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3 typisch deutsche Speisen und wie sie erfunden wurden (plus Bonus)

bild: shutterstock

06.04.18, 11:03 07.04.18, 06:05

Was zeichnet die deutsche Küche aus? Schauen wir uns drei bekannte und ein überraschendes Gericht plus ihre Erfinder an.

Die Laugenbrezel

In Deutschland serviert man sie gerne zu Weisswurst und Bier. In der Schweiz hingegen wird sie meist entweder mit Füllung oder als Begleiter zu Wienerli genossen. Doch woher kommt die Brezel eigentlich?

bild: shutterstock

Die bayrische Entstehungsgeschichte besagt, dass dem Bäcker Anton Nepomuk Pfannenbrenner in einem königlichen Kaffeehaus in München ein Fehler unterlaufen sei. Wie gewöhnlich wollte er süsse Brezeln backen. Als er sie jedoch aus dem Ofen zog, waren sie plötzlich braun. Sein Fehler: Statt mit Zuckerwasser hatte er die Brezeln versehentlich mit Natronlauge glasiert, welche eigentlich zur Reinigung der Bleche bestimmt war.

Das Ergebnis hat seine Vorgesetzten so begeistert, dass sie dem königlich-württembergischen Gesandten Wilhelm Eugen von Ursingen eine Kostprobe anboten. Das knusprige Gebäck mundete ihm, sodass er eine grössere Menge davon für seinen Landesherrn backen liess. Jener Tag im Jahr 1893 gilt als der nachweislich erste, an dem Laugenbrezeln verkauft worden sind.

Wilhelm Eugen war einer der ersten, der in den Genuss der neuen Kreation kam. bild: wikipedia

Noch heute wird der Brezelteig mit Natronlauge bestrichen. Dadurch entsteht beim Backen die typische braune Oberfläche und das Gebäck erhält seinen besonderen Geschmack.

Rezept

Für alle, die ihre Brezeln auch mal selbst backen wollen, gibt’s hier ein Rezept. 

Die Weisswurst

Genauso wie die Brezel ist auch die Weisswurst in München und durch ein Missgeschick entstanden. Vielleicht passen sie daher so gut zueinander.

bild: shutterstock

Am 22. Februar 1857 gingen im Gasthaus «Zum ewigen Licht» am Müncher Marienplatz gemäss Legende die Saitlinge (Schafsdärme) aus.

Während die Gäste schon auf die Würstchen warteten, schickte der Wirt den Lehrling Joseph Moser los, um Nachschub zu besorgen. Dieser kam jedoch mit Schweinedärmen zurück, die sich nicht für Bratwürste eignen.

Am wunderschönen Marienplatz soll die Weisswurst erfunden worden sein. bild: wikipedia

Aus der Not machte Moser eine Tugend und füllte sie trotzdem mit der fertigen Masse. Statt die Würste zu braten, brühte er sie in heissem Wasser. 

Anschliessend servierte der Wirt seinen Gästen die Würste in der Hoffnung, dass sie gnädig angenommen würden. Und tatsächlich: Die Gäste waren begeistert – woraufhin sich das Rezept schnell über die Stadtgrenze hinaus herumsprach.

Rezept

Die Zutaten, welche die Metzgereien für ihre bayrische Brühwurstspezialität verwenden, sind meist ein gut gehütetes Geheimnis – bekannt ist nur, dass die Münchner Weisswurst aus mindestens 51 Prozent Kalbfleisch besteht. Hier findest du ein ähnliches Rezept.

Die Currywurst

Wir widmen uns einer Erfinderin: Herta Heuwer, die sich eines der beliebtesten Fastfood-Gerichte aus Deutschland ausgedacht hat.

An einem verregneten Tag im September war in Herta Heuwers Imbissbude wenig los. Sie fing an, mit verschiedenen Zutaten zu experimentieren, und goss das Ergebnis über eine gebratene und zerstückelte Dampfwurst. Die Currywurst war somit geboren!

Ta-da:

bild: shutterstock

Dabei war Heuwers gar keine Köchin. Von 1929 bis 1932 hatte sie eine kaufmännische Weiterbildung, anschliessend eine Ausbildung als Schneiderin und danach einen Haushalts- und Kochkurs absolviert. 1949 eröffnete sie dann einen Kiosk in der Nähe des Stuttgarter Platzes in Berlin, in dem sie im selben Jahr die Currywurst kreierte.

Schon bald musste sich Heuwer anhören, sie sei gar nicht die Erfinderin der Currywurst. Allerdings war sie so clever und liess ihre Currywurst-Sauce «Chillup» zehn Jahre nach Erfindung patentieren. So schuf sie den Beweis, dass die Currywurst wirklich aus Berlin stammt.

