Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa07152056 Leverkusen's Tin Jedvaj (R) scoring the first goal during the UEFA Europa League Group A soccer match between Bayer Leverkusen and FC Zuerich in Leverkusen, Germany, 08 November 2018.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL

Jedvaj köpft Leverkusen in der 60. Minute zum Sieg. Bild: EPA/EPA

FCZ jubelt trotz Niederlage in Leverkusen: «Ich nerve mich trotzdem ein bisschen»

Der FC Zürich hat in der Europa League die erste Niederlage kassiert. Die Zürcher unterlagen dem Bundesligisten Bayer Leverkusen 0:1, durften sich nach dem Schlusspfiff aber dennoch über die Qualifikation für die K.-o.-Runde freuen.



Das Tor des Abends in der nur zur Hälfte gefüllten BayArena erzielte Tin Jedvaj nach einer Stunde. Nach einem Corner von Julian Brandt stieg der Kroate am Fünfmeterraum hoch und brachte den Favoriten in einer zuvor ereignisarmen Partie in Führung. FCZ-Verteidiger Umaru Bangura hatte Jedvaj nicht eng genug bewacht.

abspielen

Der einzige Treffer der Partie durch Jedvaj. Video: streamable

Es war einer der wenigen Höhepunkte in einem Duell zweier Teams, die für einmal wenig Risiko eingingen und als Folge dessen ungewohnt wenige offensive Szenen kreierten. Da im Parallelspiel Ludogorez Rasgrad und Larnaca sich torlos trennten, durften sich am Ende aber beide über den vorzeitigen Einzug in die Sechzehntelfinals freuen.

Trotz dem Weiterkommen dürfte sich der FCZ aber über eine verpasste Chance ärgern. Zwei Wochen nach dem verdienten 3:2 zuhause gegen denselben Gegner wäre ein neuerlicher Coup gegen den kriselnden Bundesligisten möglich gewesen. Der Gegentreffer war keinesfalls zwingend, und unmittelbar nach dem 0:1 bot sich Kevin Rüegg die goldene Chance zum Ausgleich.

epa07152022 Zuerich's Stephen Odey in action during the UEFA Europa League Group A soccer match between Bayer Leverkusen and FC Zuerich in Leverkusen, Germany, 08 November 2018.  EPA/SASCHA STEINBACH

Odey trifft bei seinem Fallrückzieher den Ball nicht. Bild: EPA/EPA

Es war die einzige grosse Möglichkeit des FCZ, dessen stark verbesserte Offensive nach zuletzt 18 Toren in sechs Pflichtspielen erstmals seit Ende September ohne Torerfolg blieb. Leverkusen und sein Trainer Heiko Herrlich verhinderten mit dem Pflichtsieg, dass nach den turbulenten letzten Wochen mit dem schwachen Saisonstart zumindest bis am Wochenende und dem Gastspiel in Leipzig noch mehr Unruhe aufkommt.

Die Stimmen zum Spiel:

Yannick Brecher (Torhüter FCZ):

«Im Nachhinein können wir uns freuen, auch wenn wir natürlich nicht gerne verlieren. Wir standen etwas zu tief und verloren die Bälle zu schnell wieder. Beim Tor bin ich mit dem linken Fuss nicht richtig weggekommen, deshalb fehlten mir die paar Zentimeter, um den Treffer noch zu verhindern.»

Bild

bild: screenshot srf

Alain Nef (Captain FCZ):

«Wir haben gut gearbeitet, aber ein Standard-Tor bekommen. Natürlich können wir die Niederlage besser verkraften, weil wir wissen, dass wir bereits weiter sind. Nicht nur uns, sondern für die ganze Schweiz ist das sehr wichtig.»

Ludovic Magnin (Trainer FCZ):

«Es ist schwierig, sich so kurz nach einer Niederlage zu freuen. Vor allem weil wir so verloren haben – mit einem Standard-Tor. Leverkusen war besser, das Tor war schön, trotzdem nerve ich mich ein bisschen. Wir müssen noch Fortschritte machen, um auch solche Spiele gewinnen zu können. Leider haben wir uns heute nicht so an Leverkusens Niveau angepasst wie noch vor zwei Wochen.»

