Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
forschung

Die Suche nach einem Impfstoff gegen Aids ist herausfordernd, weil das HI-Virus sehr anpassungsfähig ist. Bild: shutterstock

Forscher erzielen Fortschritt bei der Suche nach einem HIV-Impfstoff



Bei der Suche nach einem Impfstoff gegen den Aids-Erreger HIV haben Wissenschaftler einen wichtigen Fortschritt erzielt. Ein Wirkstoff habe bei Menschen eine Immunreaktion erzeugt und Affen vor einer Infektion geschützt, teilte die Fachzeitschrift «The Lancet» am Samstag mit.

Als nächster Schritt soll das Medikament an 2600 Frauen in Südafrika getestet werden. «Die Ergebnisse sind vielversprechend, aber wir müssen vorsichtig bleiben», sagte Medizinprofessor Dan Barouch von der Universität Harvard der Nachrichtenagentur AFP. Die Daten bewiesen noch lange nicht, dass auch Menschen durch den Impfstoff vor HIV geschützt werden könnten.

In einer Laborstudie wurde 72 Affen der Wirkstoff sowie ein HIV-ähnlicher Virus injiziert. Zwei Drittel der Tiere wurden demnach durch die Impfung völlig vor der Infektion geschützt.

Barouch und sein Team nahmen zudem eine Studie mit 393 gesunden Erwachsenen zwischen 18 und 50 Jahren aus Ostafrika, Südafrika, Thailand und den USA vor. Ein Teil der Gruppe erhielt den Wirkstoff, den restlichen Teilnehmern wurde lediglich ein Placebo verabreicht. Medizinprofessor Barouch gab an, das Testmedikament habe «starke Immunreaktionen bei den Menschen ausgelöst».

Nur wenig Nebenwirkungen

Zudem löste das Mittel bei nur wenigen Teilnehmern Nebenwirkungen aus – fünf von ihnen beklagten etwa Magenschmerzen und Durchfall, Schwindel oder Rückenschmerzen. Daher darf die Forschung zu dem Impfstoff nun in die nächste Phase gehen: Das Medikament soll 2600 Frauen in Südafrika injiziert werden, um zu sehen, ob es Aids tatsächlich vorbeugen kann. Ergebnisse werden 2021/2022 erwartet.

Die Suche nach einem Impfstoff gegen Aids ist extrem herausfordernd, weil das HI-Virus sehr anpassungsfähig ist. Weltweit sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwa 37 Millionen Menschen mit HIV infiziert oder leben bereits mit Aids. Jährlich stecken sich etwa 1,8 Millionen Menschen neu mit dem Virus an, das die Immunabwehr des menschlichen Körpers zerstört. Etwa eine Million Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen. (sda/afp)

Immer mehr Geschlechtskrankheiten sind auf dem Vormarsch

abspielen

Video: srf/SDA SRF

Mehr zum Thema Gesundheit und Ernährung:

Über die Hälfte aller Menschen stirbt an einem dieser vier Faktoren (sie wären vermeidbar)

Link zum Artikel

So soll eine Überteuerung des Gesundheitswesens vermieden werden

Link zum Artikel

Arbeiten gehen oder noch zuhause bleiben? Kommt drauf an, wie lange du ansteckend bleibst

Link zum Artikel

Wenn du im Schweizer Erkältungs-Bullshit-Bingo gewinnst, darfst du nach Hause

Link zum Artikel

Diese junge Frau erkrankte an Brustkrebs – doch die Ärztin nahm den Verdacht nicht ernst

Link zum Artikel

So gesund sind die Schweizer – die 5 wichtigsten Erkenntnisse in Grafiken

Link zum Artikel

Du denkst, ein Hirnschlag trifft nur alte Menschen? Du denkst falsch

Link zum Artikel

Wenn der Grippevirus ein Freund von dir wäre – in 8 Situationen

Link zum Artikel

Heute entscheidet sich das Ärzte-Battle um Sterbehilfe

Link zum Artikel

So verhinderst du, dass der Magen-Darm-Virus die ganze WG / Familie flachlegt 

Link zum Artikel

Du trinkst gerne aus PET-Flaschen? Dann solltest du das hier schnell lesen

Link zum Artikel

Der Hanfkönig und sein braves Leben – auf einen Joint mit Bernard Rappaz 

Link zum Artikel

Mit dem Laser gegen Jugendsünden: Tattoo-Entfernung boomt – es gibt nur ein Problem

