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Wie es ist, im Callcenter zu arbeiten – und wie du nervige Anrufe minimierst

Achtung! Hier gibt es nicht nur ein paar Einblicke in die Welt des Callcenters, sondern auch noch ein paar nützliche Tipps zur Anrufvermeidung obendrauf.



Callcenter könnten bis in ein paar Jahren verschwunden sein. Das finden wir alle super, weil dann hören diese nervigen Anrufe endlich auf. Diese Leute vom Callcenter sind doch sowieso ausnahmslos Vollidioten sehr mühsame Personen, die einem nur die wertvolle Zeit stehlen, oder?

Auch ich war im September 2013 in etwa dieser Meinung. Damals suchte ich einen Nebenjob und wenn ich mir in einem absolut sicher war, dann darin, dass ich nie, NIEMALS in einem Callcenter arbeiten würde.

Einen Monat später begann meine erste Schicht in einem Marktforschungs-Institut in Luzern.

Und alle immer so:

Bild

Bild: watson

Die kurze Variante? Ich war jung und brauchte das Geld.

Insgesamt habe ich es etwas mehr als ein Jahr ausgehalten. Und darum fühle ich mich kompetent genug, euch mal ein klein wenig aufzuzeigen, wie es eigentlich auf der anderen Seite der Telefonleitung aussieht.

Nehmen wir das doch fürs Erste gleich wortwörtlich.

Wie es in einem Callcenter laut dem Internet aussieht

Die Platzverhältnisse

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Ausserdem sind die Angestellten keine Katzen. Die meisten. Bild: Giphy

Die Arbeitsmoral

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Bild: 20th century fox via giphy

Das Ambiente

Call Center

Bild: Shutterstock

Wie es wirklich aussieht

Die Platzverhältnisse, die Arbeitsmoral und das Ambiente:

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Die Computer sind natürlich moderner. Etwas. gif: giphy

Gut. Kommen wir zum Telefonat an sich. Callcenter-Anrufe sind für viele super nervig. Also versucht man, den Anrufer irgendwie loszuwerden.

Die «kreativsten» Absagen, die man zu hören bekommt

Klassiker #1:

Call Center

Leute scheinen grundsätzlich immer kurz vor dem Weggehen zu sein, wenn man sie anruft. Bild: shutterstock/watson

Klassiker #2:

Call Center

Warum bist du dann überhaupt erst rangegangen? Bild: Shutterstock/watson

Klassiker #3:

Call Center

Ja ne, ist klar. Bild: shutterstock/watson

Die krassesten Absagen, die ich zu hören bekam

Eine Frau:

«Wissen Sie was? Wenn Sie der Freund meiner Tochter wären, würde ich mich umbringen.»

Anmerkung: Ich hatte bis dahin nur gesagt, wer ich bin und wieso ich anrufe.

Ein Mann:

«Wie war Ihr Name? »
«Pascal Scherrer.»
«Und woher rufen Sie an? »
«Aus Luzern.»
«Wissen Sie was? Ich werde Sie verklagen. Ich werde Sie wegen Belästigung verklagen und ich werde Sie wegen seelischer Schmerzen verklagen. Ich werde Sie so sehr verklagen, dass noch Ihre Enkel damit beschäftigt sein werden, die Prozesskosten abzubezahlen.»

Anmerkung: Er hat mich nicht verklagt. Aber ich hatte im ersten Moment echt Schiss.

Ein anderer Mann:

«Arschloch!»

Anmerkung: Eigentlich bin ich ganz nett. Sagen meine Freunde.

Jetzt kurz eine kleine Moralpredigt

Reden wir mal über das Zwischenmenschliche. Niemand mag Callcenter wirklich. Oder wie es ein watson-User formuliert:

Gut, das mag stimmen. Aber bitte denkt daran, dass diese Personen auch nur ihren Job machen. Einige davon sogar, weil sie keine andere Wahl haben. Dann die Person am Telefon zu beschimpfen, ist genauso sinnvoll wie:

Ein Callcenter-Agent hat keine Kontrolle darüber, wie oft jemand angerufen wird. Er sitzt einfach brav an seinem Platz und wartet, bis ihm ein Anruf zugeteilt wird. Anstatt den armen Tropf am Telefon zusammenzustauchen oder zu verarschen, versucht doch mal ein paar dieser Tricks:

Und nun: Wie ihr Callcenter-Anrufe minimieren könnt

Sagt klar «Nein»

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Bild: Giphy

Werdet ihr von einem seriösen Marktforschungs-Institut angerufen, sagt klar Nein. Am besten sagt ihr sowas:

«Ich habe kein Interesse, und ich wünsche keine weiteren Anrufe mehr von ihnen. Bitte setzen Sie mich auf ihre Schwarze Liste».

