International
Russland

Putin zum Jet-Abschuss: «Das wird die Türkei noch bereuen»

Putin zum Jet-Abschuss: «Das wird die Türkei noch bereuen»

Russlands Präsident Putin droht der Türkei im Streit über den abgeschossenen Kampfbomber massiv. In seiner Rede zur Lage der Nation sagte er: «Wer glaubt, dass es bei Wirtschaftssanktionen bleibt, der irrt sich gewaltig.»
03.12.2015, 10:3403.12.2015, 11:51
Mehr «International»
Ernste Miene: Wladimir Putin bei seiner Rede an die Nation
Ernste Miene: Wladimir Putin bei seiner Rede an die Nation
Bild: Ivan Sekretarev/AP/KEYSTONE

Die russische Regierung hat auf den Abschuss des russischen Su-24-Kampfjets mit harten Strafmassnahmen geantwortet. Bei seiner Rede zur Lage der Nation hat Präsident Wladimir Putin nun der Türkei massiv gedroht: «Ein Verrat ist immer eine Schmach. Wir wissen ganz genau, wer unseren Flieger abgeschossen hat», sagte Putin. «Wer glaubt, dass es bei Wirtschaftssanktionen bleibt, der irrt sich gewaltig.»

Wie genau diese Reaktion jedoch aussehen werde, liess Putin offen. Es solle jedoch verantwortungsvoll gehandelt werden: «Wir werden kein Säbelrasseln mit der Türkei zulassen.» Sicherheitskräfte und Geheimdienste seien jedoch mobilisiert. Dann drohte er der Türkei aber erneut: «Diese Menschen werden das bereuen. Wir wissen, was zu tun ist.»

Der russische Präsident erklärte, der Kreml sei bereit gewesen, über die sensibelsten Fragen mit der türkischen Regierung zu sprechen. Doch: «Offensichtlich hat Allah selbst beschlossen, die Verantwortlichen zu bestrafen.»

Putin warnte die Türkei: «Die Banditen dürfen keinen Unterschlupf bekommen.» Es dürfe kein «verbrecherisches Business mit den Verbrechern» geben, so der russische Präsident. Eine Anspielung auf die vom Kreml erhobenen Vorwürfe, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan selbst sei in Öl-Geschäfte mit dem «Islamischen Staat» (IS) verstrickt. «Wir wissen, wer sich in der Türkei das Geld in die Taschen steckt.»

Der russische Energieminister Alexander Novak kündigte am Donnerstag an, Russland werde den Bau derPipeline Turk Stream stoppen. Durch die geplante Pipeline vom russischen Küstenort Anapa sollen jedes Jahr bis zu 63 Milliarden Kubikmeter Gas strömen. Sie soll durch das Schwarze Meer bis nach Griechenland führen. Ausser Griechenland und der Türkei haben auch Ungarn, Mazedonien und Serbien Interesse an einem Anschluss an die Pipeline bekundet. Auch Gespräche über den Bau eines Atomkraftwerks in der Türkei würden nicht abgeschlossen, sagte Novak.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu reagierte umgehend: «Niemand schenkt den Lügen der sowjetischen Propagandamaschinerie Beachtung», sagte er. Die «sowjetischen Charaktereigenschaften Russlands» kämen nach und nach ans Tageslicht.

Ausserdem warnte Putin auch vor der Terrorgefahr aus Syrien, wo Russland mit Zustimmung von Präsident Baschar al-Assad Luftschläge fliegt. «Im Kampf gegen den Terrorismus hat Russland äusserste Verantwortung und Führung gezeigt», sagte Putin. Es sei ein Kampf für die Freiheit, Wahrheit und Gerechtigkeit. Er erinnerte an die Opfer von Beslan, Moskau, Wolgograd und des Flugzeugs, das über der Sinai-Halbinsel zerstört wurde.

Mehr Informationen in Kürze.

Russischer Kampfjet von der Türkei abgeschossen

1 / 11
Russischer Kampfjet von der Türkei abgeschossen
Die türkische Luftwaffe hat am Dienstag ein russisches Kampfflugzeug an der syrischen Grenze abgeschossen: Der türkische TV-Sender HaberTurk hat Videoaufnahmen veröffentlicht, die den Absschuss des Kampfjets zeigen sollen.
quelle: epa/haberturk tv channel / haberturk tv channel
Auf Facebook teilenAuf X teilen

Syrien

Alle Storys anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
33 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
NikolaiZH
03.12.2015 11:03registriert November 2014
lieber watson
ich habe soeben das Stenogramm des von Putin gesagten gelesen (auf russisch in original). Es ist beschämend, wie ihr einzelne Sätze aus dem Kontext herausreisst und in einem anderen Licht darstellt. Unter anderem hat Putin hinsichtlich des Konfkites mit Türkey gesagt: "wir hatten und werden nicht mit den Waffen rasseln".... so zum Thema "bedrohen" weitere beispiele sürechen auch gegen eure "Berichtserstattung"
6312
Melden
Zum Kommentar
avatar
demokrit
03.12.2015 12:00registriert Oktober 2015
Ein Halunke beschwert sich über einen anderen Halunken. Köstlich. Aber bitte lasst die Nato aus dem Spiel.
4315
Melden
Zum Kommentar
avatar
Sasch von Ti
03.12.2015 12:15registriert Dezember 2015
Kann Es sein dass jetzt alle nervös vor dem Roten Knopf sitzen? Der Türke wartet bis ein Russischer Flieger knapp vorbeifliegt, und der Russe verharmlost den Racheplan... Eigentlich sollte der Flüchtlingsstrom gestoppt werden und nich gegenseitig zu bekriegen , oder nicht???
248
Melden
Zum Kommentar
33
Gefängnisinsel Alcatraz muss saniert werden – für knapp 49 Millionen Dollar
Die populäre US-Touristenattraktion ist in die Jahre gekommen. Fenster müssen repariert, Stahlsäulen ersetzt werden.

Sie ist eine der beliebtesten Touristenattraktionen Kaliforniens: Die ehemalige Gefängnisinsel Alcatraz, auch bekannt als «The Rock», in der Bucht von San Francisco. Jährlich wird sie von 1,4 Millionen Gästen und Angestellten besucht, die sehen möchten, wo berühmte Kriminelle wie Al Capone einst hausen mussten. Hollywood-Filme wie The Rock (1996) oder «Escape from Alcatraz» (1979) verleihen der Insel zusätzlich an Mythos.

Zur Story