Diese 10 Olympia-Stars haben uns begeistert und bewegt
Johannes Klaebo
6 Rennen, 6 Mal Gold: Dominanter als Johannes Hösflot Klaebo kann man bei Olympischen Winterspielen gar nicht auftreten. Der 29-jährige Norweger triumphiert nacheinander im Skiathlon, im Sprint, im 10-km-Rennen mit Einzelstart, in der Staffel, im Teamsprint und im 50-km-Lauf. Mehr als fünf Goldmedaillen hat zuvor noch niemand bei Winterspielen gewonnen. Mit nun elf Olympiasiegen ist Klaebo zudem der mit Abstand erfolgreichste Winter-Olympionik der Geschichte. Besonders beeindruckend war Klaebos Antritt im Sprint.
J.H. Klaebo has completed a sub-six-minute mile pace uphill on skis. pic.twitter.com/OG3VBzWa6P
— You Should Know (@BeAmazd) February 11, 2026
Lindsey Vonn
Auch der Ski-Superstar hätte diesen Olympischen Spielen ihren Stempel aufdrücken sollen. Nach einer fünfjährigen Pause kehrte Lindsey Vonn 2024 in den Skiweltcup zurück. Zwei Abfahrten gewann die 41-Jährige in dieser Saison schon wieder, kurz vor den Spielen riss sie sich aber das Kreuzband. Dennoch reiste die US-Amerikanerin mit grossen Ambitionen nach Cortina. Ihr Angriff auf ihr zweites Olympiagold endet aber bereits nach 13 Sekunden wegen eines schweren Sturzes. Dabei zieht sie sich einen komplexen Schienbeinbruch zu. Sie muss mehrfach operiert werden und darf erst nach über einer Woche in die USA zurückkehren. Ein bitteres Ende einer grossartigen Sportlerin, das auch als Zuschauer wehtut.
Franjo von Allmen
Der Überflieger aus Schweizer Sicht war an diesen Spielen definitiv Franjo von Allmen. Obwohl auch Loïc Meillard (je einmal Gold, Silber und Bronze) sowie Marco Odermatt (zweimal Silber und einmal Bronze) glänzten, kommt niemand an den 24-jährigen Berner Oberländer heran. In Abfahrt, Super-G und gemeinsam mit Tanguy Nef der Team-Kombination holt von Allmen dreimal Gold. Dabei begeistert er nicht nur mit seinem actionreichen Fahrstil, sondern auch seiner lockeren und unterhaltsamen Art neben der Piste.
Wendy Holdener
Nicht so schön verliefen die Olympischen Spiele für Wendy Holdener. In der Team-Kombi zeigt die 32-Jährige den zweitbesten Slalomlauf, doch weil Jasmine Flury in der Abfahrt zu langsam war, reicht das nicht zu einer Medaille. Im Slalom verpasst sie diese nach einem mässigen zweiten Lauf um 22 Hundertstelsekunden und hat im SRF-Interview danach Tränen in den Augen. Es sind bittere Tage für die erfolgreiche Schwyzerin, die schon oft nahe dran war, den ganz grossen Wurf aber trotzdem verpasste.
Alysa Liu
Eiskunstlauf ist ein Sport, bei dem Disziplin sehr gross geschrieben wird. Viel Platz ist da nicht immer, um sich individuell zu entfalten und seine Persönlichkeit zu zeigen. Alysa Liu beweist in Mailand aber, dass es eben auch anders geht. Mit Haaren in den Farben eines Waschbär-Schwanzes und einem Piercing im Mund gewinnt die 20-jährige US-Amerikanerin Gold. 2022 trat die Tochter chinesischer Eltern überraschend zurück, weil der Sport zu einer Bürde geworden war. Zwei Jahre später kehrte sie zurück. Dieses Mal soll der Spass im Vordergrund stehen, sie will selbst entscheiden, was sie anzieht, wann sie trainiert und was sie isst – und tut das mit Erfolg. Sowohl mit der Mannschaft als auch im Einzel wird sie Olympiasiegerin. Herzerwärmend, wie sie sich danach mit der Japanerin Ami Nakai über deren Bronzemedaille freut.
