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Wie Thomas N. auf das Urteil reagierte

Eine lebenslängliche Freiheitsstrafe und eine ordentliche Verwahrung: So lautet das Urteil gegen Thomas N., der in Rupperswil kurz vor Weihnachten 2015 vier Menschen tötete. Er ist in allen Anklagepunkten schuldig.



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az

Graues Hemd, kurzer, dunkler Bart, den Blick auf den Tisch gerichtet. So erlebte Thomas N. am Freitagmorgen die drei Verhandlungstage in einem der aufsehenerregendsten Prozesse der Schweizer Kriminalgeschichte.

Die Augen der Anwesenden Journalisten, Zuschauer und angehörigen richteten sich immer wieder auf ihn. Wie verhält sich ein Mann, der vier Menschen ermordet hat? Zeigt er Emotionen? Gar Mitleid oder Reue? 

Thomas N. zeigte nichts davon. Er hatte in den vergangenen Tage kühl und sachlich alle Fragen des Gerichts beantwortet. Er bedauerte die Tat und entschuldigte sich. Das nahm ihm aber keiner ab.

Staatsanwältin Loppacher zum Urteil von Rupperswil

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Auch heute, am Tag des Urteils, bleibt Thomas N. unfassbar. Als er den Gerichtssaal betrat wurde es still. Thomas N., dieses Mal in blauem Pulli über grauem Hemd, setzte sich an den Tisch.

Er hob den Blick nicht und richtete seinen Kugelschreiber und das weisse Blatt vor sich auf dem Tisch. Legte alles gerade hin, den Kugelschreiber genau auf die Kante des Blattes. Passend zum Gerichtsgutachten, wo ihm eine Zwangsstörung attestiert wird. 

Für die Urteilsverkündung musste Thomas N. aufstehen. Aufrecht stand er da, die Hände übereinander gelegt, die Augen geschlossen. 

Er blieb ruhig, als das Urteil erfolgte, schloss die Augen, setzte sich danach an den Tisch. Den Blick richtete er erneut vor sich auf den Boden, stützte den Kopf in die Hände. Zeitweise hielt er ein Taschentuch in der Hand. 

Zum Urteil äusserte sich Thomas N. nicht. Seine Verteidigerin sprach davon, dass das Urteil für ihren Mandanten «schwer nachzuvollziehen» sei.

Nichts an ihm liess spüren, ob ihn das Urteil bewegt. Gegenüber Tele M1 sagte die forensische Psychologin Monika Egli-Alge vor dem Urteil: «Ich will das nicht bagatellisieren, aber die Anspannung ist auch beim Beschuldigten riesig. Ich mache die Erfahrung, dass wenn das Urteil gesprochen ist, ganz viele Angeklagte Emotionen zeigen. Ein kleiner Teil bleibt emotionslos. Das sind dann vielleicht die gefährlicheren.» (rba/az)

Angehöriger Georg M. zum Urteil zum Fall Rupperswil

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Video: watson

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    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 18.03.2018 00:50
    Highlight Highlight Die Psychiater sollen einpacken.

    Jene Piloten, welche die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki geworfen haben, werden von ihnen bis heute als geistig vollkommen gesund diagnostiziert.
  • flv 16.03.2018 18:25
    Highlight Highlight Ich kann seine Reaktion (oder eben Nichtreaktion) sehr gut verstehen. Er ist ja nicht auf den Kopf gefallen und hat bestimmt die öffentliche Meinung zu seiner Tat und dem Prozess mitgekriegt. Auch ist ihm das zu erwartende Strafmass bewusst. Er hat ja alles gestanden und kooperiert. Er hat sich wohl schon lange mit einem Leben hinter Gittern abgefunden. Daher war das Urteil wohl eher eine Bestätigung der Erwartungen und keine grosse Reaktion wert.
  • H. L. 16.03.2018 12:56
    Highlight Highlight Auch ein Mörder hat ein Recht auf ein faires Verfahren. Frau Senn hat ihre Arbeit professionell gemacht. Die mediale Hexenjagd ist verwerflich. Seit Tagen wird landesweit alles, was der Täter sagt und macht, als unglaubwürdig abgetan. Dabei zeigt sein Verhalten genau das, was für Menschen mit narzisstischen und zwanghaften Persönlichkeitsstrukturen typisch ist. Ich bin sicher, dass Herr N. Reue empfindet, aber sich schwer damit tut, seine Gefühle auszudrücken - aus Angst und Scham, was die psychiatrischen Gutachten bestätigen.
    • Saraina 16.03.2018 21:55
      Highlight Highlight Ich bin sicher, dass N. noch nicht mal im Ansatz die Tat mit allen Konsequenzen annimmt. Krasser als sein Lügenkonstrukt gegen aussen ist die Selbstlüge, die ihm immer noch vorgaukelt, er habe ja nur ein "Konstrukt" ausgedacht, und dann habe "man" halt dieses und jenes machen müssen. Das psychiatrische Gutachten bestätigte ihm im Gegenteil Sadismus, den er immer noch zurückweise, und eine narzisstische Persönlichkeitsstörung. Letztere macht nicht wirklich einsichtig in die eigenen Schwächen und Hässlichkeiten.
    • H. L. 17.03.2018 11:22
      Highlight Highlight @ Saraina:
      Sie stellen sich über die Gutachten der Psychiater, indem Sie behaupten, seine Neigung und Persönlichkeitsstrukturen seien nicht ursächlich für die Taten. Ich nehme an, dass zwei unabhängige, langjährig erfahrene Fachspezialisten eine realistischere Einschätzung N.s abgeben können als Sie.
      Dass ihm ein psychiatrisches Gutachten Sadismus unterstellt, stimmt so nicht. Differenzialdiagnostisch ist es schwierig, einem Menschen eine Persönlichkeitsstörung zuzuordnen. Die Psychiater sprachen von einer sadistischen Komponente, die übrigens auch eine Besonderheit der NPS darstellt.
  • Der müde Joe 16.03.2018 12:32
    Highlight Highlight Ich mache die Erfahrung, dass wenn das Urteil gesprochen ist, ganz viele Angeklagte Emotionen zeigen. Ein kleiner Teil bleibt emotionslos. Das sind dann vielleicht die gefährlicheren.»

    Dem ist nichts mehr hinzuzufügen...
    • slick 16.03.2018 12:41
      Highlight Highlight Das ist doch reine Spekulation.
    • milkdefeater 16.03.2018 13:39
      Highlight Highlight Ich verstehe die Gedanken hinter der Aussage. Dennoch empfinde ich sie als tendenziös und unnötig.
  • slick 16.03.2018 12:31
    Highlight Highlight "Er bedauerte die Tat und entschuldigte sich. Das nahm ihm aber keiner ab."

    Ich nimms ihm sehr wohl ab. Aber was erwartet ihr, dass er 4 Prozesstage durchweint? Seine Psyche muss auch mit seinem Verbrechen klarkommen, da wird er unbewusst alles verdrängen und rationalisieren. Das ist ist einfach so, ohne ihn in Schutz nehmen zu wollen.

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