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Das ist es also: Das Surface Studio von Microsoft. Ich konnte es knapp drei Wochen ausgiebig testen.Bild: youtube/Tested

13 Dinge, die jeder Mac- und Windows-Nutzer über Microsofts neuen iMac-Killer wissen muss

Das Surface Studio ist Microsofts erster All-in-one-PC. Das Display lässt sich mühelos flach stellen und als gigantisches Zeichen-Tablet nutzen – und es hat weitere nützliche Tricks auf Lager. Was es im Alltag taugt, zeigt unser Test.
11.07.2017, 11:4312.07.2017, 05:16
Angelina Graf
Angelina Graf
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Um ein Haar wäre dieser Testbericht nie geschrieben worden. Unser Testgerät ist nämlich beim Zoll hängen geblieben, wie mir der freundliche PR-Mensch von Microsoft am Telefon erklärte. Glücklicherweise hat das fast 5000 Franken teure Technik-Wunder (wir haben die Luxus-Variante erhalten) dann doch noch den Weg zu watson gefunden.

Ob Microsofts Surface Studio nicht nur auf dem Werbeprospekt, sondern auch in der Praxis überzeugt, zeigt der folgende Erfahrungsbericht. 

Was genau ist das Surface Studio?

Das Surface Studio ist zunächst ein klassischer All-in-one-PC mit leistungsfähiger Hardware und minimalistischem Design. Das Herzstück ist ein gigantischer 28 Zoll grosser Touchscreen mit brillanten Farben, der von Grafikern, Architekten oder Ingenieuren als Zeichentablet genutzt werden kann.

Auf den ersten Blick ist das Surface Studio ein gewöhnlicher All-in-one-PC

All-in-one, die gesamte Technik steckt also im Standfuss. Dies ermöglicht einen extrem dünnen und leichten 28-Zoll-Touchscreen.
All-in-one, die gesamte Technik steckt also im Standfuss. Dies ermöglicht einen extrem dünnen und leichten 28-Zoll-Touchscreen.Bild: the verge

Nun, nicht ganz gewöhnlich, wenn man das Scharnier für das Display etwas genauer betrachtet ...

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Das Gif zeigt, wie man den Touchscreen vom Desktop- in den Tablet- bzw. Studio-Modus bewegt. Bild: watson

Das Scharnier erlaubt es, das Display mühelos mit einer Hand, genauer gesagt sogar mit einem Finger, von der Vertikalen in einen beliebigen flacheren Winkel zu bewegen. Das Ganze geschieht in zwei Sekunden ohne das kleinste Geräusch.

Bei einem Winkel von rund 20 Grad ist Schluss. In dieser Position ist das Display fix und man kann den Arm darauf abstützen, um bequem zu zeichnen. Ist das Display irgendwo zwischen flach und vertikal eingestellt, kann man trotzdem die Hand darauf legen, ohne dass es seine Position verändert oder wobbelt.

Der Touchscreen lässt sich mühelos flach stellen und als gigantisches Zeichentablet für Photoshop und Co. nutzen

Das Surface Studio kann per Maus, Tastatur und den Fingern bedient werden, oder aber per Zeichenstift und Dial (das Puck-förmige Gerät).<br>
Das Surface Studio kann per Maus, Tastatur und den Fingern bedient werden, oder aber per Zeichenstift und Dial (das Puck-förmige Gerät).
Bild: watson
«Im Gegensatz zum iMac verwandelt sich das Surface Studio in ein gigantisches Zeichentablet.»

Wie gut kann man auf dem Surface Studio zeichnen?

Ich kann zwar ganz passabel schreiben, bin aber als Zeichenkünstler eine absolute Niete. Deshalb kommen an dieser Stelle Sven Rüf und Lea Senn zu Wort. Sie arbeiten als Grafiker bei watson und nutzen beruflich vor allem Adobe Photoshop und Illustrator.

watson-Grafiker Sven Rüf erklärt das Surface Studio im Video

Video: Oliver Wiedlisbach, Angelina Graf

Vom grossen Screen und den brillanten Farben sind beide watson-Grafiker angetan. Wie jeder Touchscreen spiegelt auch das Surface Studio, die Reflexionen halten sich aber in Grenzen.

