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Iakrus: Astronomen entdecken abgelegensten Stern

Dank einer vorbeiziehenden Galaxie: Schweizer Astronomen entdecken abgelegensten Stern

02.04.2018, 17:0002.04.2018, 17:12

Ein internationales Forschungsteam mit Schweizer Beteiligung hat einen Stern entdeckt, der neun Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Damit ist er der abgelegenste bisher bekannte Stern.

Der Stern, dem die Forscher den Übernamen Ikarus gaben, konnte nur dank dem Gravitationslinseneffekt überhaupt beobachtet werden. Sein Licht wäre unter normalen Umständen zu schwach, um von der Erde aus erhascht zu werden, wie die Universität Genf am Montag mitteilte.

Der Gravitationslinseneffekt kommt zustande, wenn ein Objekt mit grosser Masse wie etwa eine Galaxie zwischen dem Beobachter und dem Stern, den dieser anvisiert, vorbeizieht. Die Masse der Galaxie verstärkt dabei das Licht, das der Stern abstrahlt. So ist dieser besser sichtbar.

ZUM 25. JAHRESTAG DES STARTS DES HUBBLE-WELTRAUMTELESKOPS HST AM FREITAG, 24. APRIL 2015, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - The Hubble Space Telescope is shown in this February ...
Der Stern wurde mit Hilfe des Hubble-Teleskops entdeckt.Bild: AP NASA

Dies machten sich der Astronom Patrick Kelly der Universität Minnesota und seine Kollegen der Universität Genf und der ETH Lausanne zunutze. Eine Anhäufung von Galaxien rund fünf Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt verhalf dazu, dass die Wissenschaftler den Stern mit dem hochauflösenden Hubble-Teleskop erkennen konnten. Die Forscher berichteten darüber in der Fachzeitschrift «Nature Astronomy».

«Wir haben zum ersten Mal einen Stern beobachtet, der um die neun Milliarden Lichtjahre weit weg ist», wird Jean-Paul Kneib, Professor im Astronomie-Labor der ETH Lausanne, in der Mitteilung zitiert. Ikarus «befindet sich mindestens 100 Mal weiter weg, als der bisher entlegenste Stern, den wir bis anhin studieren konnten, abgesehen von den Explosionen der Supernovae», so Kelly.

Im Fall von Ikarus, dessen offizielle Bezeichnung «MACS J1149+2223 Lensed Star 1» lautet, verstärkten die Galaxien das Licht des Sterns um den Faktor 2000 statt um den Faktor 600, wie zu erwarten gewesen wäre. Deshalb gehen die Forscher davon aus, dass die Galaxien nicht alleine für diesen Effekt sorgten. Es sei anzunehmen, dass ein anderer Stern den Effekt verstärkt habe.

Ein solch seltenes Phänomen zu beobachten ist für die Wissenschaftler ein Glücksfall. «Wir haben dadurch enorm viele Informationen über den Stern und seine Umgebung sammeln können», wird Antonio Cava vom Departement für Astronomie der Universität Genf zitiert. So konnte Ikarus als Blauer Überriese klassifiziert werden, der mehrere tausend Mal stärker leuchtet als die Sonne. (sda)

«Alles ist einfacher, wenn man schwebt»

Video: srf/SDA SRF
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