Leben
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Tagebuch eines Landeis: So schwierig ist es in der grossen Stadt wirklich

Bild: nina söres

Einige Aspekte dieses absolut wahren Tatsachenberichts werden euch stellenweise ziemlich dumm vorkommen. Ihr werdet den Kopf schütteln. Das ist schon okay. Mir geht es rückblickend nicht anders.



Ich bin in einem Kuhkaff aufgewachsen. Wiktionary definiert den Begriff folgendermassen:

Kleiner, abgelegener, unbedeutender, (meist nur landwirtschaftlich geprägter) Ort, in dem nichts los ist.

Wenn ein Städter von einem Kaff redet, meint er ein Dorf mit 5000 Einwohnern. Wenn ich von meinem Kaff rede, meine ich ein Dorf mit 400 Einwohnern.

Hase und Fuchs

Wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen. Klingt romantisch, ist aber mega langweilig. Bild: pixabay

Die Poststelle schloss hier schon anfangs der Nullerjahre. Eine Postagentur bekamen wir nicht, denn der dazu nötige Dorfladen war schon lange vorher pleite gegangen. Der nachfolgende Kiosk konnte sich dank von Süssigkeiten abhängiger Schulkinder noch ein, zwei Jahre über Wasser halten. Danach hatte die mangelnde Kaufkraft altersschwacher Rentner auch diesen zu Grabe getragen.

Was blieb, war die Kirche und der Dorfspunten. Denn wenn ein Kuhkaff etwas braucht, ist es eine Beiz, in welcher der einfache Büezer nach der Beichte an seinem Bier nuckeln kann, während der Bauer neben ihm an seiner krummen Villiger zieht.

Villiger Original Krumme

Verätzten einem das Riechorgan und gehörten zur Grundausstattung jedes Bauern. Bild: Wikipedia

Habe ich schon erwähnt, dass wir keinen ÖV-Anschluss hatten? Nicht einmal das klitzekleinste Postauto verirrte sich in unsere Gegend, von Zügen hatte ich bisher nur aus Erzählungen gehört.

Mit 19 machte ich noch meinen Militärdienst, danach war ich weg. Weit weg. Einwohnermässig habe ich mich von Jahr zu Jahr nach oben gearbeitet, bis ich schliesslich in der grossen Stadt ankam. Also Luzern.

Frohen Mutes schritt ich voran, bereit, jedwedes Klischee über Landeier zu widerlegen. Leider gelang mir das nur mässig. Denn die Stadt hielt so einige Überraschungen für mich bereit.

Die Sache mit den Busbilletten

Als ich das erste Mal versucht habe den Bus zu benutzen, stand ich vor diversen Herausforderungen. Zum Beispiel diesem heimtückischen Billett-System, welches nicht ohne einen Bachelorabschluss bewältigt werden kann.

Unzählige Billette buhlten da um meine Aufmerksamkeit. Kurzstrecke, Zonen, Tageskarten von Quattro bis Multi, Mehrfahrtenkarte, Anschlusskarte, Wochenabo, Monatsabo und noch ein ganzer Haufen Kombiangebote.

Luzern Billetautomat

Einmal nach Hogwarts bitte. Bild: pascal scherrer

Die Preise scheinen dabei willkürlich zu sein. Eine Tagesfahrkarte kostet nur etwas mehr als eine Kurzstrecke, dafür ist das Passpartout-Abo fast gleich teuer wie das Monats-GA. Hä? Wieso? Und wenn du's dann so langsam kapiert hast, steht man nach dem Ausgang ohne Bargeld im Bus und der Chauffeur faselt etwas von Nachtzuschlag. Wenigstens weiss ich jetzt, wie lange ich nachts um vier bis zu meiner Wohnung habe. Nicht einmal eine ganze Stunde.

Busfahren ist kompliziert

Habt ihr gewusst, dass Busse in zwei Richtungen fahren? Also, ich hab das schon auch gewusst. Aber dass die dann auch dieselbe Fahrnummer haben, hat mir niemand erklärt.

