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Review

«Die Mumie» hat mich als Kind zu Tode geängstigt. Kann das Remake da mithalten?

Bild: Universal Studios
1999 bekämpfte Brendan Fraser eine untote Mumie und jagte mir damit eine Heidenangst ein. Doch damals war ich noch klein. Nun, 18 Jahre später, übernimmt Tom Cruise die Jagd. Haut das hin?
07.06.2017, 21:3525.07.2017, 12:48

Die Mumie war 1999 schon eine toller Film – zumindest aus Sicht eines Kindes. Abenteuerlust und absolute Passion für das antike Ägypten lockten mich vor den Fernseher, als Brendan Fraser das erste Mal versuchte, den verfluchten Hohepriester Imhotep aka die Mumie wieder in sein sandiges Grab zu befördern. Der Streifen hatte alles, was ich als Kind toll fand: Spannende Mythen, gruselige Mumien und einen Doppeldecker mit einem verrückten Piloten darin. Ich verbinde also eine Menge positiver Gefühle mit diesem Film.

Nun lässt Universal die Mumie wieder auferstehen – und zwar in neustem CGI-Hollywood-Hochglanz. Brendan Fraser wurde von Tom Cruise beerbt, aus Imhotep wurde die ägyptische Prinzessin Ahmanet und den Doppeldecker gibt es auch nicht mehr.

Nostalgische Gefühle in 3, 2, 1:

Die Story des Remakes hat sich aber in ihren Grundzügen nicht gross verändert. Prinzessin Ahmanet lässt sich mit dunklen Mächten ein, um so ihre Ziele durchzusetzen. Als Strafe wird sie lebendig mumifiziert und begraben. 3000 Jahre später stolpert Antiquitätenjäger Nick (Tom Cruise) zufällig über ihre Ruhestätte und erweckt Ahmanet zu neuem Leben. Diese hat natürlich ziemlich üble Laune.

Einen kleinen Unterschied gibt es allerdings: Die Handlung wurde in die Gegenwart verlegt.

Sarkophag mit verfluchter Mumie an Bord? Check!

Bild: Universal Pictures

Ich muss gestehen, ich hatte mir von dem Film nicht viel erwartet. Mit Tom Cruise als Mumienjäger konnte ich mich vorgängig nicht wirklich anfreunden. Auch der Trailer sah aus, als handle es sich um den x-ten Beitrag zum stupiden Hollywood-Bombast. Nun, nachdem ich den Film gesehen habe, muss ich sagen: Hollywood-Bombast: ja, stupid: nein.

Es ist natürlich nicht so, dass «Die Mumie» intelligente Kinounterhaltung wäre, aber wenigstens wird man nicht von endlos dümmlichen Dialogen heimgesucht und auch die Handlung ist solide. Angenehm ist auch der Humor des Films. Glücklicherweise haben sie nicht versucht, den Slapstick-Witz der Version von 1999 zu übernehmen. Stattdessen gibt es einige Szenen, die vor allem durch die Dialoge durchaus amüsant sind, ja sogar zynisch. Ich kann mich zumindest nicht an eine Szene erinnern, bei der ich mich fremdgeschämt hätte.

Etwas schade ist, dass die ganze Handlung ziemlich rasch nach London verlegt wird. Es ist zwar nachvollziehbar, warum das geschehen muss, aber leider geht so auch das typische «Mumien-Feeling» verloren. Es hat halt einfach schon mehr Stil, wenn eine Mumie in ihrem natürlichen Umfeld ihr Unwesen treibt und nicht in den Wäldern und Gassen von London.

Auch die Mumie selbst ist nicht mehr wirklich sehr gruselig. Dies liegt vor allem daran, dass dem Umstand, dass sie sich zuerst regenerieren muss, nicht sehr viel Zeit gewidmet wird. Das ist sehr schade, denn wenn eine Mumie so richtig vertrocknet und verschrumpelt aussieht, ist sie doch am gruseligsten, oder nicht?

3000 Jahre alt und die Frisur sitzt: Prinzessin Ahmonet.

Bild: Universal Pictures
«Willkommen in einer neuen Welt der Götter und Monster.»
Aus «Die Mumie»

Das Interessanteste am ganzen Film ist aber, dass er den Startschuss zum sogenannten «Dark Universe» darstellt. Dabei handelt es sich um ein Filmuniversum à la Marvel oder DC, in welchem sich lauter klassische Filmmonster der 1920er bis 1950er-Jahre tummeln werden.

Der Film ist dann vor allem auch dafür da, uns in diese neue Welt einzuführen, um so den Weg für die weiteren Filme zu bereiten. Diese werden bereits in einigen Szenen angeteasert. So sehen wir zum Beispiel einen ausgestellten Schädel eines Vampirs oder die konservierte Hand des Kiemenmenschen.

bild: universal studios

Den Erfolg dieser neuen Film-Franchise soll ein äusserst kostspieliger Cast sicherstellen. Bereits in «Die Mumie» sehen wir neben Tom Cruise unter anderem Russell Crowe und Sofia Boutella («Kingsman: The Secret Service»). 

Anfangs 2019 soll dann der nächste Teil des «Dark Universe» starten. In «Bride of Frankenstein» werden wir Javier Bardem («Pirates of the Caribbean: Salazars Rache») als Professor Frankenstein sehen. Gedreht wird der Film von Bill Condon, der zuletzt mit «Die Schöne und das Biest» im Kino war und 1999 für das Drehbuch von «Gods and Monsters» einen Oscar gewann.

Und natürlich darf auch Johnny Depp nicht fehlen. Er wird in «The Invisible Man» die Titelfigur verkörpern. Weiter angekündigte Filme sind «The Wolf Man» und «Phantom of the Opera».

Was Universal sich diesen Cast wohl kosten lässt?

bild: universal studios

Nun aber zurück zum eigentlichen Thema. Ist «Die Mumie» ein Film, den du dir im Kino ansehen solltest? Ich würde da eher zu nein tendieren. «Die Mumie» muss man sich nicht im Kino anschauen, aber man kann. Denn unter dem Strich ist der Film ein durchaus unterhaltsamer Abenteuerstreifen, der Laune macht, auch wenn du ihn danach rasch wieder vergessen wirst.

Und nur, um es noch endgültig festzuhalten: Nein, der Film ist leider überhaupt nicht gruselig. Zumindest nicht, wenn man kein Kind mehr ist.

Meine Wertung: 
6 von 10 einbalsamierten Mumien.

Kinostart: 8. Juni 2017

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quelle: universal
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