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«Bis ich merkte, dass Le Parfait aus Leber besteht» – 9 Kinderträume und was daraus wurde

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Neun Erwachsene erzählen, wie ihre Kindheitsträume versandet, wahr geworden oder zur lustigen Barstory mutiert sind.
10.11.2017, 11:17

Kinder sind die grössten Philosophen. Sagt man. Denn sie stellen sich Dinge vor, die ein erwachsenes Gehirn üblicherweise innert Sekunden als dämlich, illusioniert oder unsittlich abstempelt. Aber Erwachsenengehirne sind manchmal genau so doof wie das Verlangen nach einer Badewanne voller Fleischbällchen. Deshalb sind die Träume, die wir als Kind haben, vielleicht gar nicht so unrealistisch. 

Wir haben neun Menschen auf der Strasse gefragt, wohin sie ihre Kindheitsträume gebracht haben.

(Spoiler: In manchen Fällen ist es schon gut, dass nicht jedes Kind zur Philosophin geworden ist.)

Batzi, 28

angehende Sozialarbeiterin

Bild: watson
«Eine Bar in Irland – wegen der Menschen und Rosamunde Pilcher.»

«Mit meiner Grossmutter habe ich mir immer die furchtbar kitschigen Rosamunde-Pilcher-Filme angeguckt. Mir wurde gesagt, dass diese oft in Island und Irland gedreht werden. Und weil in der Welt der Pilcher alles schön ist, wurde Irland zu meiner Traumheimat. Später realisierte ich, dass ich in meinem Leben gerne mit Menschen zusammen arbeiten will, dass ich anderen gerne Raum zur Verfügung stelle und sie darin – womit auch immer, sei es mit einer Mahlzeit oder einer guten Unterhaltung – glücklich mache. Als Barbetreiberin würden sich diese Tätigkeiten alle versammeln. Und die Bierkultur in Irland soll zudem auch sehr toll sein. Bis ich mir diesen Traum erfülle, will ich erstmal eine Ausbildung zur Sozialarbeiterin machen.» 

Salomé, 24

Tourismus-Studentin

Bild: watson
«Eine Le-Parfait-Schnitte bis zum Himmel rauf – bis ich merkte, dass LeParfait aus Schweinsleber besteht. »

«Meine Grossmutter fütterte mich als Kind ständig mit dieser Brotpaste, die wir in unserer Familie als Bääh und in Kombination mit einer Brotscheibe als Bääh-Schnitte bezeichneten. Ich liebte es. Meiner Grossmutter glüstelte ich dann immer wieder vor, dass mein innigster Traum eine Bääh-Schnitte sei, die bis ans Himmelszelt hinauf reichte. Der Traum verflüchtigte sich schnell, als ich erfuhr, dass mein geliebtes Bääh nichts anderes als zermanschte Schweinsleber ist.»

Gleich geht's weiter mit den Träumen (und was daraus geworden ist), vorher ein kurzer Hinweis:

#StepOut von Christina: Alltagsblues
Christina ist Musikdozentin und liebt es, ihr Wissen über Musik ihren Studierenden weiterzugeben. Leider bleiben ihre eigenen Gesangsprojekte meist auf der Strecke. Aus diesem Grund meldete sich die Bündnerin bei #StepOut Surprise gleich selber an und wurde während ihres Unterrichts aus ihrer Komfortzone befreit:
Animiertes GIF
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Und nun zurück zu den Geschichten der Passanten ...

Jon, 48

Architekt

Bild: watson
«Erwachsen werden, weil ich dachte, das heisse frei sein.»

«Als Kind wollte ich so schnell wie möglich erwachsen werden. Ich dachte damals, dass Erwachsene alle Freiheiten der Welt geniessen. ‹Schliesslich dürfen sie Auto fahren›, argumentierte ich meinem sechsjährigen Ich immer wieder vor. Und mit einem Auto kann man ja überall hingehen. Das war meine Vorstellung der absoluten Freiheit. Über Steuern, berufliche und familiäre Verpflichtungen, Angst und Scham – darüber war ich mir damals natürlich überhaupt nicht bewusst. Mittlerweile jedoch schon. Was sich mir als erwachsener Mann aber noch viel eindringlicher eröffnet hat, ist der Fakt, dass man nie mehr so frei und lustvoll denken kann, wie als sechsjähriger Junge.»

Claire, 29

Hotelmanagerin

Bild: watson
«Als Kind war ich in Disney World und weil alles so fake war, wollte ich danach die richtige Welt sehen.»

«Ich glaube, mein grösster Wunsch war es schon immer, eine Weltreise zu machen. Und guck mal, was ich jetzt mache: eine Weltreise. Ich bin seit mehreren Monaten unterwegs. Zürich ist mein x-ter Stop. Ich kann gar nicht mehr zählen. Mit dem Reisefieber haben mich meine Eltern angesteckt. Schon als Kind durfte ich mit ihnen in ganz Europa herumreisen. Wir besuchten auch Disney World – eine traumhafte Welt, in der aber alles fake ist. Ich liebte es und dachte mir gleichzeitig: ‹Wenn eine Welt aus Plastik schon so schön ist, haut mich die echte Welt bestimmt noch viel mehr um.› Und ja, das tut sie. Jeden Tag meiner Weltreise lerne ich neue Leute kennen, lerne ich mich selbst neu kennen und gehe an meine Grenzen. Ich lebe meinen Traum und das fühlt sich toll an.»