So bin ich dann bei meiner ersten grossen Busfahrt statt von Luzern nach Kriens über so einen komischen Hügel gefahren. Bereits nach wenigen Minuten, erkannte ich, dank meines überwältigenden Scharfsinns, dass ich mich nicht in die von mir angestrebte Fahrtrichtung bewegte. Dennoch wagte ich es nicht, mich von meinem Sitz zu bewegen, geschweige denn auszusteigen. Schliesslich sollte niemand merken, was für ein Busfahrlegastheniker ich war.

Wie der Zonenplan des Luzerner ÖV auf mich wirkte:

Farbkleckse

Ich muss von dem einen blauen Fleck zum kleinen, gelben Fleck. Bild: shutterstock

Etwa eine halbe Stunde später erreichte ich dann die Endstation. Irgendwo in der Nähe des Verkehrshauses. Heute weiss ich, dass ich dort nur hätte umsteigen müssen und in fünf Minuten wieder am Bahnhof gewesen wäre. Aber damals fuhr ich stattdessen dieselbe Strecke wieder schön brav zurück. Lieber auf Nummer sicher gehen.

Vordrängeln ist okay

Also auf dem Land ist das so: Wenn du in einer Warteschlange anstehst, drängelst du dich nicht vor. Tust du es trotzdem, wirst du höflichst darauf hingewiesen, entschuldigst dich und stehst selbstverständlich wieder hinten an.

In der Stadt läuft das folgendermassen ab: Wenn du Glück hast, stehen alle schön so an, wie sich das gehört. Wenn du Pech hast, steht jeder so an, wie er gerade lustig ist. Machst du die betreffende Person darauf aufmerksam, kriegst du eine Standpauke, in der es hauptsächlich darum geht, dass du dich gefälligst um deinen eigenen Scheiss zu kümmern hast.

Noch besser ist, wenn jemand einfach eine zweite Schlange anfängt und du selbst plötzlich in der irregulären Warteschlange stehst.

Der Depp an der Ampel

Bei uns im Dorf gab es keine einzige Verkehrsampel und dennoch habe ich gewusst: Grün heisst gehen, Rot heisst stehen. In der Stadt bedeutet jede Farbe gehen. Eigentlich könnten sie auch Schilder aufhängen, auf denen steht: «Mach doch, was du willst.»

Geh über die Strasse. Oder auch nicht. Ich bin eine Ampel, kein Polizist.

Inspiriert von den «Simpsons».

Das läuft dann in etwa so ab: Ich stehe beim Fussgängerstreifen und bin der einzige Depp, der da schön brav wartet, während alle anderen bei Rot über die Strasse laufen. Ein Auto kommt angefahren, bremst ab und hupt. Jetzt können drei Dinge passieren: 

a) Die Fussgänger zerstreuen sich verschreckt in alle Himmelsrichtungen, vorzugsweise aber auf die andere Strassenseite. 

b) Die Fussgänger geigen dem dummen Autofahrer mit Hilfe von entsprechenden Gesten die Meinung. Es kann ja nicht sein, dass sich der Autofahrer darüber beschwert, dass ein paar Fussgänger bei Rot nur eben schnell über die Strasse huschen.

c) Ein Mischmasch aus den ersten beiden Varianten.

Verwirrende Kaffeekultur

Lassen wir jetzt mal weg, dass ich den Schock meines Lebens hatte, als ich feststellen musste, dass Leute bereit sind, bis zu acht Franken für einen Becher Kaffee zu bezahlen, der hauptsächlich aus Milchschaum besteht.

Vielmehr war ich überfordert mit der Geschwindigkeit, in welcher von mir erwartet wurde, mich für mein präferiertes Heissgetränk zu entscheiden. 

Im Kaffeehaus A heisst ein mittlerer Kaffee «Grande» und der grosse ist eigentlich ein «Venti». (Ich bin mir bis heute nicht sicher, was Venti in Bezug auf Kaffee genau bedeutet.) In Kaffeehaus B ist ein «Grande» dann doch wieder eine grosse Tasse, dafür ist der kleine Kaffee ein «Normal».

