Leben
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Kommentar

Warum wir aufhören müssen, uns selbst auszubeuten



Während manche für wenig Geld nonstop arbeiten und ihren Idealismus ohne Rücksicht auf Verluste verfolgen, sind andere nicht bereit, aus der schieren Freude an der Arbeit ständig mehr zu tun als verlangt. Probleme gibt es dann, wenn zwei Extreme in der freien Wildbahn des modernen Arbeitslebens aufeinanderprallen.

Erst letztens ist es mir wieder passiert. Ich lag abends auf dem Sofa und hatte ein Stück Schokolade in der Hand, als mein Smartphone aufblinkte. Darauf zu sehen: Die Nachricht einer Redakteurin, die mir mitteilte, sie sei «jetzt vom Podcasten nach Hause gekommen» und könne sich «nun meinem Text widmen», den sie eigentlich schon gegen Mittag fertig haben wollte.

Ich antwortete nicht.

Es war mir unangenehm, so eine Nachricht nach Feierabend zu bekommen. Als ich am nächsten Morgen in mein E-Mail-Postfach schaute, staunte ich nicht schlecht. Die Redakteurin hatte mir um 21 Uhr Korrekturen für einen Text gesandt, und mir einen grosszügigen Tag (Achtung, Ironie) Zeit gegeben, um ein neues Interview zu organisieren und ihre Änderungen einzuarbeiten.

Dass ich auch als Freelancerin am besagten Tag andere Termine haben könnte, war ihr egal. So zumindest entnahm ich es der E-Mail, die mich an den drohenden Druckschluss am Freitag erinnerte.

Was für sie normal war, stellte mich vor eine organisatorische Herausforderung. Merkte die Redakteurin nicht, unter welchen Bedingungen sie arbeitete? Oder nahm sie die Nachtschicht hin, ohne gross darüber nachzudenken?

Selbstausbeutung beschreibt laut Definition die Bereitschaft, mehr, härter und länger zu arbeiten, als es erforderlich wäre und vom Arbeitgeber erwartet wird.

Der Grund dafür kann sowohl Druck vom Chef, als auch der selbstbestimmte Antrieb sein, der in der Kreativbranche einen guten Ruf geniesst.

So wundert es wenig, dass sich auch die Redakteurin guten Gewissens übernahm und dabei schleissige Arbeit an meinem Text leistete. Dass sie sich Extrastunden aufbürdete, die natürlich längst in ihren unbezahlten Feierabend fielen. Ja, dass sie gar nicht erkannte, dass andere nicht vor hatten ihre Pläne aufzugeben, nur, um jemandes Extrawürste – in diesem Fall ihre – zu erfüllen.

Wir hatten ein grundsätzlich unterschiedliches Verhältnis unseren eigenen Grenzen gegenüber – und damit einen nur schwer zu entwirrenden Konflikt.

Das Problem an der Selbstausbeutung ist nicht nur ihr gutes Image, das in Form von «Work hard play hard»-Motiven daherkommt. Sie ist zu allem Übel effizienter als die Fremdausbeutung, das schrieb schon Byung Chul-Han, weil sie mit dem Gefühl der Freiheit einhergeht. Dadurch wird Ausbeutung ohne Herrschaft möglich. Menschen, die sich selbst ausbeuten, sehen sich selbst schlicht als engagierte und fromme Mitarbeiter. Ihnen ist «Geld nicht so wichtig», weil sie ihre Motivation erst gar nicht mit soetwas Schmutzigen in Verbindung stellen möchten.

Oft nehmen sie an, dass andere genauso bereit sind wie sie selbst, Mehrarbeit zu leisten und sagen Sätze wie: «Jetzt stell dich doch nicht so an! ;)» kurz vor Schluss. Es sind die, die jeden Tag zwei Stunden länger bleiben und sich in Hoffnung auf einen höheren Posten kaputtarbeiten, ohne zu bemerken, dass ihre Anstrengung heute nicht mehr zwingend in mehr Geld, Prestige oder Anerkennung mündet.

Wer sich selbst ausbeutet, beutet im nächsten Schritt auch meist andere aus.

Menschen, die sich freiwillig oder unbemerkt unfreiwillig selbstausbeuten, leiten den Druck ihrer Vorgesetzten ungefiltert an andere weiter und erkennen dabei nicht, dass nicht jeder und jede unbezahlt länger an einem Auftrag dranbleiben kann, der schon vorgestern fertig sein sollte. Es soll sogar Menschen geben, die arbeiten, weil sie Geld nach Hause bringen müssen und nicht, weil es ihrer Selbstverwirklichung dient. Ja, auch in der Kulturindustrie.

