Schweiz
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Die Studiogäste gaben sich zahm – zu Recht. Alles andere wäre pietätlos gewesen. screenshot: srf

Wer wagt, verliert eben auch mal – Warum die Verwahrungs-«Arena» floppte

Die SRF-«Arena» vom Freitagabend zeigte: Nicht jedes Thema eignet sich für eine Politsendung. Obwohl das Thema relevant war, wagten es die Studiogäste kaum, eine Diskussion anzuzetteln. 



Der Vierfachmord von Rupperswil interessiert ungemein. In den letzten Tagen berichteten die Medien im Liveticker über jede Bewegung von Thomas N. vor Gericht. Es folgten Analysen, Interviews mit Experten, Bildergalerien von Gerichtszeichnungen.

Nach seiner Verurteilung zu einer lebenslangen Haft und einer ordentlichen Verwahrung hätte man annehmen können, dass nun wieder durchgeatmet werden kann. Der Täter ist weggesperrt, der Rummel vorüber. Endlich ist es vorbei.

Als dann Jonas Projer ankündigte, dass er seine «Arena» dem Thema widmen will, gab es darum erst einmal Schelte für den SRF-Moderator. Es gehe ihm lediglich um eine gute Quote, so der Vorwurf. Ein solches Thema in einer Politsendung zu diskutieren, sei geschmacklos. Das solle man gefälligst den Richtern im Gerichtssaal überlassen.

Darum stand diese Frage besonders im Zentrum der «Arena» vom Freitagabend: Ist es angebracht, in einer Politsendung über einen Vierfachmord, die Strafbarkeit des Täters und die Konsequenzen für die Opfer zu diskutieren?

Ins Studio eingeladen hatte Projer SVP-Nationalrätin Natalie Rickli, FDP-Ständerat Andrea Caroni, Psychoanalytiker Peter Schneider und den forensischen Psychiater Marc Graf.

Gleich zu Beginn der Sendung wurde klar: Das Experiment ging schief. Die Studiogäste äusserten ihre Voten zaghaft, waren darauf bedacht, keine aggressiven Argumentarien aufzufahren, sprachen sachlich. Eine spannende Diskussion geht anders.

Doch übel nehmen konnte man es Rickli, Caroni und Co. keineswegs. Zu Recht behandelten sie das Thema mit der nötigen Sensibilität. Es politisch auszuschlachten wäre mehr als unangebracht gewesen.

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Die Krallen blieben also eingefahren, man war sich einig: Thomas N. hat eine gerechte Strafe erhalten. Eine Strafe, die auch für die Opfer wichtig ist, indem sie beim Verarbeitungsprozess der grausamen Tat hilft, indem sie das Vertrauen in die Rechtsordnung wieder herstellt.

Moderator Projer versuchte nun, einen Schritt weiterzugehen und das Thema auf eine gesellschaftspolitische Ebene zu heben. Er warf die Frage auf, was es denn bedeute, wenn jemand eine lebenslängliche Freiheitsstrafe erhält und was eine lebenslange Verwahrung ist. Kann diese überhaupt angewandt werden? Wann, wenn nicht in diesem Fall?

Auch bei dieser Frage herrschte bei den Studiogästen Einigkeit. Niemand war überrascht darüber, dass Thomas N. nur eine ordentliche statt einer lebenslangen Verwahrung erhielt.

Marc Graf erklärte, es sei schlicht unwissenschaftlich, in einem Gutachten die Prognose zu stellen, dass ein Straftäter sein Leben lang «untherapierbar» bleibe.

Bestärkt wurde Graf von Peter Schneider. Auch er sagte, dass eine Prognostik, die bis ans Lebensende eines Täters reichen soll, Wahrsagerei sei.

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Eine lebenslange Verwahrung ist also faktisch in der Praxis nicht umsetzbar. FDP-Ständerat Caroni sagte zudem, dass auch ordentlich Verwahrte in der Schweiz kaum je wieder auf freien Fuss kämen. In den letzten 14 Jahren seien es zwei Prozent aller ordentlich Verwahrten gewesen, die aus der Haft entlassen wurden. Darin eingerechnet seien auch jene, die im Gefängnis gestorben sind. Die Zahl sei also äusserst tief.

Macht das demnach den Artikel 123a in der Bundesverfassung, welcher die lebenslängliche Verwahrung regelt und der nach einer Volksinitiative 2004 eingeführt wurde, obsolet?

