Klischeekanone
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Die 6 ungeschriebenen Gesetze des Katersonntags

Es ist doch so, dass es in praktisch allen Lebensbereichen Gesetzmässigkeiten gibt, die quasi von einer unsichtbaren Hand implementiert wurden. So auch in den dunkleren Stunden des Lebens. Dem Katersonntag zum Beispiel.



Eine blutsverwandte Person kommt spontan auf einen Besuch vorbei

Was das Licht für die Motten ist, ist der Kater für unerwünschten Besuch. Wie sich diese Gesetzmässigkeit herausbilden konnte, bleibt eines der grossen Mysterien der Menschheit. Jedenfalls entwickeln verkaterte Menschen kurzweilig die Aura des Turiner Grabtuchs, woraufhin Tante Grethe-Berta oder Grossonkel Henrik-Olaf ihren inneren Pilgerdrang offenbar nicht weiter unterdrücken können.

Da sind sie auch schon!

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Bild: watson / shutterstock

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Die primäre Motivation für Bewegung ist das Unterhalten von Vitalfunktionen

Der Mund kann feuchtigkeitstechnisch auf Sahara-Niveau sein, in der Blasen-Gegend können Zustände wie am Drei-Schluchten-Damm herrschen und der Magen eine Leere aufweisen, die den Inhalt eines Pop-Songs üppig erscheinen lässt – es wird sich nicht bewegt. Solange es irgendwie geht. Und wenn es nicht mehr anders geht, so wird dann maximal der Minimalaufwand betrieben.

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Obwohl deine Mitstreiter der vergangenen Nacht behaupten, dass es ihnen gleich geht, so geht es dir garantiert schlechter

Eine weitere Gesetzmässigkeit betrifft dein Wohlergehen im Abgleich mit Vergleichbarem. Lustigerweise stellt sich hier mit fast hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit heraus, dass dein Leiden grösser ist als das aller anderen.

So fest sie auch beteuern mögen, dass sie am meisten getrunken haben und ergo die bitterste Suppe auszulöffeln haben, so weisst du jeweils tief in dir drin, dass dein Riesenkater katriger ist als deren Riesenkater. Zwei verschiedene Qualen-Skalen, quasi.

Das läuft dann etwa so ab:

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Je schlechter es dir geht, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass dumme, unangebrachte und deiner Situation unwürdige Sprüche platziert werden

Oftmals bleibt es Verkaterten vergönnt, ihre Leiden in wohlverdienter Einsamkeit zu ertragen. Viel eher ist es der Fall, dass Zweit- und allenfalls Drittpersonen zugegen sind. Diesbezüglich gilt, dass deplatzierte Anmerkungen sowie der generelle Lärmpegel proportional zum Leidensausmass ansteigen.

So zum Beispiel der Klassiker:

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«Wer suufe chan, chan au ufsta». Ähm. Nein. Bild: watson / shutterstock

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Bild: watson / via pinterest

Zwischen dir und Essenslieferanten entsteht eine magische, nonverbale Verbindung

Eine enorm unterschätzte und äusserst ehrenwerte Gilde gibt ihr wahres Gesicht erst in abscheulichen Szenen menschlicher Not in vollen Zügen zu erkennen: Essenslieferanten.

Diese Boten lindernden Glücks, diese pizzatragenden, curryschleppenden, burgerhievenden Engel wohltuender Verköstigung sind es, die deine Verelendung binnen Sekunden erkennen, sagenhaft tröstlich nicken und wortlos ins Tageslicht entschwinden. Hin zu weiteren Opfern nächtlicher Rituale.

Wie du es dir vorstellst:

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bild: watson / shutterstock

Wie es wirklich ist:

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Du suchst und findest einen Schuldigen für deine missliche Lage

Wie es nun mal als Mensch ist, so bist du ganz sicher nicht für deinen jetzigen Zustand verantwortlich. So verlässlich, wie steter Tropfen Steine höhlt oder einzelne Schwalben keine Sommer machen, verläuft die Fingerzeigerei in diesem Falle erfolgreich. Opfer-Sein lindert den Schmerz. Das kann man sich ja auch mal gönnen.

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Bild: watson / imgflip

Vielleicht wissen ja Profi-Köche, wie man den Kater besiegt ...

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