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Einschlag des Chicxulub-Meteoriten vor rund 66 Millionen Jahren

Der Brocken aus dem All schlug mit der Energie von Millionen Atombomben auf der Erde auf.   Bild: NASA

Dunkelheit, Kälte, UV-Strahlung: Das geschah, nachdem der Dino-Killer einschlug



Der Brocken aus dem All war zehn bis fünfzehn Kilometer gross, und er hatte eine Geschwindigkeit von 22 Kilometern pro Sekunde. Als der Meteorit vor 66 Millionen Jahren auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán einschlug, verursachte er eines der grössten Massensterben der Erdgeschichte. Rund drei Viertel der Tier- und Pflanzenarten an Land und im Meer wurden ausgelöscht, darunter auch die Dinosaurier – mit Ausnahme der Vögel. 

Der Chicxulub-Krater

Der wohl bekannteste Einschlagkrater weist einen Durchmesser von rund 180 km auf und befindet sich im Norden der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Er liegt unter dicken Sedimentschichten, was einerseits die Erosion verhindert hat, aber andererseits seine Erforschung erschwert. Der drittgrösste Impaktkrater der Erde ist rund 10 km tief; direkt nach dem Einschlag waren es bis zu 35 km, doch die Wände dieses ersten instabilen Kraters stürzten unmittelbar danach ein. Der Krater hat drei Ringe und vermutlich noch einen äusseren Ring mit einem Durchmesser von 300 km. 

Wikipedia

Der Meteorit, der die bis dahin rund 150 Millionen Jahre dauernde Herrschaft der Dinos beendete, war einer der sogenannten «Global Killer», deren Einschlag eine weltweite Katastrophe verursachte. Die Energie, die der Aufschlag freisetzte, entsprach mindestens 200 Millionen Hiroshima-Bomben. Auf die gewaltige Explosion folgte eine Reihe von verheerenden Erdbeben und Tsunamis. 

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Visualisierung des Meteoriten-Einschlags. Video: YouTube/MYApictures

Weltweite Feuersbrünste

Doch wahrhaft global war eine andere Folge des Impakts. Durch den Einschlag des Brockens wurden gewaltige Mengen von – übrigens erdölhaltigem – Gestein hoch in die Atmosphäre geschleudert. In Form von glühenden Partikeln, die überall Feuersbrünste verursachten, sank es wieder auf die Erde zurück. Durch die weltweiten Brände gelangten schätzungsweise 15 Milliarden Tonnen Russ in die Atmosphäre, wie US-Wissenschaftler kürzlich mithilfe eines Supercomputers berechnet haben

Die Forscher des National Center for Atmospheric Research in Boulder stellten zum ersten Mal genaue Modellrechnungen über die Klimaveränderung an, die auf den kosmischen Treffer folgte. Sie kamen zum Schluss, dass der Russ höher in die Atmosphäre stieg als bisher angenommen. Die Russteilchen verteilten sich wie ein Schleier über die gesamte Erde und absorbierten oder reflektierten die Sonnenstrahlung. Tagsüber war es nun so dunkel wie in einer Mondnacht – 18 lange Monate lang. 

Satellitenbild des Chicxulub-Kraters in Mexiko

Auf dem Satellitenbild ist der Teil des Chicxulub-Kraters, der auf dem Land liegt, gut zu erkennen.  Bild: Wikimedia

Unten kalt und oben heiss

Wie bei einem vulkanischen Winter führte die Verdunkelung zu einer Abkühlung in den unteren Schichten der Atmosphäre, während sich die Stratosphäre durch das reflektierte Sonnenlicht erwärmte. Während der anderthalbjährigen Dunkelheit kam die Photosynthese zum Erliegen, sowohl an Land wie auch im Meer. Zahlreiche Lebewesen, die den Einschlag und die unmittelbar darauf folgenden Verheerungen überlebt hatten, gingen nun ein. Insbesondere zahlreiche grosse Landwirbeltier-Spezies starben aus. 

Die Temperaturen sanken gemäss den Simulationen der Forscher viel stärker als bisher angenommen: um bis zu 28 Grad Celsius auf der Erdoberfläche und elf Grad über den Ozeanen. Dem stand die – bereits erwähnte – Aufheizung der Stratosphäre gegenüber. Der Temperaturanstieg in den höheren Schichten der Atmosphäre zerstörte grosse Teile der Ozonschicht, was wiederum dazu führte, dass UV-Strahlung über lange Zeit ungehindert bis zur Erdoberfläche durchdringen konnte. Dies war ebenfalls ein Faktor, der zum Aussterben von Tierarten beitrug. 

Jahrtausende dauernder Treibhauseffekt

Auch nachdem sich der Himmel wieder aufgeklärt hatte, dauerte die Kältephase vermutlich noch mehrere Jahrzehnte an. Danach schlug das Klima um; die enormen Mengen an Kohlendioxid, die beim Einschlag durch die Verdampfung von ozeanischen Böden innert Sekunden in die Atmosphäre gelangt waren, sorgten für einen starken Treibhauseffekt, der etwa 50'000 Jahre lang anhielt. Bis das Klima sich wieder endgültig normalisierte, vergingen vermutlich mehrere Hunderttausend Jahre. 

(dhr)

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Hier bewegte Bilder eines kleineren, dafür aktuelleren Meteoriten

Video: watson

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