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Einhorn-Latte! Ich hab' den letzten Schrei in NYC probiert (und er war ... komisch)

alle bilder: jennifer zimmermann



Letzten Frühling haben Regenbogenfarben die Küchen New Yorks erobert. Wer auf Instagram nach #rainbowfood sucht, erhält derzeit über 44’000 Resultate. Zuerst war da der Rainbow Bagel – der zwar wunderschön anzusehen ist, aber die Konsistenz von Plastik und eben diesen Geschmack hat. Darauf folgten bunte, grillierte Käsesandwiches, Kaffees mit farbigem Schaum und die weniger appetitlich aussehende Regenbogen-Pizza.

Und weil wir uns in New York befinden, ist das längst nicht genug: Das Café The End Brooklyn hat den Regenbogentrend jetzt neu mit Superfood kombiniert.

Das Resultat:

Der Unicorn-Latte

Ein Instagram-Liebling und der Hit unter den Spezial-Lattes, die im hippen Williamsburg für neun Franken geschlürft werden können. 

So sieht das dann aus:

Einhorn-Latte mit veganen «Sprinkles» als Garnitur. Sieht, nun ja, ein bisschen komisch aus ...

Oder so:

... und schmeckt auch so.

Als «high vibe drinks» preist das Café seine Getränke an, welche die Intuition der Kunden stärken sollen. «Your intuition led you here» steht denn auch in grossen Lettern auf dem Spiegel, der neben der Bar hängt. An der «Pflanzenalchemie-Bar» bekommt man Schwarztee- und Saft-Lattes sowie «heilende» Lattes. Alle kommen ohne Kaffee aus und enthalten dafür Superfoods wie Maca-Wurzel, Spirulina-Extrakt (E3Live Blue Majik), Gojibeeren und andere Püderchen und Pülverchen. 

Die Gründer Madeleine Murphy und Bret Caretsky.

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Ihr erklärtes Ziel:

«Wir wollen die Einstiegsdroge für Superfood sein!»

Hört sich alles ganz schön abgehoben an. Wie kommen die Drinks denn so an? Ich habe sie probiert, – und mich bei der mehrheitlich weiblichen Klientel umgehört. 

Jasmina und Mélissa:

«Superlecker, aber entschieden zu teuer!»

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Seltenheit: Diesen zwei Freundinnen hat der Einhorn-Latte geschmeckt.

Becky:

«Ich brauche Kaffee – dieser Drink hilft kein bisschen gegen meine Kopfschmerzen.»

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Chelsea:

«Es schmeckt ein bisschen zu sehr nach Zitrone. Aber schön aussehen tut's auf alle Fälle!»

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Chelsea hat den weiten Weg aus Manhattan zurückgelegt, um ein Bild des Einhorn-Drinks auf Instagram zu posten, – wo sie auch darauf aufmerksam geworden ist.

Der Unicorn-Latte mag zwar der Hit in den Sozialen Medien sein, sein Aussehen aber trügt. Wie die meisten Gäste finde auch ich das Getränk fade. Warmes Zitronenwasser mit einem Hauch Süsse von den «Sprinkles», die anderen Zutaten kann ich nicht ausmachen – nicht mein Geschmack.

Zum Glück stehen genügend andere Lattes zur Auswahl, die mir richtig gut schmecken. Darunter der «Anxiety-busting Hot Cocoa Latte» mit Kakao, Zimt, Ghee, Muskatnuss, Kardamom, Vanille, Ahornsirup und CBD (Cannabidiol, der beruhigende, nicht psychoaktiv wirkende Stoff der Hanfpflanze). Wie eine «Massage fürs Gehirn» soll dieses Getränk wirken und erinnert im Geschmack und in der Konsistenz an Chai Latte: schön cremig, nicht zu süss und gerade die richtige Menge Gewürze, für einen Kick, der nicht zu sehr nach einer Curry-Gewürzmischung schmeckt. Von der Hirn-Massage merke ich allerdings nichts, da muss man im hektischen New York schon mit härterem Geschütz auffahren.

Ebenso schmackhaft ist der leuchtend gelbe, cremige «Radiance Beauty Latte» mit Kokosmilch und Kurkuma, Ingwer und Honig. Sein erklärtes Ziel: gesunde und geschmeidige Haut. Nach wie vielen Getränken dieser Effekt eintritt, steht nicht auf dem Menü.

Der «Bonfire Cider Latte» auf Basis von Karotten- und Apfelsaft mit aufgeschäumter Kokosmilch steht ihm in Sachen Fotogenität in nichts nach. Heisser Fruchtsaft ist aber, wie auch beim Unicorn-Latte, gewöhnungsbedürftig.

Die Gründer sind zufrieden: Zwei Monate nach Eröffnung würden am Wochenende noch immer gut und gerne an die 150 Gäste pro Tag vorbeischauen. 

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«Fly high like a unicorn» – das obligatorische Einhorn als Deko-Element.

Den meisten Gästen geht es jedoch wie mir: Wir werden kein zweites Mal neun Franken für ein Getränk zahlen, mag es noch so gesund und bunt sein. Wichtiger als die körperliche Gesundheit ist es, dass die Instagram-Feeds der jungen, hippen Blogger schön gefüttert werden. Die Einhorn-Latte-Macher brauchen sich also keine Sorgen um ihre Kundschaft zu machen. Es werden mit Sicherheit noch eine Weile Scharen von jungen Frauen und Männern ins Café strömen und für das eine Foto nach dem perfekten Winkel suchen.

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Die Devise bei allen: «Zuerst instagrammen, dann trinken.»

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Und das obligate Selfie nicht vergessen!

Für alle, die's mal selbst ausprobieren wollen:

Das Rezept für Unicorn-Latte (9 dl)

* Am besten via Amazon bestellen oder du versuchst es im Reformhaus oder einem (Online-)Yogashop.  

Alle Zutaten während 1-2 Minuten in einem Hochleistungsmixer vermengen und warm oder eisgekühlt servieren. Reste luftdicht im Kühlschrank aufbewahren.

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Welche Foodbilder wohl nie aus Instagram verschwinden werden:

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