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Ein halbes Jahr Australien – mein Abschlussbericht für Evelines, Haters und Normalos

alle bilder: gregor stäheli
28.07.2017, 20:40

Vor knapp sechs Monaten habe ich mein Austauschsemester und damit auch diese Beitragsreihe begonnen. Im ersten Post habe ich mich über sogenannte «Evelines» ausgelassen (naive Reise-Frischlinge, die nach dem ersten grösseren Urlaub ihrem gesamten Umfeld ungefragt davon berichten). Nur um dann im gleichen Atemzug voller Selbstironie meine eigene Reise anzukündigen.

Damit waren nicht alle zufrieden. Leute, die sich einen ernsthaften Reisebericht erhofft haben, wurden enttäuscht. Leute, denen mein Humor nicht gefällt, waren gelangweilt. Und dann war da noch Mami ... der hat es gefallen. Also meistens.

Ich konnte es bisher nicht allen gleichzeitig recht machen. In diesem Abschlussbericht habe ich mir aber exakt dies vorgenommen. Darum folgt nun meine Australien-Zusammenfassung in drei verschiedenen Versionen – da ist für jeden was dabei. Lies also am besten einfach das, was auf dich zutrifft. Wenn du dich benimmst, gibt’s am Schluss noch einen kleinen Bonus.

Für Evelines

Australien ist super! Die Menschen, die Farben, die Tiere! Sowohl die internationalen Austauschstudenten, als auch die lokalen Australier waren alle freundlich, zuvorkommend und sehr entspannt. Auf Reisen habe ich unzählige interessante Persönlichkeiten kennengelernt. Von einigen durfte ich hier auf watson berichtet. Aber auch abgesehen davon, hat mich diese Erfahrung garantiert geprägt, meinen Horizont geweitet und mich einen besseren Menschen werden lassen. Hier folgen ein paar wichtige Bilder, um genau das zu unterstreichen und die Welt an meiner transformativen Erfahrung teilhaben zu lassen:

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Eveline, Australien, Gregor Stäheli
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Für Anti-Evelines

Australien ist mehr oder weniger, was man etwa erwartet. Alles teuer und überall junge Menschen auf der Suche nach der lebensverändernden Erfahrung. Wenn ich allerdings etwas festgestellt habe, dann folgendes: Eveline ist gar keine Schweizerin ... Sie ist Deutsche!

Zwar sind mir ein paar wenige Schweizerinnen begegnet, doch die germanischen Rucksack-Scharen überwiegen deutlich. Dann sind da noch die Briten, ohjemine. Sie bleiben oft ein, zwei Jahre lang mit einem Working-Holiday-Visum. Sie lungern in Hostels rum und sagen, sie suchen Arbeit ... dabei saufen sie die ganze Zeit und drücken sich somit vor der Verantwortung des Erwachsenwerdens, die sie zuhause übernehmen müssten.

Es gibt in Australien einige schöne Dinge zu sehen, doch die meisten Menschen nehmen sie nur durch die Handy-Linse wahr. Dies hat mir die Idee für ein neues Fotokonzept geliefert:

Statt für Instagram-Selfies vor Sehenswürdigkeiten zu machen, schiesse ich lieber Selfies vor Leuten, die Selfies vor Sehenswürdigkeiten machen:

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Anti Eveline, Australien, Gregor Stäheli
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Für wirklich Reise-Interessierte

Australien bietet sehr viel. Perth wird von einigen Ostküstlern und vielen Touristen wegen der Isoliertheit eher belächelt. Neben Sydney und Melbourne ist Perth eher so der Ringo Starr unter den australischen Städten: Nicht ganz so hübsch wie die anderen und wird oft vergessen. Doch der Umweg ist sein Geld wert.

Während Northbridge vor allem das Ausgehbedürfnis jüngerer Reisender stillt, ist das niedliche Hafenstädtchen Fremantle für jeden einen Besuch wert. Auch die Fähre nach Rottnest Island lohnt sich, um bei einer Fahrradtour die schöne Szenerie zu bestaunen und mit niedlichen Quokkas für ein Foto zu posieren.

Am meisten punktet Westaustralien jedoch ausserhalb der Hauptstadt. Sowohl die südliche Region des Margaret Rivers als auch die gesamte Küste nordwärts sind einen Ausflug wert. Das Juwel des Bundesstaates, mittlerweile auch kein Geheimtipp mehr, ist auf jeden Fall der Karijini National Park mit seiner Vegetation, seinen Schluchten und Wanderwegen.

Die Ostküste hingegen bietet neben ein paar sehr schönen Stränden (vor allem Sunshine Coast) und bestimmten National Parks (z.B. Dorrigo) vor allem die Möglichkeit für einen Roadtrip durch all die Städte und Ortschaften. Mehr dazu gab es im letzten Artikel. Ein paar weitere Impressionen und Anregungen von den von mir besuchten Orten gibt es hier:

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Reise-Interessierte, Australien, Gregor Stäheli
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Bonus: Für helvetische Nostalgiker

Du warst sehr brav, drum hier noch ein Extra: Während der letzten Monate hatte ich aus Jux ein Miniprojekt am Laufen. Da jetzt allmählich all unsere alten Schweizerfranken-Noten wie bei einer Zweit-Ehe durch eine Jüngere ersetzt werden, habe ich eine alte Fünzigerin auf meiner Reise mitgenommen. Sie sollte nochmal die Welt sehen, bevor sie abdanken muss:

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Bonus, Australien, Gregor Stäheli
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Das war’s von mir. Zum Schluss möchte ich mich bei allen fürs fleissige Mitlesen und Diskutieren bedanken. Herzlichen Dank für die lieben Rückmeldungen, die ich auf direktem Weg erhalten habe, für das gute Feedback und auch für die Kritik.

Hebet’s guet.

Du fährst übers Wochenende kurz weg? Na dann «Stau zäme»

Video: watson/Lya Saxer

Roadtrip statt Chemo – Die Reise der verstorbenen «Driving Miss Norma»

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Roadtrip statt Chemo – Die Reise der verstorbenen «Driving Miss Norma»
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Seine Lehrer sagten früher: «Wenn du ständig überall deinen Senf dazugeben musst, wird nie etwas aus dir.» Diese Herausforderung nahm er dankend an. Heute ist Gregor Stäheli als Slam Poet vor allem auf Bühnen anzutreffen. Ein Austauschsemester in Perth zwingt ihn, diese für ein halbes Jahr zurückzulassen. Da er es dennoch nicht bleiben lassen kann, sich ständig mitteilen zu müssen, nutzt er diese Reise, um für mint zu schreiben. Seien dies Erlebnisse, Begegnungen mit Schweizern, Gespräche mit Freunden oder grundsätzliche Themen, die ihm unterwegs in den Sinn kommen. Das ist KEIN Reiseblog. Deshalb solltest du ihn nicht zu ernst nehmen – das tut er nämlich selbst schon nicht.

Stalke Gregor auf Facebook oder auf seiner Homepage.

Mehr zum Thema Leben gibt's hier:

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