Link zum Artikel

Die Kiffer-Weltkarte: So unterschiedlich ist der Umgang mit Cannabis

Link zum Artikel

Schnäuzen, Niesen, Husten: Ein für allemal – diese Regeln solltest du beachten

Link zum Artikel

Bund beunruhigt: Zwei Menschen an Listeriose gestorben

Link zum Artikel

«In einer idealen Welt wären Solarien verboten»

Link zum Artikel

Wenn die Haut zerreisst – die Geschichte einer Schmetterlingsfrau

Link zum Artikel

Die Schweiz ist im Protein-Wahn

Link zum Artikel

Warum wissen Frauen nicht, wo ihre Vagina liegt? Wir haben eine Gynäkologin gefragt

Link zum Artikel

So steht es um die psychische Gesundheit der Schweizer Bevölkerung

Link zum Artikel

Ein für allemal – so erkennst du, ob du eine Grippe oder nur eine Erkältung hast

Link zum Artikel

Du achtest auf Kalorien? Schön. Möchtest du nun Avocado oder Nutella?

Link zum Artikel

Im Zürcher Triemlispital mussten gerade 16 Leute ihr Blut trinken – das ist der Grund

Link zum Artikel

Der Medizin-Nobelpreis geht an zwei Entdecker einer Krebstherapie

Link zum Artikel

Weisst du, welcher Körperteil beim Sport mit Abstand am meisten verletzt wird?

Link zum Artikel

Dieser Zusammenstoss sollte Ryan Masons Leben für immer verändern

Link zum Artikel

Haarwuchsmittel aus der Migros? Grosser Widerstand gegen Supermarkt-Arznei

Link zum Artikel

Die Welt hat laut WHO ein riesiges Alkoholproblem

Link zum Artikel

SP-Politiker Wermuth fordert Regeln für Schamlippen-OPs

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

5
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nasoplex2001 07.07.2018 17:07
    Highlight Highlight Kleine Verständnisfrage:
    Soll der Impfstoff vor oder/und nach der Infizierung eingesetzt werden und wirken?

    Und wieso wird der Impfstoff gerade in Südafrika an Frauen getestet (und wieso nur Frauen)? Sind die Auflagen dort einfacher um den Impfstoff an Menschen zu testen?
    • PhilippS 07.07.2018 18:06
      Highlight Highlight Impfung ist immer VOR der Ansteckung. Die heute üblichen Impfungen hast du ja auch erhalten, um eben nicht krank zu werden.

      Warum Südafrika kann ich nur raten. Vielleicht weil einerseits medizinisch gut entwickelt, andererseits wenig Aufklärung und daher ein vergleichsweise hohen Ansteckungsrisiko. Wenn dem so ist folglich ziemlich schnell gut verwertbare Daten.

      Warum nur an Frauen, ist mir jedoch auch unklar. Wenn Sex immer nur zwischen Mann und Frau stattfinden würde, würde die Impfung von nur einem Geschlecht reichen. Wir wissen nun aber alle, dass dem nicht so ist...
    • Tikvaw 07.07.2018 20:30
      Highlight Highlight Weil Frauen in Süd- und Westafrika die höchste Neu-Ansteckungsrate weltweit haben und deshalb am Geeignetsten sind, um eine Impfung zu testen.
      Die Auswirkungen der Impfung wären z.B. bei dieser Gruppe sehr viel offensichtlicher als bei anderen mit einer geringeren Rate.

      Da in der ersten Phase auch z.B. US-Bürger mitgemacht haben, liegt es nicht an gesetzlichen Bestimmungen oder ähnlichem.
    • Pbel 07.07.2018 22:48
      Highlight Highlight Das Grundproblem ist: man kann niemanden absichtlich mit HIV infizieren, da es keine Heilmittel für die Krankheit gibt. Also impft man Gruppen von Menschen, welche ein sehr hohes Ansteckungsrisiko haben, wie zB Sexarbeiterinnen in bestimmten Ländern.
    Weitere Antworten anzeigen

«Aus Gewissensgründen» – Diese Apothekerin verbannt Homöopathie aus Regalen

Wer die Bahnhof-Apotheke in bayerischen Weilheim betritt und nach homöopathischen Mitteln fragt, wird erstmal vertröstet. Iris Hundertmark, der die Apotheke gehört, hat sich zu einem drastischen Schritt entschieden. Sie hat Homöopathie aus ihren Regalen verbannt.

Frau Hundertmark, warum haben Sie sich dazu entschieden, homöopathische Medikamente nicht mehr anzubieten?Iris Hundertmark: Aus Gewissensgründen – ich möchte absolut ehrlich zu meinen Kunden sein. Ich habe Pharmazie studiert, bin …

Artikel lesen
Link zum Artikel