Dafür heisst in Kaffeehaus C der «Flavoured Coffee» Caramel Latte. Bestellst du diesen dann aber in Kaffeehaus D, erntest du nur verwirrte Minen, denn hier heisst das Ding Caramel Macchiato.

So kam es, dass ich zu Beginn meiner Kaffehaus-Karriere dezent neben dem Tresen stand und die Karte studierte, während meine Kollegen ihre Tassen schon beinahe geleert hatten.

Touristen

Zugegeben, das ist ein Thema, das vor allem Luzern betrifft. Keine Ahnung, wie die touristischen Fluktuationen in Zürich oder Genf sind, aber in Luzern hat das unter Umständen gravierende Folgen. 

Niemand hat mich davor gewarnt, was passieren kann, wenn man in Luzern über die Seebrücke geht. Denn wenn du Pech hast, gerätst du in einen regelrechten Schwarm asiatischer Touristen. Die sind da auf der Brücke meistens damit beschäftigt, irgendwelche Schwäne totzufotografieren.

Seebrücke Luzern

Ruhig liegt sie da und lockt Landeier wie mich in die Touristenfalle. Bild: screenshot Google maps

Das ist in etwa so als würdest du versuchen, einen Fluss nach zweiwöchigem Regenfall zu überqueren. Ich bin mindestens zweimal zu spät gekommen, weil ich von einem reissenden Strom Chinesen, Südkoreanern oder Japanern mitgerissen wurde. Ich bin dann irgendwo in der Altstadt wieder herausgekommen. Verwirrt, verschreckt, aber wohlauf.

Heute kann ich solche plötzlich auftretenden Touristenmassen einfach umgehen, weil ich weiss, wo und wann sie in etwa vorkommen. Ich bin jetzt nämlich voll der Stadtmensch, aber mit einem gesunden Anteil Landei.

Übrigens: Meine ersten Erfahrungen als Pendler waren alles andere als erfrischend:

abspielen

Video: watson/Pascal Scherrer, Emily Engkent

Geniessen wir noch etwas den ländlichen Herbst:

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55Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • SteWe 29.09.2017 19:07
    Highlight Highlight Ich hab mal den Bahnhof Wiedikon nicht gefunden, obwohl ich schon seit 2 Jahren im Kreis 4 wohnte. Zum Glück konnte ich auf Bündnertütsch switchen und jemanden fragen (an der Kalkbreite). Die fanden mich glaub huara härzig.
  • Zap Brannigan 28.09.2017 18:19
    Highlight Highlight Auch wenn es, wie damals bei der Hipster-Bömbel-Barista Geschichte, wieder Blitzen wird: Nur Landeier zahlen 8 Franken für einen Kafi mit komischem Namen in einem Laden, der aussieht wie aus einem Möbelprospekt. Einheimische wissen, wo es einen anständigen Kafi für 4 Franken gibt. In jeder Schweizer Stadt.
    • HerQles 28.09.2017 21:53
      Highlight Highlight Einheimische kennen sich also in ihrer Stadt besser aus? Und andere Neuigkeiten: Der Himmel ist blau
  • El Vals del Obrero 28.09.2017 16:40
    Highlight Highlight Bei den Fussgängerampeln fiel mir bei einer Reise kürzlich auf, dass das nicht nur mit Stadt/Land zusammenhängen muss.

