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Es beginnt mit einer Szene wie aus dem Hollywood-Thriller «Sieben»...

Review

9 Gründe, warum «Der Pass» die vielleicht beste Serie aller Zeiten ist

Einen Ermittler wie Gedeon Winter hat die Welt noch nicht gesehen. Der LSD konsumierende Grantler hat das Zeug, Saga Norén als Kultfigur abzulösen. Dabei ist «Der Pass» nicht nur wegen ihm grosses Kino.



Ein Serienkiller, zwei Ermittler aus zwei Ländern: Die deutsch-österreichische Sky-Original-Produktion «Der Pass» ist eine Mischung aus «True Detective» und «Die Brücke», und erinnert an den Kult-Thriller «Se7en». In der achtteiligen Serie geht ein ungleiches Ermittlerpaar in düsterer Winterkulisse auf Verbrecherjagd. Das ist nichts für schwache Nerven – und ein Must-see!

Achtung: Der Beitrag enthält leichte Spoiler.

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«Schwarz, wenn der Mond nicht scheint.

Weiss, wenn der kalte Himmel weint.

Grau, wie ein erstarrtes Herz.

Rot, wie ein neuer Schmerz.»

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«Die rote Jahreszeit» ist angebrochen.

Das Beste vom Besten

Als Serien-Junkie hat man es nicht leicht. Zwar ist es im Netflix-Zeitalter kein Problem, an Stoff zu kommen. Doch das wirklich gute Zeug ist so selten wie frisch gefallener Schnee.

Damit du einschätzen kannst, was ich unter Top-Qualität im Krimi- und Thriller-Genre verstehe, nenne ich in der folgenden Bildstrecke meine absoluten Favoriten.

Die deutsch-österreichische Produktion «Der Pass» schliesst an weltweit erfolgreiche Vorlagen an und braucht sich nicht zu verstecken. Im Gegenteil! Die «Sky Original»-Produktion ist das Beste vom Besten. Und ja, damit meine ich auch «Die Brücke» mit meiner absoluten Lieblingskommissarin.

Über acht Folgen entwickelt «Der Pass», der sich vom Krimi zum Thriller wandelt, einen unheimlichen Sog. Und bald lassen einen die Ermittlungen zum brandgefährlichen Täter, den die Presse «Krampuskiller» tauft, nicht mehr los.

Was man wissen sollte

Der Serien-Titel steht zum einen für den Ort, wo zu Beginn eine merkwürdig inszenierte Leiche entdeckt wird; der Oberkörper liegt in Österreich, die Beine in Deutschland. Zum andern bezeichnet «Pass» nach altem Brauchtum verkleidete Folklore-Gruppen, die bei Winterumzügen auftreten.

Zur Einstimmung sollest du diesen Trailer (mit Ton) geniessen ...

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Video: YouTube/Sky Österreich

Ich werde fast nichts von der spannenden Geschichte und ihren überraschenden Wendungen verraten. Stattdessen konzentriere mich auf die neun besten Gründe, warum «Der Pass» ein Hochgenuss ist für Film- und Serienfans.

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«Der Pass» ist Kino im Serien-Format

Leider setzen Filmemacher vermehrt auf wackelige Kamera und schnelle Schnitte. Ganz anders «Der Pass», der mich mit seiner Kino-Ästhetik restlos begeisterte. Es ist eine bildgewaltige Inszenierung, die auch dank dramatischer Vertonung an «Das Schweigen der Lämmer» erinnert.

«Die Musik treibt die Spannung regelmässig auf den Höhepunkt, die Szenenwechsel sind von teilweise verblüffender Raffinesse, der Schnitt ist vorzüglich, und Kameramann Philip Peschlow hat Aufnahmen von grausiger Schönheit gestaltet.»

quelle: tittelbach.tv

Wie bei «The Bridge» gibt es Totalen aus Drohnen-Flughöhe, langsame Kameraschwenks sowie Nahaufnahmen, bei denen man sich als Zuschauer wie ein Voyeur vorkommt.

Damit sind wir bei ihm hier ...

Nur für Review

Winters erster, ähm, «Auftritt».

Vorhang auf für den kaputtesten Bullen der Filmgeschichte

Nicholas Ofczarek als Gedeon Winter.

