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Rund um Gsund

Tipps zum Thema Reisen mit Kindern, die ich selbst gerne früher gewusst hätte

Der Sommer ist im Anmarsch – und mit ihm beginnt die Reisezeit. Und die Zeit der kleineren und grösseren Notfälle, gerade mit Kindern. In meinen fast siebzehn Jahren als Mutter habe ich diesbezüglich einiges erlebt. Hier meine wichtigsten Tipps, was ins Gepäck gehört, wenn man mit dem Nachwuchs verreist oder wandern geht.
28.05.2021, 08:04
Sandra Casalini
Sandra Casalini
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Den Gedanken, dass auch in den Ferien oder beim verlängerten Weekend etwas passieren könnte, schiebt man lieber weit weg. Schliesslich hat man gerade dann, wenn man sich mit der Familie erholen will, noch weniger Lust auf Besuche beim Notfall, nächtelanges Erbrechen oder Durchfall als sonst. Aber leider, leider geschieht es eben meist genau dann, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann. Und meistens ist man eben auch genau dann am wenigsten drauf vorbereitet.

Natürlich haben wir immer eine kleine Reiseapotheke dabei, mit Pflaster, Schmerzmittel und so weiter. Dazu Zeckenspray – zumindest ich, ich hab Panik vor den Dingern. Und die Krankenkassenkarten der ganzen Familie. Schliesslich sind wir Schweizerinnen und Schweizer ein Volk, das immer für alle Eventualitäten gerüstet ist. Dabei bedenken wir oft nicht, dass im Ausland andere Voraussetzungen gelten. Hier meine wichtigsten Tipps aus eigener Erfahrung:

Diese vier Dinge gehören in den Koffer, wenn man mit Kindern ins Ausland reist

  1. GELD. Neben dem Budget für Essen, Ausflüge und Shopping unbedingt ein Notfallbudget einplanen, falls etwas passiert. Wenn sich nämlich das Kind am zweiten Ferientag in der Türkei beim Fussballspielen den Arm bricht, landet man auf der Notfallstation eines türkischen Spitals. Man spricht dort deutsch, ist extrem zuvorkommend – fragt sogar, ob das Mädchen lieber von einer Ärztin statt einem Arzt behandelt werden möchte, und muss auch nicht ewig warten. Aber der Anblick einer Schweizer Krankenversicherungskarte sorgt dort nur für hochgezogene Augenbrauen. Es muss Cash auf den Tisch, und zwar nicht wenig, sonst geht gar nichts. Ich habe das Geld zwar problemlos von der Krankenkasse zurückerstattet erhalten, aber ohne Bargeld hätte man meine Tochter dort schlicht nicht behandelt.
  2. SONNENCREME. Klar, kann man in jeder Apotheke kaufen, nicht so tragisch, wenn man sie mal vergisst. Wer aber, wie ich, ein rothaariges, sommersprossiges Kind hat, dessen Haut nicht nur sehr hell, sondern fast durchsichtig ist, weiss: Sonnenschutzfaktor 50 ist ein Muss. Wer sich in einem Land befindet, in dem hellhäutige Kinder, die nach einem halben Tag in der Sonne ohne entsprechenden Schutz Blasen werfen, eher rar sind, findet sich in der Apotheke nicht selten vor einem Gestell, in dem nur Sonnenöl (!) ohne Schutzfaktor erhältlich ist. Tja, dumm gelaufen, Kind, du bleibst leider den Rest der Ferien im Hotelzimmer.
  3. WARZENMITTEL. Kinder haben immer irgendwie, irgendwo Warzen. Keine Ahnung, wo die Dinger ständig herkommen. In den Ferien sind sie besonders mühsam. Sie stören sowohl in geschlossenen Schuhen als auch in Flip-Flops, beim Sändelen und beim Spielen. Warzenmittel kriegt man vermutlich auch im Ausland in den meisten Apotheken. Aber bis man da mal erklärt hat, was man braucht – ohne das warzige Kind im Schlepptau kann man's nicht zeigen, und das Kind selbst hat vermutlich wenig Freude dran, in der Apotheke vorgeführt zu werden. Wer's trotzdem versuchen will: Auf Italienisch heisst Warze verruca, auf Französisch verrue und auf Türkisch siğil.
  4. ESSEN. Viele Kinder vereinen die extrem suboptimale Kombination von ständigem Hunger und empfindlichem Magen. Wenn man am Ferienort einen Ausflug unternimmt, empfehle ich deshalb, abgepackten Proviant einzupacken. Den muss man natürlich nicht von zu Hause mitnehmen, Knäckebrot, Zwieback und Co. kriegt man auch im Ausland im Supermarkt oder im Hotel. Warum Proviant mitnehmen? Wer schon mal mitgekriegt hat, wie sein Kind in einem vollgepackten Touristen-Bus auf den Boden gekotzt hat, weil es wegen eines Hungeranfalls irgend etwas von irgend einem Strassenhändler in sich reinstopfen musste, stellt diese Frage nicht mehr.

