Schweiz
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Barbara Loppacher hat Thomas N. angeklagt.

Wie Staatsanwältin Loppacher die Psychiater umgeht – und warum das problematisch ist

Staatsanwältin Barbara Loppacher fordert eine lebenslängliche Verwahrung für Thomas N. — obwohl die beiden Gutachter zum Schluss kommen, der mutmassliche Täter sei therapierbar. Dazu zitiert sie in ihrem Plädoyer Strafrechtsprofessorin Marianne Heer. Diese übt Kritik.

15.03.18, 09:43 15.03.18, 15:51

Andreas Maurer, Mario Fuchs / Aargauer Zeitung



Video: kaltura.com

Das Fazit der Prozessbeobachter im Fall Rupperswil war nach dem ersten Verhandlungstag einhellig: Eine lebenslängliche Verwahrung des mutmasslichen Vierfachmörders Thomas N. komme nicht mehr infrage. Denn beide befragten Gutachter attestierten ihm, therapiefähig zu sein. Das ist die Voraussetzung für diese Massnahme, bei der es nicht um Strafe geht, sondern um die Sicherheit der Bevölkerung.

Doch Staatsanwältin Barbara Loppacher überrascht am zweiten Prozesstag alle: In ihrem Plädoyer fordert sie eine lebenslängliche Verwahrung. Mit der diagnostizierten Persönlichkeitsstörung und der Pädophilie liesse sich nur ein Teil der Tat erklären: die sexuellen Übergriffe – nicht aber die Tötungen. Deshalb könne logischerweise auch keine Behandlung erfolgen.

Die Staatsanwältin übt Druck aus: «Sie, sehr geehrte Richterinnen und Richter, haben es in der Hand, ob der Beschuldigte wieder einmal in die Freiheit entlassen wird.» Eine lebenslängliche Freiheitsstrafe genügte, wenn man mit dieser Strafe «wirklich lebenslänglich im Gefängnis bliebe». In der Schweiz sei das aber nicht so: Eine Entlassung sei in fünfzehn Jahren, manchmal sogar in zehn Jahren möglich.

Angeklagter laut Aussagen therapiefähig

Video: srf

Bisher hob das Bundesgericht alle angefochtenen lebenslänglichen Verwahrungen auf, die von niederen Instanzen angeordnet worden waren. Es behandelte aber noch nie die Frage, ob ein Täter untherapierbar sei, weil er keine für die Tat relevante Störung habe. Opferanwalt Stefan Meichssner bezeichnet die Argumentation der Staatsanwältin als «neuen interessanten Ansatz». Er sagt: «Vielleicht führt er ja am Schluss dazu, dass sogar die Bundesrichter einmal ihre Meinung überdenken.»

Marianne Heer übt Kritik

Die Staatsanwältin zitiert in ihrem Plädoyer den Basler Strafrechtskommentar von Strafrechtsprofessorin Marianne Heer. Auf Anfrage dieser Zeitung äussert sich Heer nun persönlich: «Mir scheint die Argumentation der Staatsanwältin etwas gekünstelt.» Selbstverständlich müsse ein Kausalzusammenhang zwischen einer Störung und einer Tat vorliegen. Die Gutachter seien aber verpflichtet, darauf hinzuweisen, falls dieser Zusammenhang fehle. Das taten sie nicht explizit.

Gerichtsverhandlung Vierfachmord Rupperswil

Deshalb sagt Heer: «Das Gericht darf nicht einfach vom Gutachten abweichen, das ist Praxis des Bundesgerichts.» Bei den Psychiatern Sachs und Habermeyer handle es sich zudem um «äusserst profilierte und erfahrene Fachpersonen».

Die Staatsanwältin hingegen hält wenig von der Arbeit der Psychiater. Sie illustriert dies in ihrer Replik am Beispiel der Maturnote von N., die gemäss Habermeyer eine 4,5 und gemäss Sachs eine 4,7 war. Die Staatsanwältin: «Das zeigt, dass der Beschuldigte den Gutachtern jenen Teil von sich zeigte, den er offenbaren wollte.»

Als sie bei den Psychiatern nachgefragt habe, ob ein Zusammenhang zwischen der Persönlichkeitsstörung und der Tat bestehe, habe Habermeyer «herumgedruckst». Sachs sagte: «Im Gegensatz zu den sexuellen Handlungen mit einem Kind, die in direktem Zusammenhang mit der Pädophilie stehen, kann die Vierfachtötung tatsächlich nicht auf eine psychische Persönlichkeitsstörung zurückgeführt werden.»

Dabei stellt sich die Frage, wie die unterschiedlichen Tatkomponenten zusammenhängen. Es sind deren drei: der sexuelle Missbrauch eines Buben, der Raubüberfall und der Vierfachmord. Verteidigerin Renate Senn stützt sich in ihrem dreistündigen Plädoyer ebenfalls auf Sachs und sagt, dass das Sexualdelikt die Anlasstat gewesen sei. Thomas N. habe das Haus der Familie aufgesucht, weil er sexuell am Buben interessiert gewesen sei.

Mit dem Raubüberfall habe er sich vor allem selber einreden wollen, dass es ihm um Geld und nicht um Sex gehe. Die Tötungen hingegen seien «Begleiterscheinungen»: «Sie dienten lediglich zur Spurenbeseitigung.» Die Verteidigerin sagt, diese Aussage habe sie nicht selber erfunden, sie stamme von Sachs. Ebenso wie dieser Satz: «Ohne die Pädophilie hätten weder die Sexualdelikte noch die Vermögensdelikte noch die Tötungsdelikte stattgefunden.»

Die Verteidigerin sagt: «Er hat die Opfer nicht gequält und ihnen nicht mehr Schmerzen zugefügt als nötig. Herr N. hat nicht aus Lust getötet.» Er habe getötet, weil er das Gesicht nicht habe verlieren wollen. Er habe die Tat vertuschen wollen. Sie beschreibt N. als einen Mann voller Zweifel. Er habe während seiner Tat ständig gestaunt, dass er nicht aufflog. Er habe dauernd damit gerechnet, ja sogar gehofft, dass die Polizei eingreife. Doch es sei erstaunlich einfach gewesen, die Opfer zu manipulieren.

Senn hält nicht einmal eine ordentliche Verwahrung für nötig und beantragt eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme. Diese werde regelmässig überprüft und könne bei Problemen immer noch in eine stationäre Massnahme oder sogar eine Verwahrung umgewandelt werden. Die Verteidigerin betont: «N. ist nicht gefährlicher als andere Gefängnisinsassen, die nicht verwahrt sind. Er ist folglich gleich zu behandeln.»

