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Der Appenzeller Welpe Orina aus der Zucht von Susanne Gysler, aufgenommen am Donnerstag, 14. Oktober 2010 im appenzellischen Stein. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Das ist ein Hund. Auf Albanisch heisst das Tier «qen», auf Türkisch «köpek».  Bild: KEYSTONE

So heisst der Hund in den Sprachen Europas



Der beste Freund des Menschen hat viele Namen, nur schon im Deutschen: «Hund», «Wauwau», «Köter», «Kläffer», «Töle» – erstaunlich genug sind die meisten davon eher abwertend. In einigen nah verwandten europäischen Sprachen wie Niederländisch («hond») oder Schwedisch («hund») ist das Wort für den Vierbeiner nahezu identisch mit dem deutschen Begriff.

In anderen Sprachen dagegen scheint der Ausdruck für Hund einen komplett anderen Ursprung zu haben – zum Beispiel im Französischen («chien»), Lettischen («suns») oder Albanischen («qen»). Allerdings stimmt das nur auf den ersten Blick – etymologisch gesehen geht der Begriff in zahlreichen europäischen Sprachen auf eine gemeinsame indoeuropäische Wurzel zurück. 

Der tschechische Mathematiker Jakub Marian – er hat auf seiner Website eine Vielzahl von Europakarten zu unterschiedlichsten Themen veröffentlicht – hat eine Karte dazu erstellt: 

Marian hat die Karte nach etymologischen Kriterien eingefärbt – Sprachen, deren Begriff für «Hund» einen gemeinsamen Ursprung hat, weisen dieselbe Farbe auf. So sind die germanischen, baltischen, keltischen und romanischen Sprachen fast alle in Rot gehalten, denn ihre Wörter für «Hund» gehen allesamt auf die proto-indoeuropäische Wurzel «*ḱwṓ» zurück. 

Ein interessanter Fall ist das englische Wort «dog». Es stammt vom mittelenglischen Wort «dogge» ab, das wiederum auf Altenglisch «docga» zurückgeht, dessen Herkunft ungeklärt ist. «Dog» verdrängte bis zum 16. Jahrhundert das mittelenglische «hound» (von altenglisch «hund»). «Hound» hat seinen Ursprung wie bei anderen germanischen Sprachen im proto-germanischen «*hundaz», das über «*ḱwn̥tós» zu «*ḱwṓ» zurückführt. 

Die Herkunft des ungarischen «kutya» und dem möglicherweise davon abgeleiteten bulgarischen und mazedonischen «куче» («kuče») sei nicht bekannt, schreibt Marian. Ebenso ungeklärt ist der Ursprung des spanischen «perro», des irischen «madra» und des neugriechischen «σκύλος» («skylos»). Die altgriechische Form «κύων» («kyon») geht dagegen auf das bereits erwähnte «*ḱwṓ» zurück. 

Die ähnlich lautenden Begriffe in den westlichen und südlichen slawischen Sprachen stammen alle vom protoslawischen «pьsъ» ab, das jedoch unbekannter Herkunft ist. Im Russischen und Weissrussischen wurde «пёс» («pjos») durch «собака» («sobáka») verdrängt, das aus dem Mitteliranischen stammt. 

(dhr)

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