Nun stehen die Chancen zwar gut, dass man spätestens in den Sommerferien wieder ins Ausland reisen kann. Viele dürften trotzdem auch dieses Jahr noch Urlaub in der Schweiz bevorzugen. Und was macht man in unserem schönen Land? Man geht wandern. Auch was das angeht, habe ich einschlägige Erfahrung. Wie man die Kinder überhaupt dazu bringt, mit zum Wandern zu kommen, ist ein anderes Thema ...

Diese Utensilien sind im Wander-Rucksack von Vorteil

  • BLASENPFLASTER. Fall eins: Wenn man nicht zu den Familien gehört, die jedes Wochenende auf irgend einen Berg läuft, haben die Kinder vermutlich keine Wanderschuhe. Die ersteht man erst kurz vor den Ferien. Ungetragene Wanderschuhe plus Wanderung ergeben eine hohe Wahrscheinlichkeit auf Blasen an den Füssen. Fall zwei: Die schon etwas älteren Kinder weigern sich grundsätzlich, Wanderschuhe anzuziehen, weil voll uncool, und wenn sie schon voll sinnlos irgendwo rumlaufen müssen, machen sie das in ihren Turnschuhen, fertig. Turnschuhe plus Aktivitäten, für die sie nicht vorgesehen sind, ergeben eine hohe Wahrscheinlichkeit auf Blasen an den Füssen.
  • WASCHLAPPEN. Ja, tatsächlich. Ich hatte/habe immer einen dabei. Warum? Weil eines der Kinder fast jedes Mal irgendwann Nasenbluten kriegt. Die gut durchbluteten Gefässe in der Nase sind empfindlich. Die Kombination aus trockener Höhenluft und körperlicher Anstrengung – nicht selten auch gepaart mit Nasenbohren – ertragen sie ganz schlecht. Den Lappen in einen Brunnen oder Bergbach tauchen, das Blut abwischen und den kühlen Waschlappen dem Kind in den Nacken legen.
  • SALBE. Irgendeine. Voll Wurst, ob entzündungshemmend, kühlend oder was auch immer. Wenn ihnen etwas weh tut, wollen Kinder – zumindest diejenigen, die schon über das Alter hinaus sind, in dem draufpusten noch hilft – etwas «Vertrauenswürdiges», um den Schmerz zu behandeln. Bei einem Wespenstich helfen zwar kaltes Wasser oder aber Spucke genauso – von letzterem raten Ärzte allerdings ab, wegen Bakterien, die in die winzigen Stichwunden geraten könnten –, Kinder lassen sich meiner Erfahrung nach aber erst mit «echter» Medizin beruhigen (oder mit etwas, das sie dafür halten). Keine Ahnung, warum. Vielleicht haben sie zu viel Bepanthen-Werbung gesehen.
  • KETCHUP UND SCHOGGICREME. Kein Witz. Beim Wandern tendiert man ja dazu, sich selbst und die Kids mit ungesundem Zeug vollzustopfen wie Chips, Landjäger und Schoggiriegel. Gemüsestängel und Fruchtschnitze, die man alibimässig auch noch mitschleppt, nimmt man meist wieder mit nach Hause. Wenn man allerdings die Rüebli in Ketchup tunken darf und die Apfelschnitze in Schoggicreme (wahlweise auch umgekehrt), sieht die Sache schon ganz anders aus. Probiert's mal aus.