Und so landen die intrinsisch motivierten Selbstverwirklicher mit den vermeintlich geldgeilen Selbstversorgern in einer gemeinsamen Projektarbeit, um sich gegenseitig das Bein zu stellen. Weil die einen sich nicht in die prekäre Lage der anderen hineinversetzen können und die anderen nicht in den Arbeitsethos des Gegenübers. Weil die einen meinen, Geld sei nicht so wichtig und die anderen, ohne diesem nicht arbeiten zu können.

Bild

bild: shutterstock

Selbstausbeutung bedeutet – gerade unter Freiberuflern – zu springen, wenn der Auftraggeber ruft. Um 20:00 Uhr auf Abnahmen zu warten, obwohl die Freunde schon etwas Trinken gegangen sind. Sie bedeutet, in der Bittstellerposition zu verharren und sich einzureden, dass es schon okay sei, nicht bezahlt zu werden für kommerzielle Leistungen. «Selbst Schuld», sagen sich die Selbstverwirklicher, muss ich das nächste Mal eben besser sein, auch, wenn keiner so genau definiert hat, wie dieses «besser» aussieht.

Wo die Selbstausbeutung anfängt, muss jeder für sich wissen.

Was die einen als Passion begreifen, hat für die anderen nichts (mehr) mit Spass gemein. Wo der eine gerne fünf Stunden länger sitzt und hörig um Antworten bettelt, möchte der nächste lieber ins Bett.

Auch ich habe zehn lange Jahre gebraucht, um für mich zu definieren, wann Ausbeutung beginnt und wie ich ihre schöne Fassade demaskiere. Wie oft habe ich «Ja» gesagt, und bin «gratis» auf ein Konzert gegangen, um bis zum nächsten Morgen darüber berichtet zu haben? Wie oft habe ich als Anfang Zwanzigjährige «Ja» gesagt, in Hoffnung auf eine etwaige Anstellung? Erst wenn die eigenen Erwartungen unerfüllt bleiben und vage Zukunftsvorstellungen zerbrochen sind, zeigt die Selbstausbeutung ihr wahres Gesicht. Samt Augenringe.

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bild: shutterstock

Seit ich für mich definiert habe, was ich vom Leben möchte, geht es mir besser. Ich habe aufgehört, mich für respektlose CEOs zu verbiegen. Ich habe wieder einen richtigen Feierabend. Ich liege nicht um 21 Uhr mit Fachlektüre im Bett. Ich sage Aufträge ab, die unter meiner Minimumgrenze liegen. Ich mache es nicht «ausnahmsweise doch gratis» für einen grossen Konzern, weil ich es «gerne tue». Ich habe mir juristische Hilfe geholt. Ich bin Organisationen beigetreten. Ich setze und halte und verteidige meine Regeln als seien sie Gesetz, weil genau dieses uns Kreative wie Nicht-Kreative nicht ausreichend vor miesen Deals schützt.

Bevor ich mein schlechtes Bauchgefühl unterdrücke, stelle ich mir folgende Fragen: Nehme ich ausnahmsweise einen Auftrag an, der schlecht oder gar nicht bezahlt ist, weil er mir Spass macht? Ab wie vielen Extrastunden beute ich mich selbst aus, auch, wenn es Bock macht? Und, die vielleicht wichtigste Frage: habe ich mit meinem Gegenüber darüber gesprochen, wie ich gerne arbeite?

Was keinem schaden kann: Reden. Aufzuhören, sich selbst auszupressen wie eine vertrocknete Orange, wenn man damit andere missbraucht. Aufzuhören, konstant 200 Prozent zu geben, wenn 90 Prozent reichen. Anzufangen, Jüngere über das aufzuklären, was man bereits aus jahrelanger Erfahrung in seiner Branche weiss und ihnen dabei zu helfen, die Fehler zu vermeiden, die man aus Naivität und Gutgläubigkeit selbst begangen hat.

Der Zirkel muss schleunigst gebrochen werden!

20 brutal ehrliche (und witzige) Job-Bezeichnungen

Und jetzt: «Wenn Scheissdreck das passende Wort ist, soll man es sagen»

