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Instagram will nicht, dass du diese Bilder siehst

Bild: fredzone/ watson

16.03.17, 19:59 17.03.17, 13:24

Weibliche Brustwarzen, Schamhaare, schwabblige Körper – alles zu viel für die prüde Politik von Instagram. Die zurzeit beliebteste Bilderplattform schreibt in ihren Richtlinien vor, dass

Bilder über ihren Dienst veröffentlicht werden dürfen.

Also das hier, das geht nicht:

@arvidabystrom bild: ©Arvida Byström – prestel

Beim Hochladen von Bildern auf Instagram findet jedoch noch keine Vorselektion nach diesen Vorschriften statt. Dies erklärt die explizit pornografischen Bilder und Videos, die unter gewissen Hashtags ganz einfach zu finden sind. Damit ein Bild nämlich von einer offiziellen Stelle geprüft wird und je nach dem dann auch entfernt wird, muss es zuerst gemeldet werden. Genau hier kommen die Künstlerinnen Molly Soda und Arvida Byström mit ihrem Buch «Pics Or It Didn't Happen» ins Spiel.

«Manche Leute unterhalten monatelang halbnackte Profile, bis ein Bild gemeldet wird und Instagram merkt, dass es sich dabei um einen ‹Porno-Account› handelt.»

Arvida Byström

Soda und Byström sind beides bildende Künstlerinnen, die durch Instagram zusammen fast 220'000 Menschen erreichen. «Uns fiel auf, dass viele Leute, die sich über ihre gelöschten Insta-Bilder aufregen, Menschen sind, die nicht in ein konventionelles Schönheitsbild passen», formuliert Molly Soda ihre Motivation gegenüber der britischen Tageszeitung The Independent. Deshalb entschieden sie, in die Offensive zu gehen: Sie riefen ihre Followers auf, Fotos einzuschicken, die für Instagram zu «anstössig» waren.

@show_you_mine bild: ©Cassie Brown – prestel

250 der eingesendeten Bilder haben es schliesslich in das frisch erschienene Bilder-Buch geschafft. Als Ganzes fragt das Werk seine Leser: «Wieso ist die Nacktheit einiger Körper – namentlich derer von jungen, weissen, haarlosen, dünnen oder muskulösen Erscheinungen – für Social Media in Ordnung, während das Evakostüm anderer Körper gelöscht wird?»

@stinawolter bild: ©Stina Wolter – prestel

«In diesem Buch kommt das zusammen, was die Leute als ekelhaft ansehen, und was sie sexuell finden.»

Arvida Byström

Spannend an der Arbeit ist der Fakt, dass ein Foto meist erst dann gelöscht wird, wenn es von verschiedenen Usern gemeldet wird. Byström sieht darin eine soziologische Komponente: «Jeder Körper, der nicht zu einem Mann gehört, wird mit Sex in Verbindung gebracht: Frauen im knappen Höschen und rasierter Bikinizone sind geil, behaarte Frauenbeine sind eklig. Letztere werden gemeldet.» 

@bloatedandalone4evr1993 bild: ©Molly Soda

@c.har.lee bild: ©lee Phillips

Anja Zeidlers Schritt scheint für Instagram in Ordnung zu sein.

Die Frage, ob sich bezüglich dieser «Bodynorms» in den letzten Jahren bereits etwas geändert habe, beantworten die Autorinnen gegenüber Vice mit einem lachenden «Ja». Die behaarten Achseln von Molly hätten inzwischen nur noch ein Dutzend verletzende Kommentare. Früher seien es Hunderte gewesen.

«Die Richtlinien müssen spezifischer werden. Derzeit werden unterschiedliche Körper auch unterschiedlich behandelt. Und das ist gefährlich.»

Arvida Byström

Dieses Bild wurde auch gelöscht. Zu sehen auf dem Bild: Ein Mann, der einen Hijab trägt.

@isaackariuki.jpg bild: ©ssac Kariuki

Dass es Richtlinien braucht, ist den beiden Autorinnen durchaus bewusst. Auch sie haben keine Lust auf Penisbilder und Enthauptungen auf Social Media. Unsere Gesellschaft müsse jedoch davon abkommen, Dinge, die wir eklig finden, automatisch als falsch zu deklarieren.