Dieser Mann ist eine Naturgewalt. Und Saga Norén, die nach vier Staffeln als autistische schwedische Kommissarin nicht mehr ermittelt, hat einen würdigen Nachfolger.

Ofczarek spielt sich als schnoddrig-zynischer Kommissar in die Herzen der Zuschauer – oder Zuseher, wie die Österreicher sagen. Auch wenn man dies zu Beginn der Serie überhaupt nicht für möglich halten würde. Zu kaputt kommt er daher, zu versifft, mit seinem zerknitterten Anzug, den fettigen Haaren und dem Lodenmantel. Und es verwundert kaum, dass er sehr enge Beziehungen ins Rotlichtmilieu hat.

Der stiere Blick ...

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... erinnert mich an ihn hier.

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Javier Bardem im Coen-Film «No Country For Old Men» (2007).

Zudem greift Winter bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit zu Rauschmitteln. Er raucht wie ein Schlot, trinkt Vodka aus der Flasche, kokst sich am Morgen im Auto munter – und träufelt LSD auf einen Würfelzucker. Im Büro.

Mir ist kein anderer Serien-Detektiv bekannt, der Killern mithilfe von LSD-Trips auf die Spur kommt.

Und erst sein Dienstfahrzeug ...

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Saga Norén fuhr einen alten Porsche, Kommissar Winter hat einen Schweden-Panzer.

In seinem Heimatland ist der 47-jährige Österreicher ein Schauspiel-Gigant. Und – witziges Detail – er wuchs im Appenzell auf. Das sei «eine fast weiblich anmutende, lieblich hügelige Landschaft», sagte er im Interview. «Ein Hochland.» Nicht so schroff wie die Berge im Salzburger Land.

Womit wir bei einem Punkt sind, den die Amerikaner mit keiner noch so teuren Produktion hinkriegen ...

Österreichisch 😍

Diese Sprache, seufz!

Eine Journalisten-Kollegin schrieb treffend: «Auf Österreichisch klingt einfach alles besser. Selbst die Jagd nach einem Serienmörder.»

Literarisch gehört Wolf Haas zu meinen absoluten Lieblingen. Und wenn man Kommissar Winter in «Der Pass» zuhört, wird's nicht nur «Brenner»-Fans warm ums Herz.

«Einer kriegt den Kopf, der Andere den Oasch.»

Wenn Kommissar Winter grantelt und tobt, muss man allerdings manchmal zweimal hinhören, um zu verstehen. Andere Formulierungen sind schmerzhaft klar ...

«Geh scheissn!»

In diesem Trailer hört man Gedeon Winter in voller Fahrt, es lohnt sich!

abspielen

Video: YouTube/Sky Österreich

Ellie

An der Seite von Nicholas Ofczarek spielt die deutsche Schauspielerin Julia Jentsch die hochmotivierte junge Ermittlerin Ellie Stocker. Und wie ihrem österreichischen Kollegen gelingt ihr im Laufe der Serie eine unglaubliche Wandlung.

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Hier wissen der abgehalfterte Österreicher und die angestrengt freundliche Deutsche noch nicht, dass sie es mit einem sadistischen Serienkiller zu tun bekommen.

Ihr erster Dialog

«Ganz schön zapfig hier oben.» – «Joaa, passt scho.»

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Die beiden lassen dumme Klischees über Österreicher und Deutsche schnell hinter sich.

«Der Pass» ist verdammt nah an der Realität

Als Krimi-Fan lege ich Wert auf realistische Handlungen und authentische Darstellungen. Was die Figuren und Dialoge betrifft, als auch den Umgang mit Waffen und moderner Technik, vermag «Der Pass» zu glänzen.

Die Geschichte ist von realen Kriminalfällen inspiriert, wobei die Drehbuchautoren auf die Unterstützung des renommierten Fallanalytikers Alexander Horn zählen konnten. Mit ihm gemeinsam haben sie den Täter «kreiert».

Horn gehört zu den bekanntesten deutschen Kriminalisten und ist Mitbegründer des Täterprofilings bei der Münchener Mordkommission. Er arbeitete an Fällen des Serienmörders mit, der als «Maskenmann» nachts in Schulheime, Zeltlager und Privathäuser eindrang. Und er war an der Aufklärung der Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) beteiligt, bei der neun Gewerbetreibende mit ausländischen Wurzeln sowie eine Polizistin getötet wurden.