Sogar SVP-Nationalrätin Rickli äusserte, dass vielleicht der Ansatz der Verwahrungsinitiative der falsche gewesen sei. Viel wichtiger sei es, im Bereich der lebenslangen Freiheitsstrafe einzufordern, dass diese tatsächlich auch lebenslang ist.

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Je länger die Sendung dauerte, umso mehr driftete das Gespräch ab und verhaftete in Quoten, Statistiken und unterschiedlichen Therapieformen. Die wirklich dringenden Fragen kamen aus dem Publikum.

Pascale Ruetsch zum Beispiel konnte es nicht verstehen, warum jemand, der so etwas Schlimmes getan hat, auch noch eine Therapie erhalten soll. Auch verstehen konnte sie nicht, dass so einer auch nur die geringste Chance bekommt, eines Tages wieder auf freien Fuss zu kommen. «Bei diesem Gedanken zieht es mir den Magen zusammen», sagte sie. 

Psychiater Graf versuchte es mit einer Gegenfrage zu erklären: Können Sie sich vorstellen, dass jemand, der eine lange Zeit im Gefängnis war, in hohem Alter, wenn er bereits gebrechlich ist, frei kommt, damit er menschenwürdig sterben kann?

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Nein, das konnte sich Ruetsch nicht vorstellen. Und auch andere Zuschauerfragen vermochten die Politiker und Experten nur ungenügend zu beantworten. Warum ist es denn in der Schweiz schon vorgekommen, dass ein Täter im Hafturlaub wieder gemordet hat? Wer kann garantieren, dass jemand, der so etwas Schlimmes getan hat, nicht wieder durchdreht?

Die Diskussion drehte sich mehr und mehr im Kreis. Für emotionale Fragen und provokante Antworten gab es keinen Platz. Das war gut so – alles andere wäre pietätlos gewesen.

In diesem Sinne stellte sich zuletzt doch die Frage, ob die «Arena» das richtige Sendegefäss war, um einen Vierfachmord zu thematisieren. Eine politische Auseinandersetzung mit den juristischen Konsequenzen in einem solch schwerwiegenden Fall ist sicherlich wichtig. Derzeit scheint es jedoch, dass die Bevölkerung sich erst noch vom Schock erholen muss, bevor sie sich politischen Fragen zuwenden kann.

watson-Reporter William Stern am Prozess von Thomas N.

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46
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46Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Dinolino 19.03.2018 09:49
    Highlight Highlight Das erhellenste war war doch, so ab Min.53,dass Herr Graf meinte er sei kein (wörtlich!) sex-offener-saugrüsle sei. Soviel zu nuscheln am TV. Er führte ab dem Momenten die Diskussion ins groteske. Auch das er "Gäste" in seiner Einrichtung pflegt - 10 Jahre für leichte Körperverletzung....
    0 0 Melden
  • demokrit 17.03.2018 18:24
    Highlight Highlight Eine enttäuschende Arena. Statt dass die Bevölkerung - wie im Trailer von Jonas Projer gross angekündigt - zu Wort gekommen wäre, diskutierten die politischen Selbstdarsteller Natalie Rickli und Andrea Caroni unter sich politische Detailfragen. Ricklis undeutliches Genuschel ist zudem sehr schwer verständlich. Und Graf stellte die Psychiatrie als Naturwissenschaft dar, das ist sie mitnichten.
    8 13 Melden
  • Patamat 17.03.2018 13:43
    Highlight Highlight Auch wenn die Diskussion verständlicherweise zurückhaltend war, wurden meines Erachtens zwei wichtige Punkte angesprochen. Zum einen die Unterscheidung zwischen der Bestrafung für die schuldhafte Tat und der Verwahrung zum Schutz der Bevölkerung. Das wird leider immer wieder vermischt. Zum anderen die Erkenntnis, dass solche Taten nicht verhindert werden können, ohne auch potentiell Unschuldige für immer wegzusperren. Und Ersttäter wie im aktuellen Fall können trotzdem nicht vorgängig erkannt werden.
    26 1 Melden
  • Bert der Geologe 17.03.2018 13:42
    Highlight Highlight Wir sollten uns hüten die Verfassung mit Artikeln zu beladen, die gar nicht ausführbar sind. Das ist reine Schaumschlägerei und entwürdigt die Verfassung.
    29 1 Melden
    • Roterriese 18.03.2018 08:23
      Highlight Highlight Natürlich ist der Artikel umsetzbar. Die Auführungbestimmungen der Regierung sind es aber nicht, da har das Parlament bei der Umsetzung wie so oft versagt
      3 9 Melden
    • demokrit 18.03.2018 09:35
      Highlight Highlight Auch der Initiativ-Artikel 123a BV sagt:
      "1 Wird ein Sexual- oder Gewaltstraftäter in den Gutachten, die für das Gerichtsurteil nötig sind, als extrem gefährlich erachtet und nicht therapierbar eingestuft, ist er wegen des hohen Rückfallrisikos bis an sein Lebensende zu verwahren. Frühzeitige Entlassung und Hafturlaub sind ausgeschlossen."