Lea Senn zeichnet ihre Grafiken üblicherweise per Digital-Stift auf einem Wacom-Grafiktablet. Ihr gefällt, dass man das Display des Surface Studios in jedem Winkel zwischen 20 und 90 Grad einstellen kann und der Screen in der gewählten Position bleibt, selbst wenn man die Hand darauf legt und zeichnet. Allerdings würden Berührungen mit der Hand ab und zu als Stiftberührung wahrgenommen. 

«Das Surface Studio ist wahrscheinlich ein mächtiges Tool, wenn man sich die Zeit nimmt, sich richtig gut daran zu gewöhnen.»
Lea Senn, Grafikerin bei watson
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Im Tablet-Modus verschwindet der Standfuss und das Scharnier hinter dem gigantischen Touchdisplay. Von vorne betrachtet entsteht so fast der Eindruck, dass es in der Luft schwebt.Bild: microsoft

Was taugt der digitale Zeichenstift?

Der Stift haftet magnetisch am Displayrand.
Der Stift haftet magnetisch am Displayrand.Bild: watson

Zeitgleich mit dem Surface Studio hat Microsoft auch eine neue Version des Surface Pen am Start. Äusserlich fast identisch mit dem bisherigen Stift sind auch wieder die Taste für den Rechtsklick und der Druckknopf mit diversen Funktionen (radieren, Apps starten, Screenshot erstellen) an Bord.

Microsoft behauptet, dass der neue Digital-Stift viel mehr Druckstufen erkennt und weniger Latenzzeit habe. Technisch mag dies alles stimmen, im Blindtest konnte allerdings nicht mal watson-Grafiker Sven Rüf einen signifikanten Unterschied feststellen. Auch der neue Stift hat eine geringe Latenzzeit, aber daran krankt jeder digitale Stift (ganz ohne Verzögerung würde er zu viel Strom verbrauchen.) Die leichte Verzögerung dürfte nur für jene Künstler zum ernsthaften Problem werden, die sehr, sehr schnell zeichnen.

Beide watson-Grafiker sagen, dass der Pen angenehm in der Hand liegt. Die Radiergummi-Funktion mit der Rückseite des Stifts sei praktisch. Senn bemängelt, dass der Stift nicht mehr Tasten hat, die mit frei wählbaren Funktionen belegt werden können, beispielsweise um die Zeichenfläche zu verschieben.

Der Stift liegt dem Surface Studio bei: Auf dem Display lässt sich von 20 bis 90 Grad in jeder beliebigen Position zeichnen.
Der Stift liegt dem Surface Studio bei: Auf dem Display lässt sich von 20 bis 90 Grad in jeder beliebigen Position zeichnen.Bild: watson

Was kann ich mit dem neuen Surface Dial tun?

Drehen, um die Farbe auszuwählen: Mit dem Surface Dial lässt sich beispielsweise in Bildbearbeitungs-Apps die Farbe auswählen oder die Zeichenfläche verschieben.&nbsp;
Drehen, um die Farbe auszuwählen: Mit dem Surface Dial lässt sich beispielsweise in Bildbearbeitungs-Apps die Farbe auswählen oder die Zeichenfläche verschieben. Bild: watson

Das Surface Dial in Aktion

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Per Drehen und Druck auf das Dial werden die in der jeweiligen App zur Verfügung stehenden Funktionen wie Lautstärke, Zoom, Arbeitsfläche drehen, Farbauswahl, Strichdichte, Rückgängig-Funktion, etc. ausgewählt. 
Bild: watson

Das Surface Dial lässt sich auch auf dem Pult nutzen

Dies macht Sinn, wenn man das Display in einem steileren Winkel nutzt.&nbsp;
Dies macht Sinn, wenn man das Display in einem steileren Winkel nutzt. Bild: watson

Grundsätzlich funktioniert das Dial in allen Programmen, richtig Spass macht es aber nur, wenn die App das neue Eingabegerät sinnvoll unterstützt. Bei Photoshop funktionierte das Zoomen beispielsweise erst in eine Richtung, bei Adobe Illustrator hingegen in beide.

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Zoomen mit dem Dial.Bild: watson

Standardmässig kann man durch Drehen am Dial die Lautstärke verändern, scrollen, zoomen oder Arbeitsschritte rückgängig machen bzw. wieder herstellen. Je nach App lässt sich das Dial mit spezifischeren Funktionen wie Arbeitsfläche drehen, Farbauswahl, Strichdichte etc. frei belegen.