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Video: watson/Emily Engkent

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    Alle Leser-Kommentare
  • Tabis N. 10.07.2019 07:32
    Highlight Highlight Ein passender Insta-Account, der dieses Zelebrieren mit viel Ironie betrachtet ist der empfehlenswerte https://instagram.com/der_businesslion?igshid=1ni27i7yio9im
  • Lexxus0025 09.07.2019 22:49
    Highlight Highlight Hatte im studium auch immer kommilitonen die stolz angaben die nacht bis 3 uhr morgens noch an ner arbeit zu sitzen. Ich hatte automatisch ein schlechtes gewissen weil ich mit meinem schatz bingewatching betrieben oder ein bierchen getrunken habe. Ich finde wenn man so lange arbeiten muss hat mans entweder nicht drauf oder man „sitzt auf mehreren stühlen gleichzeitig“ bzw. setzt prioritäten nicht richtig. Bis heute mache ich kaum überstunden und liefere trotzdem alles pünktlich ab. Die redakteurin würde ich in dem fall aber direkt fragen was sie sich einbildet termine nicht einzuhalten.
  • Roger Rüebli 09.07.2019 19:18
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
  • Müüsli 09.07.2019 17:28
    Highlight Highlight Soll doch jeder so machen wie er oder sie will. Ich arbeite viel und gerne - bin nicht Geldgeil, geniesse aber, mir viel leisten zu können oder über Geld wenig Gedanken machen zu müssen.... Und da fällt mir wieder der Satz meine Eltern ein, vo nüt chunnt nüt... (fand ich damals ziemlich doof) aber hat halt doch was.
  • Fritz N 09.07.2019 15:43
    Highlight Highlight Danke! Hierfür!
    Hatte jahrelang Diskussionen mit einer workaholischen Freundin, die es halt "immer so spannend" gefunden hat... auch morgens um 3...
    Entfremdung sagt man dem ;)
  • Lioness 09.07.2019 13:04
    Highlight Highlight Ich habe mich bei meiner früheren Chefin (ein Worcaholic ohne Familie und Hobbies) den Arsch abgearbeitet. Kam über Weihnachten, an den Wochenenden und träumte Nachts von der Arbeit. Stritt mit meinem Mann und weinte auf der Toilette. Dachte meine Aufopferung wird geschätzt. Nach 9.75 Jahren liess sie meine Arbeitsgruppe auslaufen. An meinem letzten Arbeitstag kam sie nicht mal persönlich vorbei, da ihr der Verkehr von Zürich nach Basel zu viel war. Da wusste ich, was ich Wert war. Seither nehme ich mehr Rücksicht auf mich.
  • Sa_Set 09.07.2019 11:15
    Highlight Highlight Guter Artikel. Ich habe mich bei meinem letzten Beruf auch selbst ausgebeutet, bis mir klar wurde, dass ich mich da selbst in Abgrund stürzte.

    Interssant auch, dass man den Druck von sich auch auf andere überträgt. Ich nehme das heute gelassen. Ich habe einen Chef, der neigt ebenfalls zu dieser Selbstausbeutung. Ich lass mach davon aber nicht mehr beeinflussen. Ich arbeite so, dass es für mich stimmt und so dass es mich nicht mehr Belastet.

    Heute kann ich problemlos meine Normale Arbeitszeit erledigen und in dem Moment wo ich die Firma verlasse, existiert sie für mich nicht mehr.
  • Statler 09.07.2019 10:30
    Highlight Highlight Leider wird Umtriebigkeit und Übereifrigkeit oft überschätzt.

    Oder anders gesagt:

    Operative Hektik ersetzt geistige Windstille.
    • atorator 09.07.2019 11:18
      Highlight Highlight Präzise formuliert. Souveräne Mitarbeiter verbreiten keine Hektik. Gute Mitarbeiter verfallen nicht in blinde Betriebsamkeit und haben es nicht nötig, morgens um 3 Emails zu verschicken.
    • DichterLenz 09.07.2019 12:02
      Highlight Highlight Ganz dickes Herz!
  • smeierisliimwald66 09.07.2019 09:18
    Highlight Highlight Das Problem im Journalismus ist - da wo es überhaupt noch Festanstellungen gibt - das immer irgend jemand da ist, der den Job "macht", egal wie, egal zu welchen Bedingungen. Gibt es dann mehrere "Streber" in einem Team, stehst du bald als Weichei da, der "dem Druck" nicht standhalten kann. Hat man dann noch Verpflichtungen - etwa eine Familie zu ernähren - ist es bald einmal Schluss mit lustig.....da reicht dann ein bisschen Freelancen nicht mehr, um die laufenden Kosten zu bezahlen.
  • Altruide 09.07.2019 08:20
    Highlight Highlight Herzlichen Dank für diesen sehr guten Artikel 👍

    Muss ehrlich sagen - "touché". Auch wenn ich nicht das klassische Profil hier erfülle. Ich habe meistens Spass an der Arbeit und meine Work-Life-Balance ist ausgezeichnet. Dennoch habe ich mich teilweise wiedergefunden im Text.

