so zu sein wie man ist und schon kann man diese Dinge "in real" erleben.

      Oder anders rum gesagt: Jeder der ähnlich fühlt wie Micah Truran, erfährt dies sowieso früher oder später am eigenen Leib.
      Daran ändert sich auch nichts wenn man solche Anekdoten unter den Teppich kehrt.

      Daher denke ich eher, dass solche Geschichten Menschen die Kraft geben kann, weiter zu machen, anstatt sich sich selber aufzugeben/aus dem Leben zu scheiden
      17 6 Melden
    • ThomasHiller 11.10.2017 13:58
      Highlight @Fabio: Ja, in der Tat ist das sehr mutig. Es gibt allerdings auch so schon viele Personen/Gruppen etc. die sich für die Rechte und Probleme von Menschen bezüglich ihrer sexuellen Orientierung einsetzen.
      2 10 Melden
    • ThomasHiller 11.10.2017 14:01
      Highlight Wie gesagt, das mag für Micah Truran so funktionieren, kann aber auch ganz schon nach hinten losgehen. Und letzeres ist immer ein ganz schön großes Risiko.
      Ich weiß deshalb nicht, ob es so gut ist, wenn jeder seine individuellen Probleme und Erfahrungen in die Welt hinausposaunt. Mir ist völlig egal wie er/sie tickt oder wie der einzelne seine sexuelle Identität auslebt.
      Ich will am Ende nur nicht das Gejammer hören wenn es mal wieder heißt "die sind alle gegen mich" wenn dann mal wieder aus der Anonymität des Internets irgendwelche Idioten anfangen zu hetzen.
      3 10 Melden
    • ThomasHiller 11.10.2017 14:03
      Highlight Wer sich offentlich präsentiert muß halt mit einer öffentlichen Reaktion/Meinung rechnen. Leider können genau damit viele Menschen nicht umgehen, machen sich da nur vorher keine Gedanken drüber.
      Das meine ich mit "kann halt schief gehen".
      8 5 Melden
    • Fabio74 11.10.2017 15:07
      Highlight Ja es gibt Gruppen die sich für Minderheiten einsetzen. Jede Person die dazu steht, hilft.
      Es gibt eine grossen Haufen die sehr laut sind und ihren Hass und Frust an Minderheiten ausleben. Vor allem aus rechtsnationalen und religiös, fundamentalistischen Kreisen christlich wie islamisch
      6 3 Melden
    • Tikvaw 11.10.2017 15:08
      Highlight Wie schon gesagt, Betroffene bekommen dies schon seit Kindheit mit, lange bevor sie überhaupt eine Ahnung von soziokulturellen Konflikten und Normen haben.
      Bisher wird dann das gemacht was du "empfiehlst". Es wird dem Kind gesagt, dass es "falsch" fühlt und als Männchen/Weibchen dies und jenes nicht fühlen/denken/machen darf. Also herunterschlucken, sich verleugnen, Klappe halten und eben gerade nicht darüber Nachdenken.
      Und solche Geschichten führen dazu, dass sich Betroffene, Eltern, Alle, darüber -vorher- Gedanken machen und überlegen wie sie handeln sollen.
      7 0 Melden
  • Picker 11.10.2017 12:01
    Highlight Sich nicht zu extrem darum zu kümmern, was andere Leute über einen denken, war schon immer eine kluge Idee.
    Die Unsetzung ist dann z.T. schwieriger, da man ja auch Geld verdienen muss, etc. und viele Leute in unserer Gesellschaft relativ starr und intolerant sein können ("was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht").

    In jedem Fall Bravo Micah!
    49 5 Melden
  • Nukular! Das Wort heisst Nukular. 11.10.2017 11:23
    Highlight Ach wenn wir schon dabei sind gibt es kein Schoko oder Vanille-Eis. Ist doch egal welche Sorte ich nehme, ist ja alles dasselbe;)

    Freundliche Grüsse aus Sektor 7G.
    18 38 Melden
    • pun 11.10.2017 11:40
      Highlight Du hast Matrix-Gender-Analogie sowas von nicht verstanden. :-D
      18 15 Melden
    • pun 11.10.2017 11:46
      Highlight *die
      8 10 Melden
    • ThomasHiller 11.10.2017 12:18
      Highlight @pun: Jetzt unterscheidet sich die Matrix-Scheinwelt doch etwas von der real existierenden Welt in der wir alle sind.
      Es sei denn natürlich man ist ist so transzendental-meditativ, daß man 'eh jenseits der Dinge schwebt... ;)
      8 16 Melden
    • pun 11.10.2017 12:41
      Highlight Der Kern der Analogie ist, dass das soziale Geschlecht (="Gender"), also die Regeln, wie sich ein weibliches und männliches Wesen zu verhalten haben, um für die Mitmenschen als weiblich oder männlich zu gelten, ein vergleichbar programmiertes und demnach nicht wirklich "reales" Konstrukt ist, wie die Matrix im Film.
      Das hat nichts mit meditativem "jenseits der Dinge" oder "Schoggi- oder Vanilleglace - ist eh alles dasselbe" zu tun, sondern eher mit einer geerdeten Analyse der Reaktionen seiner Mitmenschen und einem Fazit für sich selbst daraus. :-)
      26 11 Melden
    • ThomasHiller 11.10.2017 13:08
      Highlight Eine genetisch real existierende Ausprägung als "nicht wirklich reales Konstrukt" zu bezeichnen erfordert aber schon eine gewisse Entrückung von der Realität.
      Man muß nicht der "Pinkisierung" der weiblichen Welt nachhängen, darf aber trotzdem gewisse Unterschiede zwischen Männern und Frauen feststellen.
      Insofern helfen solche der realen Welt entrückten Konstrukte nur bedingt weiter, auch wenn es dem Einzelnen mal eine Stütze sein mag.
      7 17 Melden
    • pun 11.10.2017 13:27
      Highlight Halt, es geht nicht um das biologische Geschlecht (engl.: "sex"), sondern um das soziale Geschlecht (engl.: "gender"). Also um die ungeschriebenen Regeln, wie man sich als Mann oder Frau zu Verhalten hat, um von seinen Mitmenschen als Mann oder Frau akzeptiert zu werden. Das soziale Geschlecht ist das Konstrukt der Matrix-Analogie, natürlich nicht die Biologie (die aber in der realen Welt auch nicht so binär daherkommt, wie es manche gerne darstellen).
      25 9 Melden
    • Tikvaw 11.10.2017 13:35
      Highlight @Thomas Hiller

