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E-Auto-News mal anders: Riesig, winzig, teuer, billig, grossartig! (Und kein Tesla)

Bild: GMC

News aus der bunten Welt der Elektro-Autos: Hünen-Trucks, lustige Chinesen, stylische Esten – und weit und breit kein Tesla in Sicht.



IT'S HUMMER TIME!

Ein interessanter Aspekt der EV-Entwicklung ist, dass protzige «Tröcks» bald einmal gesellschaftlich akzeptabel werden könnten, da sie nicht mehr als Klimakiller gelten. In der Tat dominiert kein Thema die EV-Welt mehr als der Relaunch der Marke Hummer als Elektroauto – Verzeihung, «The World's First All-Electric Supertruck».

Zur Erinnerung: In den 1990ern war da der Hummer H1, der eigentlich ein notdürftig für den Strassenverkehr angepasstes Militärfahrzeug war und somit ebenso unbrauchbar wie doof. Der darauf folgende Hummer H2 war dann ein müder alter Chevy Tahoe mit einer Fisher-Price-Plastikkarosserie und somit ebenso unbrauchbar wie doof. Und der Hummer H3 ... ist unser kollektiven Erinnerung komplett vergessen gegangen, weil man den getrost vergessen darf.

Der neue Elektro-Kraftprotz aber scheint ein gänzlich anderes Kaliber zu sein. Da das Ding standesgemäss riesig ist, hat es ordentlich Platz für Akkus, weshalb die Hummer-Entwickler eine Reichweite von 560 km angeben dürfen. Kommt noch «800-volt electrical architecture with 350-kilowatt fast-charging capability» mit dem sich offenbar 160 Kilometer in 10 Minuten nachladen lassen. Keine Ahnung, wie man so was übersetzt, geschweige denn, wie sich so was mit der Konkurrenz misst, aber es hört sich imposant an. Fast so imposant wie die 1000 PS und die 3 Sekunden, in denen man von 0 auf 100 km/h kommt. Letzteres ist dank des «Watts to Freedom»-Launch-Modes möglich.

Watts.
To.
Freedom.
😂🤣😂🤣😂🤣

2022 GMC Hummer EV auto offroader usa 4x4 elektroauto

Das soll die Mondoberfläche darstellen. Why not? Bild: GMC

Und dann Infotainment und Elektronikschnickschnack noch und nöcher und eine Designsprache, die aus irgendeinem nicht ganz nachvollziehbaren Grund einer Mondlandungs-Thematik nachempfunden ist. Somit lässt sich konstatieren: Standesgemäss bleibt auch der neue elektrische Hummer ziemlich doof ... aber letztendlich doch ziemlich geil.

Derweil wird der Polestar 2, ein Auto, das Toggi und ich ziemlich mögen, zurückgerufen.

Video: watson/Emily Engkent

Oha. Anfang Oktober waren erste Probleme mit dem Polestar 2, dem chinesischen EV von Volvo, bekannt geworden. «Eine Softwareabweichung im Batterie-Energiekontrollmodul», was das auch immer sein mag, war aufgetreten, «die in sehr seltenen Fällen und ohne Vorwarnung zu einem Antriebsverlust führen kann». 2'200 Fahrzeuge mussten zurückgerufen werden. Geht ja noch ... bloss ist nicht nur die Zahl der betroffenen Fahrzeuge höher, es müssen auch Hardware-Komponenten getauscht werden. Es ist die Rede von «defekten Hochspannungskühlmittelheizern (HVCH) für die Heizung der Kabine und der Traktionsbatterie» und «fehlerhaften Wechselrichtern». I understand train station. Hoffen wir, dass die das in den Griff bekommen, denn, wie gesagt, Toggi und ich mögen das Teil.

Fertig jetzt mit euren Protz-Karren! Dieses Elektroauto gibt es bereits ab 4000 Stutz:

Ziemlich das Gegenteil des E-Hummers ist der Mahindra Atom aus Indien. Oh ja, es ist ultra-spartanisch, keine Frage. Doch irgendwie gerade deswegen auch unwiderstehlich cool, zumal es danach aussieht, als würde das Teil zum Fahren ordentlich Spass machen. Während diverse Luxusmarken natürlich in Sachen Technik Pionierarbeit leisten (müssen), werden wir umweltmässig erst dann etwas spürbar erreichen, wenn die grosse Masse aller Autos weltweit keine Verbrenner mehr sind. Was bedeutet, dass die Chinesen und die Inder auf EVs umsteigen müssen. Und dazu braucht es etwas, das unkompliziert, zuverlässig und vor allem auch billig ist. Oder anders ausgedrückt: den Mahindra Atom. Hey, das Ding hat Klimaanlage, die übliche Connectivity, Touchscreen, die dazugehörige App undsoweiter. Bräuchte ich ein Elektroauto ausschliesslich für den Nahverkehr, ich würde mir überlegen, ob ich 28'000 Stutz für einen Renault Zoë ausgeben will oder 4'000 für einen Mahindra Atom.