Theoretisch klingt das cool, aber unsere watson-Grafiker konnten damit wenig anfangen. Während der Stift sehr intuitiv ist, muss man sich an das Dial definitiv länger gewöhnen.

Das Dial wäre vermutlich weit sinnvoller, wenn es wie ein Laptop-Touchpad weitere Wischgesten erkennen würde oder wie Profi-Mäuse programmierbare Tasten hätte.

Selbst wenn man das Display in die flachste Position neigt (rund 20-Grad-Neigung), rutscht das Dial trotz «haftender» Gummi-Unterseite langsam herunter. Man muss es also immer wieder neu auf den Screen setzen, wenn man es auf dem Display nutzen will. Das ist offenbar kein Konstruktionsfehler, sondern von den Entwicklern so gewollt. Microsoft möchte wohl vermeiden, dass einem das Dial beim Zeichnen in die Quere kommt. Kein Problem ist das Rutschen natürlich, wenn man das Dial sowieso immer auf dem Pult nutzt.

Während der Stift jedem Surface Studio beiliegt, muss man das gut 100 Franken teure Dial separat kaufen. Dies aus gutem Grund, da es (momentan) wohl nur für wenige Nutzer wirklich sinnvoll ist. Ich könnte mir etwa vorstellen, dass man damit Videos bequem editieren (vor- und zurückspulen) kann.

Wie gut ist das Display?

Drei Dinge fallen auch jedem Nicht-Grafiker unvermittelt auf: Das Display ist gigantisch, gestochen scharf und superdünn.

Windows 10 läuft auf dem Surface Studio mit einer 200%-Skalierung. Man hat also extrem viel Arbeitsfläche zum Zeichnen.
Windows 10 läuft auf dem Surface Studio mit einer 200%-Skalierung. Man hat also extrem viel Arbeitsfläche zum Zeichnen.Bild: watson

Die Auflösung von 4500 mal 3000 Pixel ist der Traum aller Grafiker, die für ihre Kunstwerke nie genug Arbeitsfläche haben können. Auf dem 28 Zoll grossen Touchscreen kommt man so auf 192 DPI. Die hohe Auflösung ist wichtig, da man beim Zeichnen quasi über dem Tablet lehnt und sich die Augen nahe am Display befinden.

Da die Zielgruppe Fotografen, Künstler und andere grafisch Tätige sind, setzt Microsoft wie schon beim Surface Book auf das 3:2-Format. Das Format ist ideal zum Bearbeiten von Fotos. Durch die hohe Auflösung können auch 4K-Videos (3840 × 2160) problemlos in voller Grösse bearbeitet werden.

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In einer 3D-Satelliten-Ansicht durch eine Stadt navigieren ist auf einem 28-Zoll-Touchscreen ein völlig neues Erlebnis.Bild: watson

Wo zum Geier sind die Anschlüsse hin?

Sämtliche Anschlüsse sind auf der Rückseite versteckt: 4 mal USB (davon ein Hochleistungs-Port), 1 Gigabit-LAN, Strom, Mini-Display-Port für einen zweiten Monitor, SD-Kartenslot (volle Grösse) und der Kopfhöreranschluss.
Sämtliche Anschlüsse sind auf der Rückseite versteckt: 4 mal USB (davon ein Hochleistungs-Port), 1 Gigabit-LAN, Strom, Mini-Display-Port für einen zweiten Monitor, SD-Kartenslot (volle Grösse) und der Kopfhöreranschluss.Bild: watson

Minimalistisches Design in Ehren, aber man kann es auch übertreiben: Dass die Eingänge für das Strom- und LAN-Kabel auf der Rückseite angebracht werden, leuchtet ein. Die wohl regelmässig genutzten USB-Anschlüsse sind so aber nur schwer erreichbar.

Die Platzierung auf der Rückseite ist vermutlich nicht nur eine Design-Entscheidung, sondern auch der extrem kompakten Bauweise des All-in-One-Computers geschuldet. Zur Erinnerung: Die gesamte Technologie steckt im Standfuss. Das lässt vermutlich nicht sehr viel Spielraum für die Platzierung der Anschlüsse und könnte mit ein Grund sein, warum USB-C oder Thunderbolt 3 fehlen. Microsoft begründet die Entscheidung damit, «dass die Technologie noch zu wenig unterstützt wird und wir unseren Kunden nicht den Kauf von Adaptern und neuem Zubehör zumuten möchten.»

