Leben
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Review

Wenn du wissen willst, wieso Millennials so zerrüttet sind, dann lies ihr Buch

Irgendwas mit Projektmanagement, ein bisschen Yoga machen auf Bali und eine grosse Gefolgschaft im Internet. Sind das die Antworten auf die Probleme einer Krisen-Generation? Bianca Jankovska führt in 34 Alltagsgeschichten aus, wieso die Antwort «Nein» lauten muss. 



Wir wurden nach Strich und Faden verarscht. Von der Welt, der Wirtschaft, dem Internet, unseren Eltern, Chefs und Lehrerinnen. Wem das noch nicht klar ist, soll das Buch von watson-Bloggerin Bianca Jankovska lesen.

Auf dessen Umschlag steht «Das Millennial Manifest». Was streng genommen eine Lüge ist. Denn so wie die Autorin die Generation zeichnet, der sie selber (und ich auch so ein bisschen, geboren 1996) angehört, kriegt man nicht das Gefühl, dass ebenjene Generation dazu fähig wäre, ein Manifest zu verfassen. 

Die Millennials gehören – so wie sie hier dargestellt werden – keinesfalls zu einer aufständischen Gattung sozialer Gruppen. Viel zu beschäftigt sind sie, sich einzugestehen, dass sie mit den Erwartungen, die die Welt ihnen abverlangt, masslos überfordert sind. Viel zu nachhaltig geschwächt sind sie, um eine Revolution anzuzetteln.

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Während ihre Eltern bereits mit 22 ein Eigenheim erwerben konnten, stecken Millennials in diesem Alter noch mitten in der Ausbildung. Die hohen Anforderungen an diese Generation resultiert nicht selten in Trägheit und Müdigkeit.   bild: unsplash

Jankovskas Buch ähnelt folglich eher einer gehässigen Rechtfertigung statt eines Manifests. Es handelt sich um einen ausführlich geschilderten Zusammenschnitt gesellschaftlicher Umstände, die dazu führten, dass die Autorin selbst und ihre Zeitgenossen zu solch verkorksten, geltungsgeilen und ich-zentrierten Organismen mutiert sind. Die Autorin bedauert, echauffiert und wünscht. Auf 224 Seiten, in 34 kleinen Alltagsgeschichten.

Sie wünscht sich humanere Arbeitsbedingungen, echauffiert sich über neoliberale Be-Happy-Diktaturen und bedauert, wie der Spätkapitalismus uns zu unkollegialen Selbstausbeutern erzogen hat, die nach Feierabend zu nichts mehr als drei Mal 54 Minuten Netflix fähig sind. Ein Kater, beschreibt Jankovska in einem Kapitel, sei mittlerweile – trotz Gesundheitsschäden und Autonomieverlust – etwas Widerständiges.

Widerständig, weil wir ihn nur «im Wissen aushalten, dass Produktivität nicht alles sei», schreibt die Autorin und will damit sagen, dass sich ihre Generation in Arbeitsverhältnissen befindet, die nach achteinhalb Stunden nicht einfach mal eine Wirkungspause einlegen, sondern bis tief ins Feld des Privaten schalten und walten.

«Alkohol uncool zu machen war das Beste, was grossen, mittelgrossen und kleinen Konzernen passieren konnte.» 

Bianca Jankovska wurde in einem Wiener Arbeiterbezirk geboren. Sowas wie Vitamin B kannte sie nicht. Es gab keinen Onkel, der jemanden vom Verwaltungsrat kannte und ihr dank familiären Beziehungen einen dieser wichtig klingenden Jobs zuspielen konnte. Wichtig klingende Jobs haben meisten etwas mit «Projektmanagement» zu tun, schreibt die Autorin. Es seien solche Anstellungen, auf die sich in den 90ern geborene Mittzwanziger aktuell stürzen müssen. Anstellungsverhältnisse müssen einen gewissen Status ausstrahlen, wenn man 40 Jahre 42 Stunden die Woche mit ihnen verbringen muss. Schliesslich hat man als Millennial keine Zeit, sich ausserhalb seiner Lohnarbeit um Selbstverwirklichung zu kümmern.

