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Captain Marvel ist stinksauer.
Captain Marvel ist stinksauer.
Bild: Marvel
Review

Im ersten Superheldinnen-Film von Marvel ist der wahre Star eine Katze

05.03.2019, 15:07

ACHTUNG

Dieser Text enthält leichte Spoiler zu «Captain Marvel» und einen starken Spoiler zu «Avengers: Infinity War».

Mit «Captain Marvel» bringt Disney seinen 21. Superhelden-Film aus dem Marvel-Universum in die Kinos. Wobei man eigentlich sagen müsste Superheldinnen-Film, denn erstmals sehen wir eine Frau in der titelgebenden Hauptrolle. Darauf ist Disney auch mächtig stolz und wird nicht müde, dies in seiner Werbekampagne zu betonen. Ob man wirklich so stolz darauf sein sollte, dass man 20 Filme gebraucht hat, um eine weibliche Superheldin als Hauptfigur zu etablieren? Vor allem, da ausgerechnet DC, der grösste Konkurrent von Marvel, in seinem DC-Filmuniversum mit «Wonder Woman» schon mit dem vierten Film eine Superheldin in der Hauptrolle einführte. Nun gut, lassen wir das. Der Film ist da, Disney ist mächtig stolz, und wir alle wollen natürlich wissen, ob das gerechtfertigt ist.

Das ist sie also, die erste weibliche Superheldin im Marvel Cinematic Universe in einer «Leading Role»: Captain Marvel.
Das ist sie also, die erste weibliche Superheldin im Marvel Cinematic Universe in einer «Leading Role»: Captain Marvel.
Bild: Disney/Marvel

Bereits im Frühling 2018 wurde Captain Marvel in «Avengers: Infinity War» in einer Post-Credit-Szene als Retterin in der Not angeteasert, die dann im kommenden «Avengers: Endgame» ins Geschehen eingreifen wird. Zuschauer, welche die Marvel-Comics nicht kannten, erfuhren bald, dass besagte Superheldin zu den ältesten Charakteren des Marvel-Universums gehört und unglaubliche Kräfte hat. Damit brachte «Captain Marvel» gleich ein grosses Fragezeichen mit sich:

  • Wie, bitteschön, sollte der neue Teil in der filmischen Zeitleiste zwischen «Avengers 3» und «Avengers 4» passen? Immerhin schliesst «Avengers: Endgame» ja nahtlos an den dritten Teil an.

Disney hatte darauf eine einfache Antwort: «Captain Marvel» würde in den 90er-Jahren spielen – also zeitlich vor allen anderen Marvel-Filmen. Ein Retro-Marvel-Film? Coole Sache. Bloss warf das gleich erneut eine Frage auf:

  • Wenn «Captain Marvel» vor allen anderen Filmen ausser «Captain America» spielt und die Superheldin so mächtig ist, wo zur Hölle hatte sie sich während der letzten 20 Filme rumgetrieben?

Genau diese Frage muss der Film beantworten – und zwar glaubhaft. Tut er dies? Mehrheitlich. Jedenfalls hat man am Schluss, wenn der Abspann über die Leinwand flimmert, nicht das Gefühl, dass die Erklärung konstruiert gewirkt hat. Sehr originell ist sie allerdings auch nicht, aber das wäre vermutlich auch zu viel verlangt gewesen. Man kann mit der Erklärung leben, auch wenn sie zur einen oder anderen Diskussion führen dürfte. Aber darüber kann ich jetzt natürlich nichts schreiben, ohne euch den Film zu versauen.

Darum geht's

Der Film dreht sich um die ausserirdische Kree-Kriegerin Vers, die mit einem Sonderkommando endlich ihren ersten Einsatz absolvieren darf. Die Spezialeinheit soll einen Spion aus den Händen der Skrull befreien. Diese sind eine kriegerische Rasse, welche Planet um Planet erobert und mit den Kree schon lange im Konflikt stehen. Doch der Einsatz geht schief, und Vers strandet auf der Erde der 90er-Jahre. Dort führt sie nicht nur den Kampf gegen einige ebenfalls gestrandeten Skrull fort, sondern wird auch mit ihrer Vergangenheit konfrontiert.

Falls du lieber den Trailer guckst:

Video: undefined/Disney

«Captain Marvel» zeigt, was DC falsch macht

Es ist erstaunlich, dass es Disney auch mit «Captain Marvel» nicht geschafft hat, einen miesen Film abzuliefern. Klar, auch im Marvel Cinematic Universe gab es mal etwas schlechtere Teile, wie beispielsweise die ersten beiden «Thor»-Filme, aber einen richtig miesen? Definitiv nicht. Da hat DC schon einiges mehr an Routine, denn selbst der visuelle Knaller «Aquaman» ist storymässig eher dünn. Vor allem bei den humoristischen Dialogen kann sich DC noch einiges von Marvel abgucken.