Volk gegen Gericht?

Die Verteidigerin geht davon aus, dass die Mehrheit der Bevölkerung für eine lebenslängliche Verwahrung von N. sei: «Das Volk erwartet einen derartigen Entscheid vom Gericht. Der Volkswille und der Volkszorn sind aber nicht das, was zählt.» Sonst sei die Gewaltentrennung im Eimer. Der Fall möge noch so spektakulär sein, doch man müsse die rechtlichen Voraussetzungen für eine Verwahrung prüfen. Diese seien nicht erfüllt.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 16.03.2018 01:02
    Highlight Wie genau sollte sich ein Angeklagter verhalten,
    damit er glaubwürdig wirkt?
    0 3 Melden
  • E7#9 15.03.2018 16:53
    Highlight Er hat 4 Menschen ermordet und begründet dies damit, dass er nicht als Pädophiler entlarvt werden wollte. Also waren die Morde nicht kranker Natur sondern in höchstem Masse skrupellos und egoistisch. Wer ohne diagnostizierte Krankheit zu so etwas fähig ist sollte auch einfach aufgrund dieser Tatsache verwahrt werden können. Wieso muss eine Verwahrung zwingend durch zwei psychiatrische Gutachten mit „nicht therapierbar“ gerechtfertigt werden? Ein Mensch kann doch auch ohne Krankheit so gefährlich sein, dass er verwahrt werden muss.
    37 7 Melden
  • demokrit 15.03.2018 16:35
    Highlight Frau Heer sagt: "Selbstverständlich müsse ein Kausalzusammenhang zwischen einer Störung und einer Tat vorliegen. Die Gutachter seien aber verpflichtet, darauf hinzuweisen, falls dieser Zusammenhang fehle. Das taten sie nicht explizit."

    Zumindest Gutachter Josef Sachs sagt genau das sehr explizit:
    «Im Gegensatz zu den sexuellen Handlungen mit einem Kind, die in direktem Zusammenhang mit der Pädophilie stehen, kann die Vierfachtötung tatsächlich nicht auf eine psychische Persönlichkeitsstörung zurückgeführt werden.»

    Der Andere eierte um die Frage herum.
    26 2 Melden
  • G. Schmidt 15.03.2018 15:42
    Highlight Kein Psychiater will ein Gutachten ausstellen, dass eine lebenslängliche Untherabierbarkeit ausstellt.
    Die Gefahr ist zu gross, dass damit die Reputation des Psychiaters auf dem Spiel steht.
    Daher ist es einfacher von einer “langen aber möglichen” Thearpierbarkeit zu sprechen.
    24 5 Melden
    • Saraina 15.03.2018 17:33
      Highlight Wieso soll so ein Gutachten die Reputation eines Psychiaters in Frage stellen? Und wieso sollte sich der bereits pensionierte Gutachter um seine Reputation scheren?
      7 12 Melden
    • G. Schmidt 16.03.2018 00:00
      Highlight @Saraina
      In der Wissenschaft kommt es extrem auf den „guten“ Ruf an! Nur wer diesen zu schützen weiss kommt dementsprechend weit.
      Evtl. hilft hier Spieltheorie, wenn sie sich für „definitiv“ entscheiden, dann kann Ihr Gutachten widerlegt bzw. kritisiert werden. Entscheiden Sie sich aber für „vielleicht/möglich“, dann ist es schon viel schwieriger ihren Entscheid anzufechten. Konsequenz ist, dass eine Therapien ausprobiert werden ohne wirklich zu wissen ob es funktioniert.
      Im Hinblick auf einen pensionierten Gutachter, nehme ich an, dass jemand der soweit gekommen ist, dementsprechend so denkt.
      2 3 Melden
  • MacB 15.03.2018 14:45
    Highlight Ich denke, wir haben hier mit einem wegweisenden Fall zu tun. Wird Thomas N. nicht verwahrt, bin ich ziemlich sicher, dass es einen gesellschaftlichen Aufstand gegen das Gutachtertum mit anschliessenden Initiativen geben wird.

    Sind wir mal ehrlich, wenn jemand, der so ein Gewaltverbrechen begeht, nicht verwahrt wird, wer dann? Da können zwei Gutachter noch lange sagen, er sei therapierbar.

    44 16 Melden
    • Shlomo 15.03.2018 16:53
      Highlight Du kennst aber schon den Unterschied zwischen lebenslanger Verwahrung und der normalen Verwahrung?
      17 10 Melden
    • MacB 15.03.2018 19:14
      Highlight Ja
      2 5 Melden
  • What’s Up, Doc? 15.03.2018 14:22
    Highlight Egal wie es ausgehen wird, der Typ wird in seinem Leben wohl keine fünf Minuten haben in denen er zur Ruhe kommt. Ist er draussen wird über kurz oder lang rauskommen wer er ist und sitzt er hinter Gitter werden die Häftlinge auch Wind davon bekommen, welche Behandlung Pädos und Kindermörder bekommen dürfte wohl klar sein. Der wird wohl immer mit einem offenen Auge schlafen müssen und meiner Meinung nach ist das auch gut so.
    31 15 Melden
    • EvilBetty 15.03.2018 16:56
      Highlight Bei Kindermördern und -schändern wird so weit ich weiss Isolationshaft angeordnet.
      11 2 Melden
    • rauchzeichen 15.03.2018 19:28
      Highlight schwerstkriminelle die per 59er artikel therapiert werden, was hier wahrscheinlich der fall sein wird, haben eigene zellen, in denen sie nur von abends bis am morgen eingeschlossen sind. der rest ihrer zeit besteht aus therapie, arbeit und freizeit, wobei sie umgang mit anderen kriminellen haben, die ebenfalls therapiert werden. davon sind auch pädos nicht ausgeschlossen. im gegensatz zum klischee wird ausser einer gewissen geringschätzung selten gewalt gegen pädophile angewendet. das einzige was seinen schlaf stören wird, ist seine vergangenheit. und das ist gut so.
      5 1 Melden
  • Herr J. 15.03.2018 14:21
    Highlight Die Kritik an der Staatsanwältin ist unberechtigt. Sie wagt es, den allmächtigen Gutachtern zu widersprechen, das finde ich gut und mutig. Den Entscheid fällt ja am Schluss das Gericht. Unsere Rechtssprechung krankt leider daran, dass niemand wirklich Verantwortung übernehmen will, darum sind die Gutachter faktisch in der Position der Richter, was in der Gewaltenteilung so nicht vorgesehen ist.