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Die Autorin und ihr strenger Blick. bild: zvg

«Wir sind im Glauben gross geworden, uns stünden die Türen offen, wenn wir nur lange genug dagegentreten», schreibt sie im Klappentext. Ein Versprechen, das natürlich nur durch eine zünftige Portion konsumorientierten Euphemismus, starke Ignoranz gegenüber der Klimaentwicklung und der grossen Freude über das Internet seitens der Globalwirtschaft zustande kam und folgelogisch – völliger Humbug ist.

Die Konsequenz für die Millennials widerspiegelt sich deshalb in der tristen «Diagnose: 40 Jahre Erwerbsarbeit». Und das wiederum treibt die Generation Y, so Jankovska, dann eben in die panische Rumeierei auf der Suche nach einem erfüllenden Job, der einem das Gefühl gibt, wichtig zu sein. Oder etwas Sinnvolles zu tun. Mies bezahlte Praktika inklusive. 

«Von der eigenen Kreativität zu leben kann sich schon mal wie geistige Prostitution anfühlen.»

Freilich gilt das nicht für alle Millennials. Denn schliesslich ist nicht jeder zwischen 1984 und der Jahrtausendwende geborene Mensch mit dem Privileg ausgestattet, Geisteswissenschaften, Illustration oder Facility Management studieren zu dürfen. Was zur Folge hat, das die «Prostitution» geistiger Kreativität, von der im Buch mehrfach die Rede ist, ein Problem darstellt, mit dem sich bestimmt nicht eine gesamte Generation herumschlägt. Ein Problem, das nicht bei allen in einer Abhängigkeit von digitalen Herzen und Sternchen mündet oder zur Unfähigkeit führt, Freundschaften am Leben zu halten.

Korrekterweise hält die Autorin zwar fest, dass «je näher unsere globalisierte Welt zusammenrückt, desto kleiner wird die Zahl der Gewinner». Trotzdem wohnen die vermeintlichen VerliererInnen in «Das Millennium Manifest» ausschliesslich in internationalen Grossstädten, haben mindestens einen Phil1-Bachelor in der Hosentasche und können sich Ferien leisten. Logisch, man kann nicht alle Probleme der Welt in ein Buch verpacken. Aber im Kapitel über Arbeit («Willkommen in der Ellbogengesellschaft») zeichnet Jankovska nicht unbedingt ein falsches, aber ein stark limitiertes Bild des modernen Proletariats.

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Graffiti zum Thema ArbeiterInnen-Kampf in Buenos Aires, Argentinien.   bild: unsplash

Als Leserin würde mich interessieren, was der Neoliberalismus mit allein erziehenden Müttern macht, welche Auswirkungen der Netzfeminismus auf das Männlichkeitsempfinden provinzieller Arbeiter macht oder wie sich die Sichtbarkeit von queeren Instagrammern auf das Leben von Lesben in Ländern auswirkt, die von post-kolonialistischen Strukturen betroffen sind. Whatever. Man wünscht sich grundsätzlich einfach viel mehr von den überraschenden Verbindungen, den kulturellen Analysen und spitzen Formulierungen, anstatt in jedem Kapitel erneut Weisheiten serviert zu kriegen, die aus den – manchmal leicht konstruiert wirkenden – Szenen des Lebens der Autorin geschöpft werden. 

Denn was bringt ein Manifest, was bringt einem die Macht, ein Manifest zu verfassen, wenn es nicht diejenigen einschliesst, deren Stimmen am wenigsten gehört werden?

Das Potential wäre da. Schliesslich spricht Jankovska genau diese Themen – wenn auch nur kurz – immer wieder an. So etwa im dritten Teil des Buches, der die poetische Überschrift «Namaste My Ass» trägt.