Bild

bild: screenshot srf

Erste K.-o-Runde seit 10 Jahren

Ludovic Magnin hatte im Vorfeld der Partie von der taktischen Flexibilität seiner Mannschaft geschwärmt und ihrer Fähigkeit, sich den jeweiligen Gegebenheiten anzupassen. Als wollte der Trainer seine Aussage unterstreichen, stellte er sein System wieder einmal um und agierte in der Defensive mit einer Dreier- bzw. einer Fünferkette. Bereits beim 1:0 zuhause gegen Ludogorez Rasgrad hatte diese Taktik funktioniert.

Der Plan Magnins ging auch in der BayArena über weite Strecken auf. Eine knappe halbe Stunde brauchte der Gastgeber, bis er zu seiner ersten gefährlichen Aktion kam – und dies ausgerechnet, als der FCZ für einmal versuchte, ein hohes Pressing zu spielen. Nach einem Querpass von Brandt klärte Rüegg vor Leon Bailey, eine Minute später setzte Dominik Kohr einen Schuss wenige Zentimeter neben das Tor.

epa07151846 Zuerich's head coach Ludovic Magnin gives advise during the UEFA Europa League Group A soccer match between Bayer Leverkusen and FC Zuerich in Leverkusen, Germany, 08 November 2018.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL

Magnin an der Seitenlinie wie immer engagiert, zu einem verbalen Aussetzer liess er sich diesmal aber nicht hinreissen. Bild: EPA/EPA

Die beste Chance aus dem Spiel heraus bot sich dem Gastgeber kurz vor der Pause, als die Offsidefalle der Gäste nicht funktionierte, und Lucas Alario alleine vor Yanick Brecher am stark reagierenden Keeper scheiterte. Der Gegentreffer nach einer Stunde fiel dann just in dem Moment, als Magnin seine Taktik leicht adaptiert hatte. Captain Victor Palsson war bei seinem Comeback keine fünf Minuten auf dem Platz gestanden, als das 0:1 fiel.

Mit neun Punkten aus vier Spielen qualifizierte sich der FC Zürich dennoch zum ersten Mal seit der Saison 2007/08 wieder für eine K.-o.-Phase in einem europäischen Wettbewerb. In den drei bisherigen Versuchen im Rahmen der Europa League waren die Zürcher jeweils in der Gruppenhase auf der Strecke geblieben. Noch offen ist der Kampf um den Gruppensieg, Zürich und Leverkusen sind punktgleich, Bayer im Direktduell aber besser. Im nächsten Spiel trifft der FCZ zuhause auf Larnaca, ehe zum Abschluss die Partie in Rasgrad folgt.

Die Tabelle:

Bild

bild: screenshot srf

Das Telegramm:

Bayer Leverkusen – Zürich 1:0 (0:0)
16'197 Zuschauer. - SR Gil (POL).
Tor: 60. Jedvaj 1:0.
Leverkusen: Hradecky; Weiser, Jedvaj, Dragovic, Wendell (74. Lars Bender); Baumgartlinger, Aranguiz (62. Paulinho); Brandt (62. Thelin), Kohr, Bailey; Alario.
Zürich: Brecher; Nef, Bangura, Maxsö; Rüegg, Domgjoni, Kryeziu, Kololli; Marchesano (69. Ceesay), Khelifi (55. Palsson); Odey.
Bemerkungen: Leverkusen ohne Bellarabi und Sven Bender (verletzt), Zürich ohne Aliu, Baumann, Kempter, Omeragic und Rohner (verletzt). Verwarnungen: 9. Marchesano (Foul). 18. Maxsö (Foul). 45. Kryeziu (Unsportlichkeit). 58. Kohr (Foul). 73. Baumgartlinger (Foul). 80. Dragovic (Unsportlichkeit). (sda)

Die grössten Schweizer Europacup-Erfolge im Fussball

Das ist der moderne Fussball

Oh Mäzen, mein Mäzen – wie der Schweizer Fussball ums finanzielle Überleben kämpft

Link zum Artikel

«Hunderte Dinge haben mich genervt» – dieser Fan boykottiert seit einem Jahr Fussball

Link zum Artikel

Nur noch 7 Profis im Kader – Traditionsklub Bolton droht der totale Kollaps

Link zum Artikel

Wir würden als Sportchefs für 100 Millionen diese Teams zusammenstellen – und du?

