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Jedvaj köpft Leverkusen in der 60. Minute zum Sieg.
Jedvaj köpft Leverkusen in der 60. Minute zum Sieg.Bild: EPA/EPA

FCZ jubelt trotz Niederlage in Leverkusen: «Ich nerve mich trotzdem ein bisschen»

Der FC Zürich hat in der Europa League die erste Niederlage kassiert. Die Zürcher unterlagen dem Bundesligisten Bayer Leverkusen 0:1, durften sich nach dem Schlusspfiff aber dennoch über die Qualifikation für die K.-o.-Runde freuen.
08.11.2018, 23:3709.11.2018, 13:38

Das Tor des Abends in der nur zur Hälfte gefüllten BayArena erzielte Tin Jedvaj nach einer Stunde. Nach einem Corner von Julian Brandt stieg der Kroate am Fünfmeterraum hoch und brachte den Favoriten in einer zuvor ereignisarmen Partie in Führung. FCZ-Verteidiger Umaru Bangura hatte Jedvaj nicht eng genug bewacht.

Der einzige Treffer der Partie durch Jedvaj.Video: streamable

Es war einer der wenigen Höhepunkte in einem Duell zweier Teams, die für einmal wenig Risiko eingingen und als Folge dessen ungewohnt wenige offensive Szenen kreierten. Da im Parallelspiel Ludogorez Rasgrad und Larnaca sich torlos trennten, durften sich am Ende aber beide über den vorzeitigen Einzug in die Sechzehntelfinals freuen.

Trotz dem Weiterkommen dürfte sich der FCZ aber über eine verpasste Chance ärgern. Zwei Wochen nach dem verdienten 3:2 zuhause gegen denselben Gegner wäre ein neuerlicher Coup gegen den kriselnden Bundesligisten möglich gewesen. Der Gegentreffer war keinesfalls zwingend, und unmittelbar nach dem 0:1 bot sich Kevin Rüegg die goldene Chance zum Ausgleich.

Odey trifft bei seinem Fallrückzieher den Ball nicht.
Odey trifft bei seinem Fallrückzieher den Ball nicht.Bild: EPA/EPA

Es war die einzige grosse Möglichkeit des FCZ, dessen stark verbesserte Offensive nach zuletzt 18 Toren in sechs Pflichtspielen erstmals seit Ende September ohne Torerfolg blieb. Leverkusen und sein Trainer Heiko Herrlich verhinderten mit dem Pflichtsieg, dass nach den turbulenten letzten Wochen mit dem schwachen Saisonstart zumindest bis am Wochenende und dem Gastspiel in Leipzig noch mehr Unruhe aufkommt.

Die Stimmen zum Spiel:

Yannick Brecher (Torhüter FCZ):

«Im Nachhinein können wir uns freuen, auch wenn wir natürlich nicht gerne verlieren. Wir standen etwas zu tief und verloren die Bälle zu schnell wieder. Beim Tor bin ich mit dem linken Fuss nicht richtig weggekommen, deshalb fehlten mir die paar Zentimeter, um den Treffer noch zu verhindern.»
bild: screenshot srf

Alain Nef (Captain FCZ):

«Wir haben gut gearbeitet, aber ein Standard-Tor bekommen. Natürlich können wir die Niederlage besser verkraften, weil wir wissen, dass wir bereits weiter sind. Nicht nur uns, sondern für die ganze Schweiz ist das sehr wichtig.»

Ludovic Magnin (Trainer FCZ):

«Es ist schwierig, sich so kurz nach einer Niederlage zu freuen. Vor allem weil wir so verloren haben – mit einem Standard-Tor. Leverkusen war besser, das Tor war schön, trotzdem nerve ich mich ein bisschen. Wir müssen noch Fortschritte machen, um auch solche Spiele gewinnen zu können. Leider haben wir uns heute nicht so an Leverkusens Niveau angepasst wie noch vor zwei Wochen.»
bild: screenshot srf

Erste K.-o-Runde seit 10 Jahren

Ludovic Magnin hatte im Vorfeld der Partie von der taktischen Flexibilität seiner Mannschaft geschwärmt und ihrer Fähigkeit, sich den jeweiligen Gegebenheiten anzupassen. Als wollte der Trainer seine Aussage unterstreichen, stellte er sein System wieder einmal um und agierte in der Defensive mit einer Dreier- bzw. einer Fünferkette. Bereits beim 1:0 zuhause gegen Ludogorez Rasgrad hatte diese Taktik funktioniert.

Der Plan Magnins ging auch in der BayArena über weite Strecken auf. Eine knappe halbe Stunde brauchte der Gastgeber, bis er zu seiner ersten gefährlichen Aktion kam – und dies ausgerechnet, als der FCZ für einmal versuchte, ein hohes Pressing zu spielen. Nach einem Querpass von Brandt klärte Rüegg vor Leon Bailey, eine Minute später setzte Dominik Kohr einen Schuss wenige Zentimeter neben das Tor.

Magnin an der Seitenlinie wie immer engagiert, zu einem verbalen Aussetzer liess er sich diesmal aber nicht hinreissen.
Magnin an der Seitenlinie wie immer engagiert, zu einem verbalen Aussetzer liess er sich diesmal aber nicht hinreissen.Bild: EPA/EPA

Die beste Chance aus dem Spiel heraus bot sich dem Gastgeber kurz vor der Pause, als die Offsidefalle der Gäste nicht funktionierte, und Lucas Alario alleine vor Yanick Brecher am stark reagierenden Keeper scheiterte. Der Gegentreffer nach einer Stunde fiel dann just in dem Moment, als Magnin seine Taktik leicht adaptiert hatte. Captain Victor Palsson war bei seinem Comeback keine fünf Minuten auf dem Platz gestanden, als das 0:1 fiel.

Mit neun Punkten aus vier Spielen qualifizierte sich der FC Zürich dennoch zum ersten Mal seit der Saison 2007/08 wieder für eine K.-o.-Phase in einem europäischen Wettbewerb. In den drei bisherigen Versuchen im Rahmen der Europa League waren die Zürcher jeweils in der Gruppenhase auf der Strecke geblieben. Noch offen ist der Kampf um den Gruppensieg, Zürich und Leverkusen sind punktgleich, Bayer im Direktduell aber besser. Im nächsten Spiel trifft der FCZ zuhause auf Larnaca, ehe zum Abschluss die Partie in Rasgrad folgt.

Die Tabelle:

bild: screenshot srf

Das Telegramm:

Bayer Leverkusen – Zürich 1:0 (0:0)
16'197 Zuschauer. - SR Gil (POL).
Tor: 60. Jedvaj 1:0.
Leverkusen: Hradecky; Weiser, Jedvaj, Dragovic, Wendell (74. Lars Bender); Baumgartlinger, Aranguiz (62. Paulinho); Brandt (62. Thelin), Kohr, Bailey; Alario.
Zürich: Brecher; Nef, Bangura, Maxsö; Rüegg, Domgjoni, Kryeziu, Kololli; Marchesano (69. Ceesay), Khelifi (55. Palsson); Odey.
Bemerkungen: Leverkusen ohne Bellarabi und Sven Bender (verletzt), Zürich ohne Aliu, Baumann, Kempter, Omeragic und Rohner (verletzt). Verwarnungen: 9. Marchesano (Foul). 18. Maxsö (Foul). 45. Kryeziu (Unsportlichkeit). 58. Kohr (Foul). 73. Baumgartlinger (Foul). 80. Dragovic (Unsportlichkeit). (sda)

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