Denkbar ist auch, dass die Festplatte nicht schnell genug ist, um die ultraschnelle Datenübertragung eines USB-C-Anschlusses auszunutzen. USB-C erlaubt im Vergleich zu USB 3.0 eine bis zu acht mal schnellere Datenübertragung. Dies natürlich nur, wenn auch die Festplatte und Solid-State-Disk (SSD) sowie das externe Speichermedium entsprechend schneller sind. Ein Surface Studio ausschliesslich mit schneller SSD, die von USB-C voll profitieren würde, wäre zwar wünschenswert, würde aber auch viel mehr kosten.

Wie gut ist das Surface Studio im Alltag?

Ein All-in-one-PC sieht gut aus und man hat quasi keine Kabel herumliegen. Das Display lässt sich neigen, aber in der Höhe nicht verstellen.
Ein All-in-one-PC sieht gut aus und man hat quasi keine Kabel herumliegen. Das Display lässt sich neigen, aber in der Höhe nicht verstellen.Bild: watson

Auspacken, Strom-Kabel einstecken, PC hochfahren und loslegen: Das Surface Studio erkennt und begrüsst seinen Nutzer optional per Gesichtserkennung. Das Passwort eintippen entfällt also schon mal. 

Der erste Kontakt mit der Maus hinterlässt hingegen einen zwiespältigen Eindruck: Sie fühlt sich billig an, reagiert in der Standard-Einstellung sehr sensitiv und ist genauso unergonomisch wie Apples Magic Mouse. Die Tastatur erinnert an eine iMac-Tastatur. Sie ist vollkommen ausreichend, wenn man damit vor allem Kurzbefehle in Photoshop und Co. aufruft und eher wenig schreibt. Falls gewünscht, kann man über den Mini-DisplayPort einen zweiten Monitor anschliessen.

In Sachen Leistung bewegt sich das Surface Studio je nach Ausführung (siehe Nr. 10) auf der Höhe eines High-End-Desktop-PCs. Das reicht für fast alle Programme. Im Alltag hat es mit Adobe-Software wie Photoshop und Illustrator keinerlei Probleme, wie unsere Tests zeigten. Auch Industrie-Software wie CAD-Programme für Produkt-Designer, Ingenieure oder Architekten sollten auf dem Surface Studio problemlos laufen, zumal Microsoft genau solche Firmenkunden anspricht.

Bild: watson

Eigentlich fallen mir nur zwei Anwendungszwecke ein, für die das Surface Studio nur bedingt geeignet ist: Trotz schnellem 4-Kern-Prozessor und separatem Grafik-Chip ist ein All-in-one-PC kein idealer Gamer-PC und schon gar keine Video-Workstation, die höchsten Videoschnitt- und Render-Aufgaben genügen kann.

Nicht falsch verstehen: Aktuelle 3D-Games wie «Overwatch» lassen sich problemlos spielen und sehen auf dem 28-Zoll-Screen fantastisch aus: Mit der nicht mehr ganz taufrischen Grafikkarte (Nvidia GTX 965M bzw. GTX 980M) hinkt das Surface Studio aber schon jetzt den neusten Gamer-PCs hinterher.

Kann es mein Wacom-Tablet ersetzen?

Das ist primär davon abhängig, wie man lieber zeichnet: Indirekt auf einem Grafiktablet oder direkt auf dem Display.

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Das Surface Studio hat ein 10-Punkt-Multitouch-Display: Somit kann man mit den Fingern alles tun, was auch auf einem Touchpad funktioniert (z.B. Wischgesten mit mehreren Fingern für bestimmte Aktionen.)Bild: watson

Für die Profis, die hier allenfalls mitlesen: Auf dem Surface Studio können die Farbprofile sRGB, Vivid und DCI-P3 gewählt werden. Wer bislang auf einem Computer mit angehängtem Monitor und Cintiq-Grafiktablet arbeitet, muss die Farben, wenn es genau sein soll, jedes Mal auf beiden Bildschirmen nachprüfen. Dieses Problem entfällt beim Surface Studio.

