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Warum Pessimisten langfristig glücklicher sind

bild: chris barbalis 

Wir haben eine halbe Stunde lang einem Philosophen zugehört. Und dies sind unsere Erkenntnisse.

23.08.17, 20:08 13.09.17, 12:56

Alle stimmen zu: Ein gelungenes Leben geführt zu haben, ist des Menschen höchstes Ziel. Wer dem widerspricht, hat sie nicht mehr alle. Der ist ein Miesmacher, ein desillusionierter Idiot, ein Pessimist! Doch die eigentliche Spielverderberin in diesem Gebet ist das Leben selbst. Denn das Misslingen ist eine Lebensrealität; wer sie zum Schlechten stigmatisiert, steuert sein Leben der Hölle entgegen. Diese Meinung vertritt der deutsche Philosoph Prof. Dr. Wilhelm Schmid, der sich mit der Kunst des Lebens auseinandersetzt.

Misslingen begleitet stets unsere Karrieren, egal ob beruflich oder privat. Es gibt in fast jedem Leben eine Beziehung, die man hätte eingehen wollen, die man gerne ewig währen gesehen hätte. Und wenn nicht, dann gab es einen Job, einen Traumjob, den man gerne ausgeführt hätte, oder die perfekte Stelle, die man gehabt hatte, aber blöderweise wieder verlor. Das Leben kann eine Enttäuschung sein. Doch das darf es nicht. Das wollen wir nicht wahrhaben, das misslungene Leben.

bild: unsplash

Hier ist nicht das Jenseits

Philosoph Schmid glaubt, dass wir zu einem modernen Zeitalter des «Nur-Positiv-Denkens» verkommen sind. Das habe mit der Verweltlichung einer einst religiösen Welt zu tun. Im Zuge der Säkularisierung haben die Menschen den paradiesischen Zustand, der ihnen für das Jenseits versprochen wurde, selbst in die Hand genommen und das permanente Glücklichsein ins Diesseits gehievt. Das Resultat: Jazzsongs wie «Don’t Worry, Be Happy» von Bobby McFerrin brennen sich ins kollektive Bewusstsein mehrerer Generationen ein.

Er sitzt schon wie ein Engel auf dem Sessel: Was McFerrin vorschlägt, funktioniert in der Realität einfach nicht.  Video: YouTube/BobbyMcFerrinVEVO

Einfach Glücklichsein mag im Jenseits bei den Engeln funktionieren, zumal das ja nie jemand überprüfen kann. Doch im Diesseits unter Menschen gilt nicht notwendigerweise der Lebensstil von flatternden Himmelswesen. Im Gegenteil. Wie gesagt, das Leben ist hart, Misserfolge unumgänglich. Wer diesem Faktum jedoch kein Gehör schenkt, bildet sich ein, alles müsste schon von vornherein schön und korrekt sein: Der Partner, die Kindererziehung, die Wohnsituation, das freundschaftliche Verhältnis zum Chef. Alles, was nicht im fröhlichen Kanon des Erfolgs mitsingt – die stagnierende Karriere, die kaputte Ehe, das hässliche Sofa, der langweilige Job –, das ist alles halb so wild, wird schon gut kommen, muss gut kommen. Positiv denken ist eben die Devise.        

«Wäre es wirklich schön, in einer völlig heilen Welt ein völlig heiles Leben zu führen? Es könnte sich dabei wohl nur um ein ruhiggestelltes Leben in einer stillgestellten Welt handeln.»

Prof. Dr. Wilhelm Schmid

Laut Schmid laugt es die Menschen jedoch vielmehr aus, wenn mit aller Macht auf einer positiven Sichtweise beharrt wird. «Und das führt», so Schmid in einem Podcast des «Südwestrundfunks», «nicht etwa dazu, von dieser Ideologie abzulassen, sondern dazu, noch wütender positiv zu denken. Denn da muss man etwas im eigenen Selbst niederkämpfen und da gibt es erfahrungsgemäss nie nur positive Seiten zu entdecken.»

Positives Denken kann schön und motivierend sein, aber nach der philosophischen Theorie von Wilhelm Schmid ist es kein Lernsystem. Die Sensibilität für Probleme und für berechtigte Kritik geht in der Schönmalerei unter. Und abgesehen davon macht es uns anfällig für schmerzliche Erfahrungen: Je höher nämlich die positive Erwartung, desto tiefer der Absturz schon bei der kleinsten Negativität. «Wenn nur noch das Gelingen zählt, wird jedes Misslingen zur schlimmen Störung», so Schmid.

Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt.

Deutsche Redensart

Pessimisten leben länger und sind glücklicher

Der Anti-Freund des immer himmelhoch jauchzenden Positivisten ist der allseits unbeliebte Pessimist. Doch jüngste psychologische Studien sind bemüht, das Image der Stirnfaltenträger zu renovieren: Während chronische Optimisten nämlich das präventive Grübeln nicht beherrschen und sich mit ihrem Übermut eher noch in Gefahr bringen, würden es die Pessimisten lockerer und vor allem bedachter angehen. Denn begleitet von Sorgen – was die Psychologen in der genannten Studie als «unangenehmes Gefühl gegenüber der Zukunft» definieren – werden sie aktiv und sind motiviert, das Schlimmste der nahen Zukunft zu vermeiden. Nicht zuletzt fühlt sich ihr Erfolg auch besser an, weil die Differenz zur erwarteten Beglückung grösser ausfällt.

Scheitern ist trotzdem Scheisse

Misserfolg macht die meisten Menschen, ob Pessi- oder Optimist ist dabei egal, im Normalfall trotzdem traurig und verunsichert. Das Misslingen zieht in der Regel runter. Da helfen auch keine volksmündlichen Sprüche wie «An Niederlagen wächst man!» oder «Verlieren schult den Charakter!» weiter. «Einfach positiv denken!» – da ist es schon wieder.

Zur Aufmunterung eignet sich schliesslich wohl doch wieder ein wissenschaftlicher Zugang. Genauer: ein evolutionsbiologischer und kultureller. Ein Kleinkind muss tausend Mal hinfallen, bis es gehen kann, um dann endlich ein Erfolgserlebnis geniessen zu können. Und so ein Erfolgserlebnis entzückt auch ein Erwachsenenleben enorm. Aber nur, wenn dahinter eine Challenge steckt. Nur, wenn der Erfolg neu ist und nicht die selbe Aufgabe zum zigsten Mal siegreich vollendet wird.

bild: unsplash

Philosoph Schmid sagt, dass das Misslingen eine wertvolle Gelegenheit sei, die neue Perspektiven erschliessen kann und die uns letztlich sogar zwingt, auf andere Weise an eine Sache heranzugehen. Das gehe so weit, dass dem Misserfolg eigentlich aller menschliche Fortschritt zu verdanken sei. Denn mit dem eigenen Misslingen hilft man den anderen. Abschauen, analysieren, einschätzen, heissen diese Prinzipien.  

Evolutionsbiologisch macht es also Sinn zu scheitern, denn wenn es auch selber Unglück produziert, hilft es der Art und ihrer Entwicklung. Der Sozialpsychologe Heiner Keupp geht gar so weit, dass er das Scheitern als eine Erfindung der Leistungsgesellschaft darstellt. Gewinner und Verlierer gibt es laut ihm nur wegen der überhöhten Erwartungen und dem Druck der vorherrschenden Gesellschaftsordnung.

Will heissen: Wenn du nicht zu viel von dir selbst erwartest, solltest du dich nach der nächsten misslungenen Dessert-Kreation, einer gescheiterten Liebesbeziehung oder dem unverhofften Kündigungsschreiben auch nicht wie das grösste Opfer der Welt fühlen.

Und dann? Weitermachen. Wozu? Damit wieder etwas Neues gelingt. Etwas anderes bleibt schliesslich nicht übrig.

 

Das ganze Gespräch mit Wilhelm Schmid kannst du dir hier anhören. 

Abschalten vom Alltagsterror – zum Beispiel beim Campen:

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  • nilson80 26.08.2017 08:28
    Highlight Der Titel passt nicht wirklich zum Inhalt des Artikels. Die glücklichere Alternative zum naiven positiv Denker ist sicher nicht der Pessimist. Das Problem beim Pessimisten ist, dass er oft auch vieles nicht mehr versucht, da es "sowieso schief geht". Scheitern darf keine Katastrophe sein, eine grundsätzlich positive Grundhaltung ist aber sinnvoll.
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  • purzelifyable 24.08.2017 20:45
    Highlight Philosophie ist überbewertet.
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  • BeWi 24.08.2017 20:26
    Highlight Unser Leben: Mutation und Selektion.. genau das im übertragenen Sinn..
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  • Gohts? 24.08.2017 10:46
    Highlight Danke für den Artikel der Kategorie:
    Wenn ein Philosoph Optimismus mit blinder Naivität ohne Selbstvertrauen und Pessimismus mit überlegtem Handeln ohne grosse Erwartungen verwechselt.
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  • Fanta20 24.08.2017 09:12
    Highlight Vielleicht zu philosophisch: Etwas sehr Wichtiges ist m. M. auch die Einsicht, dass ohne Rückschläge und Misserfolge im Leben auch die Erfolge rein gar keine Bedeutung hätten, da sie ja selbstverständlich würden.

