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Atacama-Wüste, Chile

Endlose Weite, und das vor allem in Nord-Süd-Richtung: Atacama-Wüste im Norden Chiles. Bild: Shutterstock

Wie lang ist Chile wirklich? Länger als du denkst, wetten?



Die Schweiz ähnelt einem Stachelschwein, Italien hat die Form eines Stiefels. Manche Länder sind auf der Karte unverkennbar. Chile überzeugt durch seine Länge. Das südamerikanische Land besteht, das verrät ein flüchtiger Blick auf die Karte, praktisch nur aus Länge und nur ganz wenig Breite. Das ist auch der auf ungewöhnliche Karten spezialisierten Website Brilliantmaps.com aufgefallen, die Chile mit Europa und den USA vergleicht. 

Es scheint so, als hätte man ein normales Land – zum Beispiel die Türkei, die nur knapp grösser als Chile ist – an zwei entgegengesetzten Ecken gepackt und erbarmungslos in die Länge gezogen. Die 756'000 km2 von Chile – das ist gut 18 Mal die Fläche der Schweiz – verteilen sich auf eine Nord-Süd-Ausdehnung von über 4200 Kilometern. Dagegen beträgt die durchschnittliche West-Ost-Ausdehnung nur gerade 177 Kilometer. Das ist etwa so viel wie die Distanz zwischen Lausanne und Zürich (Luftlinie rund 173 km). 

Dennoch wirkt «das langgestreckte Land» auf herkömmlichen Weltkarten nicht so lang, wie es in Wahrheit ist. Das liegt an der traditionellen Mercator-Projektion, die zwar winkeltreu ist, aber nicht flächentreu. Gebiete in Polnähe sind bei dieser Projektion bedeutend grösser als jene in der Nähe des Äquators. 

Weltkarte mit Chile eingefärbt

Chile liegt am Westrand der Andenkette in Südamerika. In der traditionellen Mercator-Projektion sind die Gebiete in Äquatornähe viel kleiner dargestellt als jene in Polnähe. Grönland (ca. 2,2 Mio. km2) ist daher grösser als ganz Südamerika (ca. 17,8 Mio. km2).  Karte: watson

Wie unglaublich lang Chile in Wirklichkeit ist, zeigt sich, wenn man es aus seinem Kontext reisst und an eine andere Stelle verpflanzt. Das lässt sich mit Hilfe der Website thetruesize.com leicht bewerkstelligen. Hier sehen wir Chile in Europa: 

Karte Grössenvergleich Chile - Europa

Vom Nordkap bis Gibraltar: Chile, hier etwas nach rechts geneigt, auf eine Karte Europas gelegt.  Karte: thetruesize.com/watson

Norwegen, der lange Lulatsch Europas, ist ein Nasenwasser im Vergleich zum echten Längen-Champion aus Südamerika. Wenn Chile in seiner korrekten Nord-Süd-Ausrichtung auf die Europa-Karte projiziert wird, erstreckt es sich vom Nordkap bis fast an die libysche Küste. 

Karte Grössenvergleich Chile - Europa

Karte: thetruesize.com/watson

In die andere Richtung geneigt reicht das Land vom Nordkap bis nach Kirgisistan in Zentralasien

Karte Grössenvergleich Chile - Europa

Karte: thetruesize.com/watson

Hier noch eine quergelegte Variante: 

Karte Grössenvergleich Chile - Europa

Vom Atlantik bis nach Kasachstan. Karte: thetruesize.com/watson

Der Effekt ist womöglich noch deutlicher, wenn man Chile mit den USA vergleicht. Um 90 Grad nach rechts gekippt reicht der Andenstaat von Küste zu Küste, von San Francisco bis nach New York. 

Karte Grössenvergleich Chile - USA

Karte: thetruesize.com/watson

Hier noch ein Vergleich mit Japan: 

Karte Grössenvergleich Chile - Japan

Karte: thetruesize.com/watson

Und hier mit Neuseeland, das übrigens in Realität auf gleicher geographischer Breite liegt wie die mittleren Zonen Chiles. Deshalb verzerrt auch die Mercator-Projektion die relative Grösse der beiden Länder zueinander kaum. 

Karte Grössenvergleich Chile - Neuseeland

Karte: thetruesize.com/watson

(dhr)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Birdie 10.03.2017 00:04
    Highlight Highlight Nicht ganz zum Thema aber ich dachte mir noch, dass mir das Titelbild bekannt vorkommt. Genau das gleiche habe ich auch gemacht 😄 http://😄😄
    User Image
  • Ueli Do Ouagadougo 09.03.2017 23:37
    Highlight Highlight Apropos Chile: Antafagasta (ca. in der Mitte am Pazifik) liegt östlicher, als New York, welches am Atlantik liegt.
  • Hugo Wottaupott 09.03.2017 15:10
    Highlight Highlight Ob Norden Süden Äquator... mein "Land" ist immer gleich riesig.
  • kuhrix 09.03.2017 14:25
    Highlight Highlight Ich empfehle auch einmal nach MapFight zu googeln. Diese Seite zeigt eindrücklich wie die Grössenverhältnisse wirklich sind. Russland ist z.B. wesentlich kleiner als Afrika oder Kanada ist nur 1.02x so gross wie die USA.
  • fant 09.03.2017 14:14
    Highlight Highlight Das Problem ist nicht nur die Mercator-Projektion.

    Play Icon


    Sondern dass wir uns gewöhnt sind, meistens einen Ausschnitt zu sehen, wo der Äquator im unteren Drittel statt in der Mitte der Karte liegt. Bei einem Nord/Süd symmetrischen Ausschnitt (am Schluss des Youtube Videos), wären wir uns dank einer gigantisch erscheinenden Antarktis der Flächenverzerrung viel mehr bewusst.

