Schweiz

Max Jaeggi präsentiert die Tatwaffe, eine abgesägte Winchester. 
Bild: keystone

«Vielleicht haben ihn die Löwen gefressen»: Ex-Fahnder Jaeggi über das schwerste Verbrechen der Schweiz und den Fall Rupperswil

Der Vierfachmord von Rupperswil hat Max Jaeggi zurück in die Vergangenheit katapultiert. Sein halbes Leben lang suchte der Fahnder nach der Täterschaft im «Fall Seewen». Das Verbrechen gilt als eines der schrecklichsten in der Schweiz – und ist ein Grund, weshalb Jaeggi bis heute keinen Internetanschluss hat.

19.01.16, 09:47 20.01.16, 15:36

Max Jaeggi steht vor seiner Stammbeiz am Rande des Städtchens Solothurn, zieht an seiner Tabakpfeife und rückt seinen Lederhut zurecht. Eigentlich möchte er nicht mehr über den Fall reden, der ihn schon sein halbes Leben lang beschäftigt. Doch nachdem kurz vor Weihnachten in Rupperswil vier Menschen ermordet wurden und die Polizei seither im Dunkeln tappt, ist sein Fall ein weiteres Mal in aller Munde – und bei Jaeggi die Erinnerungen an eines der schwersten ungelösten Verbrechen in der Schweiz wieder ganz aktuell. 

«Das Erste, das mir durch den Kopf ging als ich von den Rupperswiler Morden hörte, war: Die Polizisten, die jetzt in die Hosen müssen, das sind arme Kerle.» Jaeggi weiss, wovon er spricht.

Am 6. Juni 1976, vor fast 40 Jahren, sass er an diesem Pfingstsonntag am Esstisch, als jener Anruf einging, der sein Leben verändern sollte. Jaeggi solle umgehend hoch kommen zum «Waldeggli» in Seewen, fünf Menschen seien umgebracht worden in einer kleinen Hütte, es eile. Jaeggi, damals Fahnder bei der Kantonspolizei Solothurn, fuhr sofort los. 

Der Tatort: Das «Waldeggli» in Seewen.
bild: keystone

Zwei Kollegen waren schon am Tatort. Was sie vorfanden, war auch für die erfahrenen Polizeibeamten erschreckend. Vier Tote in der kleinen Hütte, dazu eine Leiche auf der Veranda – in einen Teppich gewickelt. Jaeggi ging zum Kofferraum seines Pikettfahrzeuges und holte seine mobile Schreibmaschine heraus. «Es war eine herkömmliche Hermes, noch ohne Automatik». Die ersten Stunden nach einer Tat seien die wichtigsten. Alles musste rasch gehen. Gegen 30 Beamte bildeten eine Sonderkommission. «Der Druck der Öffentlichkeit und der Medien war riesig.»

«Bei solchen Verbrechen muss alles in Betracht gezogen werden.»

Max Jaeggi, Ex-Fahnder 

Der Fünfachmord von Seewen

Der Fünffachmord von Seewen ist das grösste ungeklärte Verbrechen in der Kriminalgeschichte der Schweiz. Die Bluttat ereignete sich am 5. Juni 1976 im «Waldeggli», einem kleinen Wochenendhaus in Seewen. Elsa Siegrist (62) und ihr Mann Eugen Siegrist (63) wurden regelrecht hingerichtet. Ebenso Eugen Siegrists Schwester Anna Westhäuser (80) sowie ihre Söhne Emanuel (52) und Max (49). 13 Schüsse wurden aus einer Winchester abgefeuert, vier Leichen in die kleine Hütte geschleppt, die fünfte lag auf der Terrasse in einen Teppich gewickelt. Obwohl bei der Polizei über 9000 Hinweise eingingen, konnte das Verbrechen bis heute nicht geklärt werden. Das Tatmotiv bleibt unklar. (feb) 

Max Jaeggi

Als sich Max Jaeggi dem Fünfachmord von Seewen annahm, war er 40 Jahre alt. Der Fahnder der Kantonspolizei Solothurn hatte Habichtsaugen und war dafür bekannt, dass er kein Gesicht je vergass, wie das «NZZ Folio» schreibt. Er war damals Mitglied der Ringer-Nationalmannschaft. Bei Max Jaeggi liefen alle Fäden im Fall Seewen zusammen. Über 20 Jahre lang arbeitete er daran und auch nach seiner Pension kommt er immer wieder mit den Morden in Berührung. Max Jaeggi wird dieses Jahr 80 Jahre alt und wohnt in Solothurn. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne (feb).