Seriöse Institute für Marktforschung führen in der Regel so eine schwarze Liste und setzen einen dann auch dort drauf. Warum? Weil kein Institut Interesse daran hat, jemanden vergeblich anzurufen.

Solche Marktforschungsinstitute sind in einem Verband organisiert und können hier eingesehen werden.

Nummer sperren lassen

Schwieriger wird es bei Callcentern, die Werbeanrufe durchführen, weil sie einem etwas verkaufen wollen. Oftmals halten sich diese an keine Regeln und rufen immer wieder an. In diesem Fall sollte man die Nummer sperren. Jedes Smartphone hat diese Funktion.

Alternativ gibt es auch Apps, wie zum Beispiel «Search», welche Callcenter-Anrufe relativ zuverlässig erkennen und gleich blockieren.

Keine Ausreden

Sagt nicht Dinge wie:

Call Center

Bild: shutterstock/watson

Denn eigentlich sagt ihr dem Callcenter damit:

Call Center

Bild: shutterstock/watson

Manchmal wird auch eine spezifische Person verlangt. Sagt man dann sowas wie «diese Person will nicht an der Umfrage teilnehmen», ist das ebenfalls kontraproduktiv. Oft haben Institute von den Auftraggebern die Anweisung, erst dann nicht mehr anzurufen, wenn die verlangte Person persönlich abgesagt hat.

PS: Und sagt bloss nicht sowas wie «Rufen Sie doch ein anderes Mal wieder an» und hofft, dass Sie euch vergessen – tun sie nicht.

Sternchen im Telefonbuch nützen nicht immer

Oft hört man als Callcenter-Mitarbeiter den Satz:

«Warum rufen Sie mich an, obwohl ich im Telefonbuch ein Sternchen hinter meinem Namen habe?»

Ganz einfach: Das Sternchen bedeutet, dass man keine Werbeanrufe möchte. Anrufe für Umfragen gelten aber als Marktforschung und nicht als Werbeanrufe.

Und wenn ihr trotz Sternchen einen Werbeanruf bekommt, ist der Grund ganz einfach:

They don't give a fuck

Bild: memegenerator

Darum: Wenn ihr Ruhe haben wollt, löscht euren Eintrag aus dem Telefonbuch. Allen Personen, die eure Nummer brauchen, könnt ihr sie auch so geben.

Gebt eure Nummer nicht so einfach her

Ein grosser Irrtum ist noch immer, dass Callcenter einfach Telefonbücher abklappern und einfach mal jede Nummer ausprobieren.

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Bild: 20th Century Fox via Giphy

Bei Callcentern, die Werbeanrufe machen, kann das durchaus sein. Oftmals ist es aber vielmehr so, dass die Nummern auf anderem Weg beschafft wurden.

Vor allem, wenn ein Marktforschungsinstitut im Auftrag einer Firma Umfragen macht, werden die Nummern gleich mitgeliefert. Manchmal stammen die aus den Kundendaten, welche der Firma zur Verfügung stehen. Oftmals stammen Nummern aber auch aus Wettbewerben. Also hört auf, eure Telefonnummer bei Gewinnspielen anzugeben, denn es kann gut sein, dass sie irgendwann bei einem Callcenter landet.

Schreibt euch eure Wut von der Seele

Auch Callcenter haben Mail-Adressen. Spart euch eure Wut auf und schreibt dem Callcenter ein gepfeffertes Mail. Potzholzöpfelundzipfelchappe!

Und jetzt gibt's das Katzen-Callcenter noch als Video:

Video: watson

Passiv-aggressive Notizen an nervige Mitbewohner:

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Passiv-aggressive Notizen an nervige Mitbewohner
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