What a moment 🥺
— TNT Sports (@tntsports) February 19, 2026
Alysa Liu wins gold, and celebrates with bronze medalist Ami Nakai 😍 pic.twitter.com/Kh9RCw47QO
Ilia Malinin
Bei den Männern gab es im Eiskunstlauf einen klaren Favoriten: Seit zwei Jahren verlor Ilia Malinin keinen Wettkampf, mit der Mannschaft gewann der US-Amerikaner Olympia-Gold. Nach dem Kurzprogramm führt der 21-Jährige dann auch im Einzel, doch in der Kür stürzt er mehrfach und verpasst die Medaillenränge noch komplett. Der Druck und womöglich auch die Erschöpfung lassen ihn zerbrechen. Nach seiner Kür ist Malinin noch auf dem Eis völlig aufgelöst. Obwohl er seinen Sport dominiert, geht er beim grössten Event, wenn alle zuschauen, leer aus. Das ist unfassbar bitter.
Nadine Fähndrich
Auch die Schweizer Langläuferin war nach einem Wettkampf am Boden zerstört. Im Sprint scheiterte die Mitfavoritin im Viertelfinal. Doch Nadine Fähndrich hat eine weitere Chance: im Teamsprint mit Nadja Kälin. Und dort zeigt die 30-jährige Luzernerin einen Aufstieg à la Phoenix aus der Asche. Mit einer beeindruckenden Schlussrunde sichert Fähndrich dem Schweizer Duo die Silbermedaille in ihrem letzten Olympia-Rennen. «Es waren zuletzt keine einfachen Tage für mich», sagt Fähndrich danach, «deshalb ist es umso schöner, dass es mit der Medaille geklappt hat.»
Atle Lie McGrath
Der 25-jährige Norweger schrieb eine der traurigsten Geschichten der vergangenen zwei Wochen. Während der Eröffnungsfeier starb sein geliebter Opa. Das nahm Atle Lie McGrath schwer mit. Im Slalom will er deshalb auch für seinen Beobachter im Himmel eine Medaille holen. Nach dem 1. Lauf führt er deutlich, im 2. Durchgang fädelt er dann aber ein. In diesem Moment bricht für ihn eine Welt zusammen, er wirft die Stöcke weg, schnallt die Ski ab und läuft davon. Quer durch den Tiefschnee bis zum Waldrand, wo er sich hinlegt. Später sagt er: «Es wird lange dauern, das zu verarbeiten. Ich glaube, ich brauche Hilfe dabei.»
Federica Brignone
Im vergangenen April brach sich die Italienerin bei den nationalen Meisterschaften nach der erfolgreichsten Saison ihrer Karriere bei einem Sturz Schien- und Wadenbein. Eine lange Pause war die Folge, doch Federica Brignone kämpft sich zurück. Einige Wochen vor den Olympischen Spielen ist sie zurück im Weltcup, was in Cortina folgen soll, war aber noch immer nicht zu erwarten. Die 35-Jährige gewinnt erst den Super-G und dann auch den Riesenslalom in beeindruckender Manier und schreibt die Comeback-Geschichte dieser Spiele.
Maxim Naumov
Der 24-jährige Eiskunstläufer war sportlich eine Fussnote. Maxim Naumov wurde nur 20., doch bewegte er Sportfans aus aller Welt trotzdem. Vor einem Jahr wusste der US-Amerikaner nicht, ob er jemals wieder Eiskunstlauf betreiben wolle. Seine Eltern starben bei einem Flugzeugunglück, in Mailand gedachte er ihnen mit einem Bild, das er beim Warten auf die Punkte jeweils in den Händen hielt. Nach einiger Zeit kehrte er zurück aufs Eis und erfüllte sich den Traum der Olympia-Teilnahme. Zuhause in Boston führt er nun die Eiskunstlaufschule seiner Eltern, die selbst je zweimal bei Olympischen Spielen teilnahmen.
