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Neues Gesetz für Streaming: Jetzt mischt sich die EU bei Netflix, YouTube und Co. ein



Streaming-Dienste wie Netflix, Amazon oder Sky sollen mehr europäische Produktionen in ihr Programm aufnehmen. Das möchte die Europäische Union, wie das Branchenmagazin Variety berichtet. Damit das gelingt, hat die EU ein Gesetz ausgearbeitet. Konkret muss bei einem europäischen Streaming-Angebot in Zukunft mindestens 30 Prozent der Film- und Serienauswahl aus europäischen Produktionen bestehen. Dabei ist es egal, ob es sich um Eigenproduktionen handelt, oder die Filme und Serien eingekauft wurden.

Zwar muss das Gesetz in einer finalen Abstimmung noch angenommen werden, allerdings soll dies nur noch eine Formsache sein, wie Roberto Viola an den Filmfestspielen Venedig gegenüber «Variety» erläuterte. Viola ist Generaldirektor der EU-Kommission für Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologien.

Schön, schön, schön – Das Filmfestival Venedig 2018:

Wird das Gesetz planmässig im Dezember 2018 verabschiedet, haben die EU-Mitgliedsstaaten 20 Monate Zeit, dieses umzusetzen. Dabei hat jeder Staat einen gewissen Spielraum, wie er das Gesetz anwenden möchte. Die drei Hauptpunkte sind:

Laut Viola ist Netflix bereits sehr nahe an dieser 30-Prozent-Bedingung. Der Streaming-Gigant hatte zuletzt einige europäische Serienhits wie etwa «Haus des Geldes», «Dark» oder «Le Chalet». Zahlen, wie hoch der Anteil an europäischen Produktionen bei den verschiedenen Anbietern ist, wird die EU im Oktober veröffentlichen.

Auch YouTuber sollen Rückhalt bekommen

Weitere Regelungen, die ebenfalls demnächst verabschiedet werden, betreffen Plattformen von benutzergenerierten Inhalten. Dies betrifft zum Beispiel YouTube oder Vimeo. Die neue Regelung soll die Betreiber der Plattformen dazu zwingen, höhere Copyright-Gebühren an die Macher der Videos zu bezahlen. Viola äusserte sich bei «Variety» auch dazu:

«Es ist ein Paradox der digitalen Welt, dass Plattformen den grösseren Anteil der Einnahmen bekommen und diejenigen, welche den Inhalt produzieren und Traffic generieren, den kleineren. Das nennen wir einen ‹Value Gap›, etwas, das die Internetwelt kreiert hat. Künstlerinnen und Kreative müssen in der Lage sein, ihre Verträge neu zu verhandeln.»

(pls)

Eine weitere europäische Produktion von Netflix: «Marseille»

Von wegen Netflix & Chill! So sieht es in Wirklichkeit aus:

abspielen

Video: watson/Knackeboul, Lya Saxer

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    Alle Leser-Kommentare
  • Nocciolo 07.09.2018 10:28
    Highlight Highlight Stellt sich da nicht auch eine Definitionsfrage? Ab wann ist etwas eine europäische Produktion? Was ist, wenn der Produzent seinen Sitz in Europa hat, aber die Drehorte ausserhalb von Europa liegen? Und wenn die Schauspieler keinen Europäischen Pass haben? Oder müssen die Drehorte in Europa liegen, aber der Produzent kann seinen Sitz ausserhalb haben?
  • Kaspar Floigen 06.09.2018 08:42
    Highlight Highlight Mit dem Ausstieg der UK aus der EU wird das aber verdammt schwierig, wenn sie die 30% mit qualitativ hochwertigem Material erreichen wollen.