    Für die Seefahrt war die Winkeltreue sehr wichtig, aber heutzutage wäre flächentreu "ehrlicher", z.B.:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Mollweide-Projektion

    • thymar 10.03.2017 10:34
      Highlight Highlight Ich finde die Goode-Homolosine-Projektion immer noch die beste. Sie ist sehr goode! Über die Schnittlinien kann man sich streiten, aber man kann diese easy an das anzuzeigende anpassen.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Goode-Projektion

      Sie bietet eine gute Balance zwischen Flächen- und Formtreue. Hervorragend geeignet für thematische Karten und alles, was irgendwie Flächen miteinander vergleicht, ohne die gewohnten Länderumrisse allzu stark zu verzerren, wie das die Mollweide-Projektion tut. Jene ist zwar de facto flächentreu, aber unser Hirn reinterpretiert automatisch, was das Auge sieht.
    • thymar 10.03.2017 10:39
      Highlight Highlight Und dadurch wird dann doch immer alles wieder in die Mercator-Projektion interpretiert, weil die irgendwie "logischer" und "natürlicher" erscheint, als die Mollweide-Projektion, die wir als sehr verzerrt wahrnehmen. Goode-Homolosine sollte mehr Beachtung geschenkt werden, ungeachtet des komischen Namens (hat eben auch einen Einfluss auf die Akzeptanz, denn "Goode-Homolosine" klingt einfach extrem nerdy für Laien. Man kann sich den Namen auch kaum merken. sad.)
  • pascaber 09.03.2017 13:32
    Highlight Highlight Ihr könnt nicht irgendwelche Länder einfach auf dem Globus hin und her schieben. Die Karte von Google Maps ist stark verzerrt weil es eine Mercator-Projektion ist. Die Länder, die sehr weit nördlich oder südlich sind erscheinen viel grösser als sie in Wahrheit sind (unter anderem der südliche Teil von Chile).

    Das ganz Phänomen rührt daher, dass die Erde eine Kugel ist und es deshalb nicht möglich ist ihre Oberfläche verzerrungsfrei auf einer ebenen Fläche darzustellen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Mercator-Projektion
    • meine senf 09.03.2017 14:21
      Highlight Highlight Genau das wird auf thetruesize.com ja eben auch berücksichtigt. Wenn du ein Land in die Nähe des Äquator schiebst, erscheint es kleiner.
    • Daniel Huber 09.03.2017 15:28
      Highlight Highlight @pascaber: meine senf hat Recht. Im Artikel geht es ja genau um die Verzerrungen der Mercator-Projektion.
    • meine senf 09.03.2017 17:17
      Highlight Highlight Noch eine Klugscheisserei: Auf dem *Globus* könnte man die Länder sehr wohl einfach so hin- und herschieben.

      Auf dem 3D-Globus gibt es ja im Gegensatz zur 2D-Karte keine Verzerrung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • fabinho 09.03.2017 13:20
    Highlight Highlight Die Mercator-Projektion ist sehr eindrücklich, wenn man Grönland auf Afrika legt. Auf einer normalen Karte sind sie beinahe gleich gross. In Wirklichkeit ist Grönland um ein vielfaches kleiner.
    • Daniel Huber 09.03.2017 15:30
      Highlight Highlight Das stimmt. Grönland ist nur 2,2 Mio. km2 gross, Afrika dagegen 30 Mio. km2.
    • blobb 09.03.2017 18:15
      Highlight Highlight ...
      User Image
  • Füttert die Tauben! 09.03.2017 12:48
    Highlight Highlight Spannend!
  • Paul_Partisan 09.03.2017 11:46
    Highlight Highlight Chile ist der beste Beweis dafür wie lächerlich und konstruiert Landengrenzen sind. So hat doch z.B. ein Nordchilene viel mehr gemeinsam mit einem Peruaner oder Bolivaner als mit einem Südchilenen. Genau so wie ein Basler mit einem Süddeutschen mehr gemeinsam hat als mit einem Westschweizer.
    • zeromg 09.03.2017 14:46
      Highlight Highlight ..und schlussendlich sind alles Spanier ;-)
    • whatthepuck 09.03.2017 15:11
      Highlight Highlight Bei Ländern geht's ja aber nicht nur um die Abgrenzung des Lebensraums verschiedener Ethnien. Kriege passieren, Gebietseroberungen finden statt. Grenzen entlang von natürlichen Linien wie Ozeanen, Gebirgen oder Flüssen sind mMn sinnvoller als Abgrenzungen nach Völkern. Verständlich für jedermann und auch ohne die künstliche Grenze ein natürliches Hindernis. Chile wird hauptsächlich durch Gebirge und Ozeane eingegrenzt.

      Bolivien und Peru sind zudem ja auch Vielvölkerstaaten; hat der Chilene mehr mit Leuten vom Titicacasee oder von Uyuni gemein? Oder doch mehr mit Leuten aus Santa Cruz?
    • thymar 10.03.2017 10:56
      Highlight Highlight @whatthepuck Ich muss vorwegnehmen, dass ich dich in keinster Weise als Nazi bezeichnen möchte, wirklich nicht. Das krasse naturdeterministische Grenzenverständnis solltest du aber trotzdem etwas relativieren. Ich möchte dir nahelegen, dich mit folgenden einschlägigen Artikeln zu befassen. Von da sollte sich der weitere Verlauf ganz natürlich ergeben, einfach verlinkte Artikel anklicken und danach zurückspringen.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Geographischer_Raum
      https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Ratzel
      https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Haushofer
      https://de.wikipedia.org/wiki/Geopolitik

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