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Wenn ein weisses Mädchen eine schwarze Puppe will – die Verkäuferin aber etwas dagegen hat

bild: afro zap
Die kleine Sophia darf sich eine Puppe aussuchen. Sie will eine Puppe, die zu ihr passt, die wie sie ist. Mit der Hautfarbe hat das in ihren Augen nichts zu tun. Anderer Meinung ist da die Kassiererin.
05.04.2017, 14:3606.04.2017, 04:17

Sophia hat sich eine Belohnung verdient. Seit einem Monat hat das kleine Mädchen seinen Eltern Nick und Brandi Benner bewiesen, dass sie die «Sache mit dem Töpfchen» nun vollends beherrscht. Deshalb erlaubt ihr die Mutter, ein Geschenk auszusuchen. Für Sophia ist sofort klar: Es soll eine neue Puppe sein.

Die kleine Sophia – ein Strahlemädchen.

Trotz der riesigen Auswahl an Modellen fällt Sophia die Wahl überhaupt nicht schwer. Im Spielwarengeschäft greift sie kurzentschlossen nach einer Puppe mit dunkler Hautfarbe, einem weissen Kittel und einem um den Hals gehängten Stethoskop.

Mit überglücklicher Miene und dem Geschenk im Arm watschelt Sophia mit ihrer Mutter zur Kasse.

Doch die Kassiererin reagiert stutzig auf die Puppe, die nun vor ihr auf dem Tresen liegt. «Geht ihr auf einen Kindergeburtstag? Ist die Puppe für eine Freundin?», fragt sie Sophia und beäugt das Mädchen und ihre Puppe skeptisch.

Die Kassiererin kann nicht glauben, für welche Puppe sich das kleine Mädchen entschieden hat.

«Sophia starrte nur verwirrt zurück und ich erklärte der Kassiererin, dass die Puppe eine Belohnung dafür war, dass sie nun problemlos aufs Töpfchen geht», gibt die Mutter später auf Facebook zu Protokoll. Die Kassiererin habe daraufhin noch einmal nachgehakt: «Ist das wirklich die Puppe, die du haben möchtest, Kleine?» – worauf Sophia: «Ja, genau die will ich.»

Brandi Benner schreibt auf Facebook von einem äusserst befremdlichen Wortwechsel. Die Kassiererin habe immer weiter nachgefragt und habe ihre Tochter mehrmals darauf hingewiesen, dass die Puppe dem Mädchen doch gar nicht gleiche und dass sie viele andere, weisse Puppen hätten, die besser zu ihr passen würden.

Aber Sophia bleibt unbeeindruckt. Sie entgegnet ihr:

«Na klar sind wir uns ähnlich. Sie ist Ärztin, ich bin Ärztin. Sie ist schön, ich bin schön. Siehst du ihre schönen Haare? Und ihr Stethoskop?»
Sophia

Schliesslich ist das Thema auch für die Spielwarenhändlerin gegessen. «Okay, das ist nett», murmelt sie den beiden dann doch noch zu.  

Für Brandi Benner ist das Erlebnis deutlich schwerer zu verdauen. Auf Facebook schreibt sie:  

«Dieses Erlebnis hat mich in meinem Glauben bestärkt, dass wir nicht mit einem fertigen Konzept von Hautfarbe oder Rasse zur Welt kommen. Haut gibt es in so vielen unterschiedlichen Nuancen, wie es Haarfarben und Augenfarben gibt. Und jede einzelne von ihnen ist wunderschön.»

Benners Facebook-Post ging inzwischen viral. Er wurde weit über 200'000 Mal geteilt und 40'000-fach kommentiert.

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(jin)

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