    Nehme mir sicher das eine oder andere mit und reflektiere dies in meinem Arbeitsalltag 😉
  • DLOU 09.07.2019 07:53
    Highlight Highlight Was für ein wahrer Artikel.
    Dann giebt's noch den schlag Menschen, der stolz darauf ist möglichst viele Überstunden zu machen, und Leute verachtet die Pünktlich kommen und gehen. (Dauerhafte) Überstunden sind meiner Meinung nach oftmals schlechtes Zeitmanagement oder schlechtes Personalmanagement der Führungsebene, für mich ganz und gar kein Grund stolz zu sein.
    • wolge 10.07.2019 17:19
      Highlight Highlight Da gebe ich dir recht. Nur leider bist du gerade beim schlechten Personalmanagement (oder schlechten Menschenbild) total fremdbestimmt.
  • Domimar 09.07.2019 07:45
    Highlight Highlight Je mehr solche Artikel es gibt, desto eher kommt mein Glaube an die arbeitende Menschheit zurück. Ich finde es schön zu Sehen, dass es langsam aber sicher eine Entwicklung in diesem Bereich gibt. Die Lektion mit dem Selbstausbeuten habe ich vor wenigen Jahren gelernt, als ich von heute auf morgen gesundheitlich angeschlagen war (nichts bedrohliches-Gehörsturz-hat sich zu 80% wieder eingependelt). Danke gesagt hat keiner. Deshalb funktioniere ich nun frei nach Arbeiten zum Leben und nicht Leben zum Arbeiten. Und man sollte sich nie von Anderen etwas einreden lassen. Sie wissen es nicht besser.
    • Merida 09.07.2019 08:29
      Highlight Highlight Ursache und Wirkung ist hier nicht eindeutig zugewiesen. Es könnte durchaus anders rum sein.
    • Merida 09.07.2019 08:36
      Highlight Highlight Sorry, die Antwort sollte under dem Kommentar von Aldi stehen... 🙈
  • Ökonometriker 09.07.2019 07:35
    Highlight Highlight Als jemand, der seine Zeit verkauft, ist man in einem Markt. Hier herrschen Angebot und Nachfrage. Der Kunde kann hier nur das erwarten, was Anfangs abgemacht wurde.Wenn er mehr will, soll er mehr bezahlen.
    Ob man den Job gerne macht oder nicht ist nicht Teil der Gleichung. Dem Kunden ist das egal.

    Ich persönlich arbeite gerne - würde aber trotzdem keinen schlechten Deal eingehen. Der Kunde bezahlt mir ja auch nicht mehr, wenn ich mal keinen Bock habe.
    • atorator 09.07.2019 11:12
      Highlight Highlight Mir hat mal ein sehr geschätzter Chef und Mentor erklärt: das Delta aus Qualität, Preis und Zeit ist unverrückbar miteinander verbunden. Möchte der Kunde hohe Qualität, steigen auch Preis und Zeit. Legt der Kunde Wert auf einen tiefen Preis, geht die Qualität zurück. Will er es sofort, geht der Preis durch die Decke.
  • Aldi 09.07.2019 00:29
    Highlight Highlight Ich denke (aus Eigenerfahrung), dass diese Selbstausbeutung mit einem zu schwachen sozialem Umfeld zu tun hat. Es sind fast immer leicht einzelgängerisch geprägte Menschen, die dann ohne starkes soziales Leben einen Trostpreis in der Karriere finden.

    Solange man auf Psyche und Körper genug Acht gibt ist da auch nicht so viel dagegen zu sagen, jeder verwirklicht sich anders.
    • Merida 09.07.2019 08:37
      Highlight Highlight Nun am richtigen Ort:
      Ursache und Wirkung ist hier nicht eindeutig zugewiesen. Es könnte durchaus anders rum sein.
    • Dubio 10.07.2019 09:13
      Highlight Highlight Ich glaube, es ist nicht ein schwaches soziales Umfeld, sondern ein schwaches Selbstwertgefühl. Die Angst davor, mit sich selber was anfangen zu müssen, mal Stille/Langeweile zu haben, mal etwas Neues auszuprobieren. Zu Hause mal mit den Kindern spielen? Im Quartierverein aushelfen? Da müsste man sich ja drauf einlassen, was Kinder/Nachbarn so interessiert. Da kann man nur Fehler machen. Dann lieber noch mehr Arbeiten, denn da kennt man sich aus, da weiss man wie's geht.
  • Sonnenbankflavor 09.07.2019 00:12
    Highlight Highlight Ich lach mich tot über eure Kommentare, vor allem die über Linkedin! Wo seid ihr denn im Alltag? Alle in meinem Umfeld nehmen das total ernst und ich bin die einzige die sich fühlt, als wäre sie auf einem falschen Planeten! Diese Linkedin Profile sind wirklich das Lächerlichste, was ich je gesehen habe!
    • BigDaddy 09.07.2019 11:46
      Highlight Highlight Hier👆🏻😃
      Habe sicher kein LinkedIn und hab seit 6 Monaten insgesamt 3 Überstunden "angehäuft"... Bin Kader mit Personalverantwortung. Und ja, werde von Kollegen sehr schief angeschaut, wenn ich pünktlich gehe und flotte Sprüche folgen natürlich auch. Mich interessiert es nicht. 😃Bin eher verwundert über einige MA, die irgendwie immer Überzeit generieren... Nach meiner Meinung denken sie, dass es sich so gehört. Viele Überstunden = sehr produktiver MA. Aber es ist das Gegenteil! Es sind imense Zusatzkosten für das Unternehmen.
    • Sonnenbankflavor 09.07.2019 17:05
      Highlight Highlight Das Problem ist, dass man schnell mal gemobbt wird wenn man sich dem nicht fügt und nicht mit dem Strom schwimmt. Habe ich schon 2 mal erlebt. Diese Arbeitswelt ist wirklich krank. Du hast wohl Glück gehabt und bist bei einer guten Firma gelandet.
    • kinna 09.07.2019 19:12
      Highlight Highlight @bigdaddy: nur so aus neugier, wo gibt es heutzutage nich kader mit zeiterfassung?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Blaubar 09.07.2019 00:07
    Highlight Highlight Das ist ein sehr, sehr wichtiger Text, aus meiner Sicht.