Da stellt die Autorin, welche gerade mit zwei Freundinnen Ferien auf Sri Lanka macht, eine interessante Frage. Während sie den gleichaltrigen Seelen mit verlängerten Hakenarm (ich meine Selfiesticks) zusieht, wie sie ihre Körper mittels spirituell anmutenden Halbweisheiten auf Instagram klatschen, bricht ihr Ärger aus:

«Ich würde wirklich gerne wissen, ob Yoga auch gegen Armut, Gewalt in der Familie, Krankheiten, bevorstehende Operationen, Tod der Eltern, Kündigung, Rentenrückzahlungen, Versicherungsschäden und Alkoholprobleme hilft. Kann man mit Achtsamkeit, Selbstliebe, Me-Time und Dankbarkeit seit neuestem die Miete zahlen? Ja, vielleicht gleich Krebs mit dazu heilen?»

Es sind solche Stellen, die «Das Millennial Maifest» zu einem wertvollen Buch des Zeitgeists machen. Passagen, die erkennen, dass die heranwachsende Generation des Abendlands zerrüttet ist. Verstört durch die Ansprüche von Produktionsschleifen und Privilegien, die eine durch und durch globalisierte Welt mit sich bringt. Erschüttert von den Informationen über ein Elend, das geographisch weit weg liegt, das faktisch aber ganz viel mit ihnen und ihrem Leben zu tun hat: Plastikstrände? Armut? Ausbeuterisch produzierte Kleider aus Bangladesch?

Lautet die erlösende Antwort, auf all jene Gretchenfragen tatsächlich eine tägliche Halbestunde Yoga, eine anständige Portion Chia-Pudding und eine vierstellige Followeranzahl auf Social Media?

Die Autorin negiert ausführlich. Und auch wenn man sich beim Lesen zwischenzeitlich fragen muss, was nun ihre persönliche Abneigung gegen Konzerte oder ihre emotionalen Zusammenbrüche beim Alleine-Reisen mit all dem zu tun hat, lohnt sich die Lektüre. Jankovska erzählt, wie sie trotz Patriarchat und Leistungsgesellschaft ihren Alltag zu meistern versucht und wie sie dabei oft auch grausam scheitert. Das Teilen jener gesammelten Erfahrungen ergibt schliesslich einen süffigen Einstieg in eine feministische Gesellschaftskritik, die all die hoffnungslosen Seufzer des Alltags in einen grösseren Kontext zu betten versucht.

«Das Millennial Manifest» ist ab dem 23. Oktober im Buchhandel erhältlich.

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bild: zvg

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44Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • covfefe2go 24.10.2018 19:34
    Highlight Highlight ...schliesslich ist nicht jeder zwischen 1984 und der Jahrtausendwende geborene Mensch mit dem Privileg ausgestattet, Geisteswissenschaften....

    Wer sagt denn dass wir das wollen oder müssen um Glücklich zu werden?
    Ich habe vor 10 Jahren Zimmermann gelernt und mich immer wieder ein wenig weitergebildet. Heute übe ich einen Beruf aus der mir durchaus Spaß macht und es geht mir gut.
    Habe ich im leben etwas falsch gemacht? :-)

    Desto mehr ich von diesem Buch höre, habe ich das Gefühl die Frau versucht einfach ihre persönlichen Probleme auf eine ganze Generation zu interpretieren.

  • pascii 24.10.2018 08:55
    Highlight Highlight Wir nannten das damals "Teenage Angst". Das geht vorbei, an dem Tag wo man die Verantwortung für sich selber tragen muss, Entscheidungen fällt und lenrn, mit den Konsequenzen zu leben.
  • Mathis 24.10.2018 07:50
    Highlight Highlight „Während ihre Eltern bereits mit 22 ein Eigenheim erwerben konnten, stecken Millennials in diesem Alter noch mitten in der Ausbildung.“
    Das ist jetzt eine echte Falschaussage. Auch früher konnte man in dem Alter sich noch keine Immobilie leisten. Aber die These lautet wohl: Die Jugend wird nicht erwachsen. Sagen konservative Zeitgenossen schon lange.
  • achsoooooo 23.10.2018 17:14
    Highlight Highlight Irgendwie hab ich ehrlich gesagt nicht das Gefühl, das Buch lesen zu müssen...
    Mir hats schon beim Lesen des Artikels etwas abgestellt.
  • Ökonometriker 23.10.2018 16:54
    Highlight Highlight Warum sollen Millenials zerrüttet sein?
    Klar gab es seit ca. 100 Jahren keine derart grosse Umverteilung von den Jungen zu den Alten mehr, aber irgendwer muss arbeiten und ein Bevölkerungswachstum wie in den 50ern macht unsere Welt nicht mehr lange mit.
    • Shlomo 24.10.2018 06:05
      Highlight Highlight Das ist doch eifach Quatsch was du die ganze Zeit hier erzählst. Das einzige was seit 100 Jahren wieder zugenommen hat ist die Scheere zwischen Arm und Reich.
      Ich frag mich langsam was du gelernt hast.
    • Ökonometriker 24.10.2018 07:29
      Highlight Highlight @Shlomo: Was auch stärker als die Lebenserwartung zugenommen hat ist das statistische Durchschnittsalter der Reichen. Gerade in der Schweiz gibt es eine extreme Vermögenskonzentration bei den über 60-jährigen - was klar auch institutionelle Ursachen hat, aber es ist eine statistische Tatsache.