    Und warum soll der Volkswille keine Rolle spielen? Das Volk ist der Souverän, von ihm gehen die Gesetze aus. Natürlich spielt der Wille des Volkes eine Rolle, wir sind nicht Nordkorea.
    50 37 Melden
    • Statler 15.03.2018 15:14
      Highlight Wenn es nach dem Willen des Volkes ginge, würden Leute wie Herr N. öffentlich auf dem Marktplatz hingerichtet, nachdem sie geteert und gefedert durchs Dorf gejagt und mit Geisseln geschlagen wurden.
      Dann sind wir Nordkorea viel näher, als wir das jetzt sind.
      28 23 Melden
    • moringa 15.03.2018 17:38
      Highlight @Herr J.: Ich bin völlig deiner Meinung. Mir geht es auch auf die Nerven, wie man sich an solche Gutachten klammert. Auch die Gutachter sind nur Menschen, damit auch nicht perfekt und können nicht die Zukunft voraussagen.

      @Statler: Nein, wenn es nach dem Volkswillen gehen würde, würde Thomas N. lebenslang verwahrt werden. Sicher gibt es einige, die eine andere Bestrafung für Thomas N. wünschten. Aber wirf nicht alle in einen Topf. Ist das Wohl des Einzelnen oder der Allgemeinheit wichtiger? Kommt N. in 18 Jahren raus, wird er erst 52 Jahre alt sein und kein alter, schwacher Mann.
      13 6 Melden
  • moimoimoi 15.03.2018 14:16
    Highlight "Die Verteidigerin geht davon aus, dass die Mehrheit der Bevölkerung für eine lebenslängliche Verwahrung von N."

    Es gibt einen Grund, warum wir keine Volksgerichte haben, sondern gewählten Fachleuten, die von mindestens 2 höheren Instanzen überprüft werden können und ihre Entscheide auf die Gutachten von anderen Fachleuten stützen.
    31 11 Melden
  • Swizzi 15.03.2018 14:06
    Highlight Gut so Frau Loppacher, die einzig richtige Forderung.
    47 18 Melden
  • So en Ueli 15.03.2018 13:57
    Highlight Problematisch ist nur die Möglichkeit, dass solch ein Mensch überhaupt wieder einmal in die Freiheit kommen könnte. Dieser Herr gehört bis an sein Lebensende hinter schwedische Gardinen. Es kann nicht garantiert werden, dass seine kranken Gedanken therapiert werden können, daher ist das Risiko zu gross. Lieber einer mehr für immer hinter Gitter, anstatt das potentiell noch eine Familie umkommt.
    33 15 Melden
    • rauchzeichen 15.03.2018 19:32
      Highlight du solltest dich echt mal informieren, wie so eine therapie hinter schwedischen gardinen abläuft... da kommst du nicht einfach so mal raus. misslingt die therapie, wird er verwahrt. bis sie als geglückt gesehen wird, brauchts enorm viel. versuchen kann mans ja mal!
      4 3 Melden
    • So en Ueli 15.03.2018 22:33
      Highlight Haben wir nicht schon genug Therapieversuche gesehen? Es braucht nur eine oder eine die angeblich therapiert ist und in der Freiheit erneut einen Mord, oder eine Vergewaltigung oder sonst einen anderen fetten Bullshit begeht. Wollen wir das als Risiko annehmen? Wollen möglichen weitern Kollateralschaden in Kauf nehmen? Solang nicht garantiert werden kann, dass ein Mensch nach einer Therapie sich geändert hat und nicht mehr dieselbe oder die ähnliche Tat begeht, ist es besser, wenn solche Leute bis an Ihr Lebensende vor der Gesellschaft weggesperrt sind.
      3 3 Melden
  • Butschina 15.03.2018 13:48
    Highlight Wäre es nicht generell sinnvoller über eine Verwahrung nach fünf Jahren Therapie zu entscheiden? Zumindest bei Ersttätern? Wie soll ein Gutachter das einigermassen Abschätzen können in solch einem Fall?
    53 12 Melden
  • Philipp55 15.03.2018 13:42
    Highlight Den Opfern nicht mehr Schmerz zugefügt als nötig ...
    Diese Argumentation der Verteidigerin ist schlicht unfassbar, wenn nicht pervers ...
    Und dass die Opfer jetzt auch noch selber Schuld am Geschehen sein sollen, ist doch der Gipfel der Frechheit!
    Ist denn die Staatsanwältin die Einzige, die sich von den manipulativen Spielchen des Angklagten nicht einwickeln lässt?
    Entsprechend schwammig und nicht fassbar sind deshalb auch die Gutachten ausgefallen! Höchst bedenklich wenn man daran denkt, dass sie praktisch alleine ausschlaggebend für eine Verwahrung sind!
    69 23 Melden
    • Saraina 15.03.2018 15:15
      Highlight Die Argumentation der Verteidigung ist immer von Verständnis für den Täter geprägt. Das heisst nicht, dass die Frau manipuliert wurde, sondern dass sie, als Pflichtverteidigerin ihren äusserst undankbaren Job zu machen versucht. Was sie über den Täter denkt, steht auf einem anderen Blatt und interessiert nicht.
      25 7 Melden
  • Martin Kaufmann (2) 15.03.2018 13:29
    Highlight Das Volk ist der Souverän, dessen Wille über allem steht. Gewaltenteilung betrifft Exekutive, Legislative, Judikative. Sichtweise vieler internationaler Staatsrechtler.

    Souverän schrieb die Verwahrungsinitiative so in die Verfassung. Die Staatsanwältin formuliert richtig, scharfsinnig, klug: vier Voraussetzungen der lebenslangen Verwahrung, davon einige fraglos erfüllt.

    Therapierbarkeit des Mörders ist detailliert zu analysieren. Dafür gebührt ihr grosser Dank. Geht es um Ursache - Wirkung? War die Tötung zwingend Folge der Pädophilie? Am Bundesgericht, final zu entscheiden.
    15 27 Melden
  • Bijouxly 15.03.2018 13:23
    Highlight Was hat die Maturnote damit zu tun? Vllt kann mir jmd diesen Abschnitt erklären:

    Die Staatsanwältin hingegen hält wenig von der Arbeit der Psychiater. Sie illustriert dies in ihrer Replik am Beispiel der Maturnote von N., die gemäss Habermeyer eine 4,5 und gemäss Sachs eine 4,7 war. Die Staatsanwältin: «Das zeigt, dass der Beschuldigte den Gutachtern jenen Teil von sich zeigte, den er offenbaren wollte.»
    21 3 Melden
    • Harri Hirsch 15.03.2018 14:10
      Highlight Ich denke mal, dass die in den Gutachten erwähnten Maturnoten den Psychiatern vom Angeschuldigten vermittelt wurden und dann so, ohne Überprüfung, von ihnen in ihre jeweiligen Gutachten übernommen wurden. Und somit, dass N. Grundsätzlich alles mögliche verdreht und darstellt, so dass es für ihn am besten aussieht. Eben manipulative und notorisch lügend.
      45 1 Melden
    • coheed 15.03.2018 14:33
      Highlight Das soll einfach heissen, dass N. lügt und sich so verkauft wie es gerade am besten passt.
      42 1 Melden
    • HeforShe 15.03.2018 14:36
      Highlight Soweit ich verstanden habe, geht es darum, dass beide Psychiater verschiedene Aussagen vom Täter erhalten haben - soweit, dass sie sich selbst bei der Maturnote unterscheiden, ohne eine weitere Überprüfung - und dementsprechend auch das psychiatrische Profil zu hinterfragen ist, da der Täter den Dialog mit den Gutachtern steuerte/manipulierte.
      40 2 Melden
    • EvilBetty 15.03.2018 14:58
      Highlight Mit der Maturnote direkt nichts. Die Erklärung steht doch da? N. erzählt was er will.
      19 1 Melden
  • Der Tom 15.03.2018 13:08
    Highlight Es darf auf gar keinen Fall eine Hoffnung auf ein Leben nach der Haft geben für den Täter. Das wäre ein sehr gefährliches Signal.
    54 14 Melden
  • Mitsch 15.03.2018 12:54
    Highlight Erstens gab es keine "Not" jemandem Schmerzen zuzufügen, sondern nur den ganz persönlichen Wunsch, oder zumindest die persönliche Entscheidung, dies zu tun. Und zweitens ist es barer Hohn, bei einer Vergewaltigung darauf abzustellen, das Opfer sei nicht gequält worden sei.

    Würde mich interessieren, wie die Verteidigerin argumentieren würde, wäre sie selber vergewaltigt worden. So weltfremd kann man doch schlicht nicht sein. Und dann noch darauf zu verweisen, dass der ganze Akt ja auch "nur 20 Minuten" gedauert habe ist an Verwerflichkeit nicht zu überbieten.
    75 15 Melden
    • rauchzeichen 15.03.2018 19:36
      Highlight lies erstmal das jobprofil der verteidigung. dann reden wir wieder...
      8 3 Melden
  • Varanasi 15.03.2018 12:43
    Highlight Nur schon die Morde als Begleiterscheinung zu betiteln, empfinde ich in so einem schlimmen Fall als unerträglich.
    67 8 Melden
  • murrayB 15.03.2018 12:36
    Highlight Wieso sind wir nicht in den USA? Die lösen solche Fälle anders... Problem erledigt...
    27 51 Melden
    • Gar Manarnar 15.03.2018 14:41
      Highlight Ja, die US Justiz ist ja so genial...

      Zum Glück ist es nicht so.
      37 11 Melden
  • Eskimo 15.03.2018 12:33
    Highlight Hat der Richter die Möglichkeit trotz der Meinung der Gutachter die richtige Entscheidung zu treffen?
    Schliesslich trägt er die Verantwortung. Es darf nicht sein dass der jemals auch nur die Hoffnung bekommt, wieder in die Nähe eines Kindes zu kommen.
    Nur weil 2 Möchtegern Menschenkenntnisexperten ihn für therapierbar halten...
    40 34 Melden
    • Tilman Fliegel 15.03.2018 14:44
      Highlight Genaugenommen halten sie ihn nicht für therapierbar, sondern schliessen eine Therapierbarkeit nicht für die Zukunft aus. Das ist ein feiner Unterschied, aber für die lebenslange Verwahrung braucht es eben eine absolute Untherapierbarkeit auch in der Zukunft.
      13 4 Melden
    • bokl 15.03.2018 15:18
      Highlight "Hat der Richter die Möglichkeit trotz der Meinung der Gutachter die richtige Entscheidung zu treffen?"

      Ja natürlich. Seine Entscheidung wird einfach von einer nächsten Instanz kassiert. Und tut er das wiederholt ist er bald einmal arbeitslos. Auch ein Richter steht nicht über dem Gesetz und das ist gut so.
      8 3 Melden
  • Typu 15.03.2018 12:15
    Highlight Meine Güte ist das technische rhetorik. Da komm ich nicht mit. Wenn ich mich als Familienvater aber in die Situation der Opfer versetzte fühle ich mich ohne Ton schreiend in völliger Dunkelheit. Das ist doch kaum ertragbar. Und der bekommt ev 10 Jahre? Nicht auszuhalten.
    64 9 Melden
  • Restseele 15.03.2018 12:07
    Highlight Juristisches Hin und Her.... Ich glaube nicht, dass irgend jemand will, dass dieser Mensch irgendwann wieder frei herumläuft.
    50 7 Melden
    • Eskimo 15.03.2018 14:16
      Highlight Und doch wird es wohl so kommen....
      7 10 Melden
  • Gummibär 15.03.2018 11:56
    Highlight Wenn die Psychiater persönlich für die möglichen Konsequenzen einer allfälligen zukünftigen Beurlaubung oder Freilassung des Täters nach Therapierung haftbar gemacht werden können , dann soll ihren Gutachten Beachtung geschenkt werden.
    Andernfalls muss die Sicherheit der Bevölkerung dem Wohlbefinden eines einzelnen Soziopathen übergeordnet werden.
    Das hat mit Volkszorn nichts zu tun, wohl aber mit unserem Recht auf Schutz vor notorischen Gewalttätern.
    41 20 Melden
    • Herr J. 15.03.2018 14:24
      Highlight Eine persönliche Haftung der Gutachter ist falsch. Dann regiert nur noch die Angst, Wissenschaft ade. Menschen kann man nicht vermessen, ihr Verhalten in der Zukunft ist immer mit Unsicherheit behaftet.
      In Italien wollten sie ernsthaft Erdbebenexperten ins Gefängnis schmeissen, weil sie die Gefahr nicht erkannten (konnten). So weit sollten wir es nicht kommen lassen.
      23 7 Melden
    • MacB 15.03.2018 14:48
      Highlight Das hat mit Volkszorn nichts zu tun, wohl aber mit unserem Recht auf Schutz vor notorischen Gewalttätern.