    „Dadurch wird [Selbst-]Ausbeutung ohne Herrschaft möglich“

    Das sehe ich aber anders. Auch gegenüber uns selber finden solche Mechanismen statt, nur dass ein Entfliehen schwierig ist. Diese Unmöglichkeit des „Schweinehund“ (den manche gerne ünerwinden möchten) zu fliehen vor dem eigenen „Dompteur“ führt zu Krankheit oder auch Selbstmord.

    Das Ziel muss sein, mit sich und den anderen Menschen, aber ebenso mit der Natur und allem Lebendigen verständnisvoll umzugehen. Erst dann erschliesst es sich einen.
  • Pomponius 09.07.2019 00:03
    Highlight Highlight Wieviel man/frau arbeiten will, ist jedem selbst überlassen, erst recht als selbständig Erwerbende(r). Ich finde es jedoch falsch, diejenigen als "Streber" oder "ungesund" hinzustellen, die durchstarten wollen. Will man weiterkommen, braucht es halt einen Sonder-Effort. Bitte einfach nicht neidisch werden, wenn jemand anderes die besseren Aufträge ergattert resp. die Karriereleiter schneller hochkommt. Danke.
    • Statler 09.07.2019 10:21
      Highlight Highlight Die Frage ist, zu welchem Preis tut man das alles?
      Was nützen Dir die guten Aufträge, wenn sie letztlich deine Gesundheit zerstören und Dich Deines Freundeskreises berauben?
      Und das hört ja auch nicht auf. Es ist ja nicht so, dass man diesen «Sonder-Effort» irgendwann wieder zurückschrauben könnte. Denn dann gehen die Aufträge sofort an jemand anderen.
      Die ganze Freelancer- und Gig-Economy hat dazu geführt, dass wir uns 24/7 konkurrenzieren und uns so gegenseitig kaputtmachen. Für Nachwuchs ist jedoch immer gesorgt. Das kann's einfach nicht sein, sorry.
  • Dominik Treier 08.07.2019 23:44
    Highlight Highlight Was heisst den hier bitte für seine Ideale arbeiten?! Wer normale Arbeitszeiten (heute schon zu lange), Leistungen und einen anständigen Lohn nicht als Bedingung für eine Arbeit akzeptieren kann, für den sollte man sicher nicht unter dem Vorwand von sogenannten Idealen auf Gerechtigkeit, ja auf sein Leben verzichten! Ich würde mich selbst als Idealisten bezeichnen und als solcher kann ich von diesem "Work-hard, play-hard"- Blödsinn, der ja so perfekt die kapitalistische Ausbeutung der Machtlosesten rechtfertigt, schon lange nichts mehr hören! Arbeitet um zu leben und nicht umgekehrt!
  • Cpt. Jeppesen 08.07.2019 23:38
    Highlight Highlight Sehr schöner Text. Merci!
  • geissenpetrov 08.07.2019 23:20
    Highlight Highlight Meine Argumente, um den faulen Hund zu markieren:

    - wenn man schneller/mehr arbeitet, bekommt man als Angestellter in aller Regel nicht mehr Lohn, sondern mehr Arbeit.

    - arbeitet man (zu) schnell, passieren Fehler.

    - den Streber zu markieren ist unsolidarisch, weil es die Kumpels (gibt's davon eine weibliche Form?) unter Druck setzt.

    - reich wird man statistisch gesehen nicht durch Arbeit, sondern durch Kapitaleinkünfte.