Zu seiner nebenberuflichen Beratungstätigkeit für die Filmemacher sagte er:

«Ich fand die Story grossartig und konnte ihnen helfen, die Figuren und die Motivlage des Täters auszuarbeiten. Mich reizte dabei, dass wir über acht Folgen den Raum haben würden, einen Täter bei seiner Entwicklung zu beobachten und für den Zuschauer somit ein anderer Blickwinkel auf eine Ermittlung möglich wäre.»

Die Alpen sind zum Sterben schön

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«Wir wollten möglichst wenig Horizont zeigen. Der Zuschauer soll das Gefühl haben, die Berge seien übermächtig und kesseln ihn ein.»

Cyrill Boss, Co-Regisseur quelle: goldenekamera.de

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«Finsternis hasst Finsternis, weil's da immer finster is.»

Es gibt sogar einen Journalisten, den man (in seiner gezeigten Arbeit) ernst nehmen kann

Journalisten in Krimi-Serien: Das ist häufig ein Trauerspiel. Im besten Fall kommt ihnen eine Rolle als unsympathischer, gefühlsloser Neben-Bösewicht zu, als «Witwenschüttler» oder sensationsgeiler Pressefritze, der lügt wie gedruckt.

«Der Pass» ist auch hier wohltuend und erfrischend anders, ohne anbiedernd zu wirken. Ich erlaube mir als Medienprofi das Urteil, dass der Reporter glaubhaft dargestellt wird.

Hier interviewt er einen rechtsextremen Haider-Verschnitt

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Ja, er ist es ...

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Lucas Gregorowicz spielte schon den Kifferkumpel von Moritz Bleibtreu in «Lammbock».

«Ausgerechnet dort, wo die Welt noch in Ordnung ist, schlägt plötzlich das Böse zu.»

Reporter, dramatisch

Narzisstische Männer als Täter – das passt perfekt in die heutige Zeit

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«Sein Narzissmus verlangt, bewundert zu werden. Sein sadistischer Trieb will quälen und zerstören.»

Täter-Profiling

Der Soundtrack

Die musikalische Untermalung, die von einem Schüler des Star-Komponisten Hans Zimmer stammt, ist perfekt. Zum andern gibt es diverse Ohrwürmer, Made in Austria.

Wie zum Beispiel:

Wolfgang Ambros: «De Kinettn wo i schlof» (Wiener Dialekt)

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Video: YouTube/seckelflieger

Yukno: «Blut»

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Video: YouTube/YUKNO

Wo gibt's das?

Die Thrillerserie «Der Pass» ist eine Eigenproduktion («Sky Original») des Pay-TV-Anbieters Sky Deutschland. Die Erstausstrahlung startete am 25. Januar 2019 in der deutschsprachigen Schweiz, Deutschland und Österreich. Die acht Episoden der ersten Staffel sind über Sky Ticket, Sky Go sowie auf Abruf bei Sky Show verfügbar. Immer freitags ab 20.15 Uhr werden jeweils zwei Episoden auf Sky 1 HD gezeigt.

Den Abschluss macht ein weiterer sehenswerter Trailer:

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Video: YouTube/Sky Österreich

* Bildnachweis/Urheberrechte: Sky Deutschland / Wiedemann & Berg Television GmbH & Co. KG / Sammy Hart

Und jetzt du!

Was ist deine absolute Lieblings-Krimiserie? Welche Thriller-Serien schaffen es in die Allzeit-Top-5? Schreib uns via Kommentarfunktion, am liebsten mit kurzer Begründung.

Nur noch kurz die Windschutzscheibe vom Schnee befreien ....

Video: srf

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29 Kommentare
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DocShi
02.02.2019 21:06registriert May 2018
Tja, klingt echt Hammer. Werde aber passen denn ich zahl doch nicht 2 Streamingdienste.
Es kommt was ich befürchtete: Mehr Serienanbieter und bald ja auch noch die anderen von Disney, Paramount etc.
Und so können wir ohne ein Vermögen auszugeben nicht alles haben. War das schön als es nur Netflix gab.
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