      seh ich genauso! Jemad, der zu so einer schrecklichen Tat (Mord und Pädophilie) fähig ist, will man niemals wieder auf der Strasse sehen.
      16 5 Melden
    • Gummibär 16.03.2018 09:11
      Highlight @Herr J.
      Die Haftung von Gutachtern muss man differenzierter sehen.
      Erdbebenexperten die den Bau von nicht erdbeben-sicheren Hochhäusern auf einer Bruchlinie empfehlen sind zur Rechenschaft zu ziehen.
      Glaziologen die den Bau eines Feriendorfes unter einer bekannten Gletscherabbruchstelle gutheissen ebenfalls.
      Wissenschafter können die Zukunft nicht voraussehen, sie müssen aber ein bekanntes Risiko in Rechnung stellen.
      2 0 Melden
  • fandustic 15.03.2018 11:54
    Highlight Problematisch ist einzig und alleine die Argumentation der Verteidigung. Sie macht ihren Job, ok, aber dann soll sie sich auch darauf konzentrieren, was ihr Mandant falsch gemacht hat und nicht darauf, was die Opfer angeblich hätten besser machen müssen. Chapeau dass da keiner der Angehörigen im Gerichtssaal durchgedreht ist! Dazu ist die Schlussfolgerung der Staatsanwaltschaft logisch und nachvollziehbar. Er hat eine Persönlichkeitsstörung und ist Pädophil. Die Morde erklärt es aber nicht, auch aufgrund der Gutachten der Psychiater. Ergo gibt es da auch nichts zu therapieren. Logisch.
    46 7 Melden
  • Marco321 15.03.2018 11:49
    Highlight Bin mit der Entlassung nach 18 Jahren einverstanden, wenn die Pflichtverteigerin den Thomas bei sich zuhause aufnimmt und betreut. Denn ohne neue Identität wie das bei Günther Tschanun geschah, wird er nie mehr in der Öffentlichkeit Fuss fassen können. Kaum jemand wird ihm Arbeit geben wollen. Und mit neuer Identität kann er dann wieder von vorne beginnen. Warum gibt es nicht für jeden Mord 18 Jahre Haft? Ist das ein Mengenrabatt? Es spielt also keine Rolle wenn man eine Person umbringt, - dann kann man gleich alle töten. Gibt nicht mehr Strafe!
    65 67 Melden
    • _stefan 15.03.2018 12:42
      Highlight @Marco321: In der Schweiz gilt das "Asperationsprinzip" (Art. 49 StGB). Die schwerste Straftat wird bestraft (Mord). Bei Mehrfachmord kann das Gericht das Strafmass leicht erhöhen.

      In den USA wird übrigens das Additionsprinzip angewendet und alle Strafen zusammengezählt.
      35 0 Melden
    • satyros 15.03.2018 12:49
      Highlight Wenn es Dich ernsthaft interessiert, empfehle ich die Artikel 47 - 51 des Strafgesetzbuches zur Lektüre. Dort geht's um Strafzumessung. Hier interessiert vor allem der Art. 49 Abs. 1 StGB. Dort geht's darum, wie eine Strafe festgelegt wird, wenn mehrere Taten begangen wurden.
      12 2 Melden
    • Saraina 15.03.2018 15:21
      Highlight Wieso die Pflichtverteidigerin dafür bestrafen wollen, das sie ihre Arbeit macht?
      14 7 Melden
  • coronado71 15.03.2018 11:26
    Highlight Kritisch sehe ich die Berichterstattung gewisser Medien. Die Verteidigerin wird anderswo als "Killer-Anwältin" betitelt. Sorry, die macht ihren Job - das ist Rechtsstaat at work. Man kann deren Äusserungen kritisch sehen, aber eine "Killer-Anwältin"? So unrecht hat die Verteidigerin nicht, wenn sie erwähnt, dass "das Volk" für eine lebenslange Verwahrung von N. wäre. Soll "das Volk" über ein Strafmass abstimmen? Ganz sicher nicht!
    123 41 Melden
    • Nosgar 15.03.2018 12:22
      Highlight Ja, damit hat der Blick eine Linie überschritten. Es erstaunt mich aber nicht, da die Verteidigerin am Tag zuvor die Medien heftig kritisiert hatte.
      18 7 Melden
    • Willy Tanner 15.03.2018 13:19
      Highlight Es käme auf jeden Fall sehr viel besser heraus als so! Hier wo nicht die Tat im Mittelpunkt steht, sondern der Täter ob er therapierbar ist oder nicht.... spielt das eine Rolle? Nein! Ob die Opfer Schuld sind oder nicht, oder ein wenig.....das ist mehr als absurd und menschenverachtend! Und die Gutachten sind der reinste Hohn. Arbeitsbeschaffung für die Gilde!
      25 21 Melden
    • coronado71 15.03.2018 14:19
      Highlight @Tanner: dann lassen wir das Volk generell über das Strafmass entscheiden. Wollen Sie das?
      13 1 Melden
    • Makatitom 15.03.2018 16:12
      Highlight Es wäre manchmal besser, dann sässen Ospel, Grübel, Merz, Blocher und Burgisser auch im Knast, statt Golf zu spielen
      9 6 Melden
  • Alice36 15.03.2018 11:20
    Highlight «Er hat die Opfer nicht gequält und ihnen nicht mehr Schmerzen zugefügt als nötig. Herr N. hat nicht aus Lust getötet.»

    Langsam wird es doch sehr bizarr, das intellektuelle Geschwafel der Juristen und Psychiater. Wenn jemand in der Lage ist einen Jungen vor den Augen der Familie zu vergewaltigen, dann alle zu töten und auch noch auszurauben, dann brauch ich keinen Psychiater der erzählt er könne noch therapiert werden. Das topt dann nur noch eine Verteidigerin die meint die Familie hätte eine Mitschuld. Sorry aber das ist grad etwas zuviel aufs mal.
    415 77 Melden
    • Darth Unicorn 15.03.2018 11:45
      Highlight Ich hab schon öfters in Kommentaren gelesen das der Junge vor den Augen der Familie vergewaltig worden sei, jedoch habe ich das nie irgendwo gelesen..

      Aber ich pflichte dir vollkommen bei!
      37 8 Melden
    • Saraina 15.03.2018 15:06
      Highlight Es müsste sich ja jetzt herumgesprochen haben, dass er den Jungen nicht "vor den Augen seiner Familie vergewaltigte". Wieso wird eine grauenvolle Tat noch grauenvoller machen?
      6 1 Melden
  • Leee 15.03.2018 11:14
    Highlight "Er hat die Opfer nicht gequält und ihnen nicht mehr Schmerzen zugefügt als nötig. Herr N. hat nicht aus Lust getötet."
    Die Familie mit Waffengewalt unter Kontrolle bringen, den Sohn zu vergewaltigen (so viel ich weis, mussten die anderen zusehen), die Mutter dazu zwingen, dass sie Geld holt, dann alle umbringen und das Haus abzufackeln, aber nein, er hat sie nicht gequält?!
    140 26 Melden
    • thzw 15.03.2018 13:50
      Highlight Es ist eben nicht klar, ob die anderen zusehen mussten, oder ob es in einem separaten Zimmer geschah. Sowieso beruht die Schilderung des Tathergangs ja grösstenteils auf den Aussagen des Täters selber, wir werden also nie wissen, was wirklich geschah.
      3 4 Melden
  • BigE 15.03.2018 11:06
    Highlight Vielleicht ist dieser Prozess ja endlich Anlass, über den Gesetzestext zu diskutieren und diesen zu ändern, damit Täter wie N. auf Grund der Tat lebenslang verwahrt werden können und nicht auf Grund der Therapiemöglichkeiten.

