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Neue Studie zeigt: Schweizer Ärzte verschreiben Globuli, glauben aber nicht daran



Es gibt keine wissenschaftliche Belege, dass Homöopathie wirkt. In vielen Globuli ist gar kein Wirkstoff enthalten, in anderen findet man Inhaltsstoffe wie Hunde- und Delfinmilch. Dennoch wird die alternativmedizinische Behandlungsmethode in der Schweiz von den Grundversicherung vergütet und von so manchem Arzt verschrieben. 

Forscher des Instituts für Hausarztmedizin der Uni Zürich haben die Lage im Raum Zürich unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ihrer Studie ist nun in der Fachzeitschrift Swiss Medical Weekly erschienen. Und das Papier zeigt Überraschendes: Fast ein Viertel der Zürcher Ärzte setzt gelegentlich auf homöopathische Mittel – obwohl die Mediziner selbst nicht recht an deren Wirkung glauben.

Die Studie

Das Forscherteam rund um Studienleiter Stefan Markun schickte allen 4'072 im Kanton Zürich ambulant tätigen Ärzte einen Fragebogen zu ihrem Verschreibungsverhalten. 1'550 Mediziner gaben Antwort.

Nur die Hälfte der Globuli verschreibenden Ärzte gab an, mit den Kügelchen die in der homöopathischen Lehre besagten Wirkungen erzielen zu wollen. Und von diesen Ärzten glauben nur 23 Prozent, dass es eine wissenschaftliche Erklärung für die Wirkungen der Homöopathie gibt – eine klare Minderheit also. Die meisten (63 Prozent) der «Globuli-Verschreiber» gaben an, dass Homöopathie ihrer Ansicht nach einen Placebo-Effekt haben könnte.

Das sorgte in amerikanischen Wissenschaftspublikationen für Kritik. «What’s worse? Doctors who believe homeopathy or just use it for placebo effect?», fragte etwa eine Journalistin des Wissenschaftsportals Ars Technica in einem Kommentar. Doch wie das Portal Medinside schreibt, vernachlässigen die Kritiker einen entscheidenden Punkt: In der Schweiz geniesst die Homöopathie regen Zuspruch. So hat sich im Mai 2009 eine Mehrheit der Stimmbürger dafür ausgesprochen, dass fünf Methoden der Komplementärmedizin von den Krankenkassen finanziert werden. Darunter auch Homöopathie. Voraussetzung ist, dass der verschreibende Schulmediziner einen entsprechenden Fähigkeitsausweis erworben hat. (kün)

In die Bar statt zum Arzt. Sprechstunde mal anders

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    Alle Leser-Kommentare
  • Zap Brannigan 21.11.2017 20:14
    Highlight Highlight Kann ich verstehen. Zuckerchügeli zum halben Medikamentenpreis verkaufen ist ein gutes Geschäft. Und bei vielen Leuten ist ein Dr med mit weissem Kittel dem Placeboeffekt zuträglich. Oder wie mein Arzt so schön sagt: Gegen eingebildete Krankheiten helfen eingebildete Medikamente gut und günstig.
  • karima 21.11.2017 09:08
    Highlight Highlight Riesen lobby macht kasse auf allgemeinheit.

    Müsste (endlich) gestrichen werden.
  • Thom Mulder 20.11.2017 19:19
    Highlight Highlight Die 23% Mediziner die glauben es sei was wissenschaftliches an Homöopathie gehört der Arzttitel entzogen. Dass man es bewusst als Placebo einsetzt wenn man merkt dass der Patient daran glaubt, kann ich hingegen nachvollziehen.
  • Erklärungsbedarf your limits 20.11.2017 17:09
    Highlight Highlight Knapp ein Viertel aller Ärzte ... davon die Hälfte ... davon 23%.....
    Also: max. 0.24*0.5*0.23 = 2.7%

    ... ca. 2.7% der Ärzte im Raum Zürich verschreiben Homöpatische Mittel und glauben daran. Mit dieser Zahl kann ich leben.
  • WalterWhiteDies 20.11.2017 15:53
    Highlight Highlight Medizin dient nicht mehr dazu Leutem zu helfen oder Leben zu retten. Medizin ist wie alles andere nur noch Geldmacherei..
  • Rabbi Jussuf 20.11.2017 15:21
    Highlight Highlight "Und von diesen Ärzten glauben nur 23 Prozent, dass es eine wissenschaftliche Erklärung für die Wirkungen der Homöopathie gibt – eine klare Minderheit also."