Was gehört bei euch unbedingt ins Reisegepäck oder den Wander-Rucksack, wenn ihr mit der Familie unterwegs seid – oder auch ohne? Schreibt's in die Kommentarspalten.

Apropos Wandern: «Ich habe keine Angst vor Kühen. Sicher nicht...»

Video: watson/Emily Engkent

Fernweh? Ferien sind auch nicht immer lustig

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Fernweh? Ferien sind auch nicht immer lustig
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bild: Lucia Hunziker

Über die Autorin:

Sandra Casalini schreibt über mehr oder weniger alle und alles, was ihr über den Weg läuft – immer gnadenlos ehrlich und mit viel Selbstironie. Genau so geht sie auch den Blog «Rund um Gsund» an, der ab sofort alle zwei Wochen auf watson erscheinen wird. Bei dem Thema Gesundheit verhält es sich bei Sandra gleich wie mit der Kindererziehung: Sie ist keine Expertin, aber kommt mit beidem irgendwie klar. Manchmal mit Hilfe, manchmal ohne.

Casalinis Texte erscheinen regelmässig im Elternmagazin «Fritz und Fränzi» und der «Schweizer Illustrierten». Bei der SI gewährt sie zudem wöchentlich Einblick in ihr Leben mit pubertierenden Kids im Blog «Der ganz normale Wahnsinn».

Gesundheit und Ernährung

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40 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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ryuk
28.05.2021 08:19registriert Juli 2016
grundsätzliche planerische voraussicht und etwas gesunden menschenverstand helfen auch... etwas
gegen warzen haben meine kinder z. bsp. noch nie gebraucht.. aber placeboöpathische globuli sind super - die helfen gegen fast alles...
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Protestier
28.05.2021 09:12registriert Mai 2018
Schoggicreme zum wandern. Made my day *lol
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oknxsw
28.05.2021 08:21registriert Juli 2016
OK. Schön. Ein Erfahrungsbericht.

Aber wenn man Ketchup und Schokoladensauce braucht, um Kinder zum Essen von Gemüse zu überzeugen, ist man wohl eher als Eltern nicht so gänzlich überzeugt von diesem Essen oder die Kinder sind noch nicht hungrig genug. Für den kleinen “Gluscht” gibt es ja auch genügend und auch tatsächlich gesunde Abwechslung.
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Ein Hoch auf (wahrhaftige) Brockenhäuser
Tretet ein in meine exquisite Schmuddelbude!

Um es gleich vorwegzunehmen: Mich zieht es nicht wegen der Nachhaltigkeit in Brockenhäuser. Was für ein leidig gewordenes Wort. Nachhaltig. Es wird einem tagtäglich mindestens 17 Mal um die Ohren gehauen. Es wird nachhaltig grilliert, man pflegt nachhaltige Hobbys, geht zum nachhaltigsten Quartierfrisör und wer raucht, der tut dies im Wissen, dass es nachhaltig die Arterien schädigt. Männer mit Hardware-Problemen kaufen nur noch Apps, die ihnen nachhaltig bei ihren Erektionsstörungen helfen, und während sich irgendwo jemand fragt, wie nachhaltig Pop-Festivals eigentlich sind, ist ein anderer nachhaltig von dir enttäuscht. Wahrscheinlich, weil du nicht nachhaltig genug in eure Freundschaft investiert hast. Dass er eventuell einfach ein nachtragender Idiot ist, der dich obendrein für eine Aktie zu halten scheint, kommt dir dann vor lauter nachhaltigen Schuldgefühlen gar nicht mehr in den Sinn.

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