Link zum Artikel

Marcel Reif zum St.Galler VAR-Drama: «Das ist nicht die Idee des VAR, so schadet er»

Link zum Artikel

Barça patzt, Real profitiert – das ist der «japanische Messi» Takefusa Kubo

Link zum Artikel

Der ÖFB-Cup als Fundgrube für jeden mit einem Herz für grossartige Klubnamen

Link zum Artikel

Falschen Jallow verpflichtet: Türkischer Klub leistet sich Transfer-Blamage des Sommers

Link zum Artikel

4 Fussball-Stars erstreiken sich den Wechsel – und immer soll es zu Barcelona gehen

Link zum Artikel

11-Jähriger trifft Messi im Strandurlaub – und spielt eine Runde mit ihm

Link zum Artikel

Kein Witz! Darum heisst Juventus Turin im neusten FIFA-Game «Piemonte Calcio»

Link zum Artikel

Warum es besser wäre, wenn jeder Klub nur noch drei Transfers tätigen dürfte

Link zum Artikel

Rassismus-Vorwürfe gegen einen FCSG-Spieler – was geschah im Testspiel gegen Bochum?

Link zum Artikel

Psychologe analysiert Tattoos von Fussballprofis – mit klarem Ergebnis

Link zum Artikel

Kevin-Prince Boateng haut neuen Rapsong raus – aber was macht das Pferd da eigentlich?

Link zum Artikel

Die teuersten Teenager der letzten 25 Jahre – so krass sind die Transfersummen explodiert

Link zum Artikel

Topklubs haben schon fast 1 Milliarde für Transfers ausgegeben – die Übersicht

Link zum Artikel

Liga gibt zu, dass der VAR in St.Gallen nicht hätte eingreifen dürfen

Link zum Artikel

Vier Gründe, warum Bayern München einfach keinen Topstar abkriegt

Link zum Artikel

Ein Problem namens Wanda – wie Torjäger Mauro Icardi bei Inter in Ungnade gefallen ist

Link zum Artikel

Ausländer-Trios, werbefreie Trikots oder das Nasenpflaster – 16 Dinge, die aus dem Fussball verschwunden sind

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

6 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
chnobli1896
09.11.2018 00:25registriert April 2017
Europäisch überwintern, wer hätte das (nach 4 Spieltagen) gedacht :-)
726
Melden
Zum Kommentar
samy4me
08.11.2018 22:37registriert February 2014
Magnin nach dem 1:0 für Leverkusen.
625
Melden
Zum Kommentar
Dan Rifter
08.11.2018 23:33registriert February 2015
In Leverkusen, 5. höchstes Budget der BuLi 1:0 durch Kopfball nach Ecke zu verlieren ist OK.. "tauchen" war das nicht
473
Melden
Zum Kommentar
6

«Froh, dass ich immer noch klar im Kopf bin» – Pelé wird 80 Jahre alt

Er gilt als einer der grössten Fussballer aller Zeiten: Edson Arantes do Nascimento, kurz Pelé, feiert heute Freitag seinen 80. Geburtstag.

Die legendäre Nummer 10 gewann mit Brasilien drei WM-Titel und gilt zusammen mit dem Argentinier Diego Armando Maradona als bester Fussballer aller Zeiten. «O Rei», den König, nennen sie ihn in seiner Heimat. In den vergangenen Jahren hatte Pelé aber immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen.

Edson Arantes do Nascimento kam am 23. Oktober 1940 in der Stadt Três Corações in Minas Gerais in armen Verhältnissen zur Welt. Mit 15 Jahren bestritt er sein erstes Spiel für den FC Santos …

Artikel lesen
Link zum Artikel