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Willkommen im Jammertal: Gedanken eines chronischen Singles

shutterstock
Es wäre so schön, wenn sich unser Austauschstudent auch mit seiner Liebsten über seine Abenteuer austauschen könnte. Nur: Die gibt es nicht. Also die Liebste.
24.02.2017, 13:4224.02.2017, 14:42
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Und nun zurück zum Artikel.

Was soll ich sagen – kurz vor meiner grossen Reise spitzt sich alles zu. Man hat nie so Hunger, wie beim Einlassen der schlecht abgeschätzten Portion Nudeln ins Wasserbad. Man hat nie so sehr das Bedürfnis zu gehen, wie wenn der Abflug unmittelbar bevorsteht.

Und man blickt nie so entnervt auf frisch verliebte Pärchen, wie wenn man vor Kurzem erneut Single geworden ist.

Wäh.Bild: ROMEO RANOCO/REUTERS

Fortuna meint es nicht gut mit mir. Vermutlich habe ich sie selbst mal gedatet – bis wir uns darauf einigen mussten, dass wir wohl besser Freunde bleiben. Wenn man des eigenen Glückes Schmied sein soll, dann bin ich einer mit zwei linken Händen. Der Brennofen ist beinahe ausgebrannt und mein Vorschlaghammer ist aus Pappmaché.

Das Schicksal ist nicht nur ein mieser Verräter, es ist vor allem oft auch einfach ein Sadist. Es schenkt uns Glück und schaut liebend gern zu, wie wir es zerstören. Das betrifft nun bei Weitem nicht alle, das will ich gar nicht behaupten. Aber es scheint eine auserwählte Gruppe von Pechvögeln zu geben – quasi Amors schwarze Peter. Und da gehöre ich dazu.

Ich bin nicht gut im erfolgreichen Führen von Beziehungen. Wenn es aber darum geht, sie mit einem grossen Feuerwerk scheitern zu lassen, dann bin ich der Chef; der Gordon Ramsay der Breakups.

Ich bin der umgekehrte Don Juan. Der Entoberer.

Spätestens wenn das eigene Leben beginnt, wie eine schlecht geskriptete Daily-Soap zu wirken, wird man misstrauisch.

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Wer hatte nicht mindestens einmal im Leben das Gefühl, Star der eigenen Truman-Show zu sein? Ich ertappe mich regelmässig dabei, hinter verspiegelten Fensterscheiben und in Knopflöchern nach versteckten Kameras zu suchen. Und jedes Mal, wenn eine gute Sache wieder einmal ein schon fast stereotypisch schlechtes Ende genommen hat, bitte ich meine Drehbuchautoren, sich beim nächsten Mal doch freundlicherweise etwas mehr Mühe zu geben.

Ja, man hat es nicht leicht als chronischer Junggeselle.

Mimimi.

Schauen wir uns ein paar grundlegende Unterschiede zwischen Singles und Pärchen an. 

Statt dem gemeinsamen Abendessen bei Mondschein und Kerzenlicht gibt’s für mich: Döner-for-One.

Ja, ich esse beide.shutterstock

Statt Pärchenabenden gibt’s bei mir Netflix.

Statt dem erfüllenden, sich gegenseitig fordernden und fördernden Austausch auf einer gemeinsamen Wellenlänge gibt’s bei mir... erneut Netflix. 

Aber das Single-Dasein hat auch Vorteile: Ich weine mich zwar regelmässig in den Schlaf, schlummere dann dafür umso besser – ohne Haare im Gesicht, taubem Arm und einem Hochofen im Bett.

Und mir ist klar, dass es nun viele gibt, die versichern können, wie gerne sie an der Mähne des Seelenpartners kauen – als Preis für wohltuende Nähe. Aber:

Lasst mir dieses Argument bitte. Ich habe doch sonst nicht viel.

Das ist alles jetzt vielleicht ein wenig überdramatisiert. «Ein wenig». Aber man gewöhnt sich mit der Zeit sehr gut an diesen Zustand. Wer sich allerdings nicht daran zu gewöhnen scheint, ist mein Umfeld. Es gibt kaum etwas Nervigeres als die ungebetenen Aufmunterungsversuche von Freunden.

