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Wie Thomas N. auf das Urteil reagierte

Eine lebenslängliche Freiheitsstrafe und eine ordentliche Verwahrung: So lautet das Urteil gegen Thomas N., der in Rupperswil kurz vor Weihnachten 2015 vier Menschen tötete. Er ist in allen Anklagepunkten schuldig.
16.03.2018, 12:1516.03.2018, 12:57
az

Graues Hemd, kurzer, dunkler Bart, den Blick auf den Tisch gerichtet. So erlebte Thomas N. am Freitagmorgen die drei Verhandlungstage in einem der aufsehenerregendsten Prozesse der Schweizer Kriminalgeschichte.

Die Augen der Anwesenden Journalisten, Zuschauer und angehörigen richteten sich immer wieder auf ihn. Wie verhält sich ein Mann, der vier Menschen ermordet hat? Zeigt er Emotionen? Gar Mitleid oder Reue? 

Thomas N. zeigte nichts davon. Er hatte in den vergangenen Tage kühl und sachlich alle Fragen des Gerichts beantwortet. Er bedauerte die Tat und entschuldigte sich. Das nahm ihm aber keiner ab.

Staatsanwältin Loppacher zum Urteil von Rupperswil

Auch heute, am Tag des Urteils, bleibt Thomas N. unfassbar. Als er den Gerichtssaal betrat wurde es still. Thomas N., dieses Mal in blauem Pulli über grauem Hemd, setzte sich an den Tisch.

Er hob den Blick nicht und richtete seinen Kugelschreiber und das weisse Blatt vor sich auf dem Tisch. Legte alles gerade hin, den Kugelschreiber genau auf die Kante des Blattes. Passend zum Gerichtsgutachten, wo ihm eine Zwangsstörung attestiert wird. 

Für die Urteilsverkündung musste Thomas N. aufstehen. Aufrecht stand er da, die Hände übereinander gelegt, die Augen geschlossen. 

Er blieb ruhig, als das Urteil erfolgte, schloss die Augen, setzte sich danach an den Tisch. Den Blick richtete er erneut vor sich auf den Boden, stützte den Kopf in die Hände. Zeitweise hielt er ein Taschentuch in der Hand. 

Zum Urteil äusserte sich Thomas N. nicht. Seine Verteidigerin sprach davon, dass das Urteil für ihren Mandanten «schwer nachzuvollziehen» sei.

Nichts an ihm liess spüren, ob ihn das Urteil bewegt. Gegenüber Tele M1 sagte die forensische Psychologin Monika Egli-Alge vor dem Urteil: «Ich will das nicht bagatellisieren, aber die Anspannung ist auch beim Beschuldigten riesig. Ich mache die Erfahrung, dass wenn das Urteil gesprochen ist, ganz viele Angeklagte Emotionen zeigen. Ein kleiner Teil bleibt emotionslos. Das sind dann vielleicht die gefährlicheren.» (rba/az)

Angehöriger Georg M. zum Urteil zum Fall Rupperswil

Video: watson

Der Fall Rupperswil

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6 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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slick
16.03.2018 12:31registriert Oktober 2017
"Er bedauerte die Tat und entschuldigte sich. Das nahm ihm aber keiner ab."

Ich nimms ihm sehr wohl ab. Aber was erwartet ihr, dass er 4 Prozesstage durchweint? Seine Psyche muss auch mit seinem Verbrechen klarkommen, da wird er unbewusst alles verdrängen und rationalisieren. Das ist ist einfach so, ohne ihn in Schutz nehmen zu wollen.
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H. L.
16.03.2018 12:56registriert März 2018
Auch ein Mörder hat ein Recht auf ein faires Verfahren. Frau Senn hat ihre Arbeit professionell gemacht. Die mediale Hexenjagd ist verwerflich. Seit Tagen wird landesweit alles, was der Täter sagt und macht, als unglaubwürdig abgetan. Dabei zeigt sein Verhalten genau das, was für Menschen mit narzisstischen und zwanghaften Persönlichkeitsstrukturen typisch ist. Ich bin sicher, dass Herr N. Reue empfindet, aber sich schwer damit tut, seine Gefühle auszudrücken - aus Angst und Scham, was die psychiatrischen Gutachten bestätigen.
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