Schweiz
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Gesundheitsausgaben pro Kopf steigen auf über 10'000 Franken



ARCHIV - ZUR FORDERUNG VON TRAVAIL.SUISSE, DASS AELTERE ARBEITNEHMENDE BESSER MIT MASSNAHMEN IM ARBEITSMARKT GEFOERDERT WERDEN SOLLEN, STELLEN WIR IHNEN DIESES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG. - [ACHTUNG REDAKTIONEN: GESTELLTE AUFNAHME - SYMBOLBILD.] Der Arzt Felix Huber untersucht den Gehoergang einer Patientin, im Haus der Aerzte, die Medix Gruppenpraxis, in Zuerich, am Donnerstag, 7. November 2013. In der Gruppenpraxis arbeiten fast 30 Aerzte als Allgemeinpraktiker, Spezialaerzte, Ernaehrungs- und Diabetesberaterinnen, Physiotherapeuten und Psychologinnen unter einem Dach. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Bild: KEYSTONE

Die Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich rechnet für 2018 und 2019 mit einem stärkeren Wachstum der Gesundheitskosten als im vergangenen Jahr. Damit dürften die Ausgaben im laufenden Jahr auf mehr als 10'000 Franken pro Kopf anschwellen.

Grund für den Anstieg sind gemäss KOF unter anderem ein stärkeres Wirtschaftswachstum. Denn je mehr die Menschen verdienen, desto mehr können sie für ihre Gesundheit ausgeben. Zudem rechnet die Forschungsstelle weiterhin mit einem steigenden Anteil an älteren Menschen in der Schweizer Bevölkerung.

Für 2018 dürften die Gesundheitskosten laut den am Dienstag publizierten Zahlen um 3.8 Prozent auf knapp 86.8 Milliarden Franken klettern. Pro Einwohner und Einwohnerin ergeben sich daraus Gesundheitsausgaben von 10'131 Franken.

Im nächsten Jahr werden es gemäss Prognose 10'429 Franken pro Kopf sein. Dann werden die Kosten des Gesundheitswesens erstmals die Schwelle von 90 Milliarden Franken überschreiten (+3.9 Prozent).

Weil sich das nominelle Bruttoinlandprodukt (BIP) in der Schweiz im Prognosezeitraum schwächer entwickle, würde das Verhältnis der Gesundheitsausgaben zum BIP damit auf knapp 13 Prozent steigen.

Höhere Kosteneinsparungen erwartet

Mit der jüngsten Schätzung hat die KOF ihre Erwartungen zum Kostenwachstum im Gesundheitswesen für 2018 und 2019 allerdings leicht nach unten korrigiert. Im Herbst 2017 hatte sie noch einen Kostenanstieg von 3.9 respektive 4.0 Prozent prognostiziert.

Grund für die Anpassung sind höhere Kosteneinsparungen. Politische Massnahmen würden das Kostenwachstum im Gesundheitswesen dämpfen. So zum Beispiel die Überprüfung der kassenpflichtigen Medikamente alle drei Jahre. Diese umfasst neben dem Auslandspreisvergleich auch einen Kosten-Nutzen-Vergleich.

Daraus ergaben sich gemäss Bundesamt für Gesundheit im Jahr 2017 geschätzte Einsparungen von rund 190 Millionen Franken, die aber grösstenteils erst im 2018 realisiert würden, da die Preissenkungen erst ab Januar 2018 umgesetzt wurden.

Zudem hat der Bundesrat im letzten Herbst die Verordnungsänderung des Ärztetarifs Tarmed verabschiedet. Mit diesen Massnahmen dürften ab 2018 gemäss Mitteilung jährliche Einsparungen von rund 470 Millionen Franken erzielt werden.

Weiteres Einsparpotenzial von zirka 90 Millionen Franken birgt in den Augen der KOF der Entscheid des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI), dass bestimmte operative Eingriffe ab 2019 nur noch von der obligatorischen Krankenversicherung vergütet werden, wenn sie ambulant durchgeführt werden.

Prognose für 2017 deutlich korrigiert

Während die KOF für 2018 und 2019 am Dienstag nur leicht korrigierte Prognosen präsentierte, drückte sie die Kostenerwartungen für das abgelaufene Jahr hingegen deutlich nach unten und zwar von 4.1 auf 3.5 Prozent.