Der Druck auf die Fahnder, da ist sich Jaeggi sicher, wird auch im Fall Rupperswil nicht abnehmen. «Die müssen allem nachgehen, wirklich allem.» Sonst komme irgendwann die Retourkutsche. Im Fall Rupperswil stehen laut Fiona Strebel von der Staatsanwaltschaft Aargau mittlerweile 40 Ermittler im Einsatz. Weil sich der brutale Vierfachmord kurz vor Weihnachten abspielte, mussten einige ihre freien Festtage streichen, andere aus den Ferien zurückkommen. 

In dieser Phase müsse alles in Betracht gezogen werden, weiss Fahnder Jaeggi. Fragen wie: War es eine Familienfehde, ein Spionageakt, hat es etwas mit einer Liebesgeschichte zu tun? müssten gestellt werden. «Nicht nur am Anfang, immer wieder.» 

Die erste Nacht arbeiteten Jaeggi und seine Kollegen durch. Danach stellte er ein Feldbett in seinem Privatauto auf, er war ständig unterwegs. Wenige Tage nach der Bluttat von Seewen bekam die Polizei den ersten wichtigen Hinweis. Der Wissenschaftliche Dienst hatte die Untersuchung der 13 Patronenhülsen, die am Tatort zurückblieben, abgeschlossen und kam zum Schluss: bei der Tatwaffe handelt es sich um ein Winchester-Gewehr. 

«Wir zogen Aktionen durch, von denen wir überzeugt waren, dass sie zu 99 Prozent zu keinem Ergebnis führten; aber wir mussten es tun, um zu beweisen, dass wir nichts unversucht liessen.»

Max Jaeggi, Ex-Fahnder

«Dieser Hinweis war enorm wichtig. Darauf konnten wir aufbauen», sagt Jaeggi. Das sei ein grosser Unterschied zu Rupperswil, wo es nicht so aussieht, als gebe es eine Spur. Eine Tatwaffe wurde bislang nicht gefunden. Weder die mehreren Dutzend Hinweise aus der Bevölkerung noch die Dash-Cam-Auswertungen, die die Aargauer Polizei vornimmt, haben bislang zum Durchbruch verholfen. 

Moderne Technik hatte Jaeggi damals nicht zur Verfügung – kein Internet, keine DNA-Analysen – aber er hatte die Spur mit dem Winchester-Gewehr. «Wir klapperten alle Waffenhändler ab». Die Ermittler suchten sämtliche 3007 Besitzer von Winchester-Gewehren in der Schweiz auf. Am Tag acht nach der Tat fuhr beim «Waldeggli» ein Kran vor, hob das Wochenendhäuschen an und brachte es zur Spurensicherung nach Liestal. Die Beamten nahmen es komplett auseinander. Resultate blieben vorerst aus. Die Ermittler standen vor einem Rätsel und stellten sich folgende Fragen: 

«Minutiös gingen wir alles durch. Wir suchten nach allen nur erdenklichen Verbindungen zu den Opfern. Wir telefonierten unzählige solche Verbindungen ab und erstellten für alles Karteien.» Während dieser Zeit dürfe man sich nicht aus der Ruhe bringen lassen trotz dem grossen Druck – und trotz der vielen Besserwisser. Selbst Wahrsager hätten sich zu dieser Zeit gemeldet. «Viele sagten uns, was wir zu tun hätten. Wir zogen Aktionen durch, von denen wir überzeugt waren, dass sie zu 99 Prozent zu keinem Ergebnis führten; aber wir mussten es tun, um zu beweisen, dass wir nichts unversucht lassen.» Rückblickend meint er: «Sie lassen dich nie in Ruhe!» 

Der Fall Rupperswil beschäftigt die Bevölkerung 

Der Vierfachmord von Rupperswil

Die Morde von Rupperwil sind ein Rätsel. Am 21. Dezember 2015 rückte die Feuerwehr zu einem Brand in einem Haus in Rupperswil und fand dort vier Leichen. Alle vier Leichen wiesen Stich- oder Schnittverletzungen auf. Die Personen wurden zuvor getötet, der Brand absichtlich gelegt. Die Opfer sind Carla Schauer (48), ihre Söhne Davin (13) und Dion (19) sowie dessen Freundin Simone (21). Der Vater der Kinder lebt getrennt von der Familie im Kanton Luzern; Carla Schauers Lebenspartner ist Leiter einer Bankfiliale. Forensiker sprechen immer wieder von der grossen Brutalität, mit der die oder ein einzelner Täter vorgegangen sind. Kurz bevor Carla Schauer umgebracht wurde, hob sie Geld auf zwei verschiedenen Bankfilialen ab. Obwohl die Behörden seit Wochen mit Hochdruck an der Aufklärung des Falls arbeiten, scheint es bisher keine konkrete Spur zu geben. (feb)