    23% ist trotzdem noch viel zu hoch. Das zeigt vor allem, dass ein Arzt noch lange kein Wissenschaftler ist.
    • blaubar 20.11.2017 16:02
      Highlight Highlight Ein Arzt IST kein Wissenschafter, sondern viel eher ein Praktiker.
  • malu 64 20.11.2017 15:03
    Highlight Highlight Bei Homöopathie gibt es halt nicht so viel Provisionen für die Ärzte, die Pharma Lobby versucht alles um die Ärzte finanziell zu belohnen. Oder nennen wir es Bonus oder Marketingzahlungen. Die Pharmabranche hat noch genug Geld um kreative Wege zu finden ihre Vertriebspartner für die Verkäufe zu belohnen!
    • saukaibli 20.11.2017 16:05
      Highlight Highlight Da hast du absolut recht was die Pharmaindustrie (oder besser Pharmamafia) angeht, aber das macht die Homöopathie auch nicht wirksamer.
    • malu 64 20.11.2017 18:01
      Highlight Highlight Saukaibli/Homöopathische Mttel sind keine Turbos! Haben aber auch einen Bruchteil der Nebenwirkungen! TMC ist auch seit Jahrhunderten bewährt! Nicht alle Mittel sind gleich wirksam. Aber eben richtig Kohle macht nur die Pharma Lobby!
    • Thom Mulder 20.11.2017 19:25
      Highlight Highlight Falsch. Es gab schon diverse Vergiftungen durch Homöpathische Mittel (weil nicht drin war was drin sein sollte, nämlich nichts) - und noch schlimmer die Fälle bei denen Kinder gestorben sind weil die Eltern sie mit Homöozeugs behandelt hatten statt sie ins Spital zu bringen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • skankhunt42 20.11.2017 14:45
    Highlight Highlight Aus dem Artikel: "Und von diesen Ärzten glauben nur 23 Prozent, dass es eine wissenschaftliche Erklärung für die Wirkungen der Homöopathie gibt – eine klare Minderheit also."