«Ich wünsche mir, dass unser Buch in 20 Jahren völlig überholt und langweilig sein wird.»

Molly Soda

NSFW: Instagram will nicht, dass du diese Bilder siehst

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  • AntiGravity 04.05.2017 19:16
    Highlight Jeda dörf mache was er will, denn jeda stoht zu dem was er macht.
    3 0 Melden
  • Zeit_Genosse 18.03.2017 17:06
    Highlight Sucht nicht zu weit. Das konservative US-Rechtssystem (einer modernen Demokratie) engt die Internetplattformen ein. Für uns unverständlich, doch man sollte nicht Firmen anprangern, die auf der vorsichtigen Seite des Gesetzes operieren und keine Millionenklagen oder Kampagnen von Erzkonservativen wollen. Die Plattformen könnten mit Brustwarzen, Vaginas, Penisen und Haaren überall viele Milliarden gewinnen. Doch wer mag ständig beweisen, dass er über 18 ist und damit in einer abgeschotteten Scheinwelt sich bewegen, wo dich jederzeit die behaarte Muschi von einer unbekannten anspringen kann?
    1 0 Melden
  • Str ant (Darkling) 18.03.2017 12:10
    Highlight Gefährlich ist vor allem das US Facebook Hypocrites die Entscheidung fällen welche Bilder "porn" sind
    3 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 18.03.2017 09:30
    Highlight Frauen die so was machen haben in meinen Augen Minderwärtigkeitsprobleme oder Torschlusspanik....
    12 5 Melden
  • Angelina Graf 17.03.2017 17:22
    Highlight Supoooooo!
    3 9 Melden
  • Gelöschter Benutzer 17.03.2017 15:59
    Highlight "Wir müssen davon abkommen Dinge die wir eklig finden als falsch zu deklarieren."

    ...aber Penisbilder will sie nicht? Kunst kann keine Penise enthaten? Also wie jetzt? Ich finde meinen Schwanz weder schön noch zeigenswert, dennoch, wenn Frau sich auszieht und ihre Beharung zeigt ist das Heldenhaft und wenn ein Mann das tut ist es versaut?
    51 1 Melden
  • schoggifresser@gmail.com 17.03.2017 11:49
    Highlight 'Teil-nackt"....das ist ja wirklich Lustig!
    Gehören da Finger, Nase, Ohren.....
    auch dazu.....
    Da wo 'Prüderie" sein sollte, nämlich bei allgemeiner Gewalt, da kennt Bilder veröffentlichen keine Grenzen!!
    24 2 Melden
  • Gelöschter Benutzer 17.03.2017 09:56
    Highlight Sind jetzt auch nicht interessant... Ausser für die Narzissten, die sie reingestellt haben und meinen sie sähen unheimlich toll aus... Arme Menschen ohne einen Sinn im Leben...
    36 5 Melden
  • AskLee 17.03.2017 07:30
    Highlight Auf diese gelöschten Bilder kann man locker verzichten.
    52 8 Melden
  • Bijouxly 17.03.2017 07:23
    Highlight In den Richtlinien steht "krine nackten oder teil-nackten" Inhalte. Für mich völlig unverständlich, dass man sich dann darüber aufregt, wenn es gelöscht wird.
    27 6 Melden
    • Marbek 17.03.2017 10:19
      Highlight Hast du den Artikel überhaupt gelesen, bevor du kommentiert hast? Es geht nicht darum, was in den Richtlinien erlaubt oder verboten ist.
      12 10 Melden
    • Bijouxly 17.03.2017 17:30
      Highlight Ja, ich habe ihn gelesen, weiss aber nicht, was das bringen soll: Jene, die das melden, werden diesen fragwürdigen Bilderband sicher nicht kaufen und ihr Frauenbild verändern. Kann nicht verstehen, wie man sich über so etwas aufregen kann - Konto privat einstellen und Problem gelöst. Dann sehen nur jene deine Bilder, die dich auch sehen wollen. Also ich finde das ganze völligen nonsens...
      10 2 Melden
  • Gelöschter Benutzer 16.03.2017 22:45
    Highlight Finde alles halb so schlimm... persönlich finde ich weder Schamhaare noch Achselhaare ästhetisch schön zum ansehen. Wers mag, ok. Aber Penisbilder oder stark behaarte Männerrücken sagen mir genauso wenig zu.