In dieser Phase stecken momentan die Rupperswil-Ermittler, und auch sie stehen vor einem Rätsel-Mord. Folgende Fragen sind ungeklärt: 

Robert Siegrist, der Sohn der Opfer, hat ein Buch über den Fall geschrieben.
bild: keystone

Wie viel Arbeit die Suche nach den Antworten auf solche Fragen verursacht, zeigen Zahlen zum Fall Seewen eindrücklich:

Für Jaeggi und sein Team gab es lange kaum Freitage. «Darunter leidet die eigene Familie am meisten.» Seine Frau und seine zwei Söhne sah er viel zu wenig. «Oft gab es Tage, an denen ich um 2 Uhr nachts nach Hause kam und um 6 Uhr wieder zur Arbeit fuhr.» Hätte er all die Überzeit aufgeschrieben, hätte er zwei Jahre früher in Pension gehen können, sagt Jaeggi heute schmunzelnd.

Die Ermittler liessen nichts unversucht, wirklich weiter kamen sie aber nicht. «Nach einem halben Jahr begannen wir, unsere Tätigkeiten in diesem Fall herunterzufahren.» Trotzdem gab es immer wieder Arbeit im Fall Seewen. Und weil bei Jaeggi alles zusammenlief, jedes Dokument über sein Pult ging, begleitete ihn der Fünffachmord Jahrzehnte lang weiter. «Es war normale Polizeiarbeit, ohne Emotionen, die Hoffnung gaben wir jedoch nie auf.» Er habe immer wieder versucht, sich in den Täter hinein zu versetzen, um offene Fragen beantworten zu können. Ohne Ergebnis.

Bis im Herbst 1996. 20 Jahre nach der kaltblütigen Tat von Seewen geschah etwas unvorhergesehenes. Bei Renovierungsarbeiten in einem Haus in Olten wurde eine Küchenkombination entfernt. Dabei kam ein Hohlraum in der Mauer zum Vorschein und darin entdeckten Handwerker einen Pass, einen Versicherungsbeleg, Briefe mit nationalsozialistischem Inhalt und ein Gewehr. Bei der Waffe handelte es sich um eine Winchester, der Pass lautet auf den Namen Carl Doser. Doser war einer der Winchester-Besitzer, den die Polizei nach der Tat befragt hatte. 

Die Tatwaffe und Bilder von Carl Doser. Die Bilder sind Fotomontagen. Die Polizei liess Doser darauf künstlich altern. 
bild: keystone

Jaeggi stürzte sich wieder auf den Fall. Die Winchester wurde ballistisch getestet und das Resultat liess keine Zweifel offen: Das abgesägte Gewehr war die Tatwaffe. Doser allerdings war verschwunden. Jaeggi liess ihn zwar international ausschreiben, aber der Mann war unauffindbar. Es gab Gerüchte, wonach sich Doser nach Afrika abgesetzt hatte. Doch der «Fall Seewen» gilt bis heute als ungelöst.

An der Pressekonferenz 1996 informierten die Beamten über die Tatwaffe.
bild: keysonte

«Hätten sich in Rupperswil weitere Leute im Haus aufgehalten, hätte es bestimmt noch mehr Tote gegeben.»

Max Jaeggi, Ex-Fahnder

Mittlerweile ist die Akte geschlossen, seit 2006 ist der Fall Seewen so genannt «absolut verjährt». In diesem Jahr jährt sich das grösste ungeklärte Verbrechen der Schweizer Kriminalgeschichte zum 40. Mal. Bleibt es für immer ungelöst? «Wohl schon», meint Jaeggi knapp. «Ich weiss, dass Carl Doser in irgend einer Form am Mord beteiligt war. Finden werden wir ihn aber nicht mehr, vielleicht ist er bereits tot, von Löwen gefressen oder so.» Schlecht schlafe er deswegen nicht. «Ich habe bewusst kein Internet, das hilft.» Ganz loslassen wird ihn der Fall allerdings nie. Es höre nie auf, immer wieder «tröpfle etwas rein». «Ob von einem Polizist oder einem Staatsanwalt – ich bekomme auch heute noch Anrufe.» 