    In Berlin, also wahrlich kein Bauerndörfchen, warten selbst die abgerissensten Typen schön brav an der Ampel, auch wenn weit und breit nichts kommt. Wahrscheinlich ist das die deutsche Ordnungsliebe.
  • sapperlot 28.09.2017 15:24
    Highlight Highlight Ach schön! Komme aus einem 90-Seelen-Dorf und kann bei vielen mitfühlen.
    Einmal in Zürich hat der Taxifahrer gemerkt, was für ein Landei ich bin und ist noch kurz ausgestiegen, um mir zu zeigen, wo ich den richtigen Weg zu meinem Gleis finde!
    Ah ja, meine Freunde haben mich ins Taxi gesteckt, da sie wussten, ich werde sonst niiie an den HB zurückfinden! ;)
  • Melsqy 28.09.2017 12:08
    Highlight Highlight Als ich vom idyllischen Kaff in Fribourg nach Zürich gezogen bin, habe ich Monate - wenn nicht gar Jahre - gebraucht, bis ich das unterirdische Labyrinth am Zürcher HB geschnallt habe. Inkl. der damaligen nicht endend wollenden Baustelle. Oh und dass der HB nicht einfach einer ÖV Station entspricht, sondern sich aus Sihlquai, Bahnhofquai, Bahnhofplatz, Bahnhofstrasse, Sihlpost und Central zusammensetzt. Alles ist HB und doch ganz woanders. Ganz zu schweigen von der Challenge die Gleise 41/42, 31/32 und die SZU zu finden...
  • Sagitarius 28.09.2017 12:02
    Highlight Highlight Köstlich!!
    Danke für diesen Bericht und auch für die vielen Kommentare. Das zeigt mir, dass ich nicht der Einzige bin, welcher mit der Logik BusTicketAutomaten nicht klar kommt!
  • Genital Motors 28.09.2017 11:15
    Highlight Highlight Ich brauche 360° um mich herum Berge sonst verlaufe ich mich.
  • Thomas_v_Meier 28.09.2017 10:27
    Highlight Highlight Als Stadtkind war der Umzug mitte der 80er nach Basel sehr komisch.
    Was zu Fuss zur Schule? Auf der Quartierstrasse spielen? Mit dem Velo auf der Strasse fahren? Sonntag nichts einkaufen? Keine hohe Gebäude?
    Als Kind von Auslandschweizer der die ersten 10 Jahre in Asiatische Metropolen verbrachte war Basel das reinste Kaff ;-)
  • unkretkau 28.09.2017 08:55
    Highlight Highlight Mein Landeielebnis war, als ich zum ersten Mal in Zürich war und dieses unbeschriebene Gesetz mit der Rolltreppe noch nicht kannte.
    • Pointer 28.09.2017 15:23
      Highlight Highlight Mittlerweile ist es in den Bahnhöfen zumindest gekennzeichnet.
  • ovatta 28.09.2017 08:16
    Highlight Highlight Na, das Starbucks-Problem ist ja, dass er dich mittlerweile bis in den hinterletzten Kiosk im hinterletzten Kaff verfolgt!
  • #tschanforpresident 28.09.2017 07:51
    Highlight Highlight Pascal, ich mag dich :)
  • Ökonometriker 28.09.2017 07:02
    Highlight Highlight Also so gross ist jetzt der Unterschied in der Schweiz, wo es nur Kleinstädte gibt, auch wieder nicht - auch die Städte sind wie grosse Dörfer.
    Bei uns ist die Welt ja noch in Ordnung - man muss nicht 2h am Tag stehend in einer U-Bahn ohne Sonnenlicht verbringen nur um in einem bezahlbaren 100sqf Studio zu leben.
    Gibt quasi nur gewisse Zürcher die denken sie seien richtige Städter und imfall cooler als Landeier. Vielleicht sollte mal jemand diese Leute nach San Francisco, New York oder Hongkong schicken damit sie verstehen, dass das Leben in der Grossstadt nicht so cool wie in Gossip Girl ist.
    • whatthepuck 29.09.2017 10:06
      Highlight Highlight Beschreib' doch mal was eine Grossstadt für dich ausmacht. Kannst du eine allgemeingültige Definition liefern? Und, welche Gesetzmässigkeit besagt, dass das Leben in der Grossstadt schlecht (oder idealisiert gut) sein muss? Gibt es nicht vielmehr Städte, die eine hohe Lebensqualität aufweisen und solche, die dies nicht tun - unabhängig von ihrer Grösse? Gibt es nicht auch innerhalb von Städten teils starke Unterschiede? Und ist das letztlich nicht eh alles subjektiv? Und woher weisst du, wie die beinahe 1.5 Mio. Menschen im Raum Zürich denken?
    • Ökonometriker 29.09.2017 13:57
      Highlight Highlight @whatthepuck ich wohne derzeit vor allem in Zürich, habe aber auch schon in zahlreichen Städten mit über 5 Millionen Einwohnern gewohnt.
      Klar, mein Beitrag ist subjektiv - aber ich sehe halt einfach wie es den Leuten geht, die einen normalen Job haben. Vergleiche das Leben eines Medianlohnbezügers mit den Lebenshaltungskosten.

