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Neue Studie zeigt: Schweizer Ärzte verschreiben Globuli, glauben aber nicht daran

20.11.2017, 12:57

Es gibt keine wissenschaftliche Belege, dass Homöopathie wirkt. In vielen Globuli ist gar kein Wirkstoff enthalten, in anderen findet man Inhaltsstoffe wie Hunde- und Delfinmilch. Dennoch wird die alternativmedizinische Behandlungsmethode in der Schweiz von den Grundversicherung vergütet und von so manchem Arzt verschrieben. 

Forscher des Instituts für Hausarztmedizin der Uni Zürich haben die Lage im Raum Zürich unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ihrer Studie ist nun in der Fachzeitschrift Swiss Medical Weekly erschienen. Und das Papier zeigt Überraschendes: Fast ein Viertel der Zürcher Ärzte setzt gelegentlich auf homöopathische Mittel – obwohl die Mediziner selbst nicht recht an deren Wirkung glauben.

Die Studie
Das Forscherteam rund um Studienleiter Stefan Markun schickte allen 4'072 im Kanton Zürich ambulant tätigen Ärzte einen Fragebogen zu ihrem Verschreibungsverhalten. 1'550 Mediziner gaben Antwort.

Nur die Hälfte der Globuli verschreibenden Ärzte gab an, mit den Kügelchen die in der homöopathischen Lehre besagten Wirkungen erzielen zu wollen. Und von diesen Ärzten glauben nur 23 Prozent, dass es eine wissenschaftliche Erklärung für die Wirkungen der Homöopathie gibt – eine klare Minderheit also. Die meisten (63 Prozent) der «Globuli-Verschreiber» gaben an, dass Homöopathie ihrer Ansicht nach einen Placebo-Effekt haben könnte.

Das sorgte in amerikanischen Wissenschaftspublikationen für Kritik. «What’s worse? Doctors who believe homeopathy or just use it for placebo effect?», fragte etwa eine Journalistin des Wissenschaftsportals Ars Technica in einem Kommentar. Doch wie das Portal Medinside schreibt, vernachlässigen die Kritiker einen entscheidenden Punkt: In der Schweiz geniesst die Homöopathie regen Zuspruch. So hat sich im Mai 2009 eine Mehrheit der Stimmbürger dafür ausgesprochen, dass fünf Methoden der Komplementärmedizin von den Krankenkassen finanziert werden. Darunter auch Homöopathie. Voraussetzung ist, dass der verschreibende Schulmediziner einen entsprechenden Fähigkeitsausweis erworben hat. (kün)

In die Bar statt zum Arzt. Sprechstunde mal anders

Video: srf

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