Eine Einschätzung zu Rupperwil wagt er aus der Ferne und ohne Kenntnis zu den Einzelheiten nicht. Eine Aussage macht er jedoch: «Der oder die Täter gingen wirklich brutal vor. Hätten sich weitere Leute im Haus aufgehalten, hätte es bestimmt noch mehr Tote gegeben.» Was er nicht versteht und sich immer wieder fragt: «Warum musste die junge Frau, die nicht zur Familie gehörte, auch sterben?»

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    Alle Leser-Kommentare
  • Tscheggsch? 19.01.2016 16:37
    Highlight Jährt sich zwar gerade nicht, aber ein ebenfalls offiziell ungeklärter, aufsehenerregender, und verjährter Fall ereignete sich auch in Bern. Einfach für alle die sich gerne mit solchen Sachen auseinandersetzen. In diesem Fall versagen aber zudem fast alle beteiligten Organe...
    https://de.wikipedia.org/wiki/Mord_in_Kehrsatz
    16 0 Melden
    • evalina 19.01.2016 20:58
      Highlight Seit dieser Geschichte kann ich keinen Toast Hawaii mehr essen.
      8 0 Melden
    • monospace 20.01.2016 08:00
      Highlight ... und ich hatte als Kind jedesmal ein ungutes Gefühl, wenn ich in der Kühltruhe etwas holen musste.
      8 0 Melden
  • Angelika 19.01.2016 14:23
    Highlight Off-topic: War Pädophilie in den 70ern strafbar? Ansonsten könnte man ja "Kinderschänder" schreiben. Nicht alle Pädophilen sind kriminell und nicht alle Kinderschänder pädophil...
    11 8 Melden
  • Paul_Partisan 19.01.2016 11:50
    Highlight Was mich noch interessiert: In wiefern hatten die Briefe einen Zusammenhang mit dem Verbrechen? Schliesslich gab es in den 70er und 80er verschiedene Rechtsextreme Attentate und Verbrechen in Zusammenhang mit den geheimen NATO-Armeen. Weiss da jemand etwas dazu?
    18 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 19.01.2016 12:20
      Highlight Falls es da wirklich ein Zusammenhang mit einer Schattenorganisation gibt, sind die Akten entweder unter Verschluss oder "abhandenkommen ".
      16 9 Melden
  • Jaing 19.01.2016 11:31
    Highlight Das ist schon noch extrem. Dieser Carl Doser könnte jetzt anmarschiert kommen, alles gestehen und könnte wegen Verjährung nicht belangt werden (ausser die Verjährung war 10 Jahr unterbrochen, was kaum der Fall sein dürfte).
    35 1 Melden
    • Felix Burch 19.01.2016 11:41
      Highlight Nein, die Verjährung wurde nicht unterbrochen.
      17 3 Melden
    • Jaing 19.01.2016 12:00
      Highlight Ich dachte, die Verjährung könnte unterbrochen worden sein, falls der Täter im Ausland in Haft war? Das könnte ja in Dosers Fall so sein.
      Im Übrigen ist es völlig absurd, dass zahlreiche Sexualstraftaten unverjährbar sind, Mord aber nach 30 Jahren verjährt.
      34 0 Melden
    • AL:BM 19.01.2016 12:21
      Highlight In diesem konkreten Fall würde dies nur zutreffen, wenn eine erstinstanzliche Verurteilung in diesem Delikt vorliegen würde. Nicht?

      Ich glaube sowohl Verfolgungs- als auch Vollstreckungsverjährung (hätte es ein Urteil gegeben) wären mittlerweile erreicht.