Ein Gespräch:
  • «Hey, wie geht es dir denn?»
  • «Mir geht es wirklich super, danke der Nachfrage.»
  • «Ohhhh, hmm, das tut mir aber leid.»
  • «Häh? Ich hab doch grad gesagt es ginge mir s...»
  • «Es kommt schon irgendwann!»
  • «Kein Ding, könnte mir grad wirklich kaum besser…»
  • «Du musst nur noch etwas Ausschau halten. Es gibt noch andere Fische im Meer.»
  • «Wirklich, könnte nicht besser lauf…»
  • «Es kommt, wenn du es am wenigsten erwartest.»
  • «Das macht jetzt keinen Sinn, du hast grad gesagt, man solle Ausschau…»
  • «Jeder Topf findet seinen Deckel.»
  • «Das mag sein, ich suche grad echt nicht…»
  • «Man muss nur lange genug herumschauen.»
  • «Also jetzt doch…?!...»
  • «ABER DU DARFST ES DABEI NICHT ERWARTEN. Dann kommt’s von selbst.»
  • «…»
Symbolbild: Liebe. (Guckt nur diese irren Augen.)shutterstock

Diese Leute, die solche Sätze von sich geben, das sind meistens auch diejenigen, die nach einer Trennung schneller wieder in einer Beziehung sind, als man «Wir haben uns auf einem Partnersuchportal kennengelernt, es war Schicksal» sagen kann. Pff.

Ja, ich bin die meiste Zeit Single.

Und auch jetzt wieder, pünktlich vor Abreise ins Austauschsemester, habe ich eine sehr vielversprechende Bekanntschaft in den Sand gesetzt.

Nun sind also alle Brücken abgebrannt.

Doch ich bleibe wie die Dioptrie eines Weitsichtigen – positiv (badabumm-tschhh).

Man hat nie so sehr das Bedürfnis zu gehen, wie kurz vor der Abreise.

«Es gibt viele Fische im Meer», wie die Kollegen so schön sagen. Doch jeder Fischer weiss, dass man ab und zu die Angelstelle wechseln muss, wenn man zu lange am selben Ort gefischt hat. Perth ist vor allem bekannt für Haifische. Wenn mich das nicht optimistisch stimmt, was dann.

Symbolbild: Liebe. Oder so.shutterstock

Und jetzt schreibt alle in die Kommentare, dass ich aufhören soll zu jammern.

Das bin übrigens ich. Die von watson haben mich gezwungen, ein Bild hier reinzumachen.
Das bin übrigens ich. Die von watson haben mich gezwungen, ein Bild hier reinzumachen.bild: silvano lieger
Wer ist dieser Typ eigentlich?
Seine Lehrer sagten früher: «Wenn du ständig überall deinen Senf dazugeben musst, wird nie etwas aus dir.» Diese Herausforderung nahm er dankend an. Heute ist Gregor Stäheli als Slam Poet vor allem auf Bühnen anzutreffen. Ein Austauschsemester in Perth zwingt ihn, diese für ein halbes Jahr zurückzulassen. Da er es dennoch nicht bleiben lassen kann, sich ständig mitteilen zu müssen, nutzt er diese Reise, um das festgefahrene «Schweizer-in-Australien»-Klischee zu renovieren.

Stalke Gregor auf Facebook oder auf seiner Homepage.

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29 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Pischi
24.02.2017 14:30registriert Oktober 2015
Zum e beziehig in sand setze mues mer zersch mal eini ha. Immerhin kriegsch das ane (im gägesatz zu anderne awesende :D)
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filmorakel
24.02.2017 14:17registriert Februar 2014
Lieber Gregor.
Das tut mir aber Leid. Aber keine Sorge, das kommt schon noch irgendwann! Man muss nur lange genug herumschauen. Es kommt dann, wenn du es am wenigsten erwartest.

;-)
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black-bird
24.02.2017 16:18registriert Februar 2017
ich weiss warum die von watson dich gezwungen haben ein bild von dir hier reinzumachen... die wollen dich verkuppeln ;-)

oder halt das stimmt gar nicht... gibs doch zu du weisst das du gut aussiehst und bist total unglücklich als single ;-)
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