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  • reamiado 24.08.2017 00:55
    Highlight Pessimismus ist deshalb so erfolgreich, weil man entweder recht bekommt, dass etwas schlecht herausgekommen ist oder es kommt gut und man ist positiv überrascht.
    23 1 Melden
    • Bruno Wüthrich 24.08.2017 08:48
      Highlight Pessimismus ist doch nicht erfolgreich. Pessimismus ist lediglich weit verbreitet. In diesem Fall hat dies jedoch mit Erfolg nichts zu tun (was nicht heissen soll, dass nicht auch Pessimisten erfolgreich sein können).
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    • reamiado 24.08.2017 09:34
      Highlight Erfolgreich insoweit, dass es sich bei so einigen Menschen als Lebenshaltung durchsetzt. Aber Sie haben schon auch recht, Herr Wüthrich, die Verbreitung war es, was ich meinte. (:
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  • Statler 24.08.2017 00:12
    Highlight Die Frage ist doch, wie Misserfolge gewertet werden.
    Und das könnten wir uns jetzt wirklich mal bei den Amis abschauen: «ich hab' 'ne Idee, bla, bla»...«wow cool, great! go for it! I'll help you! (naja, vielleicht)» - der Schweizer: «hmm, echt? hast du dir das gut überlegt? Bist Du versichert?» --- Die Idee erweist sich als dämlich und das Ganze geht schief. Der Ami «well, damn, man, that sucks. But you'll have better luck next time.» - und bei uns: «siehst Du, ich hab's ja gleich gesagt».
    Und genau wegen dieser Einstellung ist das Silicon Valley in Kalifornien und nicht bei uns...
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  • Gummibär 23.08.2017 23:36
    Highlight Ich bin überzeugter Pessimist und jeder Tag meines Lebens ist voller positiver Überraschungen !
    Enttäuscht bin ich höchst selten.
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  • Bruder 23.08.2017 22:47
    Highlight Wenn ich das richtig gecheckt habe, sind also die Pessimisten die besseren Optimisten!
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  • Silent Speaker 23.08.2017 22:18
    Highlight Ich bin ein Pessimist. Und das Leben bestätigt mich immer wieder darin, damit Recht zu haben, ein Pessimist zu sein.
    23 7 Melden
    • Bruno Wüthrich 24.08.2017 00:24
      Highlight Aber Sie werden nie erfahren, wie Ihr Leben verlaufen wäre, wenn Sie daran geglaubt hätten, es verändern zu können. Oft reicht es nicht, es lediglich zu versuchen.

      Für mich war immer klar, dass die Pessimisten öfters recht haben als die Optimisten. Doch wenn immer auf der Welt nachhaltig etwas zum Positiven verändert wurde, wenn ein Erfinder eine geniale Erfindung tätigte oder ein Unternehmer etwas aufbaute, war diese Person zumindest in dieser (seiner) Sache ein Optimist.

      Selbstverständlich scheitern jedoch wahrscheinlich alle Optimisten ein oder mehrere Male in ihrem Leben. Who cares?
      5 6 Melden
    • Silent Speaker 24.08.2017 19:24
      Highlight Ein Optimist ist der, der auf dem Liegestuhl sitzt und wartet, dass ihm das Glück zufliegt. Ein Optimist lebt nach dem Motto, auch wenn ich nichts tue, kommt es schon irgendwie gut.

      Der Pessimist ist doch der, der aktiv gegenlenkt. Gerade beim Erfindertum benötigt man doch Pessimismus, das Anzweifeln und Hinterfragen. Nur dann kommt man auf "weltverbessernde" Lösungen.