    Hat die EU mal wieder nichts besseres zu tun?
  • In vino veritas 05.09.2018 21:38
    Highlight Highlight Jesses nei. Ich glaube kaum, dass Netflix diese 30% mit guten Eigenproduktionen erreichen kann, da diese relativ teuer sind und auch fast nur in Europa konsumiert werden (sich also nicht lohnen). Was wird passieren? Wird Netflix die 2700 Folgen von rote Rosen und sonstigen Kitsch aufkaufen oder einfach ausländischen Produktionen auf dem Programm kicken? Übrigens ist das SRF (besonders die Radiosender) mit ihrem 20% Schweiz Anteil einfach zum davonrennen🤮
  • Black Cat in a Sink 05.09.2018 19:35
    Highlight Highlight Dann bitte gleichzeitig mit dem doofen Geoblocking aufhören... ich sehe nicht ein, dass ich in einem Land etwas sehen kann und woanders nicht!
  • Droo 05.09.2018 14:48
    Highlight Highlight Die EU hat ja sonst keine Probleme, eichtiger wären..
  • w'ever 05.09.2018 14:19
    Highlight Highlight wurde diese einheimische quote nicht auf beim heimischen radio eingeführt?
    und was haben wir davon? sia, baschi und 079.
    nein danke also
  • Ratchet 05.09.2018 14:01
    Highlight Highlight War sicher ein Vorschlag der Franzosen. Btw sowas nennt man Wirtschaftpatriotismus. Man kritisiert Trumps-Politik und macht dann sowas.
  • The_Doctor 05.09.2018 14:01
    Highlight Highlight Und was ist mit Nischenanbietern wie Crunchyroll, welche z.B. auf Animes spezialisiert sind? Ich kenne keine japanischen Animes aus Europa.

    Ich nutze Netflix unter anderem, weil ich so dem v.a. deutschen Schrott-TV entfliehen kann. Und jetzt soll das via Gesetz zurück gebracht werden? Viel sinnvoller wäre eine Film/Serien-Förderung für hochwertige Inhalte.
  • Theor 05.09.2018 12:23
    Highlight Highlight Schade ist nur, dass das einzige EU-Land auf der Welt, das nebst Amerika noch halbwegs fähig ist, gute Produktionen zu machen, ab nächstem Frühjahr ja garkein EU-Land mehr ist und folglich nicht für die Quote zählen wird. 🤷‍♂️
    • Max Cherry 05.09.2018 12:50
      Highlight Highlight Die Quote ist für europäische Produktionen und Grossbrittannien ist weiterhin in Europa.
    • herpderpschlerp 05.09.2018 13:24
      Highlight Highlight na, die schweden sind auch nicht schlecht und was ist mit new kids? beste serie ever jonge buzz 🤘
    • The hard Blob 05.09.2018 13:53
      Highlight Highlight Da stimme ich Dir nicht zu, Theor. Es gibt gute Serien aus vielen europäischen Ländern
  • JanSwiss 05.09.2018 12:23
    Highlight Highlight Weiss jemand, ob es hier um 30% anzahlmässig, minutenmässig, Wert, Views oder was geht?
    • Pascal Scherrer 05.09.2018 13:01
      Highlight Highlight Das wurde bisher nicht explizit erwähnt, aber es ist davon auszugehen, dass es nach Titel geht.

      Also von 100 Serientiteln müssten dann 30 aus EU-Produktion stammen, unabhängig, wie viele Staffeln die Serien haben.
    • Heini Hemmi 05.09.2018 14:02
      Highlight Highlight Wenn es nach Titeln ginge, liesse sich das Gesetz aber ganz einfach aushebeln, mit ultrakurzen europäischen Produktionen.
    • Pascal Scherrer 05.09.2018 15:24
      Highlight Highlight @Adrian Huber:

      Stimmt, das ist natürlich ein Risiko. Andererseits müsste man sonst anderes definieren. Mindestlaufzeit pro Folge und Staffel.

      Wie viele Staffeln muss eine Serie mindestens haben?

      Das wäre dann auch nicht unbedingt besser und käme dem kreativen Prozess sicher nicht zugute.

      Was ich aber doch interessant finde, ist, dass Europa so als Produktionsstandort - gezwungenermassen - wieder interessant wird, was für die Filmindustrie sicher nicht schlecht ist.