Die KOF begründete diese Korrektur mit einem niedrigeren nominellen Lohnwachstum im letzten Jahr sowie einer stärkere Zunahme der alternden Bevölkerung hierzulande. Auch die totale Bevölkerungsentwicklung sei schwächer ausgefallen als in den vergangenen Jahren, heisst es.

Deshalb werden die gesamten Gesundheitsausgaben für 2017 neu bei knapp 83.6 Milliarden Franken erwartet. Das Bundesamt für Statistik (BFS) wird die provisorischen Zahlen für 2017 erst im nächsten Frühling vorlegen. Für 2016 publizierte es im April Gesundheitskosten von voraussichtlich 80.7 Milliarden Franken (+3.8 Prozent). (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • me myself 13.06.2018 06:09
    Highlight Highlight Ich verstehe nicht viel davon doch ich denke eine Einheitskasse wäre der erste Schritt. Es braucht doch nicht weiss ich wieviele auf Gewinn ausgerichtete Krankenkassen. Zusätzlich könnte man es einfach in die Steuer einrechnen so dass mehrverdiener auch ein bisschen mehr bezahlen. Und dann wären ja noch die Medipreise........
  • Kimelik 12.06.2018 22:58
    Highlight Highlight Einheitskasse mag etwas bringen, rund 1% der kosten sind Verwaltungskosten. Wobei auch da, Staatliche Stellen sind nicht gerade für ihre günstige Verwaltung bekannt. Der grösste Teil der Kosten geht an die Ärzteschaft, da kann auch am meisten gespart werden, wieso das ein Tabu ist, verstehe ich nicht.
    • me myself 13.06.2018 06:01
      Highlight Highlight Vieleicht ist es ist ein Tabu, da man sie ja braucht. Und man angst hat dass wen man die Löhne senkt, die Ärtzte gehen und sich weniger Leute durch so eine Ausbildung quälen.
  • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 12.06.2018 22:02
    Highlight Highlight Mal kurz gefragt, wer soll sich das bitte noch Leisten können?
  • Zwerg Zwack 12.06.2018 21:28
    Highlight Highlight Die 10'000.-/Jahr sind der Durchschnitt. Kann mir jemand sagen, was der Median ist?
  • Black Cat in a Sink 12.06.2018 20:17
    Highlight Highlight Einheitskasse und jeder kann halb oder privat separat dazu versichern... das wurde aber abgelehnt und nun haben wir die Quittung.... wie sagt der Brite: some people have to learn it the hard way, oder so😉
    • Amboss 13.06.2018 00:14
      Highlight Highlight Dann sag mir Mal, wie man bei einer Einheitskasse Geld sparen kann... Die Kosten der Krankenkassen für die Verwaltung, Werbung etc liegen ca bei 5 Prozent... Also, wo ist da das Sparpotenzial?
    • Oberon 13.06.2018 00:49
      Highlight Highlight Ja, aber die Einheitskasse wäre nur ein Schritt gewesen um die Kosten in den Griff zu bekommen.

      Die Initiative hätte man jedoch annehmen müssen.

