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Reporters line up in hopes of attending a briefing in Press Secretary Sean Spicer's office at the White House in Washington, Friday, Feb. 24, 2017. White House held an off camera briefing in Spicer's office, where they selected who could attend. (AP Photo/Pablo Martinez Monsivais)

Journalisten warten auf die Entscheidung, wer beim Pressebriefing dabei sein darf – und wer nicht. Bild: Pablo Martinez Monsivais/AP/KEYSTONE

Pressetermin ohne «New York Times», CNN & Co.: Trump verwehrt Journalisten den Zugang

US-Präsident Donald Trump setzt seinen Machtkampf mit den Medien mit unverminderter Härte fort. Am Freitag wurde das tägliche Pressebriefing im Weissen Haus kurzerhand auf eine kleine Fragerunde mit ausgewählten Medienvertretern begrenzt.



Renommierte Medienhäuser wie die «New York Times», Politico oder der Sender CNN blieben aussen vor. Auch die «Los Angeles Times» und weitere Medien sollen ausgeschlossen worden sein. Andere Journalisten berichteten, sie seien nur unter Protest zugelassen worden.

Der Ausschluss stiess in der Branche auf scharfe Kritik. Die Nachrichtenagentur AP und das «Time»-Magazin boykottierten die Fragerunde aus Solidarität mit ihren Kollegen. Der Präsident der White House Correspondents' Association (WHCA), Jeff Mason von der Nachrichtenagentur Reuters, legte im Namen des Verbandes Protest ein.

«So etwas hat es im Weissen Haus in unserer langen Geschichte der Berichterstattung über viele Regierungen verschiedener Parteien noch nie gegeben», erklärte der Chefredaktor der 1851 gegründeten «New York Times», Dean Baquet. CNN nannte den Vorgang auf Twitter inakzeptabel: «Offenbar ist das die Art wie sie zurückschlagen, wenn man über Fakten berichtet, die ihnen nicht gefallen.»

Keinen Grund genannt

Präsidialamtssprecher Sean Spicer hatte die übliche, direkt im Fernsehen übertragene Pressekonferenz durch ein Gespräch ohne Kameras – im amerikanischen Journalistenjargon als «gaggle» bezeichnet – ersetzt. Diese Form eines Pressetermins ist an sich in den USA nicht ungewöhnlich. Allerdings waren diesmal Vertreter der «New York Times», von CNN, Politico, der «Los Angeles Times» und BuzzFeed ausgeschlossen.

Etwa zehn andere Medien, darunter Reuters, wurden zugelassen. Ein Reporter von Hearst Newspapers bereitete einen Pool-Bericht für die ausgeschlossenen Medien vor, andere teilnehmende Journalisten gaben ihre Tonaufnahmen an Kollegen weiter.

Einen Grund für den Vorgang nannte Spicer nicht. «Wir wollen sicherstellen, dass wir Ihre Fragen beantworten», sagte er. «Aber wir müssen nicht jeden Tag alles vor laufender Kamera machen.»

Ein paar Bilder für zwischendurch, unten geht's weiter:

40 (momoll, vierzig!) Gründe, weshalb man trotz Trump die USA immer noch lieben kann

«Grosse Gefahr für unser Land»

Präsident Donald Trump hat die amerikanischen Medien wiederholt scharf angegriffen und hatte einige von ihnen von seinen Wahlkampfauftritten ausgeschlossen, darunter die «Washington Post», Politico, BuzzFeed und die Huffington Post.

Am Freitag prangerte er unter anderem die Verwendung anonymer Quellen an. In einer Rede auf einem Konservativen-Treffen unterstellte er gewissen Medien, sie würden Nachrichten erfinden. «Sie haben keine Quellen, sie denken sie sich aus», sagte Trump auf der CPAC-Konferenz in Washington.

Der Präsident ging auch frontal einen Grundsatz der Pressefreiheit an, den Quellenschutz. «Es sollte ihnen nicht mehr erlaubt sein, Quellen zu benutzen, wenn sie nicht den Namen von jemandem nennen.»

Auf Twitter griff er namentlich die «New York Times» und CNN an und sprach davon, dass die «Fake News»-Medien wissentlich nicht die Wahrheit schreiben würden: «Eine grosse Gefahr für unser Land.»

Der Korrespondentenverbund WHCA hat Vorwürfe falscher Berichterstattung zurückgewiesen. Im Januar sprach Mason im Deutschlandfunk von der Befürchtung, die Pressefreiheit in den USA könne eingeschränkt werden. (viw/sda/reu/dpa)

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