Aber das aller-billigste EV der Welt ist das hier. Und es ist grossartig.

Ladies and Gentlemen, wir präsentieren das billigste Elektroauto der Welt: Den ChangLi Nemeca! Bereits ab ... wait for it ...

... 930 Dollar bekommt man den. Hier auf Alibaba.com. Autoblogger Jason Torchinsky von Jalopnik.com hat sich so einen bestellt und anhand einer Reihe ebenso detaillierter wie witziger Videos alles gründlich dokumentiert. Hier ist sein Unboxing-Video; hier die Jungfernfahrt; und hier geht er mit dem ChangLi Autocross fahren.

changli elektroauto. billigstes ev der welt tesla 3 https://jalopnik.com/author/jasontorch

Geiler Siech, Jason! Bild: jalopnik

Spoiler: Bis alle Transportkosten, Importzölle und weitere Kosten beglichen waren, kam es auf knapp unter 3'000 Dollar. Wer jetzt denkt, dafür gäbe es nur den hinterletzten Müll, täuscht sich. Das Ding fährt, lenkt, bremst, lädt. Letzteres auch nicht allzu langsam (wohl, weil der Akku eine Reichweite von satten 45 km hat). Platz für drei Erwachsene hat es auch. Einen mehr als ein Smart also, der ähnlich gross ist. Dafür ist es massiv langsamer, gefährlicher und schlicht lächerlicher. Aber hey, 930 Dollar!

Aber das Elektroauto, das ich wirklich will, ist das hier:

IST ES NICHT UNGLAUBLICH COOL??? Das, verehrte Damen und Herren, ist der Nobe GT100 aus Estland. Jap, es hat nur drei Räder. Dafür aber ein unglaubliches Styling, das retro und modern zugleich ist, dennoch praktisch für den Alltagsgebrauch. 130 km/h sollen möglich sein. Reichweite liegt bei 260 Kilometern. Weiter sind da ein abnehmbares Panoramadach, Klimaanlage, Heizung, elektrische Fensterheber, Lederinterieur und – ha! – Allradantrieb. Geplant sind auch ein optionaler «M-Schalter» für einen «Muscle-Car-Modus» (YEAH), optionale Luftfederung und Kaffeemaschine. Eine Kaffeemaschine! Ich bin verliebt. Ganz billig wird der Spass nicht. Laut Hersteller sollte man ab zirka 40'000 Franken mit dabei sein.

Das wohl schönste Elektroauto der Welt dürfte das hier sein:

Doch, ich finde einen elektrischen Jaguar XK120 tatsächlich eine gute Idee. Da können mich alle Nostalgiker gleich kreuzweise. Natürlich, ein perfekt restauriertes Museumsstück mit Original-3,8-Liter-Motor ist ein schönes Ding. Von denen gibt es auch glücklicherweise einigermassen viele, die immer noch herumkurven. Gut so. Aber wenn man ein marodes Exemplar, das eine Vollrestauration bedarf, etwas aktualisiert – nein, sogar auf EV umrüsten tut? Wieso denn nicht? Was die britische Automanufaktur Lunaz Design hier präsentiert, ist schlicht ein automobiles Kunstwerk. Und mit 375 PS ist das Ding auch einiges flinker als das historische Original aus den Fünfzigern. Kostenpunkt? 350'000 Pfund törötörötöröTÖRÖÖÖÖÖ 🥳🎉💥

Chevy macht EV-Swaps EASY. Danke.

So ein Edel-Jaguar-Umbau hat seinen Preis. Teuer ist vor allem die Handarbeit, die in das Fahrwerk, Interieur und Co. gesteckt wird. Doch viele von uns wollen keinen High-End-Luxusschlitten, sondern einfach ihren etwas in die Jahre gekommenen Göppel weiter am Laufen halten. Bereits gibt es etliche Bastler und kleine Firmen, die einen Elektro-Motoren-Tausch vornehmen. Und nun kommt Chevrolet und macht das Ganze noch ein bisschen einfacher. Mit dem Chevrolet Performance eCrate Electric Drivetrain liegt ein fixfertiges Antriebssystem vor, das ohne grösseren Aufwand eingebaut werden kann.

Als Beispiel für eine solche Umrüstung präsentierte Chevrolet obigen K5 Blazer-E. Raus mit dem schweren 5,7-Liter-V8 mit seinen 175 PS; rein mit dem erprobten Antrieb direkt aus dem Chevy Bolt mit seinen 200 PS. Antriebswelle, Achsen – das gesamte Fahrwerk wird belassen. Und das ist erst der Anfang. GM plant weitere, leistungsfähigere Optionen anzubieten. Auch soll das modulare Ultium-Batteriesystem des Hummer EV dazugehören. Danke, Chevy.

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