DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Ein Nobody hat wohl ein jahrzehntealtes Matheproblem gelöst – wegen eines Animes

01.11.2018, 13:5002.11.2018, 06:47

2011 stellte ein User auf der Internetplattform «4chan» eine scheinbar simple Frage: Wie oft man den Anime «Die Melancholie der Haruhi Suzumiya» schauen müsse, um alle 14 Episoden in kürzester Zeit mindestens einmal in jeder möglichen Reihenfolge gesehen zu haben.

Bild: 4chan

Daraufhin entwickelte sich im Thread eine riesige Diskussion, in der es darum ging, wie man diese Frage mathematisch bewältigen könnte. Nach vier Tagen schrieb schliesslich ein anonymer User einen Lösungsansatz unter die Frage, der unbeachtet blieb – bis vor kurzem. Nach sieben Jahren sind Mathematiker über den Lösungsvorschlag gestolpert und seither hellauf begeistert, denn der Lösungsansatz könnte bei einem Matherätsel helfen, welches die Mathegenies dieser Welt nun schon seit Jahrzehnten zu lösen versuchen.

Das Anime-Problem kann mit Mathematik aus der Kombinatorik gelöst werden. Demnach lässt sich die Zahl theoretisch mit einer sogenannten Superpermutation berechnen.

Ein Beispiel

123 (n=3)

Die Permutation davon wäre:

123
231
312
321
213
132

Die Superpermutation lautet also:

123121321

Man müsste also nur die Zahlen von eins bis 14 nehmen und alle möglichen Permutationen der Zahlenreihe berechnen. Leider ist es so, dass im Moment eine Superpermutation nur bis zu n=7 berechnet werden kann, also weitaus weniger als die 14 Ziffern, die man für die Beantwortung der Frage berechnen müsste.

Allerdings können Mathematikerinnen immerhin eine obere und untere Grenze berechnen, genannt obere und untere Schranke. Je grösser die untere Schranke ist und je kleiner die obere, desto genauer fällt das Ergebnis der Superpermutation aus. Das Streben, eine Superpermutation auch für längere Zahlenreihen immer genauer berechnen zu können, beschäftigt Forscher schon seit Jahrzehnten.

Und genau hier könnte der Lösungsansatz des 4chan-Users für einen Durchbruch sorgen. Denn mit dem neuen Beweis, den der User gepostet hat, lässt sich eine untere Schranke mit dem bisher grössten Wert berechnen.

Die neue Erkenntnis beschäftigt im Moment einige Forscher. Der Mathematiker Robin Housten schreibt aktuell, zusammen mit zwei Kollegen, sogar eine Arbeit, basierend auf dem Post des 4chan-Users. Er war es auch, der auf Twitter davon berichtete:

Die drei hoffen, dass sie die Arbeit bald publizieren können. Den anonymen 4chan-User werden sie als Co-Autoren aufführen. (pls)

Diese Erfindungen verdanken wir dem Zufall:

1 / 11
Diese Erfindungen verdanken wir dem Zufall
quelle: x02025 / mark blinch
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Super-Fail: Diese Erfindungen sind für die Tonne:

Video: watson/Lya Saxer

Mehr zum Thema Leben gibt's hier:

Alle Storys anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Netflix will bald auch Game-Streaming anbieten

Bereits im Frühling ist durchgesickert, dass Netflix sein Film- und Serienangebot um Games erweitern möchte. Ähnlich wie bei Google Stadia oder Apple Arcade wird man für eine monatliche Gebühr auf eine Bibliothek aus Spielen zugreifen können. Das Game wird direkt via Netflix-App auf das Endgerät gestreamt. Da das Spiel auf externen Rechnern läuft, kann man selbst auf schwacher Hardware High-End-Games spielen. Während man auf Computern und Smartphones wie gewohnt via Touchscreen, …

Artikel lesen
Link zum Artikel