    Und wenn das alles nicht hilft, kann man sich vergegenwärtigen, in was für einem Schweinesystem wir eigentlich leben: https://de.wikipedia.org/wiki/Entfremdete_Arbeit
    • wolge 10.07.2019 17:28
      Highlight Highlight Hey gebe dir total recht. Das Buch Reinventing Organizations von Frederic Laloux hat mein Weltbild bezüglich Unternehmensführung total verändert. Ich träume davon in solch einem Unternehmen zu arbeiten
  • Bynaus @final-frontier.ch 08.07.2019 23:12
    Highlight Highlight Jep, auch in der Wissenschaft gang und gäbe, leider. Nur noch kurz diesen Artikel lesen, diese Daten auswerten, und vielleicht reichts doch noch, jenes Abstract für die Konferenz im Herbst zu schreiben. Oh, eine Einladung für einen öffentlichen Vortrag, klar doch, auch das mache ich gerne, und irgendwie gehts schon... Manchmal frage ich mich, ob ein bedingungsloses Grundeinkommen diesem Phänomen ein Ende setzen würde - oder ob alles nur noch schlimmer würde!
    • wolge 10.07.2019 17:29
      Highlight Highlight Als Wissenschaftler liest du bestimmt gerne Bücher... Das Buch Reinventing Organizations von Frederic Laloux hat sehr viel zu bieten zu diesem Thema
  • PlusUltra 08.07.2019 22:43
    Highlight Highlight Bei unselbstständig Erwerbenden ist genau dies das Problem. Es gibt immer einer, der "mehr Einsatz zeigt" als die anderen. Oftmals wird dann dieser als lobendes Beispiel vom Chef genannt.

    Die schlimmsten sind jene, die immer rumrennen und beschäftigt wirken. Wir leisten zwar beide dieselbe Arbeit, da ich mich aber gut organisiere und Gerenne nicht nötig ist, wirke ich dann faul und unmotiviert..

    Es ist fast nicht mehr möglich zu sagen, man leiste nur das, was abgemacht wurde!
  • Pinhead 08.07.2019 22:23
    Highlight Highlight „Aufzuhören, konstant 200 Prozent zu geben, wenn 90 Prozent reichen.“ Gilt das auch für das Honorar?
    • atorator 08.07.2019 22:36
      Highlight Highlight Gilt auch die Verdoppelung des Honorars?
  • Propeller 08.07.2019 22:19
    Highlight Highlight Erst wenn man sich getraut hat, "nein" zu sagen, weiss, wie befreiend vier Buchstaben sein können.
  • Randalf 08.07.2019 22:18
    Highlight Highlight
    Ob Selbstausbeutung oder Fremdausbeutung ist egal.

    Was wie eine Karriereleiter oder den stairway to heaven ausschaut ist meist nur ein Hamsterrad.

    Man soll sich sich überlegen was man wirklich will und braucht und ob sich der Einsatz dafür auch lohnt. Und das nicht nur finanziell.🤷‍♂️

    JedeR ist seines eigenen Glückes Schmid.
    Zumindest bei uns.
  • Herr Mäder 08.07.2019 22:14
    Highlight Highlight Danke! Meiner Meinung nach eines der unterrepräsentiertesten Themen in der Informationsindustrie.

    Play Icon

  • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 08.07.2019 22:11
    Highlight Highlight Als Freiberufler muss man zum eigenen Schutz Grenzen ziehen und schlechte Aufträge ablehnen. Für mühsame Aufträge allenfalls mehr Geld verlangen. Und auch wenn man etwas gern macht, ist es richtig, für seine Arbeit angemessenes Honorar einzufordern.

    Wenn man seine Arbeit unter diesen Voraussetzungen aber nicht mehr verkaufen kann, sollte man eine Anstellung suchen.
  • Trump's verschwiegener Sohn 08.07.2019 22:06
    Highlight Highlight Es gibt zu viele Leute, welche kein Leben haben: Keine (echten) Freunde/Kollegen, keinen Partner, keine Hobbies etc etc....
    Da aber jeder Mensch Bestätigung im Leben braucht, bleibt für solche Leute nur noch der Job um diese Bestätigung zu bekommen. Und weil sie auf keinen Fall darauf verzichten könnten, machen sie diese Gratis-Arbeits-Einsätze, dann ist ihnen das Lob des Vorgesetzten garantiert. Den Schaden, den sie damit an der Arbeitnehmerschaft anrichten, nehmen sie in Kauf. Es sind genaugenommen Nestbeschmutzer. Verräter an ihrer eigenen Zugehörigkeit, der Arbeitnehmerschaft.