      Bereits die Initiative verlangt die nicht therapierbarkeit.

      Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Verwahrung_(Schweiz)#Lebenslange_Verwahrung
      4 1 Melden
    • Bert der Geologe 18.03.2018 09:49
      Highlight Highlight @roter Riese: jetzt hast du ein gutes Beispiel für Schaumschlägerei gebracht
      4 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pafeld 17.03.2018 11:43
    Highlight Highlight Ich wäre froh, wenn in der Schweiz jeder lebensgefährdende politische Entscheid mit der Gründlichkeit diskutiert werden würde, wie dieses Verfahren. Schliesslich ist der Mord durch einen Psychopathen nicht massiv schlimmer, nur weil man im Gegensatz zu langwieriger Krankheit mit Todesfolge den Täter in die Finger kriegen kann. In der Schweiz sterben jedes Jahr ein vielfaches an Menschen an (teils bewusst) verpatzten politischen Entscheiden, als durch die Hand von potentiell untherapierbaren Sexualverbrechern.
    11 18 Melden
  • JaneSoda*NIEwiederFaschismus 17.03.2018 11:34
    Highlight Highlight Guter, weiterführender NZZ-Kommentar zum Thema:

    https://www.nzz.ch/meinung/rupperswil-prozess-es-bleibt-enttaeuschte-hoffnung-ld.1366648
    4 2 Melden
  • AlteSchachtel 17.03.2018 11:34
    Highlight Highlight Die Arena ist ganz sicher das falsche "Gefäss" für ein solches Thema. Abgesehen davon, dass der Richter das bestmögliche Urteil gefällt hat (nach Meinung von Fachleuten):

    Wer, ausser spezialisierten Psychologen und Juristen, kann hier sachlich und fundiert mitreden?



    19 6 Melden
  • HLeon 17.03.2018 11:34
    Highlight Highlight Ich hätte mir eine vertieftere Betrachtung von Pädophilie gewünscht. Dieses Schicksal sucht sich keiner aus. Die Betroffenen sollten ermutigt werden, sich Fachpersonen anzuvertrauen, um einen sozialverträglichen Umgang damit zu finden. Die Enttabuisierung von Pädophilie würde die Wahrscheinlichkeit solcher Taten zweifellos verringern. Dass Pädophile schon grundsätzlich als Unmenschen verstanden werden, ist der Problematik jedenfalls nicht dienlich.
    36 3 Melden
  • HGS 17.03.2018 11:25
    Highlight Highlight Bin mit der Analyse von watson für einmal nicht einverstanden. Studiogäste und Moderator waren wie lange nicht mehr auf der Höhe ihrer Aufgabe: informieren, moderieren, differenzieren, Differenzen und Dilemmata aufdecken und aushalten, Lösungen ausloten. So entwickelt man die Polis weiter und nimmt die Bürgerinnen und Bürger mit.
    27 5 Melden
  • Thomas Binder 17.03.2018 10:54
    Highlight Highlight Wir debattieren endlos lange darüber, ob ein "Perverser" beispielsweise automatisch lebenslang verwahrt (natürlich oft zurecht!) oder alle paar Jahre neu beurteilt oder beispielsweise automatisch mit einem Verbot für die Ausübung von "Risikoberufen" (natürlich oft zurecht!) belegt werden soll. Gleichzeitig nehmen wir mit bestenfalls einem Schulterzucken zur Kenntnis, dass "Perverse", die an derselben narzisstischen Persönlichkeitsstörung (NPD) bis zur Psychopathie leiden, die Welt beherrschen.