      Derzeit bin ich grad in Dubai wo es zu heiss ist um draussen 'rum zu laufen. Viel Spass hier mit einem Baristalohn von 250 Franken (inkl. Logis = Bett in einem 4erzimmer) zu leben.
      Klar, für mich als Banker ist es schon cool, aber ich bin nicht allein auf der Welt.
  • pirifi 28.09.2017 00:41
    Highlight Highlight Das erste mal alleine in der grossen Stadt Zürich... Ich löse ein Tram-Ticket von X zum HB und steige zwischendurch aus, um etwas zu essen. Satt und gut gelaunt möchte ich anschliessend zum HB weiterfahren. Nur schade, dass mir die Kontrolleure nicht glauben wollten, dass ich normalerweise ein Ticket für eine Strecke und nicht 1h löse (danke RhB). Und weg war das ersparte Taschengeld.
  • Altweibersommer 28.09.2017 00:19
    Highlight Highlight Also in den meisten Punkten decken sich meine Erfahrungen als Neo-Luzerner...und ich bin in der Stadt aufgewachsen.

    PS: es war sicher der 14er bis Brühlstrasse, gell?
    • Pascal Scherrer 28.09.2017 06:50
      Highlight Highlight Jap, genau der war's. :D
  • Calvinandboby 27.09.2017 22:59
    Highlight Highlight Ich hatte die gleichen Probleme als ich von Berlin nach London gezogen bin.
  • Madison Pierce 27.09.2017 22:41
    Highlight Highlight Mein Landei-Erlebnis war mit ca. 18. Wir hatten immer ein Klappmesser mit Säge im Hosensack, zum Stecken schnitzen und Cervelats einschneiden. Damals gingen wir fast jedes Wochenende in den Wald, Sommer wie Winter.

    Nun war ich also in Basel, wir wollten uns einen Kickbox-Kampf anschauen. Da nahm mir der Türsteher das Messer ab und schaute mich an, als sei ich kriminell. War zuerst etwas empört, aber als ich dann gesehen habe, was für Typen sonst noch da waren, war es mir wohler, dass niemand ein Messer hatte. :)
  • lykkerea 27.09.2017 22:20
    Highlight Highlight Hallo, Landei hier 🙋🏻 kenne mich nicht aus mit den Starbucks Kaffeegrössen und Busbilette kaufe ich auch nie aber ich würde so gerne mal mit Pascal Busfahren oder Kaffee trinken 🙈 #fangirlmoment
  • Cadinental 27.09.2017 21:58
    Highlight Highlight Im Moment ist 'urban' halt Mode, ändert sich schon bald wieder. Irgendwann werden viele merken, dass Batteriehaltung nicht nur für Geflügel scheisse ist.... http://M
  • Luca Brasi 27.09.2017 21:22
    Highlight Highlight Was? Es gibt Automaten?
    Und nur Landeier gehen in Kaffeeläden, bei dem man 8 Kröten für nen Zucker"kaffee" zahlt.
    Städte haben übrigens U-Bahnen. Dort gibt's sogar Pläne damit auch die "Söhne des Waldes" die richtige Richtung erwischen. *patronizing mode off* :P
    • Vorname Nachname 27.09.2017 21:42
      Highlight Highlight U-Bahn in der Schweiz?
    • Wehrli 28.09.2017 15:06
      Highlight Highlight Lausanne ist keine Stadt ...
  • TanookiStormtrooper 27.09.2017 21:17
    Highlight Highlight Grosse Stadt und Luzern in einem Absatz! 😂
    Die richtigen Landeier gehen aber beim ersten Mal im ÖV noch zum Buschauffeur, um bei ihm ein Billett zu lösen. Der schickt sie dann an den Ticketautomat im Bus, wo sie dann so lange fragend vor dem Automaten stehen, bis sie aussteigen müssen. Manchmal kommt dann ein netter Stadtmensch und hilft denen oder ein Witzbold ruft: "Billett vorwiise, Bitte!" um die Panik noch etwas zu erhöhen.