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    • Silent Speaker 24.08.2017 19:27
      Highlight Etwas Passiveres als einen Optimisten gibt es doch gar nicht:
      "Optimismus (von lat.: optimum, „das Beste“) ist eine Lebensauffassung, in der die Welt oder eine Sache von der besten Seite betrachtet wird; er bezeichnet allgemein eine heitere, zuversichtliche und lebensbejahende Grundhaltung sowie eine zuversichtliche, durch POSITIVE ERWARTUNG bestimmte Haltung angesichts einer Sache hinsichtlich der Zukunft. Ferner bezeichnet sie eine philosophische Auffassung, wonach die Welt die beste aller möglichen Welten ist, in der Welt alles gut und vernünftig sei oder sich zum Besseren entwickelt."
      2 0 Melden
    • Bruno Wüthrich 24.08.2017 22:01
      Highlight @ Silent Speaker

      Sie haben eine seltsame Sichtweise. Ein Optimist kann z.B. einer sein, der an eine Sache glaubt. Der daran glaubt, dass es Sinn macht, wenn er sich engagiert. Der sich etwas zutraut. Der sich nicht entmutigen lässt, wenn er scheitert, sondern den Fehler sucht, und dannn neu startet, weil er davon ausgeht, dass er das besser kann.

      Mit Fleiss oder Faulheit hat Optimismus nichts zu tun. Wei bei den Pessimisten gibt es auch bei den Optimisten fleissige und faule.

      Oft wird Optimismus mit Blauäugigkeit gleich gesetzt. Ich halte dies für komplett falsch.
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  • Bruno Wüthrich 23.08.2017 22:16
    Highlight Es gibt (oder gab zumindest mal) Kurse im positiven Denken. Wer einen derartigen Kurs besuchte, war hinterher immer gut zu erkennen. Irgendwie wurde bei der grössten Scheisse immer etwas Positives gesucht und scheinbar gefunden. Trotzdem sah man diesen Menschen an, dass nichts so ist, wie es scheinen sollte.

    Wahres positives Denken kann man nicht lernen. Dies ist angeboren oder muss sich von selbst entwickeln. Positives Denken schliesst nicht aus, dass Scheisse als Scheisse empfunden wird. Es schliesst auch das Scheitern nicht aus. Ein grosser Feind des positiven Denkens ist der Neid.
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  • N. Y. P. 23.08.2017 22:14
    Highlight Ralph Krüger,
    unser Ex-Eishockey-Trainer, hatte eine Phase, wo er der einzige ! Mensch auf dem Planeten Erde war, der die Nationalmannschaft auf positivem Weg sah. Die Journalisten hatten ab und zu Kopfschüttelmomente. Es ist ein schmaler Grat, zwischen positiv sein und alles durch die Rosa Brille sehen.
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  • zombie woof 23.08.2017 21:53
    Highlight Ein Pessimist ist ein Optimist mit Erfahrung
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    • Bruno Wüthrich 24.08.2017 00:27
      Highlight Präzisere Definition: Ein Pessimist ist einer, der früher mal glaubte, ein Optimist zu sein, dann aber nicht mit der nötigen Überzeugung zur Sache ging und scheiterte. Nach dem ersten Scheitern gab er auf und wurde Pessimist mit Erfahrung.
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  • Pupsi 23.08.2017 21:40
    Highlight Weil eh alles scheisse ist -.- ;)
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    • Bolly 25.08.2017 08:54
      Highlight Ja das sagt mein Mann auch zu mir, wenn ich das sage. Das ich alles 💩 finde. Oh soll mal pos denken. Bin froh das ich als Pessi nicht alleine da stehe. Das geht einfach nicht so. Das Leben prägt einem ja auch. Kann mich nicht "vorher" freuen, erst wenn ich mich einigermassen sicher bin, dann klappt es eher mit dem freuen. ✌🏼
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  • salliona 23.08.2017 21:19
    Highlight Glück - alles was Sie darüber wissen müssen und warum es nicht fas Wichtigste im Leben ist (ein Buch von ihm) empfehle ich hier gerne weiter. Hab' damals meine Maturaarbeit zum Thema Glücklichsein geschrieben.
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  • Yannick Güttinger 23.08.2017 21:08
    Highlight Ist nicht gerade dieser Umgang mit Misserfolgen eine optimistische Ansicht der Dinge? Ein Pessimist sieht eben gerade diesen Lerneffekt nicht, der hinter einem Misserfolg steckt, sondern fokussiert sich auf die negativen Auswirkungen dessen, weswegen er sich unglücklich fühlt. Ausserdem ist ein Optimist fähig, in jeder Lebenssituation sich dem positiven Aspekt zu widmen, was ihn glücklich macht, und ihn vor allem zu Erfolgen ansport. Wie bei allem, gilt auch hier: Die Menge macht das Gift. Doch würde ich die Meinung vertreten, dass ein Optimist im Endeffekt glücklicher ist.
    16 14 Melden
    • QueenNiin 23.08.2017 22:03
      Highlight Bin ich ganz deiner Meinung. Aus dem Artikel schliesse ich auch, dass Misserfolge positiv angesehen werden sollen, was ja wirklich nur ein Optimist kann....
      7 6 Melden
    • Silent Speaker 23.08.2017 22:22
      Highlight Ein Pessimist muss sich überhaupt nicht unglücklich fühlen. Ein Pessimist sieht aber den Ausgang der Dinge negativ. Meist bestätigt sich das auch. Ausnahmen bestätigen, wie immer, die Regel. Auch im Leben eines Pessimisten darf es mal einen positiven Ausgang geben. Aber ein Pessimist wäre kein Pessimist, wenn er selbst in diesem positiven Ausgang als nächstes wieder eine negative Folge erkennen würde.