Am ehemaligen Standort hängt heute eine Gedenktafel. bild: wikipedia

Das Rezept hütete Heuwer wie ein Staatsgeheimnis, nicht einmal ihrem Mann vertraute sie es an. Herta Heuwer verstarb am 3. Juli 1999 in Berlin und nahm ihr Rezept mit ins Grab.

Die Currywurst ist in Deutschland noch heute so beliebt wie bei uns der Cervelat.

Rezept 

Hier findest du ein ähnliches Rezept.

Bonus: Der Döner

Man kann es kaum glauben, aber der Döner stammt aus Deutschland.

bild: shutterstock

Es passierte im Jahr 1972: Kadir Nurman legte als Erster Fleisch in ein Fladenbrot und verkaufte somit den ersten Döner am Bahnhof Berlin Zoologischer Garten. 

Nurman ist in Anatolien geboren und in Istanbul aufgewachsen. Im Alter von 26 Jahren kam er als gelernter Kaufmann nach Stuttgart. Anfang der 70er-Jahre zog er nach Berlin und erkannte schnell, dass die Deutschen viel arbeiten und oft wenig Zeit zum Essen haben. So kam er auf die Idee, Hackfleisch vom Kalb oder Lamm, Zwiebeln sowie etwas Salat ins Brot zu packen und als Snack zum Mitnehmen anzubieten.

Der Erfinder des Kebabs. Bild: keystone

Kebabfleisch vom Spiess kannte Nurman aus der Türkei, dort servierte man das Gericht aber nur im Palast und bei den Reichen. Und zwar auf dem Teller, mit Reis oder Salat. Da er den Döner nicht patentieren liess, wurde seine Erfindung in Kürze in ganz Deutschland kopiert.

Der Vater des Döners starb 2013 im Alter von 80 Jahren in Berlin. Zwei Jahre zuvor wurde er für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Rezept

Hier findest du ein Rezept. Doch lass bloss die Tomaten weg – Nurman möchte sie nicht im Fladenbrot!

Diese Gerichte kommen übrigens aus der Schweiz:

Welches Land wünscht ihr beim nächsten Mal «Gerichte mit Geschichte»?

Mit Material von meistermarken-ulmerspatz.de, dieterwunderlich.de, berlin.de, 1.wdr.deweiberwirtschaft.de

Diese Erfindungen verdanken wir dem Zufall:

Diese Erfindungen sind für die Tonne:

Video: watson/Lya Saxer

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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23
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23Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Le_Urmel 06.04.2018 18:22
    Highlight Himmel un Ääd ist einfach das geilste deutsche Gericht
    6 7 Melden
  • Sveitsi 06.04.2018 15:29
    Highlight Ich wünsche mir Gerichte aus Finnland. :-)
    18 5 Melden
    • Gelöschter Benutzer 07.04.2018 04:03
      Highlight Karjalanpiirakka. Viili. Joulutorttu... :)