    Instagram ist ein Unternehmen und entscheidet was geht und was nicht.

    Bzw. gibt 99.9% seiner User das was sie wollen und eben NICHT melden. Auf die 0.1% kann Instagram verzichten.

    ...benutze Instagram übrigens nicht.
    83 8 Melden
    • Anam.Cara 17.03.2017 07:32
      Highlight @Zäme! Ich bin nicht sicher ob Insta 99.9% der User gibt was diese wollen. Ist es nicht eher so, dass 99.9% nicht wirklich hinterfragen, was sie da nutzen? Es ist das Angebot, das die Nachfrage definiert.
      Ich finde es schon problematisch, wenn ein Unternehmen gesellschaftliche oder moralische Normen definiert. Insta entscheidet, was der Mensch als schön zu empfinden hat? Selbst wenn sie sich auf die User berufen - sie repräsentieren bei weitem nicht "die Menschheit", für die sie die Grenze der Ästhetik definieren.
      11 12 Melden
    • Gelöschter Benutzer 17.03.2017 10:32
      Highlight Nein, die Menschlichkeit nicht. Aber Instagram. Es geht hier um Instagram.

      Übrigens... dass das Angebot die Nachfrage bestimmt, das war vor 50 oder 60 Jahren so. Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Wenn die Teenies auf Insta Brüste und sonst nackte Haut sehen wollen, dann "liefert" Instagram das.

      Ich sage nicht dass ich das gut finde. Aber so ist es heute. Nachfrage bestimmt das Angebot. Oder könnten Sie sich vorstellen dass ein "Instagram" nur mit Bildern von Schamhaaren und so gleich erfolgreich wäre wie das Original?
      4 3 Melden
  • gecko25 16.03.2017 22:36
    Highlight ach diese armen, nach Anerkennung flehenden Seelen. Da haben sie eine Qualität und dürfen diese nicht zeigen
    84 12 Melden
  • SVARTGARD 16.03.2017 22:09
    Highlight Warum darf ich diese Bilder nicht sehen😭
    15 11 Melden
  • Baum68 16.03.2017 21:56
    Highlight Jeder soll doch machen was er will. Es muss ja auch nur die schauen die wollen.
    25 5 Melden
  • thompson 16.03.2017 21:08
    Highlight bis auf das bild von frau zeidler, finde ich alle bilder sehr weiblich, echt und auf eine schöne art erotisch
    35 77 Melden
    • Olaf! 16.03.2017 22:37
      Highlight Wieso denkst du es ist ok die Zeidler zu mobben? Nicht sehr feministisch von dir. Denn geht es nicht darum die Wahl zu haben? Toleranz Predigen es aber selber nicht sein.
      64 7 Melden
    • Asparaguss 16.03.2017 22:38
      Highlight Warum überrascht mich Thompsons Profilbild nicht, wenn er Zeidlers Körper nicht erotisch findet?
      27 7 Melden
    • Money is everything 16.03.2017 23:18
      Highlight Also ich finde Schamhaare und übermässiges Körperfett nicht schön anzusehen, aber jedem das seine.
      55 8 Melden
  • ströfzgi 16.03.2017 20:16
    Highlight Das Bild mit dem Untertitel @stinawolter, ist das Freddy Hintz aka Giaccobo?
    34 8 Melden
  • SuicidalSheep 16.03.2017 20:07
    Highlight Dabei sind weibliche Brüste doch so etwas schönes...
    76 16 Melden
    • blueberry muffin 17.03.2017 09:53
      Highlight Männliche nicht?! :o
      10 3 Melden
    • SuicidalSheep 17.03.2017 12:42
      Highlight Männliche Brüste können auch sehr schön sein :)
      7 0 Melden
  • Howard271 16.03.2017 20:04
    Highlight Auch wenn ich an diesen Bildern nichts Schlimmes finde: Wieso soll Instagram als privates Unternehmen nicht selber entscheiden dürfen, was bei ihnen gezeigt wird?
    114 25 Melden
    • Snaggy 16.03.2017 20:14
      Highlight Es ist halt doof, wenn amerikansiche Prüderie uns durch diese sozialen Netzwerke & ihre Richtlinien immer mehr unterschwellig eingetrichtert wird.
      55 30 Melden
    • The Return of The King, Louie the Gscheidhaferl I. 16.03.2017 20:17
      Highlight Sie entscheiden nicht aus objektiven Gründen, sondern aufgrund der subjektiven Wahrnehmung von ihren Usern, denn ohne Meldung keine Löschung... und das ist meiner Meinung nach doch recht problematisch...
      56 18 Melden
    • marblemomo 16.03.2017 20:21
      Highlight Es geht wohl nicht um Instagram selbst, sondern welche Bilder die User melden. Von da her sehr spannend, was als okay gilt und was nicht 😊 #gesellschaftsnormen
      47 3 Melden
    • Markus K 16.03.2017 20:24
      Highlight Ganz einfach, weil es diskriminierend ist!

