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Zurück bei den Grasshoppers: Muss sich Murat Yakin bei GC warm anziehen?
Zurück bei den Grasshoppers: Muss sich Murat Yakin bei GC warm anziehen?Bild: KEYSTONE
Kommentar

GC macht praktisch alles falsch, aber aus diesen 5 Gründen ist Murat Yakin ein Goldgriff

Der Grasshopper Club hat gestern Trainer Carlos Bernegger entlassen und bereits heute ist klar, weshalb: Die Zürcher haben einen besseren Ersatz in den Startlöchern. Es ist Murat Yakin, der für GC ein Segen wird.
25.08.2017, 11:2825.08.2017, 11:46

Die Grasshoppers haben Trainer Carlos Bernegger überraschend nach nur fünf Saisonspielen entlassen, obwohl GC die letzte Partie am Sonntag gegen St.Gallen hochverdient gewonnen hat. Überraschend kam die Entlassung auch für Bernegger, wie er nur fünf Minuten nach dem Rauswurf dem «Blick»-Reporter erzählte: «Ich verstehe die Welt nicht mehr. Wenn man daran denkt, was ich alles für diesen Verein gemacht habe!»

Erst im Sommer hatte man Bernegger einen Eineinhalb-Jahresvertrag angeboten – als übereifrigen Dank dafür, dass er als Interimstrainer die Hoppers vom Abstieg bewahrt hat. Der neue GC-Sportchef Mathias Walther sagte im Sommer:

«Carlos Bernegger hat in einer nicht einfachen Situation wichtige Arbeit für GC geleistet. Der neue Vertrag ist eine logische Konsequenz davon.»

Bernegger ist ein guter Feuerwehrmann. Er kann löschen, wenn es brennt. Nicht mehr und nicht weniger. Das weiss man eigentlich auch bei GC, sonst hätte man den Trainer nicht bereits so kurz nach Saisonstart entlassen. Bei GCs finanziellen Engpässen ist ein entlassener Trainer auf der Lohnliste doppelt unnötig.

GC-Präsident Stephan Anliker soll Bernegger gemäss «Blick» im Alleingang gefeuert haben.
GC-Präsident Stephan Anliker soll Bernegger gemäss «Blick» im Alleingang gefeuert haben.Bild: KEYSTONE

Einen Fauxpas leisten sich die Hoppers aber vor allem in der Kommunikation. Bereits gestern Abend berichteten sämtliche Schweizer Medien von der Entlassung Berneggers – offiziell hörte man von GC nichts. Heute Morgen wusste der Blick sogar bereits, dass Murat Yakin neuer GC-Coach wird. Erst um 9.32 Uhr kam dann das offizielle Statement von GC.

Der richtige Trainer

So schlecht die Kommunikation bei GC auch sein mag, so unüberlegt es auch war, den Vertrag mit Carlos Bernegger im Sommer zu verlängern: Die Entscheidung, Murat Yakin zum neuen Trainer zu machen, ist goldrichtig. Diese fünf Gründe zeigen weshalb:

Yakin kann Mannschaften formen

Murat Yakin kann aus einem Kader mit vermeintlich beschränkter Qualität sehr viel herausholen. Das hat er durch den Aufstieg mit dem FC Thun 2009/10 und dem 5. Platz in der Super League ein Jahr später eindrücklich bewiesen. Mit Luzern holte er in der Saison 2011/12 sogar Platz 2 in der Super League. 

Den FC Schaffhausen übernahm Yakin in der Winterpause 2016/17 auf dem letzten Platz, er führte den FCS dank einer überragenden Rückrunde noch auf Rang 4. In dieser Saison steht er verlustpunktlos an der Spitze der Challenge League

Der Yakin-Effekt mit dem FC Schaffhausen.

Dieser Murat Yakin wird es auch mit GC schaffen, das Maximum rauszuholen. Er ist der perfekte Trainer, um eine wacklige Mannschaft mit vielen jungen Spielern, wie dies bei den Grasshoppers der Fall ist, zu stabilisieren.

Ist Murat Yakin der richtige Trainer für GC?