      Pessimisten sind einfach die intelligenteren Menschen.
      18 10 Melden
    • Silent Speaker 23.08.2017 22:26
      Highlight Noch was zur Erfolgstheorie:

      Ein Kurt Cobain z.B. war ja ein ausgesprochener Pessimist. Und so erfolgreich, dass es ihm zu viel war.

      Die Mehrheit, die mir im Alltag so begegnet, sind Optimisten. Und sie haben es eigentlich zu nichts gebracht.
      13 10 Melden
    • Eskimo 23.08.2017 23:02
      Highlight Zu was hat es denn Kurt Cobain gebracht? Mehr scheitern als er kann man doch gar nicht.
      3 4 Melden
    • Yannick Güttinger 23.08.2017 23:08
      Highlight Ich würde definitiv nicht so weit gehen und sagen, dass Pessimisten intelligenter sind. Dies ist eine Generalsierung und bedürfte weiteren Definitionsbedarf.

      Zum Erfolg: Jemand, der denkt, dass er reüssieren wird und an sich selbst glaubt, hat zweifelslos die höhere Erfolgschance als jemand der bei jedem Misserfolg sich und seine Fähigkeiten anzweifelt.

      Kurt Kobain war in einer Musikrichtung tätig, die auf Pessimismus basiert. Dass da ein Pessimist erfolgreich ist, überrascht nicht. Die gängige Meinung in der Unterhaltungsindustrie ist jedoch viel mehr: Believe in yourself! You can do it!
      3 3 Melden
    • Bruno Wüthrich 24.08.2017 00:35
      Highlight @ Silent Speaker

      Wenn es intelligent ist, zu lernen, weshalb etwas nicht geht oder nicht gehen kann, um dann zu erleben, dass es ein anderer einfach getan hat und damit erfolgreich war, dann haben Sie völlig recht.

      Wie sehr Kurt Cobain Pessimist war, weiss ich nicht. Zumindest machte er sich auf, den Menschen seine Kunst darzubieten und hatte damit Erfolg.

      Dass er mit den Begleiterscheinungen nicht umgehen konnte, hat meiner Meinung nach nichts mit Pessimismus zu tun.

      Noch eine Frage: Woran wollen Sie erkennen, dass die meisten Menschen, die Ihnen im Alltag begegnen, Optimisten sind?
      2 2 Melden
    • Silent Speaker 24.08.2017 19:08
      Highlight @Güttinger: https://de.wikipedia.org/wiki/Nevermind

      Das Magazin Rolling Stone setzt das Album auf Platz 17 von 500 der wichtigsten Alben aller Zeiten. Also deine Argumentation ist gelinde gesagt hanebüchen.

      @Bruno Wüthrich: Kurt Cobain war ausgesprochener Pessimist. http://www.forumbiodiversity.com/showthread.php/24346-Kurt-Cobain-s-Nihilism
      Pessimisten sind nicht nur intelligenter, sie sind auch die besseren Künstler und verständnisvolleren Menschen.

      Woran ich erkenne, dass die Menschne Optimisten sind? Ich spreche mit ihnen. Und selbst wenn sie im grössten Sumpf sind sagen sie: Kommt gut.
      2 0 Melden
    • Silent Speaker 24.08.2017 19:14
      Highlight Einige hier halten Pessimisten wohl für lethargische Eigenbrödler, die nur darauf warten, sterben zu dürfen.