      Hätte ich eine Molkerei, ich würde Viili in der Schweiz bekannt machen. Nachdem ja schon Skyr aus Island und Kvarg aus Schweden hier angekommen sind, ist die Zeit reif für Viili. Viili ist einfach konkurrenzlos! Hat jemand eine Molkerei und ist dabei?
      2 0 Melden
  • Toerpe Zwerg 06.04.2018 14:47
    Highlight Etwas gar dürftige Kulinarische Errungenschaften ... wenn ich an Italien, China, Mexico denke ...
    31 18 Melden
  • Siebenstein 06.04.2018 14:04
    Highlight Als ich den Titel las dachte ich jetzt kommen Dinge wie zum Beispiel Sauerkraut, Grünkohl, Sauerbraten, Kassler, Pfälzer Saumagen und so...
    41 4 Melden
    • Lichtblau550 06.04.2018 23:34
      Highlight ... oder Königsberger Klopse, grüne Sauce aus Frankfurt oder gar Labskaus. Als Zürcher Kind einer deutschen Mutter weiss ich: Es gibt eine ganze Reihe grossartiger deutscher Spezialitäten - wenn sie gut gekocht sind.
      8 1 Melden
  • Zat 06.04.2018 14:01
    Highlight Interessant, mal die Hintergründe zu erfahren. Und wie schon oft gehört: Neues entsteht oft aus Missgeschicken und Fehlern.
    Ich wünsche mir Gerichte aus Rumänien.
    19 3 Melden
  • Hank Moody 06.04.2018 13:34
    Highlight Wie soll man essen patentieren? Man kann den namen schützen lassen, aber patentieren kann man da nichts.
    13 3 Melden
  • Alterssturheit 06.04.2018 13:05
    Highlight Laugenbretzel mit Butter und en Kafi - ungesund aber soooo fein.
    (Laugen)-Bretzel am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen.
    20 4 Melden
    • Toerpe Zwerg 06.04.2018 14:48
      Highlight wieso ungesund?
      14 1 Melden
    • Alterssturheit 06.04.2018 15:14
      Highlight @Toerpe Zwerg: Laugengebäck hat einen vergleichbaren Nährwert wie Weissbrot - also wenig und nicht zu vergleichen mit einem "gesunden" Vollkornbrot. Dazu enthält Laugengebäck viel Salz - zuviel Salz ist auch nicht gerade gesundheitsfördernd, vor allem nicht für Personen mit hohem Blutdruck.
      Genügt diese kurze Antwort ??
      16 17 Melden
    • Musikliebhaberin 06.04.2018 15:33
      Highlight @Alterssturheit dies stimmt so nicht. Studien (bspw. Weizman Insitute of Science Israel) haben ergeben, dass Menschen auf Vollkorn oder Weissbrot positiv reagieren, dies hängt individuell von der Darmflora ab.
      12 3 Melden
    • Toerpe Zwerg 06.04.2018 15:58
      Highlight Da bin ich sehr skeptisch. Deutsche sind nicht gesünder als Italiener.
      9 4 Melden
  • Hardy18 06.04.2018 12:26
    Highlight Wenn der Döner auch eine schweizerische Erfindungen gewesen wäre, würde ich mich in Grund und Boden schämen. Was man hier zu Lande anbietet unter dem Namen, ist eine Frechheit sondergleichen.
    17 40 Melden
    • aglio e olio 06.04.2018 14:06
      Highlight Mit Cocktailsosse aber ohne Knoblauch. Ein Verbrechen.
      COCKTAILSOSSE! Ketchup und Mayo im Döner 😝
      26 8 Melden
    • penetranz 08.04.2018 11:40
      Highlight und erst das eckelige warmgehaltene Fleisch.

      Dönerfleisch gehört knussprig direkt vom Spiess in den Döner!! alles andere ist einfach nicht Akzektabel!
      4 0 Melden
  • Luca Brasi 06.04.2018 11:46
    Highlight Hier der Song zu den Laugenbrezel:



    Ist Döner eigentlich nicht einfach etwa das Gleiche wie Gyros, also griechisch. 🤔

    Als nächstes Land wünsche ich mir Russland. Ist ja bald WM dort. 😉
    25 4 Melden
    • Chantal Stäubli 06.04.2018 11:53
      Highlight Alles klar, die «Gerichte mit Geschichte» zu den Foodball-Meisterschaften werden folgen. :P
      35 1 Melden
    • Ohniznachtisbett 06.04.2018 13:34
      Highlight Aber Köttbullar kommen doch aus Schweden?
      Verwirrung total
      8 1 Melden
    • Padcat 06.04.2018 14:24
      Highlight De unterschied zwüsche gyros und döner ischs fleisch. Bi gyros wird vor allem schwein benutzt, döner isch ursprünglich lamm, mittlerwile au kalb-, rind-, gflügelfleisch, aber ganz sicher kei schwein.
      11 11 Melden
    • α Virginis 06.04.2018 22:57
      Highlight Go, Chantal, GO!! Bin schon gespannt, ob es da auch Pirogen und solche sachen gibt beim Food-Ball Artikel :))
      2 2 Melden
    • Lichtblau550 06.04.2018 23:44
      Highlight Die russische Küche hat ja nicht den besten Ruf. Aber da gibt‘s auch noch die Zarenzeit mit französischen Einflüssen ... und die von meinen russischen Kollegen wärmstens empfohlenen Pelmeni. Chantal kann das, da bin ich mir sicher ;-)
      3 1 Melden

Soso, Zürich ist also weltweite Spitze für Dreier, Fremdgehen und Drogen 🤔

Details aus dem Ranking «Time Out City Life Index» enthüllen so allerlei Spannendes.

Jippie, der alljährliche Time Out City Life Index ist da! Darin wurden 15'000 Menschen in verschiedenen Städten der Welt nach ihrem Befinden gefragt: Fühlt man sich wohl in dieser Stadt? Wie isst man so? Wie ist das Ausgangsangebot, dein Liebesleben, allgemein die Freundlichkeit so? Wie viel Spass hat man in der Stadt? Die Auswertung ergibt ein Ranking der «Most Exciting Cities».

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