    PS: Jetzt weiss ich an wen mich der Pascal erinnert...
    Benutzer Bildabspielen
  • Yelina 27.09.2017 21:03
    Highlight Highlight Ich war in Luzern auch immer die einzige Fussgängerin, die stoisch an der Ampel wartete, bis grün wurde (ausser morgens um 6 am Löwenplatz, wenn kein Auto kam ;-) ).
  • liquid174 27.09.2017 20:51
    Highlight Highlight Venti kommt aus dem italienischen und bedeutet 20. Der Becher fasst 20 Unzen (ounces) und deswegen heisst der grosse Kafi Venti
    • JasCar 27.09.2017 21:45
      Highlight Highlight Danke für die Aufklärung.
      Dann wird der also "Wenti" ausgesprochen, nicht "Fenti"...
      Das hab ich mich nämlich ernsthaft schon gefragt bei nem Artikel...
      Ich trink nämlich keine überteuerte Zuckerbrühe, also wurde ich im echten Leben noch nie damit konfrontiert 😄
    • Calvinandboby 27.09.2017 23:08
      Highlight Highlight @JasCar
      "Überteuerte Zuckerbrühe"?? Du hast soeben meine ganze Religion beleidigt! Mögest du in einer Hölle ohne Pumpkin frappuccinos schmoren.
    • JasCar 28.09.2017 01:11
      Highlight Highlight Die Hölle dann bitte mit gutem Kaffee. Schwarz... Und ich liebe "normalen" Latte Macchiato, den vermisse ich ein bisschen in meiner neuen Heimat. Im SB am Flughafen wollte ich mir dann einen gönnen....
      Überteuerte Zuckerbrühe 😄
      Der Kaffee hier kostet 50Cents bis 1Euro...
      Bei SB war der 4Euro!
      Das bezahlen wohl wirklich nur die Touristen, ein durchschnitts Portugiese kann sich das gar nicht leisten 😄
  • DerRaucher 27.09.2017 20:40
    Highlight Highlight Naja, ich bin in einer Kleinstadt aufgewachsen, damals noch unter 20k Einwohner. Städte wie Luzern oder sogar Zürich fand ich jetzt nie so anstrengend. Schwieriger war es dann in einer über 3 Millionen Stadt wo ich eine gewisse Zeit im Ausland verbrachte. Aber auch daran gewöhnt man sich schnell. Ich finde es immer noch schlimmer in einem 500 Seelen Dorf zu leben, wo halt gar nichts läuft 🤷🏻‍♂️
  • SiLa0 27.09.2017 20:36
    Highlight Highlight Ich kann dir so nachempfinden! Bin in einem Dorf mit 20 (!) Einwohnern gross geworden...
    • Ms. Song 27.09.2017 21:07
      Highlight Highlight ein Weiler? Das ist schon heftig, aber auch schön
  • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 27.09.2017 20:31
    Highlight Highlight Sarkastische Zuspitzung? Oder doch so passiert?
    Nein, ich bin auch kein Städter, werde auch nie ☹
    • Pascal Scherrer 27.09.2017 22:37
      Highlight Highlight Ein bisschen von beidem. Es ist jedenfalls keine der Situationen erfunden. ;)
    • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 29.09.2017 19:40
      Highlight Highlight @Pascal: Das glaub ich Dir. Ich bin an einem Ort (im Thuner Ostamt) aufgewachsen, da gabs ab einem gewissen Zeitpunkt im Radius von 1km keine Nachbarn mehr.

