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Rund um Gsund

Mit diesen 6 Tipps vermeidest du unnötige Weihnachtskilos

Es gibt eine Phrase, die sagt, dass man nicht zwischen Weihnachten und Neujahr am meisten zunimmt, sondern zwischen Neujahr und Weihnachten. Studien zeigen: Das stimmt nicht ganz. Denn tatsächlich sind die Weihnachtskilos die hartnäckigsten. Dagegen helfen ein paar einfache Strategien.
17.12.2021, 08:02
Sandra Casalini
Sandra Casalini
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Ich mache keine Diäten. Ich zähle keine Kalorien. Ich besitze keine Waage. Ich besitze Klamotten und gesunden Menschenverstand. Letzterer sagt mir, dass ich nicht ewig Zucker und Fett in mich hereinstopfen kann, ohne zuzunehmen. Erstere warnen mich, wenn ich's doch tue, und es langsam kritisch wird. Das funktioniert im Allgemeinen ziemlich gut.

Diese Tage hab ich's allerdings – wie alle anderen auch – mit einer aussergewöhnlichen Gefahrenzone zu tun: Weihnachten. Ich war eigentlich immer der Meinung, dass die Kilos, die man sich über die Feiertage schnell anfrisst, auch mehr oder weniger schnell wieder verschwinden. Das stimmt leider nicht ganz.

So zeigt zum einen eine Studie der Cornell-Universität im US-Bundesstaat New York, dass wir zehn Tage nach Weihnachten im Vergleich zum Rest des Jahres am meisten wiegen. Und eine britische Studie der Universitäten Birmingham und Loughborough sagt, dass die angefutterten Weihnachtskilos länger brauchen, um wegzuschmelzen, und öfter sogar ganz kleben bleiben.

Den Schaden im Vorfeld minimieren

Allein am Weihnachtstag nehme man bis zum Dreifachen der üblichen Kalorien zu sich, erklären die Autorinnen dieser sogenannten «Winter Weight Watch Study». Dazu kommt ein Guetzli hier, ein Glühwein da – das alles wird man nicht einfach wieder los, indem man nach den Festtagen wieder zur Normalität zurückkehrt. Nun kann man das neue Jahr also entweder mit strikter Diät starten – oder den Schaden bereits im Vorfeld minimieren.

Letzteres ist gar nicht so schwierig, wie die «Winter Weight Watch Study» zeigt. Die Forscherinnen teilten gut 300 Freiwillige (Durchschnittsalter 44 Jahre) in zwei Gruppen ein. Der einen Gruppe erteilten sie einfach allgemeine ernährungswissenschaftliche Ratschläge – also das, was der gesunde Menschenverstand eh schon weiss. Die zweite Gruppe erhielt ein paar ganz einfache, aber konkrete Empfehlungen. Und siehe da – die erste Gruppe nahm zu, die zweite ab. Die Tipps sind es also unbedingt wert, ausprobiert zu werden.

Zuerst einmal gilt, sie aufzuschreiben und so zu platzieren, dass man sie täglich sieht, zum Beispiel am Kühlschrank. Denn der «Witz» ist: Eigentlich kennen wir all diese Empfehlungen. Aber im Unterbewusstsein nützen sie nicht so viel. Holen wir sie also jetzt, kurz vor Weihnachten, ins Bewusstsein:

  1. Immer zur gleichen Zeit essen. Warum das funktioniert? Erstens weil unser Darm ein Gewohnheitstier ist und so die Verdauung zuverlässiger arbeitet. Und zweitens weil ich, wenn ich weiss, dass ich um 12.30 Uhr esse, nicht um 12.00 Uhr noch einen Lebkuchen wegputze. Wenn ich hingegen einfach im Kopf habe, dass ich «irgendwann später» esse, ist die Tendenz dazu, «jetzt auch noch schnell was zu essen», viel grösser.
  2. Fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag. Gerade im Home-Office ist die Versuchung, regelmässig in die Guetzlischale zu greifen, riesig. Wenn neben den Süssigkeiten aber auch noch eine mit Mandarinen und Äpfeln steht, kann man zumindest abwechseln. Immer nur Mandarinli statt Schoggi zu naschen, wäre ja doch ein bisschen viel verlangt – aber wenn nur schon jeder zweite Griff zu den Vitaminen statt den Kalorien geht, ist schon viel gewonnen.
  3. Keine Mahlzeiten nebenher konsumieren. Also wenn möglich nicht arbeiten oder fernsehen und essen gleichzeitig. Gar nicht so einfach, wie's klingt. Gerade wenn ich zum Frühstück oder zum Mittagessen allein bin, was öfter der Fall ist. An den Tisch sitzen und ohne Handy oder TV mein Müesli löffeln? Komisch. Ich habe aber tatsächlich das Gefühl, dass ich danach länger satt bin. Und gar nicht so grosse Lust auf den Griff in die Guetzlischale habe.
  4. Auf die Getränke achten. Ich hab da nicht so ein Problem, weil ich weder Süssgetränke noch die Weihnachtskalorien-Sünde schlechthin – Glühwein – besonders mag. Aber im Prinzip ist es mit den Getränken gleich wie mit dem Süsskram, der überall rumliegt, und den man sich im Vorbeigehen mal so schnell in den Mund stopft: Die meisten dieser «Nebenher»-Konsumationen sind ihre Kalorien nicht wert. Ich halte es mit folgendem Grundsatz: Kalorien sollen genossen werden. Und wer geniesst schon ein Glas Cola zum Essen oder ein schnell reingestopftes Weihnachtsguetzli? Da gönne ich mir lieber ein feines Glas Wein oder ein selbst gemachtes Stück Key Lime Pie meiner Tochter.
  5. Jede Stunde zehn Minuten aufstehen. Nein, nicht um das Schoggimousse vom Vorabend aus dem Kühlschrank zu holen (ausser es ruft sehr, sehr laut nach einem …). Sondern um ein paar Schritte zu gehen und/oder ein bisschen zu stretchen. Das bringt den Kreislauf und die Verdauung in Schwung. Abgesehen davon kann man im Stehen besser denken – zumindest ist das bei mir so.
  6. Eine Kalorienliste aufhängen. Keine gängige, sondern eine, auf der steht, wieviel Aktivität es braucht, um gewisse Dinge zu verbrennen. Für einen Becher Glühwein muss man eine halbe Stunde laufen, für ein Gipfeli eine gute halbe Stunde joggen. Die gute Nachricht: Um ein Weihnachtsguetzli abzutrainieren, reichen 15 Minuten rennen. Aber eben – wer isst schon nur ein einziges Guetzli?

Fazit

Kalorienzählen funktioniert für mich genauso wenig wie genereller Verzicht oder strikte Diät. Aber mir ein paar kleine Dinge ins Bewusstsein zu rufen, klappt tatsächlich. Ein fixer Zeitplan beim Essen, keine Nebenbeschäftigung, mal eine Mandarine statt ein Lebkuchen. Und vor allem: geniessen oder sein lassen. Wenn ich ehrlich bin, schmeckt das Mandarinli nämlich auch besser als dieser Industrie-Lebkuchen.

Wie sieht's bei euch aus in der Weihnachtszeit? Völlerei oder Disziplin? Was sind eure Tipps gegen zu viele Festtagkilos? Teilt sie in den Kommentarspalten.

bild: Lucia Hunziker

Über die Autorin:

Sandra Casalini schreibt über mehr oder weniger alle und alles, was ihr über den Weg läuft – immer gnadenlos ehrlich und mit viel Selbstironie. Genau so geht sie auch den Blog «Rund um Gsund» an, der ab sofort alle zwei Wochen auf watson erscheinen wird. Bei dem Thema Gesundheit verhält es sich bei Sandra gleich wie mit der Kindererziehung: Sie ist keine Expertin, aber kommt mit beidem irgendwie klar. Manchmal mit Hilfe, manchmal ohne.

Casalinis Texte erscheinen regelmässig im Elternmagazin «Fritz und Fränzi» und der «Schweizer Illustrierten». Bei der SI gewährt sie zudem wöchentlich Einblick in ihr Leben mit pubertierenden Kids im Blog «Der ganz normale Wahnsinn».

Gesundheit und Ernährung

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