Kann ich den All-in-one-PC aufrüsten?

Typischerweise lassen sich kompakte All-in-One-Computer nur sehr beschränkt aufrüsten. Da macht auch das Surface Studio keine Ausnahme: Prozessor, Grafikkarte und RAM können nicht ausgetauscht werden. Wer sich für das Modell mit nur 8 GB Arbeitsspeicher entscheidet, wird also nie mehr haben.

Die gute Nachricht: Das Surface Studio hat ein hybrides Speichermedium, sprich eine relativ langsame Festplatte mit sehr viel Speicherplatz, die mit einer kleineren, aber schnelleren Solid-State-Disk (SSD) kombiniert wird. Und offenbar können beide Teile durch schnellere Komponenten ersetzt werden.

Gibt es unterschiedliche Modelle?

Das Surface Studio gibt es bei uns in drei Varianten, die sich bezüglich Prozessor, Arbeitsspeicher, Grafik-Chip, internem Speicher und Preis unterscheiden.

Das Surface Studio kostet je nach Ausführung 3499, 4099 oder 4999 Franken (UVP).&nbsp;
Das Surface Studio kostet je nach Ausführung 3499, 4099 oder 4999 Franken (UVP). Bild: watson

Für die allermeisten professionellen Nutzer dürften die ersten beiden Varianten völlig ausreichend sein. Bei der Preisleistung überzeugt das mittlere Modell am meisten. Das Top-Modell ist mit einer schnelleren Grafikkarte vor allem für Renderaufgaben interessant.

Bei uns ist das Surface Studio seit dem 15. Juni verfügbar. In den USA ist es bereits seit Ende 2016 erhältlich. Dies erklärt, warum nur die zweitneuste Prozessor-Generation verbaut ist.

Auspacken, Strom-Kabel einstecken, PC hochfahren und loslegen: Der Vorteil eines All-in-one-Computers.
Auspacken, Strom-Kabel einstecken, PC hochfahren und loslegen: Der Vorteil eines All-in-one-Computers.Bild: microsoft

Ist es nicht zu teuer?

Die offiziellen Preise auf der Microsoft-Webseite starten je nach Ausführung bei 3499 und Enden bei 4999 Franken. Zu teuer? Jein. Um das Surface Studio zu ersetzen, braucht man einen schnellen Computer oder Laptop, einen grossen Monitor mit 4,5K-Auflösung und ein hochwertiges Grafiktablet mit Stift.

Monitor, Laptop, Grafiktablet, Stift, Maus, Tastatur und Adapter sind auch nicht günstig, wenn sie die gleiche Qualität wie das Surface Studio bieten sollen.
Monitor, Laptop, Grafiktablet, Stift, Maus, Tastatur und Adapter sind auch nicht günstig, wenn sie die gleiche Qualität wie das Surface Studio bieten sollen.Bild: watson

Alles addiert kommt man schnell auf ähnliche Kosten, zumal ein neuer iMac für professionelle Anwender zwischen 2000 und 3900 Franken kostet. Ein kleines Wacom-Grafiktablet bekommt man für 80 Franken. Ein Wacom-Cintiq-Tablet mit 27-Zoll-Display kostet aber deutlich über 2000 Franken.

Microsofts Surface-Geräte sind allgemein ähnlich teuer wie Apple-Computer und haben die gleichen Vorteile: Gute Verarbeitungsqualität, attraktives Design, schnelle Updates und keine vorinstallierte Bloatware.

Würdest du das Surface Studio kaufen?

Das Surface Studio ist eines dieser ganz wenigen Testgeräte, die ich am liebsten nie mehr zurückschicken würde: Überrascht war ich vor allem, wie wenig Platz der All-in-One-PC auf dem Schreibtisch einnimmt.

Würde ich meinen Büro-Desktop-PC und die beiden Monitore gegen das Surface Studio tauschen? Ohne mit der Wimper zu zucken!

Würde ich es grafisch Tätigen empfehlen? Sicher.

Würde ich es privat kaufen? Wohl kaum.

Ich gehöre schlicht nicht zur Zielgruppe. Für Grafiker, Designer, Komponisten, Game-Entwickler, Architekten, Ingenieure etc. könnte es der neue Traum-Computer werden – für Journalisten und alle anderen, die Büroarbeit mit Microsoft Office und dergleichen erledigen, ist es noch viel zu teuer.