Rudolph, 62

Musiker

Bild: watson
«Ich wollte mal Schauspieler werden, dann Priester und jetzt mach ich Rockmusik.»

«Dass ich kein Priester und auch kein Schauspieler wurde, bereue ich weder, noch bin ich froh darum. Es waren Träume und sind Träume geblieben. Freilich sehr konträre Träume, aber sie haben mich alle jeweils irgendwohin getrieben und sind somit Teil meiner Biografie und Identität. Auch wenn ich heute weiss, dass die katholische Kirche mit ihren autoritären und verlogenen Zügen niemals mein Ding gewesen wäre.»

Patrick, 30

Profi-Longboard-Fahrer und Getränkeproduzent

Bild: watson
«Profisportler war mein Traumberuf und jetzt bin ich sogar Profisportler – aber nicht wirklich von Beruf.»

«Ich liebe Sport. Das war schon immer so. Und deshalb war es schon als kleiner Junge mein Ziel, eines Tages Profisportler zu werden. Das hat dann auch tatsächlich funktioniert und ich konnte das Longboard-Fahren zu meinem Beruf machen. Aber wie es so ist, als Berufssportler ... Man ist stark von der Industrie abhängig. Weil die momentan nicht so rosig aussieht, sehe ich mich gezwungen, andere Berufszweige einzugehen. Wobei das nicht nur Zwänge sind. Mir gefällt meine Arbeit und mein Schaffen sehr gut. Ich habe nun ein gesundes Süssgetränk für Sportler entwickelt und werde demnächst eine Ausbildung zum Osteopathen beginnen. Beim Sport bin ich ja dann doch irgendwie geblieben.»

Lea, 26

Jugendarbeiterin

Bild: watson
«Nach Kanada auszuwandern, wegen der schönen Schneeberge. Und ich weiss, dass ich es tun werde.»

«Kanada ist mein Traumland. Die schönen Schneeberge, die riesengrossen, farbigen Wälder und die glasklaren Seen. Kanada ist ein Traum, den es wirklich gibt. Nur leider so weit entfernt von der Schweiz. Kurz vor der Lehre hatte ich die Chance, nach Vancouver zu reisen. Leider nur für drei Monate. Doch das reichte mir zur Bestätigung, dass Kanada wirklich der Ort ist, an dem ich alt werden will. Zur Zeit studiere ich soziale Arbeit, aber sobald ich fertig bin, gehe ich. Ganz bestimmt. Ich muss nur noch meinen Freund überreden.»

Ryan, 23

angehender Primarlehrer

bild: zvg
«Eine Achterbahn, die den menschlichen Körper durchläuft – lernen mit Loopings, halt.»

«Vor rund 15 Jahren habe ich zu Weihnachten das Amusement-Park-Simulator-Game ‹Roller Coaster Tycoon› geschenkt bekommen. Das Spiel entfachte in mir eine – noch immer vorhandene – Liebe zu Achterbahnen. Ich wollte unbedingt Achterbahningenieur werden und dies am besten noch mit meiner Faszination für Medizin verknüpfen. Es sollte eine Achterbahn gebaut werden, die interaktiv eine Erkundung des menschlichen Körpers ermöglicht. Dabei würde man als simulierter Nahrungsbrocken den Verdauungstrakt passieren und am Schluss der Fahrt – wer hätte das gedacht – wäre man ausgeschieden worden. Jetzt studiere ich an der PH. Es braucht schliesslich auch ein didaktisches Verständnis für solch ein Unternehmen.»

Raoul, 19

Gymnasiast

Bild: watson
«Seit ich drei war, will ich Paläontologe werden, weil Dinos einfach das Grösste sind. Aber zum Glück sind sie nicht alles.»

«Ich glaube, die erste Erinnerung meines Lebens führt mich zum Dino-Museum im Aathal. Da stand dieses Riesensaurierskelett und ich als kleiner Knirps davor war völlig baff. Ich vermute, das Wort Paläontologe konnte ich früher korrekt aussprechen als manch andere Kinder den Buchstaben S. Ich war schon ein bisschen ein Freak als Kind. Ich wusste alles über Amphibien, Reptilien und ganz viel anderen prähistorischen Kram. Mein Berufsziel war meine absolute Priorität. Und ich wusste genau, dass ich dazu ins Gymi und später an die Universität muss. Obwohl ich in Mathe grottenschlecht bin, habe ich alles daran gesetzt, die Aufnahmeprüfung ans Kurzzeitgymnasium zu bestehen. Ich hab's tatsächlich geschafft. Und bin jetzt immer noch da; im letzten Jahr um genau zu sein. Obwohl ich wahrscheinlich nicht Paläontologe werde (acht Jahre Studium kann ich mir gerade gar nicht vorstellen), bin ich um das stetige Festhalten an meinem Traum extrem dankbar. Ohne meine Hartnäckigkeit (und meine Liebe zu Dinos) wäre ich nie da, wo ich jetzt bin. Und hätte vielleicht auch nie gecheckt, dass auch Geschichte und Literatur voll spannend sein können.»

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