    Was heisst hier "nur 23"? Ich finde es erschreckend, dass demnach fast jeder vierte Arzt an die Wirkung von magischen Zuckerkügelchen glaubt. Das sollte zu denken geben, denn unter Wissenschaftler (was Ärzte ja sein sollten) müsste der Wert bei 0% liegen. Medizin hat nichts mit Glauben zu tun. Globuli bewusst (!) des Placebo-Effektes wegen zu verschreiben, wäre ja noch akzeptabel.
    • Rabbi Jussuf 20.11.2017 19:13
      Highlight Highlight skankhunt
      1. Sind es 23% von den Aerzten, die Kügelchen verabreichen und auf die Befragung geantwortet haben, also wesentlich weniger als 23% aller Aerzte.
      2. Ein Arzt ist noch lange kein Wissenschaftler. Das muss er auch nicht sein.
  • ujay 20.11.2017 14:39
    Highlight Highlight Solange der Patient daran glaubt, was solls? Glaube versetzt Berge. Bei gewissen Anwendungen helfen auch Placebos, wissenschaftlich belegt.
  • Booker 20.11.2017 14:20
    Highlight Highlight Naja nicht die Ärzte müssen dran glauben sondern die Patienten. Der Arzt sollte lediglich positiv überzeugen können damit beim Kranken die Selbstheilungskräfte aktiviert werden. Aber wissenschaftlich gesehen is Homöopathie nutzlos.
    • Doctor Unrath 20.11.2017 14:34
      Highlight Highlight "Nutzlos"? Eher mit den verwendeten Methoden und Glaubenssätzen nicht vereinbar.
  • Doctor Unrath 20.11.2017 14:19
    Highlight Highlight Das Problem mit wissenschaftlichen Studien ist, dass man rigendeinmal ein abschliessendes, rationales System definiert hat und alles, was nicht in dieses System passt, ist dann einfach mal "Aberglaube". Der Versuch, Homöopathiewirkung wissenschaftlich zu "beweisen", gleicht dem Versuch, sich mit einem Basler Stadtplan in Zürich zu orientieren. Geht nicht und muss es auch nicht. Dass Kleinstkinder und Tiere auf Homöopathie reagieren, reicht mir persönlich als Funktionsbeweis aus.
    Ich halte Wissenschaftlichkeit keineswegs für schlecht, aber für nicht abschliessend.
    • saukaibli 20.11.2017 14:35
      Highlight Highlight Es gibt dafür wissenschatliche Studien, die beweisen, dass z.B. Eltern durch positive Gedanken ihre Kinder heilen können. Das heisst, wenn Eltern daran glauben, dass ein Mittel hilft, übetragen sie das auf ihre Kinder. Auch Ärzte können diese Wirkung haben oder jeder Mensch, dem der Patient vertraut. Bei Misstrauen ist genau das Gegenteil der Fall. Das funktioniert mit Homöopathie, aber genau so gut mit Placebos. Und ja, genau das Gleiche wurde auch mit Tieren gemacht und das Ergebnis ist identisch, egal ob Homöopathie oder Placebo, es kommt nur auf das daran Glauben an.
    • Rabbi Jussuf 20.11.2017 14:50
      Highlight Highlight Das ist fertiger Quatsch.
    • saukaibli 20.11.2017 14:53
      Highlight Highlight Wenn man eine Doppelblindstudie macht mit Placebos und homöopathischen Mitteln und beide zeigen die genau gleiche Wirksamkeit, ist aus meiner Sicht ganz klar die Unwirksamkeit der Homöopathie bewiesen. Und solche Studien wurden mehrfach durchgeführt mit dem immer gleichen Ergebnis - ausser natürlich die Studien wurden von Homöopathen selber durchgeführt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • seventhinkingsteps 20.11.2017 14:16
    Highlight Highlight Eine absolute Frechheit das sowas in der Grundversicherung drin ist. Sollen die dafür bezahlen die an den Müll glauben.
    • Mafi 20.11.2017 15:04
      Highlight Highlight Aber wirken tuts eben (aufgrund Selbstheilung), und ich wage zu behaupten, dass die dadurch anfallenden Gesundheitskosten niedriger sind als wenn man jedes mal Medikamente irgendwelcher Art verschreibt.
    • Rabbi Jussuf 20.11.2017 15:18
      Highlight Highlight Richtig
      Erst dann wirkt auch der Placeboeffekt des Preises. :-)
  • Redly 20.11.2017 14:15
    Highlight Highlight Wer an Globuli glaubt, glaubt Scharlatanen.
    Wer solche auch noch verschreibt, betrachte ich als Betrüger.
  • Siebenstein 20.11.2017 14:04
    Highlight Highlight Und so einen Blödsinn muss man über seine Beiträge mitfinanzieren!
  • johnnyenglish 20.11.2017 13:26
    Highlight Highlight Macht es im Rahmen einer Beratungsdienstleistung nicht generell Sinn, den Weg zu empfehlen (bzw. zu verschreiben) der das Problem des Kunden (bzw. Patienten) am sinnvollsten adressiert?

    Der Titel impliziert, dass die Gemüsefrau Runkelrüben mögen muss, um sie mit guter Moral verkaufen zu dürfen. Dabei will ich doch nur eine feine Trollsuppe kochen.
  • strieler 20.11.2017 13:25
    Highlight Highlight Zum Glück 'glauben' die nicht einfach daran. Schliesslich sind das ausgebildete Mediziner mit Abschluss.
    • Doctor Unrath 20.11.2017 14:24
      Highlight Highlight Es gibt noch eine Zwischenlösung zwischen "Glauben" und "Wissen": Das ist die täglich Erfahrung in der Praxis, dass etwas wirkt. Selbst, wenn man skeptisch ist und es sich nicht erklären kann.
    • phreko 20.11.2017 14:25
      Highlight Highlight Ohne Studien bleibt es Glauben.