Bereit für grosse Aufgaben

Murat Yakin hat während seiner Zeit beim FC Basel bewiesen, dass er auch gegen grosse Kaliber bestehen kann. Unvergessen bleiben vor allem die beiden Siege gegen Chelsea im Herbst 2013. Yakin hatte Chelsea-Trainer Mourinho gleich zwei Mal klassisch ausgecoacht. 

18.9.2013: Chelsea – Basel 1:2

Gänsehaut – nicht nur für FCB-Fans.Video: streamable

26.11.2013: Basel – Chelsea 1:0

Die Musik zum Video ist ebenso heroisch wie die Leistung des FC Basel.Video: streamable

Bereits im Frühling 2013 sorgte Murat Yakin mit dem FC Basel europäisch für Furore, als er mit dem FCB bis ins Halbfinale der Europa League marschierte und unter anderem Tottenham ausschaltete.

11.04.2013: Basel – Tottenham 2:2 (6:3 n. E.)

Video: streamable

Wer mit Basel die Londoner Grossklubs Chelsea und Tottenham schlagen kann, kann auch mit GC den FC Basel oder die Young Boys besiegen.

Taktisch flexibel

Alleine in den 24 Spielen mit dem FC Schaffhausen setzte Yakin auf sieben verschiedene Formationen. In der Rückrunde der letzten Saison liess Yakin mit verschiedenen Variationen des
4-4-2 spielen, auf die neue Saison hin wechselte er auf eine Dreierkette.

Zugegeben, Bruder Hakan hat gerade etwas Mühe. Aber auf dem Spielfeld ist die Handschrift von Murat Yakin deutlich zu erkennen.
Zugegeben, Bruder Hakan hat gerade etwas Mühe. Aber auf dem Spielfeld ist die Handschrift von Murat Yakin deutlich zu erkennen.Bild: KEYSTONE

Diese taktische Flexibilität mit den entsprechenden Erfolgen zeigt, dass Yakin ein Trainer mit sehr hohem Sachverständnis ist, der es auch schafft, seinem Team Formationen einzutrichtern und dessen Handschrift deutlich zu erkennen ist. Taktisch ist Murat Yakin nach Lucien Favre der zweitbeste Schweizer Trainer. Ich sehe ihn diesbezüglich sogar noch vor Marcel Koller, Vladimir Petkovic und René Weiler. 

GC ist eine Herzensangelegenheit

Murat Yakin hat einen engen Bezug zu den Grasshoppers. Von 1992 bis 1997 spielte er selbst für GC, ehe er nach Stuttgart in die Bundesliga wechselte. Die Rückkehr zu den Hoppers kam im Juli 2007, als er Hanspeter Latour für 21 Spiele als Co-Trainer zur Seite stand. Im Jahr darauf übernahm Murat Yakin für ein Jahr die U21 der Grasshoppers, bevor er zum FC Thun wechselte, den er in die Super League führte.

Murat Yakin spielte selbst lange bei GC. Hier ein Bild aus dem Jahr 1996.
Murat Yakin spielte selbst lange bei GC. Hier ein Bild aus dem Jahr 1996.bild: keystone

Über Luzern, Basel und Spartak Moskau ist Yakin beim FC Schaffhausen gelandet, mit dem er die Challenge League nach fünf Siegen in fünf Spielen souverän anführt. Sein Projekt in Schaffhausen ist eigentlich noch nicht fertig, bei GC wirken die Perspektiven derzeit schlechter, doch die Hoppers sind für ihn eine Herzensangelegenheit.

Starke Persönlichkeit

Murat Yakin ist zwar nicht immer unumstritten, bei Luzern und Basel sollen sich einige unzufriedene Spieler gegen ihn gestellt haben. Doch so ist das halt mit starken Persönlichkeiten – sie polarisieren. Genau solch einen charismatischen Typen brauchen die Hoppers. Einer, der eine Idee im Kopf hat und der sein Ding durchzieht.

Bild: KEYSTONE

Yakin lässt sich nicht reinreden, das wird die GC-Führungsetage schnell merken. Noch einen Knall kann diese sich kaum leisten, deshalb werden sie Yakin machen lassen. Das wird die Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Die unendliche GC-Saga

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Die unendliche GC-Saga
quelle: keystone / martial trezzini
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Video: watson/Quentin Aeberli, Emily Engkent

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