      Pessimisten sind wohl eher die, die mehr mit sich selbst anzufangen wissen als Optimisten. Optimisten hoffen, so stelle ich das fest, dass andere ihre schlechte Situation in Ordnung bringen. Optimistische Angehörige von Alkoholikern z.B., die meinen, wenn sie eine Entzugstherapie von 3 Wochen machen, sie danach geheilt wären. Der Pessimist sagt dann: Der Alkoholiker will und wird nicht aufhören. Und erntet für die offensichtliche Prognose Schimpfe, wie negativ man doch eingestellt sei.
      2 0 Melden
    • Silent Speaker 24.08.2017 19:19
      Highlight Es gibt auch unter Pessimisten einen Zweckoptimismus. Das ist aber nicht dieser blinde, ja geradezu dumme Optimismus, den ein Optimist hat. Er dient dazu, ein mehr oder weniger kalkulierbares Risiko einzugehen. Andernfalls könnte sich ein Pessimist nicht mehr auf die Strasse begeben, sich einer notwendigen OP unterziehen etc.
      Aber der Pessimist rechnet stets damit, dass es schief gehen kann und ist somit auf etwaige Umstandsänderungen vorbereitet. Der Optimist läuft halt blind ins Messer.

      Also dass Optimisten (Tschakka, jawohl!) mehr erreichen, ist meiner Erfahrung nach Schwachsinn.
      2 0 Melden
    • Silent Speaker 24.08.2017 19:29
      Highlight @Bruno Wüthrich:

      Zitat aus Wikipedia:

      "Die Mehrheit der Menschen ist nicht nur optimistisch, sondern unrealistisch optimistisch:"

      Meine Erkenntnis stammt allerdings nicht von dort, stimmt aber offensichtlich überein.
      2 1 Melden
    • Bruno Wüthrich 24.08.2017 22:13
      Highlight So ein Blödsinn! Davon, was Sie hier schreiben, lässt sich rein gar nichts beweisen. Woher kommt denn Ihr Optimismus, dass das, was Sie da von sich geben, auch nur im Entferntesten stimmen könnte.

      Wer Blauäugigkeit, Sorglosigkeit und Schmarotzertum mit Optimismus verwechselt, hat definitiv nichts begriffen. Wobei ich nicht sagen will, dass Optimisten nicht blauäugig, sorglos oder Schmarotzer sein können. Letzteres können aber auch Pessimisten.

      Wenn sich derart viele Menschen, wie Sie sie beschreiben, in Ihrem Umfeld tummeln, sollten Sie sich ev. überlegen, den Bekanntenkreis zu wechseln.
      0 2 Melden
    • Silent Speaker 24.08.2017 22:39
      Highlight Steht in meinem Kommentar irgend ein einziges mal Schmarotzer oder Schmarotzertum?

      Am Thema vorbei, werter Herr Wüthrich.
      2 0 Melden
    • Bruno Wüthrich 25.08.2017 06:24
      Highlight Ja, das steht da. Zwar nicht wortwörtlich, aber halt doch irgendwie.

      Zitat: «Optimisten hoffen, so stelle ich das fest, dass andere ihre schlechte Situation in Ordnung bringen.»

      Dies ist ohne jeden Zweifel eine Art des Schmarotzertums. Also keinewegs am Thema vorbei. Ich bleibe demnach dabei: Sie sind völlig auf dem Holzweg und haben bei diesem Thema keine Ahnung!
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  • Sandro Lightwood 23.08.2017 21:08
    Highlight Das leben ist schon erschreckend Stumpfsinnig. So als reine Essenz gesehen.
    7 2 Melden
    • Silent Speaker 23.08.2017 22:34
      Highlight Lightwood. Dein Name ist Programm. Das Leben ist die Folge eines einzigen primitiven Urtriebs.

      Schau zu, dass "Lightwood" nicht zu oft steht und noch erfolgreich neues Leben schafft. ;)
      3 2 Melden
    • Sandro Lightwood 24.08.2017 10:59
      Highlight 😏
      1 0 Melden
    600
  • N. Y. P. 23.08.2017 20:39
    Highlight Philosoph Schmid glaubt, dass wir zu einem modernen Zeitalter des «Nur-Positiv-Denkens» verkommen sind.

    Nicht alle tragen diese maskenhafte, positiv denkende, Grimasse durch die Gegend.
    Es gibt viele Menschen, die entspannt durchs Leben gehen.
    14 3 Melden
    600
  • Marcel Mohn 23.08.2017 20:22
    Highlight Per aspera ad astra!
    7 3 Melden
    600

Sie so: «Picdump! Jeh!»

Als erstes: Loro ist immer noch in den Ferien, weilllll – er hatte am Montag Geburtstag. Vermutlich ist er noch betrunken. Gratuliert ihm alle schön brav, ja?

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