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Das WhatsApp-Phänomen Momo lebt als Kettenbrief weiter.

Dieser gruselige WhatsApp-Kettenbrief erschreckt Kinder zu Tode – das steckt dahinter

Ein Scherzbold hat sich den Wirbel um das mysteriöse WhatsApp-Profil «Momo» zunutze gemacht, um einen Grusel-Kettenbrief zu verbreiten. Vor allem junge Schüler fallen darauf herein.

Felix Huesmann / watson.de



Gruselzeit auf WhatsApp! Immer wieder machen Kettenbriefe in der Messenger-App die Runde. Der Inhalt lässt sich meistens auf einen gemeinsamen Nenner bringen: «Schicke diese Nachricht an deine Kontakte weiter, oder dir wird etwas Schlimmes zustossen.» So auch beim aktuellen Kettenbrief, der unter dem Namen Momo herumgeschickt wird, und vor dem jetzt sogar die Polizei warnt.

Darin steht:

«Hallo ich bin Momo und bin vor 3 Jahren verstorben. Ich wurde von einem Auto angefahren und wenn du nicht möchtest, dass ich heute Abend um 00.00 Uhr in deinem Zimmer stehe und dir beim Schlafen zuschaue, dann sende diese Nachricht an 15 Kontakte weiter.»

Dieser Kettenbrief verbreitet sich mindestens seit der vergangenen Woche in Deutschland und der Schweiz. Vor allem junge Schüler scheinen die Nachricht an ihre Freunde weiterzuschicken. 

Das steckt hinter dem Momo-Phänomen

Wie watson in der vergangenen Woche berichtet hat, kursieren zurzeit mehrere WhatsApp-Accounts mit dem Namen Momo.

Mit einem Grusel-Profilbild und einer japanischen Nummer sollen diese Momo-Accounts plötzlich in den WhatsApp-Kontaktlisten einiger Menschen aufgetaucht sein – und zwar ohne, dass die sie hinzugefügt hätten. Einigen Usern soll Momo gruselige Schock-Fotos und Droh-Botschaften mit persönlichen Details geschickt haben. Der Haken: Natürlich gibt es für nichts davon Beweise. 

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Viel wahrscheinlicher: Irgendjemand hat sich einen Spass gemacht und die Nummer von Momo im Internet verbreitet, Menschen haben sie zu ihren WhatsApp-Kontakten hinzugefügt und versucht, mit ihr in Kontakt zu treten. In Verbindung mit dem gruseligen Profilbild bildete sich dann schnell ein Mythos. Immer mehr Gerüchte wurden verbreitet, etwa dass Momo Menschen mitten in der Nacht angerufen habe. Der Stoff, aus dem Internet-Gruselgeschichten gemacht sind.

Aus den mysteriösen WhatsApp-Accounts wurde ein WhatsApp-Kettenbrief

Die ganzen Legenden rund um Momo scheint sich spätestens in der vergangenen Woche jemand zunutze gemacht zu haben, um den Grusel-Kettenbrief zu erstellen und in Umlauf zu bringen. Wer auch immer hinter der Nachricht steckt, er musste sich zumindest keine komplett eigene Geschichte ausdenken. Momo war vielen bereits ein Begriff.

Vor allem Kinder können sich durch so einen Kettenbrief schnell verängstigen lassen. Von einem solchen Fall berichtet die deutsche Zeitung Passauer Neue Presse. Der neunjährige Sohn einer Leserin aus dem Landkreis Passau habe den Kettenbrief erhalten und aus Angst an 15 Mitschüler aus seiner Grundschulklasse weitergeleitet. Der Junge habe sich anschliessend nicht getraut, alleine in seinem Zimmer zu schlafen und sei mehrere Tage lang verängstigt gewesen.

Mittlerweile warnt die Polizei vor dem Kettenbrief

Die Reaktion auf den Polizei-Tweet:

Die Polizei im deutschen Lüneburg rät Eltern deshalb, mit ihren Kindern über das WhatsApp-Phänomen zu sprechen. Sie stellt ausserdem klar: 

«Es wird nichts passieren, wenn der Kettenbrief nicht weitergeleitet wird.»

Momo ist nicht der erste weit verbreitete WhatsApp-Kettenbrief

Ähnlich aufgebaute Kettenbriefe werden immer wieder verbreitet. Das Internetportal Mimikama, das über Internet-Fakes und Online-Betrug aufklärt, sieht beispielsweise Parallelen zwischen dem Fall «Momo» und «Teresa Figaldo».

Unter diesem Namen wurde ebenfalls bereits mehrfach ein Kettenbrief herumgeschickt. Dort steht unter anderem:

«Hallo. Ich bin Teresa Figaldo. Heute sind das 26 Jahre, dass ich tot bin. Wenn du dies nicht an 20 Personen weiter schickst, schlaf ich heute in deinem Bett - FÜR IMMER!! Wenn du es nicht glaubst, gib meinen Namen bei Google oder YouTube ein. Isso, glaub mir sonst bringe ich dich um Hhahahahah»

Anders als bei Momo ist hier immerhin der Ausgangspunkt des Phänomens bekannt. Die Geschichte von Teresa Figaldo wurde erstmals 2004 in Umlauf gebracht, wie Mimikama berichtet. Der Kettenbrief sei damals eine virale Werbeaktion für einen portugiesischen Kurzfilm gewesen. WhatsApp gab es damals noch gar nicht. Die Nachricht wurde stattdessen per E-Mail verbreitet.

Bei vielen Kettenbriefen und ähnlichen Internet-Grusel-Phänomenen lässt sich kaum bestimmen, wer sie zuerst in Umlauf gebracht hat, und was die Motivation dahinter war. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam:

Durch das Ignorieren eines Kettenbriefs ist bislang noch niemand gestorben.

Hier der Momo-Kettenbrief im Wortlaut

«Hallo ich bin Momo und bin vor 3 Jahren verstorben ich wurde von einem Auto angefahren und wenn du nicht möchtest das ich heute Abend um 00:00 Uhr in deinem Zimmer stehe und dir beim schlafen zuschaue dann sende diese Nachricht an 15 Kontakte weiter.Du glaubst mir nicht?Angelina 11 hilt die Nachricht für fake und schickte sie an niemanden weiter in der Nacht hört sie Geräusche aus einer Ecke ihres zimmers sie wollte nach gucken doch auf einmal rante etwas auf sie zu am nächsten Morgen wurde sie Tot in ihrem Bett gefundenTim 15 schickte die Nachricht nur an 6 Leute weiter am nächsten Morgen wachte er mit einem abgefressenen Bein und einem abgeschnittenen Arm aufLinda 13 schickte die Nachricht an alle weiter heute hat die ihre wahre liebe gefunden und wohnt mit ihrem freund in einer modernen VillaFalls du diese Nachricht nicht weiter schickst weisst du was passiert also pass auf und schicke sie weiter»

Rechtschreibfehler im Original.

Hier kannst du die Hintergründe des Grusel-Phänomens nachlesen

WhatsApp-Nutzer müssen künftig mindestens 16 Jahre alt sein – theoretisch

Video: srf

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