    Ich wäre ja eh für eine Kumulation der Strafen. Vier Morde = vier Mal lebenslänglich. Dann könnte er nach 3/4 der Strafe Haftentlassung verlangen, sollte er dann noch leben!
    122 40 Melden
    • phreko 15.03.2018 11:59
      Highlight Zieh doch in die USA, wenn du ein solches Justizsystem für sicherer hälst.
      67 92 Melden
    • murrayB 15.03.2018 12:41
      Highlight In den USA hätte dieser Täter je nach Staat auch eine andere Strafe...

      @phreko - In Norwegen haben sie wegen Breivik auch das Gesetz angepasst...
      17 0 Melden
    • Die Erleuchtung 15.03.2018 12:57
      Highlight Dafür muss aber zuerst die Selbstbestimmungsinitiative der SVP angenommen werden, denn aktuell verbietet die EMRK eine solche Regelung. Hoffentlich öffnet das einigen die Augen, dass es die EMRK ebennicht nur die Menschenrechte sondern eine exakte Interpretationen derer schützt. Eine aus meiner Sicht falsche Interpretation, zumindest sollte die Schweiz selber darüber bestimmen können.
      14 17 Melden
    • MaskedGaijin 15.03.2018 13:12
      Highlight Sicherer nicht. Aber gerechter.
      4 5 Melden
    • bibaboo 15.03.2018 13:26
      Highlight @BigE: Ihre Aussage scheint sehr durchdacht, doch hätte ich no eine Frage: Stiehlt ein Täter 1000 Einfränkler, muss er dann 1000 mal die Strafe absitzen (also maximal 5000 Jahre) und wenn er hingegen eine Tausendernote stiehlt, nur einmal (also maximal 5 Jahre)? Oder würde ersterer Fall gar als geringfügiges Vermögensdelikt gewertet, so dass der Täter 1000 mal eine Busse bezahlen muss?
      @watson: Vielleicht wäre es besser, die Kommentarspalte für dieses Thema zu schliessen. Gewisse Kommentare (und vor allem die Zustimmung) sind wirklich erschreckend.
      18 21 Melden
    • Makatitom 15.03.2018 16:20
      Highlight @Erleuchtung, Die Selbstabschaffungsinitiative meinst du wohl
      1 3 Melden
    • BigE 15.03.2018 16:34
      Highlight @bibaboo: bei Ihrem Beispiel bleibt die Summe des Deliktes gleich. 1000 Einfränkler sind gleich viel, wie eine 1000er Note. Allerdings ist ein Mord nicht gleich viel, wie vier Morde, nicht?

      Mich stört an der aktuellen Rechtsprechung, dass es ab einem gewissen Grad keinen Unterschied mehr macht, ob die Täter*innen noch „eins drauflegen“ oder nicht, weil die Maximalstrafe schon durch die vorherigen Delikte erreicht wird. Da müsste mMn etwas verändert werden.
      11 2 Melden
    • bibaboo 16.03.2018 00:07
      Highlight @BigE: Ihre Idee war es, für jedes Tötungsdelikt die volle Strafe auszusprechen und zu summieren. Dies funktioniert auf zwei Arten:
      Entweder man sieht eine einzelne Bestrafung für jedes Delikt vor oder man quantifiziert den "Schaden", wobei die Strafe proportional zu dessen Höhe berechnet wird.
      Würden die Einfränkler jeweils bei einem Raub erbeutet, müsste bei ersterer Variante für jedes einzelne Delikt die Mindeststrafe - also 6 Monate - ausgesprochen werden (insgesamt 500 Jahre). Bei der 1000er Note wäre hingegen ein mittleres Strafmass von wenigen Jahren zu erwarten.
      1 1 Melden
    • bibaboo 16.03.2018 00:07
      Highlight Fortsetzung: Eine Quantifizierung des Schadens ist nur schon aufgrund des Höchststrafmasses nicht möglich. Eine Aufhebung dessen würde zu einem Freifahrtsschein der Justiz führen und jeglichen Grundprinzipien des Strafrechts zuwiderlaufen.

      Ich lege Ihnen wärmstens nahe, sich mit den Straftheorien auseinander zu setzen. Sie werden dabei hoffentlich erkennen, dass es der falsche Weg wäre, unser über Jh. entstandenes Strafrecht aufgrund eines - wenn auch äusserst tragischen - Einzelfalls über den Haufen zu werfen.
      1 1 Melden
  • Statler 15.03.2018 10:58
    Highlight Entscheidend ist in dem ganzen Artikel eigentlich nur dieser eine Satz: «[...] Der Volkswille und der Volkszorn sind aber nicht das, was zählt.».

    Wenn wir zulassen, dass Volkswille und -zorn die Rechtssprechung beeinflussen, können wir gleich wieder öffentlichen Pranger und Hinrichtungen einführen, sprich, auf direktem Weg zurück in's Mittelalter.

    Interessant in diesem Zusammenhang auch die jeweilige Frage an die Opfer, ob sie «mit dem Urteil zufrieden» seien. Die «Satisfaktion» wurde auch schon länger abgeschafft. Es geht nicht um Genugtuung, sondern um eine Strafe für ein Verbrechen.
    282 76 Melden
    • galgenhumor 15.03.2018 12:33
      Highlight Das mag ja sein Statler, aber das Bauchgefühl sagt dennoch dass es nicht richtig ist, eine Strafminderung aufgrund des Vertrauens der Opfer in die nichtvorhandenen menschlichen Regungen des Täters oder des Versagens der Polizei, die diesen nicht gestoppt hat, geltend zu machen. Es ist ein brutaler Mord aus niederen Beweggründen, die Konstrukte der Psychiater und Verteidiger können das nicht kaschieren.
      Stossend ist allerdings auch dass unser Strafgesetz für solche Taten eine viel zu milde Strafe vorsieht, was der Verwahrungsdiskussion einen viel zu hohen Stellenwert als "Strafersatz" gibt.
      23 4 Melden
    • Hops 15.03.2018 13:23
      Highlight Stimme dir zu. Jedoch meinte Heer im letzten Artikel auch, dass das oberste Ziel "die Resozialisierung des Täters sei." Und damit hab ich in diesem Fall als sehr sozialer Mensch doch meine Mühe.
      Die Tag war geplant und er hat 4 Menschenleben ausgelöscht. Darf da das Ziel die Resozialisierung sein? Es gibt in der Justiz nicht einfach schwarz oder weiss, aber müsste er nicht einfach 15 Jahre pro Menschenleben bekommen, das er ausgelöscht hat? Ich finde es gibt Taten und Umstände für die muss man ein Leben lang bezahlen sollte und zwar mit der eigenen Freiheit.
      23 2 Melden
    • HeforShe 15.03.2018 14:44
      Highlight Die Frage nach dem Schutz der Bevölkerung ist jedoch sehr gerechtfertigt.