      Warum ein derart feindlicher Diskussionston? Ich bin auch ohne Anfeindungen bereit, Dir den Hintergrund für meine Ansichten zu erläutern.
  • Eine_win_ig 23.10.2018 16:42
    Highlight Highlight Ich glaub ich muss das Buch dann echt lesen. Schon nur, weil ich mich in meiner Arbeit tagtäglich mit Millenials aller Art auseinandersetzen darf.

    Aber eine Frage an den Autor: wird der zweute Berufsweg (Lehre, evtl. BMS und FH sowie Weiterbildung im Beruf) angesprochen? Gemäss Buchkritik scheint es doch sehr "Studi-Zentriert" zu sein. Und das beträfe dann einen grossen Teil der Gesellschaft nicht wirklich...
    • Siebenstein 23.10.2018 19:41
      Highlight Highlight Genau das gleiche waren auch meine Gedanken dazu, irgendwie scheint mir diese Splittergruppe der Millennials (doofes Wort übrigens...) die mitteilungsbedürftigste und wahrnehmungssüchtigste zu sein.
    • Eine_win_ig 23.10.2018 20:55
      Highlight Highlight Frage mich nach Ihrem Kommentar gerade, ob es sich dabei wirklich um ein Massenproblem handelt, oder ob es - analog NRA in den USA - eine kleinere Gruppe ist, die einfach verdammt viel Lärm macht...
    • Statler 23.10.2018 21:14
      Highlight Highlight @Ewi: Vielleicht haben die einfach nur begriffen, dass man Lärm machen muss, um überhaupt wahrgenommen zu werden und dass sich die neuen Medien dazu ausgezeichnet eignen.
      Was sie noch nicht begriffen haben ist, dass sich all die kleinen Gruppen, die grade am Lärmen sind, zusammenschliessen müssten, weil sie ja eigentlich alle im Grunde dasselbe wollen - eine gerechtere Welt.
      Stattdessen verzetteln sie sich in mini-Gruppen (LGBTQ+ ist da nur ein Beispiel) und kämpfen alle für sich (und legen sich z.T. sogar gegenseitig Steine in den Weg, aus Angst, weniger Gehör zu erhalten, als die anderen).
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  • Majoras Maske 23.10.2018 16:34
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
  • ChiliForever 23.10.2018 16:33
    Highlight Highlight Ich lese aus dem Review vor allem eins: Früher war alles besser !

    Das ist beachtlich für eine junge Frau, die das "früher" gar nicht kennt. Normalerweise kommt der Bezug auf das "früher" ja auch eher ab einem gesetzteren Alter (je älter, um so besser war es früher - ja, die Erinnerung spielt einem schon so manchen Streich...).

