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Teaserbild Kioskgeschichte

Bild: watson

Wo ich aufs Erwachsenen-Leben wirklich vorbereitet wurde: Am Kiosk

Wer kennt sie nicht; diese Magie, wenn man als Kind «es Batzeli» bekommen hat und sich voller Vorfreude zum Kiosk aufmachte.



Zwei Franken waren einmal viel Geld – zumindest für mein achtjähriges Ich. Sackgeld, sowas gab's bei uns Zuhause nicht. Meine Eltern dachten wohl, dass ich es sowieso nur für Unfug ausgeben würde. Umso wertvoller war dann dieser Moment, wenn mir meine Grossmutter heimlich ein Zweifrankenstück in die Hand drückte und sagte:

«Da, fürs Chrömle. Aber pssst!»

Ehrfürchtig starrte ich dann eine kleine Weile auf dieses kleine, runde Stück Metall in meiner Hand und verstaute es schliesslich vorsichtig in der kleinsten der vielen Taschen meiner Cargo-Hose.

Wie wertvoll ich zwei Franken empfinde:

Kiosk Statistik

Damals war übrigens ein Game-Boy-Spiel namens «Pokémon» gerade schwer angesagt. Bild: watson

Zehn Minuten später stand ich vor dem Dorfkiosk. Zum Abschliessen meines Velos blieb keine Zeit. Hier klaute sowieso niemand irgendetwas. Aufgeregt trat ich vor die Auslage, die genau so aussah, wie ich mir als kleines Kind das Schlaraffenland erträumt habe.

Schoggistängeli, 20er-Mocken, Toblerone, Ragusa, Twix (das «Gute», welches noch viele künstliche Konservierungsstoffe enthielt), Kaugummis, Cola-Fröschli und viele andere Leckereien konkurrierten hier um meine Aufmerksamkeit.

Ja, die gab es damals auch noch: Kaugummizigaretten!

Zigaretten Kaugummi
https://imgur.com/gallery/858TP

Die waren immer mit solch komisch weissem Pulver beschichtet, wenn man sie ausgewickelt hat. Bild: Imgur

Was es auch noch alles gab:

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Süssigkeiten aus unserer Kindheit – euer Input
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Wirklich spannend war für mich aber jedes Mal das richtig, richtig ungesunde Zeug. Ihr wisst schon: Gummischlangen, saure Fische und Glühwürmchen, Riesenerdbeeren, Zungen, saure Nudeln, Center Shock und wie sie alle hiessen. Für mich waren sie in Form gegossene Glückseligkeit.

Untergebracht waren diese farbigen Kostbarkeiten in einzelnen Plastikboxen, die zu einem so hohen Turm gestapelt worden waren, dass ich beinahe auf den Zehenspitzen stehen musste.

Ungefähre Skizze aus meiner Erinnerung. Nicht zwingend in korrektem Grössenverhältnis:

Kiosk Skizze

Mich bediente immer eine nette, ältere Dame. Immer. Bild: watson

Und dann ging es los: Mein junges Hirn fing an zu rattern, addierte Kleinstbeträge, entwarf unzählige fiktive Szenarien, in denen ich stolzer Besitzer der unterschiedlichsten Schleckereien war:

Taste and See Saure Glühwürmchen
https://tasteandseechocolates.com/products/sour-neon-gummy-worms?variant=3378880644

Einmal im Leben so richtig dekadent sein und eine ganze Schale voller saurer Gühwürmchen kaufen. Bild: Taste and See

Es war immer von äusserster Wichtigkeit für mich, dass ich die perfekte Wahl traf. Also stand ich gefühlt Stunden vor dem Kiosk und wog die Vor- und Nachteile jeder Kombination sorgfältig ab.

Kiosk Kindheit

Bild: watson

Es gab keinen zweiten Versuch! Denn ich wusste ja nicht, wie lange es dauern würde, bis ich wieder in so eine glückliche Situation geraten würde. Vorausplanung war essenziell!

Was, wenn ich nach der dritten Riesenerdbeere plötzlich Lust auf etwas Saures bekäme? Oder wenn ich nach der zweiten Gummizunge merkte, dass diese doch nicht so toll sind, wie ich sie in Erinnerung hatte?! Soll ich die roten oder die grünen Gummistangen nehmen?

Ich meine diese hier:

bilder: captaincandy

Fragen über Fragen, die erst alle abgearbeitet werden mussten.

An diesem Kiosk habe ich einige der wichtigsten Entscheidungen meines Lebens getroffen! 

Und heute? Der Kiosk, an dem ich so viel erlebt habe, ist nicht mehr. Auch der im Nachbardorf ist weg. Jetzt gibt es dort einen grossen Kiosk mit allem drum und dran – ausser einem Turm voller Süssigkeiten. Dafür kann man sich nun ein «Schlecksäckli» für einen Franken kaufen. Da ist von allem ein bisschen was drin.

Hart kalkulieren und wichtige Entscheidungen treffen muss an diesem Kiosk kein Kind mehr. Ich kann mir nicht vorstellen, dass «chrömle» so noch Spass macht. Und mit zwei Franken kommt man heute auch nicht mehr so weit wie früher.

Und was habt ihr euch früher gegönnt, wenn ihr «chrömle» wart?

Also ich hab die ja jeweils lieber gegessen, aber: So schön können schmelzende Süssigkeiten aussehen

Video: watson

Wenn Magazine ehrlich wären, würde dein Kiosk SO aussehen

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Wenn Magazine ehrlich wären, würde dein Kiosk SO aussehen
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