      Das eigene Gender wird aber durch das "genetisch real existierende" Ding namens Neocortex herausgebildet.
      Und der Begriff Gender wurde ja gerade definiert um es von dem chromosomalen Geschlecht zu differenzieren.
      10 3 Melden
    • ThomasHiller 11.10.2017 13:46
      Highlight Na dann dann sage ich mal: Willkommen in der Ungeschlechtlichkeit der modernen Welt!

      Ob das aber wohl das ist, womit sich die Mehrheit der Menschen wohl fühlt? Scheint mir ganz real eher nicht so...
      5 19 Melden
    • pun 11.10.2017 14:37
      Highlight @Hiller: Niemand braucht vor weniger Mobbing Angst zu haben. :-)
      Das einzige was den Menschen weggenommen werden soll, ist die soziale Akzeptanz von verletzenden Sprüchen aufgrund von geschlechtergebundenen Verhaltenszuweisungen. Das kann durchaus schmerzhaft sein für Menschen, die ihr Selbstbewusstsein auf solchen Sprüchen aufbauen, aber ich glaube nicht, dass das die Mehrheit aller Menschen ist.
      11 4 Melden
    • Tikvaw 11.10.2017 14:57
      Highlight @ThomasHiller
      Ein Teil der modernen Welt will, dass man seine Gender-Identität ausleben kann, egal ob sie mit dem Geschlecht exakt übereinstimmt oder nicht. Und zwar ohne, dass diese Person in der Öffentlichkeit benachteiligt oder unterdrückt wird.
      Die "Mehrheit der Menschen" darf sich dabei ganz beruhigt weiterhin mit ihrer bisherigen persönlichen Identität wohlfühlen.

      Hier stellt sich doch wieder genau die übliche Frage:
      Was hat die "Mehrheit" überhaupt zu verlieren, wenn sie dieser Minderheit den gleichen Respekt zollt wie der Mehrheit?
      16 0 Melden
    • ThomasHiller 11.10.2017 17:27
      Highlight Das ist schön und gut, nur hat das eine mit dem anderen als Gegensatz nichts zu tun. Das eine ist die im Regelfall genetische Identität ("im Regelfall" weil man die ja heute medizinisch - zumindest nach außen - ändern kann) und das andere die gefühlte Identität.

      Beides stellt sich aber am Ende als die nach außen - real! - dargestellt Identität dar. Da ist nichts Philosophisches dabei. Das Philosophische (wie in einer "Matrix"-Analogie) ist etwas für Träumer. Das hilft niemandem weiter, der auf der Suche nach seiner (sexuellen) Identität ist.
      1 5 Melden
    • ThomasHiller 11.10.2017 17:31
      Highlight Deshalb ist "nicht wirklich reales Konstrukt" auch ziemlich absurd, denn die eigenen Sexualität - wie auch immer jemand im einzelnen das für sich entscheiden mag - ist nichts "nicht wirklich Reales" sondern im Gegenteil etwas sehr Reales.

      Alles andere ist asexuelle Phantasterei. Wer eine Traumwelt will, schön und gut. Das löst nur keine Probleme sondern ist ganz im Gegenteil ein sich von der Realität verabschieden.
      2 6 Melden
    • Menel 11.10.2017 17:57
      Highlight Was hat jemand generell verloren, wenn er andere einfach mal in Ruhe ihr Leben leben lässt? Was verliert man denn, persönlich, wenn jemand sich in verschiedenen Attributen der Geschlechter auslebt? Tangiert mein Leben doch nicht.
      Ich glaube, viel Übel in der Welt kommt einfach daher, dass andere sich zu viele Gedanken über das Leben anderer machen, anstatt sich um ihres zu kümmern. Wie langweilig muss ein Leben überhaupt sein, dass man Zeit hat, sich das von anderen so haargenau anzuschauen und darüber zu richten? Wenn Menschen glücklich sind, dann ist doch alles gut.
      9 1 Melden
    • ThomasHiller 11.10.2017 18:43
      Highlight @Menel: Man hat nichts verloren!
      Aber darum ging es ja nicht, sondern um die surreal-philosophische Interpretation als Gegensatz zur real existierenden Welt ;)

      0 5 Melden
    • Menel 11.10.2017 20:38
      Highlight @ThomasHiller; was ist denn für sie die reale Welt? Konkretes Beispiel gerne. Ich verstehe gerade nicht, was sie als surreal verstehen und was als real.
      7 0 Melden
  • Fox Devil Wild 11.10.2017 11:16
    Highlight Sehr sehr schöne Geschichte die mich sehr bewegt hat. Ich wünsche mir von Herzen, dass es bald genau so endlich in der Gesellschaft ankommt. Geschlecht sollte keine Fesseln tragen sondern Flügel. Danke für diesen Artikel.
    39 18 Melden
  • Menel 11.10.2017 11:09
    Highlight Das beste, was man in einer Schubladophilen Gesellschaft tun kann 😃👍
    34 15 Melden

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