      Mittlerweile, resp. recht früh halt Stadtkontakt so am Rande. Aber in der Stadt wohnen? 🤔 Nö, zuviele Leute, ich kriege da Platzangst.
      Hab ein Trauma erlitten weil ich in Bern im Sommer immer in Vollgestopfte Buse steigen musste. Ich rieche sehr schlecht, aber der Gestankt Aggressiver, Panischer und Schwitzender Männer konnte man nicht Überriechen 🙈🙊
  • Bav 27.09.2017 20:27
    Highlight Highlight Man muss fairerweise auch sagen, dass die Luzerner beim anstehen und roten Ampeln schlimm sind. Da verhalten sich die Leute im grossen Zürich sogar besser.
    • schoweder 27.09.2017 22:22
      Highlight Highlight Was, die Lichter an der Strasse haben einen Sinn? Ich dachte immer dies sei wegen Leuchtenstadt und so😉
  • obi 27.09.2017 20:22
    Highlight Highlight Hang on hang on ... Luzern ist ein 'grosse Stadt'?
    • Pascal Scherrer 27.09.2017 20:30
      Highlight Highlight Aus Sicht eines Landeis: Ja.

      Aber war eigentlich auch mit einem Augenzwinkern zu verstehen. ;)
    • Dr. Zoidberg 27.09.2017 20:31
      Highlight Highlight luzern ist eine "stadt"?
    • Pascal Scherrer 27.09.2017 20:49
      Highlight Highlight @Zoidberg: Ja. Und eine sehr Schöne noch dazu. :)
    Weitere Antworten anzeigen
  • N. Y. P. D. 27.09.2017 20:17
    Highlight Highlight Zu Nummer 5

    Deshalb gehe ich in keinen Starbucks mehr. Dieses blöde Aneinanderreihen von englischen Wörtern um einen Kaffee zu bekommen, ist mir mit der Zeit echt zum Hals rausgehangen. Dann müssen diese fünr, sechs Wörter noch in der richtigen Reihenfolge sein.

    Meine Schwester flötete Mal einem Studenten : Englisch spreche ich im Geschäft, HIER will eigentlich nur einen Kaffee bestellen.

    Toller, unterhaltsamer Bericht !
    • chrisdea 27.09.2017 21:36
      Highlight Highlight "if your coffee order is more than three words, you are part of the problem..."
  • Ms. Song 27.09.2017 20:12
    Highlight Highlight Als ich in die Stadt zog habe ich entgenkommende Menschen automatisch gegrüst. Die schauten mich an, als hätte ich ne Zwangsjacke an. Auch 17 Jahre später achte ich mich noch mehr auf andere, als der typische Städter. Ich lasse Leuten den Vortritt und halte ihnen die Türe auf. Gerade das mit dem Vortritt ist am HB recht zeitaufwändig. Bei Rot getrau ich mich auch heut noch kaum über die Strasse. Landei halt.....
  • Roman h 27.09.2017 20:08
    Highlight Highlight Bin in einem Dorf mit 700 Einwohner aufgewachsen und hatte nie grosse Probleme in Zürich oder Winti.
    Klar als landei kann ich nicht verstehen wieso man in Zürich leben will da nur 30min öv super sind.
    Aber sonst
    Recht übertrieben.
    Wir leben in einem kleinem Land wo Stadt und Land nahe beisammen sind und nicht in der USA.
    • Ms. Song 27.09.2017 21:06
      Highlight Highlight wie weit war dein Dorf von der Stadt entfernt? meines hatte 350 Einwohner, die "Stadt" ist 30 Minuten entfernt und hat 30 000 Einwohner. Bei uns hatte der Migros 2 Dörfer weiter, schon Stadtfeeling ausgelöst. Ich war 16, als ich das erste mal Tram fuhr.

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