      Die Gutachten sind - so wie hier in den Medien übermittelt - unbefriedigend. Der Zusammenhang zwischen Tat und Störung völlig berechtigt von der Staatsanwältin in Frage gestellt. Die Aussagen der Verteidigerin sind nicht nur geschmackslos, sondern auch desillusioniert. Der Täter hochmanipulativ und nicht vertrauenswürdig, er hat bereits weitere Opfer ins Auge gefasst.

      Die Bevölkerung hat das Recht hier Fragen zu stellen, auch wenn sie dem Gericht unangenehm sind. Zorn ist eine Sache... Schutz die andere.
      11 4 Melden
    • Statler 15.03.2018 15:09
      Highlight @Sprudli: Ich bin weder Richter noch Jurist und somit eben nicht geeignet, um über das Strafmass zu urteilen. Ausserdem geht es ja beim Strafmass (wie ich oben erwähnt habe) nicht um die Genugtuung der Opfer, das ist eine ganz andere Geschichte und separat zu diskutieren.
      Nur leider können die meisten Leute (so wie auch Du) zwischen diesen beiden Sachverhalten nicht unterscheiden.
      6 3 Melden
    • Statler 15.03.2018 15:11
      Highlight @So en Ueli: Viel Spass im Mittelalter. Da war die Sicherheit ja bestimmt viel grösser und alles viel gerechter, gell?
      Ausserdem bedeutet Pranger auch eine Verurteilung ohne Gerichtsverhandlung, sprich, da wird Willkür Tür und Tor geöffnet. Recht und Gerechtigkeit sind zwei verschiedene Dinge - der Pranger ignoriert beides.
      9 3 Melden
    • bokl 15.03.2018 15:24
      Highlight @SeU
      "Ein Pranger hätte das Potential die Sicherheit einer Gesellschaft zu erhöhen."

      Das System mit Pranger hatten wir schon und nein, die Sicherheit war nicht höher.
      8 0 Melden
    • IchSageNichts 15.03.2018 17:15
      Highlight Ja, aber wenn die verhängten Strafen über längere Zeit nicht dem allgemeinen Empfinden der Gesellschaft entsprechen, dann werden radikale Initativen kommen die eine massive Verschärfung verlangen. Natürlich ist das immer ein Balanceakt. Aber Fälle wie Carlos oder Rupperswil mobilisieren Leute die was ändern wollen. Man darf das einfach nicht vergessen.
      3 0 Melden
  • The Writer Formerly Known as Peter 15.03.2018 10:58
    Highlight Ich hoffe, der Richter wird in diesem Fall sehr hart entscheiden. Etwas Hoffnung macht mir ausnahmsweise, dass es ein SVP Richter ist. Bei aller Objektivität denke ich, haben diese die Tendenz härter zu entscheiden. Weil man kann durchaus den Ausführungen der Staatsanwältin folgen. Sie zeigte einen Weg auf wie man ihn dauerhaft wegsperren kann. Die Frage ist nun, folgt der Richter dieser.
    73 36 Melden
    • phreko 15.03.2018 12:00
      Highlight Ist bloss das Bezirksgericht..der kann so "hart" entscheiden wie er will, letztlich entscheidet er nichts.
      33 10 Melden
    • Gar Manarnar 15.03.2018 12:02
      Highlight Es ist nicht nur "der" Richter. Es ist ein Richterkollegium.
      47 0 Melden
    • The Writer Formerly Known as Peter 15.03.2018 12:18
      Highlight Wenn es weitergezogen wird, muss jemand Farbe bekennen. Wir werden sehen.
      5 2 Melden
    • Serge15 15.03.2018 13:26
      Highlight Ich würde es eher begrüssen, wenn die Richter sich an die heute geltenden Gesetze halten würden, anstatt sich vom Parteibuch leiten zu lassen. Ansonsten wird das Urteil nur weitergezogen und wieder aufgehoben.
      Und unabhängig vom Urteil wird es wohl so sein, dass der Typ kaum jemals wieder rauskommt. Von den 150 (ordentlich) Verwahrten in der Schweiz, kommen pro Jahr ca. 2 raus. Dabei hat die überwiegende Mehrheit davon weniger gravierende Taten begangen. Und falls es doch "nur" lebenslang ohne Verwahrung geben sollte, heisst es auch nicht, dass man nach 15 Jahren automatsich raus kommt.
      10 4 Melden
    • alterecht? 15.03.2018 13:54
      Highlight Eine Untherpierbarkeit hervor ist mehr als abenteuerlich.. würde ja heissen aus jeder Straftat oder mindestens jedem Gewaktverbrechen welches nicht mit einer Krankheit erklärt werden kann gehe eine Untherapierbarkeit welche dann zur Lebenslangenverwahrubg führen müsste.
      4 2 Melden
    • Herr J. 15.03.2018 14:30
      Highlight @ Serge 15
      Stimmt. Es ist bloss zu hoffen, dass in 15 oder 20 Jahren noch gleich gedacht und gehandelt wird bei den Justizbehörden. Leider ist zu befürchten, dass irgendwann wieder "Larifari" Einzug hält, wenn ein paar Jahre nichts passiert mit rückfälligen Gewalttätern.
      3 10 Melden
  • oliversum 15.03.2018 10:45
    Highlight Ist die Verwahrung überhaupt eine Strafe, oder eine Sicherheitsmassnahme, damit der Täter künftig keine Straftaten nach demselben Muster begehen kann?
    28 6 Melden
    • lofdo 15.03.2018 11:41
      Highlight Die Verwahrung ist eine Massnahme zum Schutz der Öffentlichkeit.
      63 0 Melden
  • lilie 15.03.2018 10:43
    Highlight (2/2) Ausserdem ist es etwas merkwürdig, dass beurteilt wird, dass die hinter der Tat liegende Störung therapierbar sein muss.