    • Amboss 13.06.2018 06:04
      Highlight Highlight @oberon: verstehe ich nicht. Wie kann eine Massnahme (hier die Einheits-kk), mit welcher sich keine Kosten einsparen lassen, dazu dienen, die Kosten in den griff zu bekommen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Blitzesammler 12.06.2018 18:12
    Highlight Highlight Sorry habe ich noch vergessen... diejenigen, die daran Geld verdienen brauchen immer das Argument, dass alle immer älter werden! seit geraumer Zeit stimmt das aber nicht mer! Darum
    HÖRT DOCH AUF UNS IMMER FÜR DUMM ZU VERKAUFEN
    • phreko 13.06.2018 00:39
      Highlight Highlight Was stimmt nicht mehr?
  • Blitzesammler 12.06.2018 18:05
    Highlight Highlight Ich sehe den Geldverschleis vorallem bei den Behandelnden!! Viele Ärzte sind seehr bedacht, dass sie möglichst viel aufschreiben können. So gerade bei einer Freundin. Bei einem Termin sagt er sie braucht noch eine Spritze, muss aber dafür in zwei Wochen nochmals kommen... wieso diese nicht gerade schnell machen??? Damit nochmals «Erste 5 Minuten / letzte 5 Minuten» und anderer Quatsch aufgeschrieben und verrechnet werden kann. Doch da schaut keiner so genau, lieber wieder mit den Prämien rauf, denn die wissen ja, uns «Kunden» kann man melken bis aufs Blut!
  • jdd2405 12.06.2018 16:19
    Highlight Highlight Wo bleibt diese Gleichberechtigung?
    Benutzer Bild
    • Keepitsimple 12.06.2018 17:28
      Highlight Highlight Ab 70+ sterben die männer eben früher weg. Korrigier mich, sollte dies in der statistik bereits kompensiert worden sein.
    • Musikliebhaberin 12.06.2018 18:03
      Highlight Highlight die Unterschiede zwischen 21-40 sind wahrscheinlich wegen den Verhütungsmethoden welchen einen Eingriff fordern und Schwangerschaften. Auch von Krebs sind Frauen häufiger betroffen. Und im hohen Alter logischerweise weil Frauen länger leben. Eine Pro Kopf Analyse hätte mehr Sinn gemacht.
    • Aglaya 12.06.2018 18:40
      Highlight Highlight Wo ist das Problem? Die einzigen Alterskategorien, in denen Frauen deutlich mehr Kosten verursachen als Männer sind 20-40 (Schwangerschaft und Geburt) sowie 80+ (Frauen leben länger, Tote verursachen keine Kosten mehr). Alles (bio-)logisch erklärbar.
    Weitere Antworten anzeigen
  • MrXanyde 12.06.2018 15:43
    Highlight Highlight Meine Gesundheitskosten in den letzten 3 Jahren: CHF 0.-
    ...die bezahlten Prämien verdränge ich jetzt mal
    • Scaros_2 12.06.2018 16:03
      Highlight Highlight Ich fühle mit dir.
    • Djego 12.06.2018 16:48
      Highlight Highlight Lucky you. Hättest du hohe Gesundheitskosten wärst du sicher nicht zufrieden.
    • me myself 13.06.2018 08:45
      Highlight Highlight Solange du ja gesund bist, sei doch froh! Aber wenn du dann mal was hast, bist du auch froh das andere diese Kosten mittragen.
  • maricana 12.06.2018 14:57
    Highlight Highlight Warum oder weshalb steigen die Gesundheitskosten nur "pro Kopf"?
    • WerWillSchonStringenzUndSachkenntnis 12.06.2018 22:51
      Highlight Highlight Sie steigen auch gesamthaft. Aber da wir Menschen sie finanzieren müssen, ist pro Kopf relevant. Damit ist der direkte Effekt des Bevölkerungswachstum ausgeklammert.
    • Ökonometriker 13.06.2018 00:11
      Highlight Highlight Sie steigen auch insgesamt, weil die Zahl der Köpfe auch steigt.
      Neben immer aufwändigeren Behandlunsmöglichkeiten ist die Bevölkerungsstruktur hier schuld. Immer weniger Junge bezahlen für immer mehr Alte.

      Der Trend wird noch etwa 20 Jahre anhalten, danach kommen geburtenschwächere Jahrgänge ins Alter.
  • infomann 12.06.2018 14:39
    Highlight Highlight Das Problem ist, keiner will sparen.
    Der Patient nicht, die Krankenkassen nicht. Alle anderen wollen provitieren, Ärzte, Spitäler, Pharmlobby, Drogerien und viele andere.
    • Schlange12 12.06.2018 16:04
      Highlight Highlight Bis an Schluss die Einheitskasse kommt. Wenn es so weiter geht ist es nur noch eine Frage der Zeit.
    • glointhegreat 12.06.2018 16:25
      Highlight Highlight @InVomann
      Ich wäre auch gerne so gut inVormiert......
      Aber leider kann ich nicht oft von unserem Gesundheitswesen proVitieren und muss immer nur bezahlen.
      Ich glaube Patienten und Krankenkassen möchten sehr wohl sparen.... Das Problem ist eher die Pharma und Ärztelobby die in der Schweiz einfach viel zu stark ist.
    • Walter Sahli 12.06.2018 16:55
      Highlight Highlight Schlange, die Einheitskasse ist längst überfällig. Wir brauchen nicht 90 Gesundheits-Billags!
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