    Play Icon
    9 13 Melden
    • mostlyharmless 17.03.2018 16:19
      Highlight Highlight Die NPD ist tatsächlich schlimm, aber zu irrelevant, um verboten zu werden.
      Achso, ja, Trump meinten Sie. Der wurde gewählt. Nicht schön, aber wollen Sie jetzt Menschen mit psychischen Störungen entmündigen oder was wollen Sie mit diesem Kommentar?
      10 6 Melden
  • ATHENA 17.03.2018 10:39
    Highlight Highlight Das ist ein gesellschaftsrelevantes Thema. Vielleicht hatte man in gewissem Masse eine gute Quote im Blick. Aber es ist ein Thema, worüber man diskutieren muss. Und nicht die Augen verschliessen. Von einem Juristen wie Beat Flach hätte ich mir da etwas mehr Differenziertheit gewünscht.
    31 2 Melden
  • derEchteElch 17.03.2018 10:21
    Highlight Highlight Was mir auffiel;
    Es war kein Vertreter der SP, JUSO, Grünen zu Gast, welche die Verwahrungsinitiative bekämpften, gegen lange Haftstrafen und für die „Resozialisierungsindustrie“ von Gewalttätern sind.

    Liegt wohl auch daran, dass es SP-Richter waren, welche die Wiederholungstäter trotz anders lautenden Gutachten frei liessen und der Gesellschaft wieder neue Straftaten bescherten..

    Man wollte sich halt nicht ins Abseits stellen. Man will sich nur ins positive Licht setzen. So wie immer. Stimmts Tamara?
    281 154 Melden
    • Pafeld 17.03.2018 11:35
      Highlight Highlight Wenn sogar Natalie Rickli als eine der vordersten Befürworterinnen der Verwahrungsinitiative heute sagt, dass die Initiative in dieser Form der falsche Ansatz gewesen sei, braucht es da noch die Linke, die schon vor 14 Jahren die Unnötigkeit zaghaft hervorhob? Schliesslich war es auch die politische Umgebung von Frau Rickli, welche jeden sachlichen Kritiker sofort als Mörder- und Pädophilenfreund zu brandmarken versuchte. Somit ist Ihre Giftspritzerei gegen SP, JUSO und Frau Funiciello (welche 2004 14 Jahre alt war) einfach nur absurd.
      52 87 Melden
    • Gar Manarnar 17.03.2018 12:36
      Highlight Highlight "SP-Richter".

      Der Elch verbreitet wieder fake-news. Die Prüfung, ob jemand bedingt aus der Verwahrung entlassen werden kann, trifft eine dafür zuständige Behörde, und nicht eine Einzelperson, schon gar nicht ein "SP-Richter". Nice try.
      54 73 Melden
    • pun 17.03.2018 13:19
      Highlight Highlight Vielleicht weil es einfach extrem pietätslos wäre, in die Arena zu kommen und "i told you so" zu sagen -> sogar Nathalie Rickli ist wie oben gesehen zum Schluss gekommen, dass die Verwahrungsinitiative wohl der falsche Ansatz war (übersetzt: unnötiger Populismus, der nicht mit unseren Grundrechten vereinbar ist).