      Eine Schande, dass es bei Mord überhaupt eine Verjährung gibt...
      30 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 19.01.2016 12:21
      Highlight Ist mir auch neu, dass Mord verjährt. Man lernt nie aus...
      26 0 Melden
    • Jaing 19.01.2016 12:35
      Highlight @ AL:BM Art. 72 Strafgesetz nach altem Recht (und das zählt in diesem Fall): 1. Die Verjährung ruht, solange der Täter im Ausland eine Freiheitsstrafe verbüsst.
      12 0 Melden
    • The Writer Formerly Known as Peter 19.01.2016 15:31
      Highlight In Deutschland verjährt Mord nie, in der Schweiz schon. Nach 25 Jahren glaub. Da sind viele Deutschen überrascht wenn Sie das zum ersten mal hören. Ich bin kein Jurist. Deshalb kann ich nicht sagen, warum das so ist.
      15 1 Melden
    • AL:BM 19.01.2016 16:24
      Highlight @P. Gasser:
      Da haben sie recht. Somit würde dann also geprüft ob die Verjährung unterbrochen worden ist.
      Dies wäre jedoch unter Umständen schwer nach zu vollziehen, je nach dem in welchem Land die Haftstrafe stattgefunden hätte.
      Danke für den Hinweis.
      5 0 Melden
    • AL:BM 19.01.2016 16:36
      Highlight Natürlich ging mein letzter Kommentar an Jaing...
      3 0 Melden
  • erican 19.01.2016 10:56
    Highlight sehr schön geschrieben.
    41 0 Melden
    • Felix Burch 19.01.2016 13:09
      Highlight Danke.
      16 0 Melden
  • Bebbi 19.01.2016 10:56
    Highlight Toll geschriebener Bericht. Von einem, der nicht dabei war, also jetzt nacherzählt… In Tat und Wahrheit ist es ein komplettes Versagen der SO-Polizeiführung. Ich glaube der Kommandant hiess Huwyler, ein kleiner, dicker Typ. Typ Jeanmaire: Ein Schaumschläger. Für ihn war Seewen «Euses Füürli» und aus Ehrgeiz liess er die Basler Polizei nicht dran. Dafür vertrampelten seine Mannen die Spuren und gingen Blickreporter Köng auf den Leim, der falsche Spuren legte. Zum Glück für Huwyler lenkten die Demos von Gösgen von seinem Versagen ab. Fragt Robert Heuss von der BS-Polizei.
    33 8 Melden
    • zombie woof 19.01.2016 12:59
      Highlight Onkel von mir, damals in Basel wohnhaft, galt schon innert kurzer Zeit als Verdächtiger in dem Fall. Hintergrund war sein mehrjähriger Dienst in der Fremdenlegion und ein eigener Schiesskeller im Haus. Der Mann hat ein ruhiges, unaufgeregtes Leben geführt und war anfänglich auch kooperativ bis er, nach eigener Aussage, die Nase gestrichen voll von den Halbaffen in Uniform hatte. Noch Jahre später amüsierte er sich über das Verhalten der Polizei und sagte immer wieder, dieser Fall wird nie aufgeklärt. Wie recht er doch hatte...
      17 1 Melden
    • giftzwerg 19.01.2016 13:44
      Highlight @zombie woof
      Vielleicht fand dein onkel das so amüsant, weil er es war und sie es nciht herausgefunden haben....
      12 12 Melden
    • AL:BM 19.01.2016 16:39
      Highlight Warum genau hätte denn die Polizei BS diesen Fall übernehmen sollen?
      Und worauf genau beläuft sich ihr Vorwurf des Versagens bzw. was hätte man denn anders/besser machen können?
      8 0 Melden
  • AL:BM 19.01.2016 10:15
    Highlight An die Entdeckung der Tatwaffe kann ich mich gut erinnern. Mein Vater war als Polizeibeamter vor Ort...
    30 3 Melden
    • Angelo C. 19.01.2016 11:06
      Highlight Auch ich mag mich an die grauenhafte Tat gut erinnern, ebenso an die Oertlichkeit in Seewen. Damals noch in Basel lebend, waren wir schon Jahre zuvor auf einem Schulausflug an diesem Hüttli, dem späteren Tatort, vorbeigekommen.

      Und so hat auch mich dieses bis heute nicht aufgeklärte Verbrechen damals stark beschäftigt und ich habe es dadurch bis heute nie vergessen. Die Polizei hatte eine respektable Sonderkommission gebildet, die noch jahrelang mit der Angelegenheit befasst war. Auch der von WATSON erwähnte Ermittler Jäggi wurde im Laufe der Folgejahre immer wieder mal dazu interviewt.
      23 2 Melden
    • AL:BM 19.01.2016 12:14
      Highlight Man hatte eine internationale Fahndung gestartet. Meines Wissens wurde sogar das FBI um Hilfe gebeten. Ich glaube mich zu erinnern, das FBI sollte anfangs 80er mögliche DNA Spuren prüfen.