    Wenn ansonsten auch nur die Hälfte des Reviews stimmt, dann ist das kaum mehr als ein wenig Rumgejammere. Rumgejammere zum Teil einfach darüber, das man doch tatsächlich mehr Möglichkeiten hat als frühere Generationen und dazu auch noch Entscheidungen treffen muss...
    • Statler 23.10.2018 17:41
      Highlight Highlight @TH: um Karl Valentin zu zitieren: «Früher war sogar die Zukunft besser!» ;)
  • DanielaK 23.10.2018 16:05
    Highlight Highlight Ich frage mich gerade ob ich dieses Buch lesen soll. Zum einen scheine ich ja mit Jg. 85 auch noch knapp ein Milennial zu sein, zum anderen habe ich aber auch das Gefühl " wovon spricht die?" Nicht dass bei mir alles Jubel Trubel wäre, das definitiv nicht. Allerdings bin ich nicht so erzogen worden, dass wenn ich nur fleissig bin, dann wird alles tiptop. Eher so "wenn du was erreichen willst, dann gehts nur mit Ausdauer". Jedoch auch hier: Was ich denn erreichen will hab ich mir selbst zurechtgeschustert und wird laufend angepasst. Ich setzt mir lieber erreichbare Ziel e.
    • Kyle C. 23.10.2018 17:40
      Highlight Highlight Was du erreichen willst, kannst du dir eben nicht *nur* selbst zurechtschustern. Das ist der grosse Irrglaube und, wie ich das verstehe, auch der Punkt der Autorin. Du wurdest in einer bestimmten Gesellschaft, bestimmten Schicht, bestimmten Familie etc. mit mehr oder weniger Chancen hineingeboren und aufgewachsen. Das prägt deinen Werdegang massgeblich, je nach dem ob die Chancen eben mehr oder weniger waren/sind. Das dir vermittelte Credo deiner Eltern deutet ja schon darauf hin, dass dir früh gewisse Werte vermittelt wurden. Das ist längstens nicht überall so.
    • salamandre 23.10.2018 19:22
      Highlight Highlight stef...bis zu meinen Großeltern, um 1900 geboren, war das so und noch früher noch viel mehr. Du warst Bauernsohn oder Arzttochter und daraus auszubrechen war um einiges schwieriger als heute. Und für Frauen lag ausser Kinder kriegen und am Herd stehn verdammt wenig drinn
    • Garp 23.10.2018 20:35
      Highlight Highlight Es ist heut auch nicht einfach, salamandre seiner "Schicht" zu entwachsen. Weil immer noch, wie soll ich es ausdrücken, schichtweise selektioniert wird. Auch heute hat man je nach Schicht in die man geboren ist, optimale oder schlechte Voraussetzungen. Und grad geht das Gespenst um, dass man wieder nach unten rutscht, weil wir es nachgewiesen vor nicht schaffen, Chancen und Güter etwas gerechter zu verteilen auf diese Welt.
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  • Statler 23.10.2018 15:33
    Highlight Highlight Das war alles abzusehen und überrascht nun (zumindest mich) nicht wirklich.
    Aber - keine Energie für Revolution? Echt? Da erkennt eine Generation also (endlich), dass sie beschissen wird und die Heilsversprechen alle nur Lug und Trug sind und alles was dabei rauskommt ist «Mimimimi»?
    Wenn dem wirklich so ist, sehe ich schwarz. Meine Hoffnung war, dass sich genau diese Erleuchtung unter den Jungen verbreitet und dann endlich eine kritische Masse vorhanden ist, um diesen Wahnsinn zu beenden.
    Aber anscheinend bin ich doch ein hoffnungsloser Optimist.
    • Kyle C. 23.10.2018 17:12
      Highlight Highlight Glaube nicht, dass du das bist. Das Buch ist eine Sichtweise von einer Person. Das ist legitim, muss aber nicht zwingend der allgemeinen Wahrheit entsprechen. Ich denke es gibt genügend Beispiele dafür, dass eben doch eine erfrischende Revolution stattfindet. Aber vermutlich ist es eben "nur" eine Evolution. Ich teile somit deine Hoffnung und bin überzeugt, dass diese Klageschrift nicht zwingend repräsentativ sein muss.
    • Statler 23.10.2018 17:40
      Highlight Highlight @stef: vermutlich hast Du recht. Ich war wohl einfach etwas geschockt, über die Perspektivlosigkeit.
      Meine Beobachtung geht ja eigentlich in dieselbe Richtung, wie Deine.
      Und grundsätzlich bevorzuge ich eine «Evolution». Denn Revolutionen haben eigentlich noch nie viel verändert, ausser die herrschenden Machtverhältnisse.
      Insofern: DANKE! Ich bleibe dementsprechend vorsichtig optimistisch und hoffe, dass das «Mimimi» nicht repräsentativ ist ;)
    • Firefly 23.10.2018 19:27
      Highlight Highlight El diablo, die Emanzipation von dem Irrglauben, mit allem und jedem im Wettbewerb stehen zu müssen.
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  • salamandre 23.10.2018 15:11
    Highlight Highlight Mir kommen die Tränen. Wann gab es denn überhaupt die Generation welche nur aus Geisteswissenschaftern, Illustratorinnen oder Managern bestand?
    Ob Yoga oder Pudding spielt gar keine Rolle, die Followerzahl bringts auf den Punkt. Wer andauernd links oder rechts anstatt gerade am eigenen Nasenspitz vorbei schaut, wird vor lauter Selbstmittleid kaum mehr fertig
    • Garp 23.10.2018 19:07
      Highlight Highlight Wenn ich ehrlich bin, versteh ich auch nicht wirklich, was Du nun sagen willst, ausser dem Wort Selbstmitleid. Das zieht offenbar.
  • Garp 23.10.2018 14:42
    Highlight Highlight Ich habe nun nicht wirklich verstanden, um was es Bianca geht. Jede Generation hat ihre Schwierigkeiten zu meistern. Sie hält offenbar Menschen für blanke Blätter, die von ihren Eltern und Umgebung programmiert werden, ohne eigene Entscheidungen treffen zu können.