      Die anderen Vorwürfe von dir gegen links sind wie immer plump, klischiert und nicht auf Fakten basierend. Wird dir das nicht irgendwann langweilig oder pflegst du einfach einen selbstbezogenen Personenkult als "letzter Meinungskrieger" gegen die linke Übermacht auf watson?
      39 74 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • mogad 17.03.2018 09:12
    Highlight Highlight Hab den Eindruck, dass den psychiatrischen Gutachten eine zu grosse Wichtigkeit beigemessen wird. In den letzten 20 Jahren bekamen mehrere Mörder aufgrund psychiatrischer Gutachten Hafturlaub oder wurden freigelassen und haben wieder gemordet. Trotzdem beharren die Psychiater weiter auf ihrer Deutungshohheit. Wer eine solche Tat begangen hat, gehört mMn lebenslang ins Gefängnis. Die Gesellschaft muss vor solchen Tätern nachhaltig geschützt werden. Sinnvoller wäre es mMn die Hinterbliebenen würden auf Staatskosten therapiert und nicht der Täter.
    38 29 Melden
    • HLeon 17.03.2018 11:06
      Highlight Highlight Von den unzähligen Ex-Tätern, die entlassen werden konnten, sich bestens integriert haben und nicht mehr rückfällig wurden, hörten Sie auch nichts. Diesbezüglich liegt in der Bevölkerung eine Wahrnehmungsverzerrung vor.
      Früher hätte man einen Menschen wie N. mit Folter und dem Tod bestraft. Ein Verständnis für die Psyche eines Menschen gab es damals nicht. Dank wissenschaftlichen Erkenntnissen haben wir heute ein viel differenziertes, ganzheitlicheres Bild. Ohne Pädophilie und narzisstischer PS hätte N. die Tat nicht begangen. An der Ursache eines Problems anzusetzen, ist das einzig richtige.
      22 2 Melden
    • Ehringer 17.03.2018 13:03
      Highlight Highlight Haben Sie die Arena gestern überhaupt gesehen? Es herrschte Konsens darin, dass in den letzten Jahren in Ausnahmefällen falsche Entscheide gefällt wurden. Ausserdem hat Herr Graf als Psychiater genau das Gegenteil von dem gemacht, was du sagst: Er hat praktisch die ganze Deutungshoheit von sich weggewiesen. Er hat ganz klar gesagt, dass er NICHT darüber entscheidet ob jemand frei kommt.
      18 1 Melden
    • FrancoL 17.03.2018 17:29
      Highlight Highlight Ich möchte den Bogen etwas weiter spannen und Ihnen unmissverständlich darlegen, dass wir nicht über "ein Leben lang" entscheiden können, nicht wir nicht die Spezialisten. Wir müssen Veränderungen als eine Möglichkeit ansehen, denn sonst negieren wir die Veränderbarkeit der Gesellschaft.
      10 2 Melden
  • Hugo Wottaupott 17.03.2018 09:06
    Highlight Highlight Es gibt vieles, die Schweiz ist liberal... Verwahrung, fürsorgerische Zwangsmassnahmen, Folter, Zwangsmedikationen...
    11 34 Melden
    • HLeon 17.03.2018 11:37
      Highlight Highlight ... Medienpranger, Volkshass, Forderung nach der Todesstrafe ... ja, wir sind wirklich ein fortschrittliches Land.
      23 5 Melden
  • mogad 17.03.2018 08:56
    Highlight Highlight Psychiater Graf: Lebenslange im Alter freilassen, damit sie (draussen in Freiheit) menschenwürdig sterben können? Ich wusste gar nicht, dass in den CH-Gefängnissen menschenunwürdige Verhältnisse herrschen!
    77 38 Melden
    • HLeon 17.03.2018 10:54
      Highlight Highlight Freiheitsentzug ist für praktisch jeden Menschen die schlimmste Strafe, das sollte Ihnen einleuchten. Den Tätern die Hoffnung zu nehmen, zumindest vor ihrem Tod in Freiheit leben zu dürfen, erachte ich als unmenschlich und rückständig.
      16 14 Melden
    • Gringoooo 17.03.2018 12:01
      Highlight Highlight Nur zu den Verhältnissen in den Gefängnissen;

      Ich weiss ja nicht wieviele Gefängnisse Sie schon gesehen haben von innen. Ich war in der Schweiz schon in mehreren (zur Ansicht, nicht als Strafe). In der Welschschweiz sind die Zustände teils prekär und wurden auch schon international beanstandet.
      19 4 Melden
  • mogad 17.03.2018 08:53
    Highlight Highlight Lebenslang und ordentl. Verwahrung! Nach ca. 15 J. werden erneut psychiatrische Gutachten erstellt, aufgrund derer entschieden wird, ob der Täter freigelassen werden kann oder nicht. Das hat einen Haken! Die Psychiatrie ist eine ungenaue Wissenschaft, die auf vielen Annahmen beruht. Kommt hinzu: Der Täter ist intelligent und manipuliert. Dem Fakt, dass dieser Mann gemordet hat steht die Tatsache gegenüber, dass Psychiatrie nicht auf gesichertes Wissen aufbauen kann. Mögl. Folge bei Freilassung: weitere Gefährdung der Gesellschaft durch den Täter.
    25 26 Melden
    • HLeon 17.03.2018 11:13
      Highlight Highlight Die Psychiatrie ist eine Wissenschaft, die sehr wohl über die Persönlichkeit und Entwicklung eines Menschen Auskunft gibt. Demgegenüber steht ihre Annahme, dass N. in 20 Jahren derselbe Mensch sei, wie heute. Dass Menschen sich im Laufe der Zeit verändern (können), lassen Sie aussen vor. Ihre Prognose ist rein spekulativ und baut, im Gegensatz zur Psychiatrie, nicht auf empirisch gesichertem Wissen auf.
      11 5 Melden
    • LeChef 17.03.2018 11:49
      Highlight Highlight Man kann natürlich auch jeden Straftäter sein Leben lang einsperren. Das reduziert sicher das Risiko, dass sie rückfällig werden, auf null. Aber ist das wirklich zielführend?
      16 3 Melden
  • Gringoooo 17.03.2018 08:20
    Highlight Highlight Hatte das Glück bei Herrn Graf einmal ein Semester lang eine Vorlesung zu besuchen.
    Auch wenn ich nicht grundsätzlich gegen eine Verwahrung bin, so hat er doch eine Interessante Sichtweise eröffnet.