      Fänden Sie es denn richtig, wenn Instagram sich entschiede, keine farbigen Mitmenschen mehr zu zeigen? Oder keine Schweizer?
      45 30 Melden
    • Imfall 16.03.2017 20:55
      Highlight diskriminierend?? ernsthaft?
      40 26 Melden
    • Dr. Zoidberg 16.03.2017 21:00
      Highlight @louie und markus k: prinzipiell habt ihr ja recht, entweder instagram löscht alle nacktbilder oder sie löschen keins. alles dazwischen ist willkür. aber: die damen künstlerinnen wollen ja auch zb keine penisbilder auf instagram. woher nehmen die damen also die rechtfertigung, sich über die beschwerden anderer instagram-user zu echauffieren?
      56 8 Melden
    • Snaggy 16.03.2017 21:06
      Highlight @Dr. Zoidberg Wissen Sie, dass sie das nicht wollen?
      Das wäre natürlich nicht sehr konsequent.
      10 14 Melden
    • Dr. Zoidberg 16.03.2017 21:12
      Highlight artikel gelesen?

      "Dass es Richtlinien braucht, ist den beiden Autorinnen durchaus bewusst. Auch sie haben keine Lust auf Penisbilder und Enthauptungen auf Social Media."
      42 0 Melden
    • A7-903 16.03.2017 22:06
      Highlight Da frag ich mich wie man penisbilder und gewalttaten wie enthauptungen ohne verlegenheit in einem satz miteinander gleichstellen kann.
      65 2 Melden
    • supremewash 16.03.2017 22:49
      Highlight Verständlich dass insta die Selektion lieber gleich der community überlässt.
      Dass ein Penis in diesem Kontext als negativ, vielleicht übergriffig (meine Interpretation) eingestuft wird, eine behaarte Bikinizone jedoch als natürlich und deshalb als vorzeigbar zu gelten hat, ist auch eine höchst diskutable Einstellung der Autorinnen. Alles oder nichts?
      54 1 Melden
    • SuicidalSheep 16.03.2017 23:14
      Highlight Ihre Aussagen sprechen natürlich nicht für die Damen.

      Wer alles sehen will muss auf Twitter.
      14 0 Melden
    • fant 16.03.2017 23:26
      Highlight Es geht ja nicht nur um "amerikansiche Prüderie" (Snaggy). Es geht ganz allgemein um #gesellschaftsnormen (marblemomo).

      Und da stimme ich mit den Autorinnen überein und hoffe auch, dass das "Buch in 20 Jahren völlig überholt und langweilig sein wird".

      Die heutzutage sehr eng definierte "Schönheit" empfinde ich als unheimlich engstirnig, oberflächlich, nutzlos und vom Wesentlichen ablenkend.

      Für mich ist alles ok, solange es für alle Abgebildeten ok ist. Nur weil es nicht gefällt, soll es immer noch publiziert werden dürfen. Wegschauen ist möglich. Eine Enthauptung geht aber klar nicht.
      18 2 Melden
    • Mephista87 17.03.2017 04:29
      Highlight Ich mag Penisbilder. Und Brüste. Immer diese Meldemuschis.
      22 1 Melden
    • Stichelei 17.03.2017 08:02
      Highlight a7-903: Genau mein Gedanke, als ich diese Aufzählung im Artikel las. Also mein Penis hat auf viele Leute die gleiche traumatische Wirkung wie eine Enthauptung! Ich bin sprachlos.
      17 0 Melden

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Hach, so ein Katzenleben ist voller Stolpersteine. 🙈

(lis)

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