    Klingt sehr nach einer Klageschrift, ohne eigene Möglichkeiten aufzuzeigen und wo es hingehen soll.
    • Kyle C. 23.10.2018 15:23
      Highlight Highlight Ich habs auch nicht verstanden. Ich lese aus dem Review heraus, dass sich hier eine Millennial darüber beklagt, welchen gesellschaftlichen Trümmerhaufen die Vorgenerationen hinterlassen haben und die Millennials nun darauf ihr Leben aufbauen müssen. Ein wiederkehrendes Klagen eigentlich. Unbestritten ist, dass die zunehmende Individualisierung heutige Generationen vor grosse Herausforderungen stellt. Und wie dir, und dem Autor offenbar auch, scheint es auch mir, als fokussiere sie sich sehr stark auf alte Probleme und weniger auf neue Chancen, die diese Entwicklung mit sich bringt.
    • Phrosch 23.10.2018 19:22
      Highlight Highlight Es geht mir wie euch, ich verstehe das nicht. Jede Generation musste damit umgehen, dass nur einer kleinen Elite alles in den Schoss gelegt wurde. Es scheint mir aber, dass hier mit den Millennials eine Generation steht, die es nicht schafft, irgendwann die Ärmel hochzukrempeln und die Herausforderungen des eigenen Lebens anzupacken und Verantwortung für das eigene Wohlergehen und Glück zu übernehmen.
    • Garp 23.10.2018 21:00
      Highlight Highlight Wie kommst du darauf Phrosch, dass die die Ärmel nicht hochkrempeln? Dass Arbeit reich macht ist eine Illusion. Es braucht Ideen und Risikobereitschaft und eine Portion Glück. Und es geht nicht immer nur um Materielles. Die Jugend braucht Platz für Ideen, ohne gleich von der Wirtschaft aufgefressen zu werden.
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  • N0pe 23.10.2018 14:19
    Highlight Highlight Interessante Fragen - aber wenn sich tatsächlich ein jede/r kümmert, eine halbe Stunde täglich Yoga/Meditation macht und aktiv versucht die Welt zu verbessern anstatt einfach seine Belohnungzentren mit SocialMedia zu stimmulieren, ich wage zu behaupten es hätte einen positiven Effekt auf unserer Gesellschaft.
    • Garp 23.10.2018 21:28
      Highlight Highlight Ich finde die Behauptung gar nicht gewagt. 🤗

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