Captain Marvel
Was ist das?
Nick Fury
Das ist ein Shield-Logo.
Captain Marvel
Ist das Ankündigen deiner Identität beim Geheimhaltungs-Teil deines Jobs hilfreich?
Nick Fury
Sagt die Weltraumkriegerin, die einen Gummianzug trägt.

Es ist nicht so, dass «Captain Marvel» ein Feuerwerk an Witzen abbrennt, so wie es bei «Guardians of the Galaxy» der Fall ist. Vielmehr punktet der Film mit kleinen Wortgefechten und fast schon beiläufiger Situationskomik, ohne dabei albern zu werden. Vor allem der junge Nick Fury, der übrigens noch beide Augen hat, ist sehr unterhaltsam. Es macht einfach Spass, Samuel L. Jackson dabei zuzusehen, wie er den späteren, knochenharten Hund Nick Fury noch fast blauäugig durch die 90er-Jahre stolpern lässt. Dennoch zeichnet der Film einen jungen Nick Fury, in dem man schon in Ansätzen den Shield-Agenten aus den zeitlich später angesiedelten Filmen erkennt.

Dank Visual Effects wieder jung und knackig: Agent Nick Fury.
Dank Visual Effects wieder jung und knackig: Agent Nick Fury.
Bild: Disney

Überhaupt ist die Charakterentwicklung der einzelnen Figuren im Film sehr schön und wirkt glaubhaft. Trotz der Action gibt es auch Raum für ruhigere Momente, die dazu dienen, die Beweggründe der einzelnen Personen zu erläutern, sodass man ihre Handlungen als Zuschauer nachvollziehen kann. Selbst die Bösewichte bleiben dabei nicht so eindimensional, wie sie das in anderen Filmen – auch in einigen von Marvel – manchmal sind.

Keine gewöhnlichen Bösewichte: die Skrull.
Keine gewöhnlichen Bösewichte: die Skrull.
Bild: Disney/Marvel

«Captain Marvel» ist damit wieder eine Klatsche für das DC-Universum und zeigt einfach, dass Marvel beim Storytelling noch immer in einer anderen Liga spielt. Natürlich ist auch «Captain Marvel» schlussendlich ein Film mit drei Akten, an dessen Ende alles auf den unvermeindlichen Endkampf hinausläuft. Aber der Weg dahin ist mit vielen schönen Momenten gesäumt, die eben nicht nur von ihrer visuellen Wucht leben, sondern auch inhaltlich stimmen. Dennoch wird «Captain Marvel» genau in diesem dritten Akt ein bisschen vorhersehbar und dürfte nicht jeden Zuschauer so überraschen, wie der Film das wohl gerne tun würde.

Wir müssen noch über die Katze reden

Nichts gegen Brie Larson und ihre darstellerische Leistung, aber: Der heimliche Star dieses Films ist eine rote Katze. Mehr als einmal bringt dieser vierbeinige Stubentiger einem zum Schmunzeln. Es ist klar, dass er genau dafür konzipiert wurde: als eine Art witziger Sidekick, der das Publikum unterhalten soll. In vielen Filmen geht so was jeweils schief. In diesem Fall haben die Macher aber genau die richtige Dosis gefunden, sodass einem das rote Fellknäuel auch nach dem wiederholten Auftritt nicht auf die Nerven geht. Vor allem wie Nick Fury mit der Katze interagiert, ist oft zum Schiessen komisch.

Ja, die Katze hat sogar ihr eigenes offizielles Filmposter.
Ja, die Katze hat sogar ihr eigenes offizielles Filmposter.
Bild: Marvel

Etwas schade ist, dass man den Unterschied der Szenen mit CGI- und echter Katze doch etwas sieht. Vielleicht wäre es da besser gewesen, einfach alles per Computer zu machen, damit es wie aus einem Guss wirkt. Hervorragende Arbeit haben die Visual-Effects-Studios dafür bei der Verjüngung von Nick Fury und Agent Coulsen geliefert. Wow, sehen die gut aus! Noch 2016, als Disney eine junge Leia mithilfe eines Computers erschaffen hat, wirkte das irgendwie ein wenig befremdlich. Aber beim jungen Nick Fury alias Samuel L. Jackson vergisst man tatsächlich, dass er eigentlich viel älter ist.

Fazit

«Captain Marvel» hat mit seiner frechen Geschichte mit 90er-Jahre-Setting tatsächlich noch einmal ein klein wenig frischen Wind ins Marvel Cinematic Universe gebracht. Vor allem ist es aber endlich wieder einmal ein Film, der für sich alleine stehen kann, ohne gefühlt eine Million Anspielungen und Superhelden-Charaktere aus anderen Filmen. Theoretisch würde man diesen Film sogar verstehen, wenn man zuvor keinen einzigen Marvel-Film gesehen hätte.

PS: Es gibt zwei Post-Credit-Szenen. Bleibt also bis ganz am Schluss sitzen.

«Captain Marvel» startet am 7. März in den deutschschweizer Kinos.

Für alle, die es wissen wollen: Hat Stan Lee noch einen Cameo-Auftritt?

Surprise
bild: disney

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