      Dazu verwechselst du Ärzte mit Biochemikern, Physiologen u.s.w. die hätten das Wissen dazu.
    • Ms. Song 20.11.2017 15:41
      Highlight Highlight Erfahrung ist allerdings auch eine Wahrnehmung und die ist nunmal subjektiv. Wenn ich z.B. eine Erkältung habe, dann wird diese auch ohne jegliche Medikation ausheilen. Nimmt nun jemand ein Homöopathisches Präperat so wird er die Heilung jedoch auf dieses schieben. Der einzige Wirkstoff in Homöophatie ist Zucker und nur der Zucker kann demnach irgendetwas bewirken.
  • saukaibli 20.11.2017 13:22
    Highlight Highlight Es gäbe sicher günstigere Placebos als diese völlig überteuerten homöopathischen Dinger. Lustig ist die Lehre der Homöopathie aber schon. Je mehr man einen Stoff verdünnt, desto stärker wird seine Wirkung. Aha. Und wenn gar kein Molekül des Stoffes mehr im Wasser, in dem man ihn verdünnt, vorhanden ist, dann kommt der Humbug mit dem Wassergedächtnis. Aha. Und wie viel Wasser ist noch in so einem Zuckerkügelchen? Naja, wenn man nur fest daran glaubt... Man könnte aber auch einfach Zuckerkügelchen verkaufen, so macht man mehr Gewinn und die Wirkung wäre die gleiche.
    • blaubar 20.11.2017 13:38
      Highlight Highlight „Je mehr man einen Stoff verdünnt, desto stärker wird seine Wirkung. „

      Wenn kritisieren, dann mit wahren Facts. Dieser hier ist falsch. Es geht nicht um Verdünnen, sondern vorallem um das VERSCHÜTTELN. Die Idee dahinter: Die „Informationsstruktur“ eines Wirkstoffes soll auf das Wasser übertragen werden. Und am Schluss soll nur noch diese Information im Wasser enthalten sein.

      Ob das funktioniert, weiss ich nicht. Die Idee selber ist ja interessant, aber ob das real ist ?! Gibt viele Fragezeichen dazu. Ich selber habe dazu keine Meinung. Es gibt viele gute Studien dafür und dagegen.
    • Sarkasmusdetektor 20.11.2017 14:03
      Highlight Highlight Günstigere Placebos sind nicht wirklich eine Lösung. Gemeinerweise verstärkt ein höherer Preis nämlich den Placebo-Effekt.
    • raphe qwe 20.11.2017 14:05
      Highlight Highlight Das die Potenz eines Stoffes gesteigert wird bei erhöhter Verdünnung ist sehr wohl eine Grundlage der Homöopathie.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ms. Song 20.11.2017 13:04
    Highlight Highlight Ich stelle jedem neuen Arzt die Homöopathie-Frage. Wäre er bereit mit Homöopathie zu verschreiben oder empfielt sie mir gar von sich aus, wechsle ich sofort. Sorry, aber Zuckerkügelchen kann ich mir auch selbt verabreichen. Pflanzlicher Medizin stehe ich jedoch sehr offen gegenüber.
    • blaubar 20.11.2017 13:41
      Highlight Highlight Es sind ja nicht bloss Zuckerkügelchen. Dort wurde ja ein „Wirkstoff“ aufgesprüht. Dieses Präparat wurde recht aufwändig „verschüttelt“. Der Preis ist also arbeitstechnisch sicher gerechtfertig. (Im Vergleich zu manchem Krebsmedi).
      Ob das ganze auch wirklich wirkt, über den Plazeboeffekt hinaus, ist umstritten.
      Für mich ist das im Moment nicht abschliessend beantwortbar.
    • Ms. Song 20.11.2017 14:00
      Highlight Highlight @Blaubar wenn ein Wirkstoff nicht mehr nachgwiesen werden kann, dann kann er auch nicht wirken. Sorry. In diesen Globuli findet sich nichts als Zucker. Nach der Logik der Homöopathie könnte ich einen Tropfen Kaffee in ein 1000 Liter Wasserfasser geben. Diesen Tropfen dann wieder rausfiltern und das Wasser würde die Leute dann aufpushen. Bei einem Krebsmedikament zahlt man hauptsächlich für die Forschung.
    • EvilBetty 20.11.2017 14:20
      Highlight Highlight «Dieses Präparat wurde recht aufwändig „verschüttelt“. Der Preis ist also arbeitstechnisch sicher gerechtfertig.»

      Wer sagt, dass das überhaupt gemacht wurde?
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