  • delCibao 08.07.2019 21:59
    Highlight Highlight liebe Bianca
    wie wahr, wie wahr! ich habe vor Jahren aufgehört, diesem Wahn zu folgen...Du sagst 90% reichen. ich leiste seit jahren 70% - und scheinbar reicht das.
    wenn ich manchmal ins LinkedIn schaue, wird mir teils echt übel, wenn ich all diese selbstcelebrierenden (sorry) "streber" sehe, die sich von buzzword zu buzzword feiern. einen Bullsh*** nach dem anderen hochjubeln, wie die Lemminge. nein, mein Leben ist mir viel zu kostbar, als dass ich es an irgendwelche akademiker, ceo's, verwaltungsräte oder sonst belanglose menschen verschwende, ausser das nötigste um meine rechnungen zu z.
    • bcZcity 08.07.2019 22:11
      Highlight Highlight Denk einfach auch etwas an die Zukunft. Bescheiden Leben mit 30, 40 oder 50 ist einfacher, als danach mit 65 oder 70, wo selbst ein 70% Job ein sehr gutes Einkommen ist. Arbeiten ja, Arbeiten nur für das Geld, nein. Aber man sollte nicht vergessen, wenn man gesund bleibt, ist man nicht ewig jung und dann?
    • Asparaguss 08.07.2019 22:24
      Highlight Highlight Ja das LinkedIn ist zum grölen. Jetzt werden schon gute Arbeitszeugniss reingestellt und die Teilnahme an einem von zig-Seminaren dann so: Proud to take part at the Experts Meeting in Lisboa, Rom, Berlin bla bla...... Irgendwas..... Proud to Announce that I äm Se niuw Boss of the Abteilig place gimme a Bravo. Glaub ich muss mal Posten: This Morning I had a great shit on the bog.
    • Todesstern 09.07.2019 06:11
      Highlight Highlight So true!
    Weitere Antworten anzeigen
  • wolge 08.07.2019 21:59
    Highlight Highlight Toller Beitrag.

    Ich arbeite in der IT und dies in Projekten. Meist steht Zieltermin und Budget schon lange fest, noch bevor der interne Auftraggeber sich überhaupt überlegt hat was man eigentlich erreichen will und wie dies möglich sein könnte. Weiss man es dann irgendwann steht meist fest, dass weder Termin noch Budget realistisch sind. Nur interessieren tut dies dann keinen mehr...

    Und genau hier passiert dann die Selbstausbeutung, was unweigerlich auf andere abfärbt. Sei dies durch meine gestresste und abweisende Art oder durch zu knappe Termine und Druck den ich (notgedrungen) weitergebe
    • Firefly 09.07.2019 08:39
      Highlight Highlight Genau und da gibt es dann nur entweder weniger Features oder schlechtere Qualität.

      Das wichtigste was ich in den letzten 10 Jahren gelernt habe ist; nein zu sagen.
    • wolge 09.07.2019 09:32
      Highlight Highlight @Firefly: Wo du recht hast, hast du recht. Nur ist es halt sehr schwer und hat öfters mit unterschwelligem Druck resp. Ächtung bei Nichterfüllung zu tun.

      Schöner wäre es wenn wir endlich mal die „richtigen“ Charaktere in Verwaltungsräte und Management befördern... Nicht die Machtbesessenen, Gierigen und Egoisten sondern die, die Menschen mögen
    • Firefly 09.07.2019 11:30
      Highlight Highlight @wolge ja, da stimme ich dir voll und ganz zu.
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  • raues Endoplasmatisches Retikulum 08.07.2019 21:56
    Highlight Highlight Grundsätzlich steht ja alles im Artikel:
    Jeder definiert für sich selber was oke ist, und muss dann halt diesen Standart auch verteidigen und damit rechnen, dass man anderen zu wenig engagiert ist. Wenn man das nicht kann, oder nicht will dann soll man halt nicht selbständig sein, sondern sich eine Anstellung suchen.
    Für einige scheint es völlig unverständlich zu sein, aber die liebe Kulturbranche ist ein knallhartes Pflaster.
    Wer selbständig ist oder ein Geschäft führt, opfert vieles, bekommt aber auch vieles zurück, ob dieser Deal für einem selber stimmt, muss jeder selber wissen.
  • Daenerys Targaryen 08.07.2019 21:45
    Highlight Highlight Ich denke es geht nicht nur dem Journalismus so. Selber habe ich auch in der Strafverfolgung gearbeitet und musste nach einem Jahr gehen, da ich gemerkt habe, dass ein 12 Stunden Pensum fünf Tage die Woche und am Wochenende "mal kurz ins Büro reinschauen" mir auf Dauer nicht mehr gut getan hat. Klar der Lohn war super, aber ich hatte kein Privatleben mehr und auch mental war ich am A****. Punkt ist, wir müssen auch mal leben können, und uns selber gut tun können. Nur wenn der Arbeiter ausgeglichen ist, kann er bessere Leistungen schaffen.
  • Loeffel 08.07.2019 21:31
    Highlight Highlight Sorry, aber jemand der harte Arbeit in der Stelbständigkeit (Freelancer) als „Ausbeutung“ empfindet, sollte sich vielleicht doch besser anstellen lassen und auf geregelte 8 to 5 Arbeitszeiten setzen 🤔
    • delCibao 08.07.2019 22:07
      Highlight Highlight sorry, aber da bin ich nicht deiner meinung.
    • Todesstern 09.07.2019 13:01
      Highlight Highlight Du meinst wohl so 7 uhr bis 19 - 20 uhr Job 😁
  • Todesstern 08.07.2019 21:27
    Highlight Highlight Ein sehr guter Artikel, bitte mehr davon.