      Am deutlichsten in Erinnerung ist mir geblieben, als mein Vater, vor einigen Jahren zu mir sagte:
      Weisst du was heute passiert?
      Ich wusste es nicht.
      'Heute ist der Mehrfachmord von Seewen verjärt...'
      Er hat sich danach tagelang darüber aufgeregt, dass selbst ein Geständnis nicht mehr zur Verurteilung führen würde.
      Ein Mangel in unserem Strafrechtssystem!
      37 1 Melden
    • Spooky 19.01.2016 12:14
      Highlight Abgesägte Winchester? Der Täter könnte ein Hallodri aus dem Umfeld von Western-Clubs in der Gegend gewesen sein, der rein zufällig vor Ort war und einfach so losgeballert hat, ohne sich Gedanken zu machen. Damals wurde in Western-Clubs häufig mit Waffen hantiert. Waffen wurden damals in diesen Clubs oft selber hobbymässig abgeändert.
      4 11 Melden
    • AL:BM 19.01.2016 12:24
      Highlight Interessanter Aspekt. Denken Sie der Verdächtige war in so einem Club aktiv?
      6 0 Melden
    • Spooky 19.01.2016 12:32
      Highlight Ich finde in diesem Fall die Blitze und Herzen voll daneben. Es geht hier nicht darum, ob einem etwas gefällt oder nicht. Hier geht es um einen unbekannten Killer.
      5 16 Melden
    • Spooky 19.01.2016 13:15
      Highlight Die abgesägte Winchester hat mich auf diesen Gedanken gebracht. Ich war damals selber in so einem Club aktiv. Waffen gehörten dazu, das war normal. Whiskey in rauhen Mengen gehörte auch dazu. Realitätsverlust auch, logisch. Und "Lonely Wolf" Rächer - Fantasien gegen Gott und die Welt gehörten auch dazu. Ich behaupte mal, dieser Mehrfachmord war motivlos.
      10 0 Melden
    • AL:BM 19.01.2016 16:33
      Highlight Schwer einzuschätzen. Aber natürlich gut möglich. Das spurlose Verschwinden des Tatverdächtigen und das gute Versteck der Tatwaffe, könnte jedoch auch auf seinen Profi hindeuten, der es wie eine Zufallstat aussehen liess...
      Aber eben, das sind lauter Spekulationen.
      4 0 Melden
    • Spooky 19.01.2016 19:23
      Highlight Spekulationen sind in diesem Fall okay, finde ich. Es bleibt ja nichts anderes übrig. Die Tatwaffe wurde meiner Meinung nach nicht professionell entsorgt. Ein Profi hätte die Tatwaffe auf eine Weise entsorgt, dass man sie nie mehr gefunden hätte. Die Tatwaffe wurde laienhaft versteckt. Das war das Versteck eines Verzweifelten. Daher meine These, dass es sich bei dem Mord um die Tat eines Ersttäters handelte, der so etwas zum ersten, und vielleicht auch zum letzten Mal, gemacht hat. Zum Beispiel ein Täter, den man nie verdächtigte, und der nie zum Kreis der Verdächtigen gehörte.
      5 0 Melden
    • AL:BM 19.01.2016 19:35
      Highlight Aber warum würde ein Laie seinen Pass neben der Tatwaffe und einer weiteren einmauern?
      Ausserdem ist für immer abtauchen gar nicht sooo leicht.
      Aber ich verstehe wie sie zu ihrer Einschätzung gelangt sind.
      7 0 Melden
    • Spooky 19.01.2016 19:49
      Highlight Ich bin mit den Einzelheiten nicht vertraut. Aber dass einer den Pass einmauert statt endgültig vernichtet, spricht eher nicht dafür, dass es sich hier um einen kaltblütigen Profi gehandelt hat.

      Ausserdem - das ist meine These - musste der Tätet gar nicht abtauchen, weil er ja gar nie zum Kreis der "üblichen Verdächtigen" gehört hat. In dieser Hinsicht hat er sich sicher gefühlt.
      5 0 Melden
    • AL:BM 19.01.2016 21:12
      Highlight Vielleicht hat er den Pass eingemauert, falls er dachte ihn wieder einmal brauchen zu können. Abgehauen ist er dann mit einem zweiten Pass, der auf einen anderen Namen ausgestellt war.
      Er konnte unmöglich ausschliessen, dass er zum Kreis der Verdächtigen gehört, schliesslich wurde er ja befragt!
      3 0 Melden
    • Spooky 20.01.2016 03:19
      Highlight Doser muss nicht unbedingt der Täter gewesen sein. Vielleicht war Doser nur eine Randfigur, die etwas wusste und vor dem Täter Angst hatte. Doser muss nicht unbedingt freiwillig abgehauen sein. Vielleicht hat man ihn verschwinden lassen.
      5 0 Melden

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