      Und sogar Deutschland hat schon bewiesen, dass sie mehr drauf haben als Til-Schweiger- und Matthias-Schweighöfer-Komödien.
  • Yummy 05.09.2018 12:04
    Highlight Highlight WTF EU? Sonst gehts noch?
    Wieso sollte sich ein Staat in ein privates Angebot einmischen?
    • äti 05.09.2018 19:27
      Highlight Highlight .. weils sonst, wie immer aus dem Ruder läuft und du dann fragst, warum hat niemand etwas gemacht?
  • Alexander König 05.09.2018 11:58
    Highlight Highlight Sagt mal spinnen die? Für mein Geld will ich auf Billigproduktionen verzichten können, und die Provozieren die Notwendigkeit dazu jetzt noch?
    • Drank&Drugs 05.09.2018 14:13
      Highlight Highlight Als ob die Kosten für eine Produktion etwas über deren Qualität aussagen würde...
    • Drank&Drugs 05.09.2018 15:06
      Highlight Highlight @Blitzer: wegen Konsumenten wie euch kommt bald mal the Fast and the Furious 27 ins Kino ;-)
    • Alexander König 05.09.2018 15:45
      Highlight Highlight "Billig" bedeutet sowohl niedrig im Preis, als auch von minderer Qualität.
      Benutzer Bild
  • DerSimu 05.09.2018 11:53
    Highlight Highlight Ach ja. Die EU, die für Liberalismus und Freiheit steht, will mal wieder das Internet zensieren.
    • The hard Blob 05.09.2018 13:55
      Highlight Highlight Wo hast Du was von Zensur gelesen? Es geht vor allem darum lokale Produktionen zu fördern. Und das können Sich die Internetgiganten sehr wohl leisten. Als Beweis: Netflix macht es ja schon.
      Es geht hier um Kultur. Ich will auch was anderes als US-Serien sehen können.
  • Bits_and_More 05.09.2018 11:53
    Highlight Highlight Oder Netflix und Co kippen einfach Inhalte aus dem Nicht-EU-Raum raus. So können die 30% auch erreicht werden.

    Warum muss sich der Staat bei so etwas überhaupt einmischen?
    • roger_dodger 05.09.2018 13:31
      Highlight Highlight Absoluter Humbug. Wahrscheinlich stellt man dann irgendwelche Uralt Schinken wie Lindenstrasse rein und die guten ausländischen Produktionen fehlen.

      Niemand hat nach so einem Schwachsinn gefragt aber die EU muss mal wieder Ihren Protektionismus durchsetzen.
    • äti 05.09.2018 19:31
      Highlight Highlight .. weil es sonst, wie immer, aus dem Ruder läuft und du dich nervst und dann fragst, warum hat niemand etwas unternommen?
    • Simon Probst 06.09.2018 09:30
      Highlight Highlight Ganz Einfach: Weil sich mit Bussen und Gebühren jede Menge Kohle generieren lassen.
  • Tomac 05.09.2018 11:53
    Highlight Highlight Coool. Dann können wir endlich bald deutsches Teleshoping auf Netflix sehen 👹
    • virus.exe 06.09.2018 13:02
      Highlight Highlight Oder GZSZ... *facepalm*
  • rudolf_k 05.09.2018 11:52
    Highlight Highlight Unfassbarer Schwachsinn...
  • LeChef 05.09.2018 11:51
    Highlight Highlight Jaja, die "neoliberale EU".

    Die EU ist liberal, und ich bin der König von Timbuktu.
    • äti 05.09.2018 19:33
      Highlight Highlight ... Schwachsinn sind eher manche Produktionen, aber das scheint sogar mancherorts zu passen.
  • Cucina 05.09.2018 11:51
    Highlight Highlight Mutig von der EU, sich immer um die wichtigen Themen zu kümmern.
  • Der Tom 05.09.2018 11:50
    Highlight Highlight Das mit dem Value Gap ist überall so. Nicht nur bei Film und Musik. Es ist auch ganz sicher keine neue Erfindung und das Internet kam ca 10000 Jahre später.

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