    „Selbstausbeutung beschreibt laut Definition die Bereitschaft, mehr, härter und länger zu arbeiten, als es erforderlich wäre und vom Arbeitgeber erwartet wird.“

    Das Problem ist dass wir ja auch dahin erzogen werden damit wir so sind. Wie oft habe ich mir in meiner Kindheit anhören müssen dass ich Minimalist bin oder ein Nihilist.

    Und ich bin Minimalist mit einem Hang zum Nihilismus.🤫

    • wolge 08.07.2019 22:06
      Highlight Highlight Da hast du recht. Unser aktuelles Wirtschafts- und Organisationssystem fokussiert nach wie vor, viel zu stark auf Wachstum, Gewinn, Gier, Macht und vernachlässigt schmerzlich Sinn und Menschlichkeit

      Je nach CEO und dessen Menschenbild ist es daher nicht unbedingt so, dass es nicht erwartet würde...
    • Aldi 09.07.2019 00:30
      Highlight Highlight Was verstehst du unter Nihilist?
    • Todesstern 09.07.2019 06:10
      Highlight Highlight Aldi, die Antwort auf diese Frage liegt im nichts.
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  • Scaros_2 08.07.2019 21:20
    Highlight Highlight Ich verstehe das Problem nicht. Journalismus ist in zeiten der digitalisierung ein hochtempojob. Pausen liegen da je mach gebiet und material nicht drin weil ein anderer dies publizieren könnte. Es ist eine Frage des Jobs und Arbeit sowie der eigenen Einstellung. Und ich persönlich habe auch mit freelancer ein problem - daher meide ich diese gruppe - da sie keine konstanz bitten können.
    • ubu 08.07.2019 21:29
      Highlight Highlight Du "meidest Freelancer"? Als News-Konsument? Wirklich??

      Ich glaube, Du verstehst das Problem wirklich nicht.
    • Firefly 08.07.2019 21:37
      Highlight Highlight "Journalismus ist in zeiten der digitalisierung ein hochtempojob"

      Und dabei leided die Qualität denn schneller heisst nicht besser. Daran krankt nicht nur der Journalismus sondern ganz ganz viele Branchen.

      Vielleicht sollten wir einfach wieder mal etwas runter-kommen und das Selbstvertrauen haben, nicht die Ersten sein zu müssen sondern die Dinge in erster Linie richtig zu machen und Qualität zu liefern.
    • Apokalyptus 08.07.2019 21:37
      Highlight Highlight bieten
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  • Langobarde 08.07.2019 21:20
    Highlight Highlight Wie wahr. Blöd ist, dass die Workaholics oft in Vorgesetztenpositionen zu finden sind. Und auch wenn die Überstunden bezahlt sind, kann die Gesundheit leiden. Da hilft eigentlich nur die innerbetriebliche soziale Ächrung des Arbeitwahns!
    • Firefly 08.07.2019 22:07
      Highlight Highlight "Da hilft eigentlich nur die innerbetriebliche soziale Ächrung des Arbeitwahns! "

      Ja und die Kosten eines Burn-Outs soll vom Arbeitgeber bezahlt werden und nicht vom Staat.
    • Chanich das ändere? 10.07.2019 13:20
      Highlight Highlight Hinzu kommt, dass der (betrieblich "verordnete") Arbeitswahn in der Regel für alle kontraproduktiv ist. Auch für den Arbeitgeber.

      Wenn alle die, die ihre Arbeit in der ordentlichen Zeit (oder noch weniger) erledigen können, geächtet werden, werden folglich von allen mehr (ineffiziente) Überstunden als nötig produziert.

      Dies kostet mehrfach: Lohnkosten steigen. Mitarbeiter sind unmotiviert ("Arbeit suchen" bzw. so tun als ob ist weit anstrengender als effizientes Arbeiten!). Burnout nimmt zu, da u.a. auch Sinnhaftigkeit verloren geht etc. etc... die Spirale dreht, die Allgemeinheit bezahlt.
  • R4ZKO 08.07.2019 21:06
    Highlight Highlight Chapeau!

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