    Er sagte einmal, dass er von keiner Person in dem Vorlesungssaal sagen könne, sie werde nie (mehr) eine Straftat begehen. So eine Prognose sei wissenschaftlich schlicht nicht möglich.

    Natürlich kann man trotzdem für eine Verwahrung sein - man muss sich schlicht der Konsequenz der annähernden (absoluten) Lebenslänglichkeit bewusst sein, da Prognosen über den Täter extremst schwierig sind.
    37 3 Melden
  • Scrj1945 17.03.2018 08:13
    Highlight Highlight Ich fand es komplett unnötig das projer dieses thema aufgriff. Es wurde schon von den anderen medien komplett ausgeschlachtet und alles bis ins kleinste detail geschildert. Der fall ist geklärt, der täter hat seine gerechte strafe bekommen und gut ist.
    17 20 Melden
    • mogad 17.03.2018 11:20
      Highlight Highlight Die Medien haben überhaupt nichts "ausgeschlachtet", geschlachtet hat jem. anders. Wenn die Hinterbliebenen und die gefährdete Oeffentlichkeit schon nicht selber Vergeltung üben dürfen, so hat man wenigstens das Recht, dem Staat bei der Rechtsfindung genau auf die Finger zu schauen! Abgesehen vom Leid der Hinterbliebenen, der Gefährdung der Oeffentlichkeit durch Psychopaten, zahlen wir alle mit unseren Steuern den Prozess, den Gefängnisaufenthalt und die Therapie des Täters! Da hat man/frau wohl das Recht hinzuschauen!
      7 7 Melden
  • N. Y. P. D. 17.03.2018 08:04
    Highlight Highlight Psychiater Graf : Können Sie sich vorstellen, dass jemand, der eine lange Zeit im Gefängnis war, in hohem Alter, frei kommt, damit er menschenwürdig sterben kann ?

    Es ist genau DAS, womit ich extrem Mühe habe. Wir reden über Menschenwürde gegenüber dem Täter. GENAU JETZT, wo die Anspannung auf der Opferseite maximal ist.

    Hätte ich die Macht der Opferfamilie einen Tag des Vergessens, des inneren Friedens zu schenken und ich müsste im Gegenzug Thomas N. weitere 20 Jahre aufbrummen..

    Ja, ich würde es tun.

    Ich weiss, ich weiss. Rechtsstaat und so..
    70 49 Melden
    • Ehringer 17.03.2018 13:10
      Highlight Highlight Genau JETZT wo überall Hasstiraden auf den Täter einprasseln ist es umso wichtiger, auch über Menschenwürde gegenüber dem Täter zu sprechen. Sich als Staat und als Gesellschaft NICHT als Rächer hinzustellen, sondern zu zeigen, dass wir als Gemeinschaft etwas besseres sind und können und einige Niveaus über ihm stehen.

      Ps. Ich bin mir fast sicher, dass es für den Täter eine genau so grosse psychische Belastung ist, wenn die Gesellschaft ihm 'menschenwürdig' begegnet als mit Hass.

      Play Icon
      18 6 Melden
    • N. Y. P. D. 17.03.2018 14:06
      Highlight Highlight Dein P.S. finde ich bemerkenswert. Da würde ich Dir zustimmen.

      Du hast sachlich, ruhig und besonnen argumentiert. Und das geht natürlich voll in Ordnung.

      Es gibt aber Leute, die schon Minuten nach einer Tat, besonnene Kommentare schreiben können. Als ginge es darum, ob man heute den Regenschirm mitnimmt oder nicht.

      Und dann frage ich mich einfach. Stimmt mit mir was nicht, dass ich emotional werde oder ist es eher nicht normal, wenn jemand nicht mal bei einer solchen Tat, kurz die Contenance in einem Kommentar verliert ?

      Rechtsstaat Ja,
      als User Dampfablassen auch Ja.
      3 6 Melden
    • Ehringer 17.03.2018 16:51
      Highlight Highlight Da stimme ich dir völlig zu, ich kann das auch nicht. Ich lasse dann halt das Kommentar schreiben, bis ich eine beruhigte Sicht habe. Dein Kommentar ist ja auch völlig ok verfasst, daher völlig ok. Das Schöne ist ja, das wir hier, trotz sehr emotionalem Thema, uf einer guten Ebene diskutieren können.
      11 0 Melden

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