Bild: watson

Was mir am Surface Studio gefällt:

  • Grosses, dünnes, gestochen scharfes 4,5K-Touchdisplay (true color sRGB)
  • Display lässt sich mühelos zwischen 20 und 90 Grad einstellen
  • Display ist in jedem Winkel genug stabil, um bequem zu zeichnen
  • Genug Leistung für fast alle Anwendungen (Video-Rendering ausgenommen)
  • Surface Pen liegt gut in der Hand, ist beim Kauf dabei und haftet magnetisch am Display
  • Windows-Anmeldung per Gesichtserkennung ist extrem schnell

Was mir nicht gefällt:

  • Ungünstige Platzierung der USB-Anschlüsse auf der Rückseite.
  • USB-C (Thunderbolt 3) für ultraschnelle Datenübertragung fehlt
  • Wacom-Stifte können flexibler als der Surface Pen mit Programm-Funktionen programmiert werden
  • Das teure Surface Dial ist (bislang) nur begrenzt nützlich
Die Surface-Familie (v.l.n.r.): Surface Laptop, Surface Book, Surface Studio und Surface Pro.
Die Surface-Familie (v.l.n.r.): Surface Laptop, Surface Book, Surface Studio und Surface Pro.Bild: watson

Das Surface Studio in Zahlen

  • Betriebssystem: Windows 10 Pro, Office 30 Tage Testversion
  • Display: 28 Zoll mit 4500 mal 3000 Pixeln (192-DPI-Auflösung), 10-Punkt-Multitouch und einem Seitenverhältnis von 3:2 (sRGB, Vivid und DCI-P3)
  • Prozessor: Intel Core i5 oder i7 der 6. Generation (Skylake)
  • Grafik: Nvidia GTX 965M (2GB)  / GTX 965M (2GB) oder GTX 980M (4GB)
  • Hybrid-Festplatte: 1 TB (64 GB SSD) / 1 TB (64 GB SSD) oder 2 TB (128 SSD)
  • Arbeitsspeicher: 8, 16 oder 32 GB RAM
  • 4 mal USB 3.0 (ein High-Powered-Port) SD-Kartenleser (SDXC), Mini DisplayPort, Headset-Buchse (3,5 mm), 1 Gigabit-Ethernet-Anschluss
  • Funkverbindung: WLAN: 802.11ac, IEEE 802.11 a/b/g/n, Bluetooth 4.0, Xbox Wireless integriert
  • Kamera: Frontkamera für Windows-Hello-Anmeldung per Gesichtserkennung, 5,0-Megapixel-Kamera mit HD-Videofunktion und 1080p-Auflösung
  • Gewicht: 9,56 kg

Was sind die Alternativen zum Surface Studio?

So gut mir das Surface Studio gefällt, mit einem Preisschild von 3500 bis 5000 Franken ist es kein PC für jedermann. Es ist noch nicht mal ein PC für alle Grafiker oder Designer.

Wer lieber indirekt auf einem Wacom-Grafiktablet zeichnet, braucht kein Surface Studio. Wer allerdings bereits auf einem Surface Pro oder iPad Pro gerne zeichnet, wird vom Surface Studio begeistert sein.

Ein wirklich vergleichbares Gerät gibt es momentan nicht, aber günstigere Alternativen: Dell hat Anfang Jahr den Touchscreen Canvas vorgestellt, der ähnlich wie das Surface Studio als Zeichentablet dient. Der Canvas kann aber nur flach oder in einem 10-Grad-Winkel bedient werden. Der 27 Zoll grosse Touchscreen ist zudem kein eigentlicher Computer, das heisst, er muss mit einem PC oder Laptop verbunden werden.

Das 27 Zoll grosse Canvas-Display soll in den USA 1800 Dollar kosten, ist bei uns aber noch nicht erhältlich.
Das 27 Zoll grosse Canvas-Display soll in den USA 1800 Dollar kosten, ist bei uns aber noch nicht erhältlich.Bild: cnet
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Das Surface Studio wurde uns von Microsoft zur Verfügung gestellt. Ich konnte es knapp drei Wochen testen.

Die wichtigsten Infos zum Surface Studio werden in diesem Video zusammengefasst

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