    Die Psychotherapie arbeitet selten störungsbezogen, sondern versucht, die Problematik störungsunabhängig einzukreisen und anzugehen.

    Das kann erfolgreich sein, teilweise erfolgreich oder es kann scheitern (unter Umständen ist sogar eine Verschlimmerung möglich).

    Dabei ist es eigentlich unerheblich, ob die darunterliegende Störung behoben werden kann oder nicht. Wesentlich ist, dass der Täter seine Tat nicht wiederholt.

    Im vorliegenden Fall ist das zu bezweifeln.
    46 7 Melden
  • lilie 15.03.2018 10:38
    Highlight Ich finde es eher problematisch, dass eine psychiatrische Störung vorliegen muss, um eine solche Tat zu erklären, damit der Täter endgültig weggesperrt werden kann.

    Denn warum soll er eine solche Tat begehen? Er handelte nicht aus äusserer Not, Rachegedanken oder im Affekt - Umstände, die auch einen gesunden Menschen dazu bringen könnten, einen anderen Menschen töten.

    Auch wenn die Psychopathologie keine Bezeichnung dafür hat (denn gerade im Bereich der Persönlichkeitsstörungen ist man sich noch reichlich uneins) - derart geplante und unmotivierte Tötungen müssen krankhaft sein. (1/2)
    55 7 Melden
  • Daenerys Targaryen 15.03.2018 10:32
    Highlight Ich finde das abartig makaber: Vier Menschen sind getötet worden, weil der Täter ein sexuelles Interesse an einem der Opfer hatte und jetzt reden wir darüber ob er therapierbar ist oder nicht?? Meiner Meinung nach wird man nicht bestraft, wenn man therapiert wird...
    70 34 Melden
    • Fly Baby 15.03.2018 11:21
      Highlight Die Therapie ist eine Massnahme und keine Bestrafung.
      Die Therapeuten sind gewissermassen gezwungen solche Menschen zu untersuchen, das dient auch der Erkenntnis, dem Weiterkommen in der Psychiatrie, Forschung, Medizin usw.
      Einfach nur wegsperren ist nicht die Lösung.
      35 32 Melden
  • Judge Dredd 15.03.2018 10:30
    Highlight TITEL:

    Wie Staatsanwältin Loppacher die Psychiater umgeht – und warum das problematisch ist

    Ja wieso soll das problematisch sein? Die Staatsanwältin ist im Gerichtsverfahren Anklägerin und somit Partei. Sie muss nicht neutral sein, genau so wenig wie der Beschuldigte und seine Verteidigerin neutral sein müssen. Die Anklage fordert lebenslange Verwahrung die Verteidigung gar keine. Das ist "part of the game".
    Lediglich die Richter müssen neutral sein. Sie sind diejenigen die ein Urteil fällen, ob sie dann den Anträgen folgen werden, werden wir sehen.
    126 9 Melden
    • Theor 15.03.2018 12:18
      Highlight Das stimmt aufgrund Art. 6 StPO nicht so ganz - trotzdem gibts ein Herzchen von mir, weils abseits des Gesetzestexts der Wahrheit entspricht. Staatsanwälte fordern in der Regel das Maximale, im Wissen, dass der Richter den Mittelweg einschlagen wird.
      5 3 Melden
    • Judge Dredd 15.03.2018 16:06
      Highlight Ich habs wohl etwas zu einfach ausgedrückt. In der Tat führt die Staatsanwaltschaft einerseits das Vorverfahren, in welchem sie natürlich neutral und dem Untersuchungsgrundsatz verpflichtet ist. Mit der Anklageerhebung und dem Beginn des Hauptverfahrens wird sie aber einerseits zur Partei muss aber andererseits unabhängig bleiben.
      In diesem Sinne ist sie schon an die Neutralität gebubunden wenns auch in der Praxis nicht immer so aussieht, wie du richtig sagst.
      1 2 Melden
  • N. Y. P. 15.03.2018 10:16
    Highlight «lebenslänglich»

    Dieser Begriff ist irreführend. Er sollte bei uns keine Verwendung finden. Er ist nahezu falsch.

    18 Jahre sind 18 Jahre. 18 Jahre sind auf keinen Fall lebenslänglich. Man wertet so diese Strafe verbal auf.

    101 10 Melden
    • Judge Dredd 15.03.2018 13:02
      Highlight @N.Y.P.
      Tut mir leid, aber deine Aussage ist falsch. Lebenslänglich heisst nicht 18 Jahre.
      Ein zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilter Mörder kann in der Schweiz tatsächlich bis an sein Lebensende inhaftiert bleiben, unabhängig wie alt er wird. Wie bei der Verwahrung wird aber auch hier von Zeit zu Zeit, ich glaube spätestens nach 15 Jahren, bin mir aber nicht ganz sicher, eine entlassung geprüft.
      Das Beispiel des 5-fach Kondermörders Werner Ferrari zeigt dies an einem aktuellen Beispiel. Er wurde 1989 verhaftet, 1995 verurteilt und sitzt nach wie vor in Haft, nun seit knapp 30 Jahren.
      13 3 Melden
    • N. Y. P. 15.03.2018 14:12
      Highlight Danke für die Ausführung. Dann heisst lebenslänglich, dass man theoretisch bis zum Lebensende inhaftiert werden kann.
      3 1 Melden
  • Fulehung1950 15.03.2018 10:13
    Highlight Deshalb sagt Heer: „Das Gericht darf nicht einfach vom Gutachten abweichen, das ist Praxis des Bundesgerichts“.

    D.h., dass nicht mehr die Gerichte, sondern die Gutachter die Urteile fällen. Das kann ja wohl nicht sein, oder?

    Nei, der Ansatz von Loppacher ist richtig!
    84 23 Melden
    • Enzasa 15.03.2018 11:44
      Highlight Die Frage ist doch, akzeptiere ich ein Gutachten oder nicht. Wenn jeder normale Richter sagen kann, dass Gutachten gefällt mir nicht, ich entscheide anders. Dann braucht es keine Gutachten
      27 8 Melden
    • Frances Ryder 15.03.2018 12:08
      Highlight Ja lassen wir doch die Richter von jetzt an über die Psyche des Täters entscheiden, das lernt man ja auch im Jus-Studium. Dann bitte auch gleich die Polizeiarbeit den Richtern überlassen, geht jawohl gar nicht, dass die Spurensuche mit ihren DNA-Analysen und Fingerabdrücke die Urteile fällt und nicht die Richter.
      9 6 Melden
    • lilie 15.03.2018 13:53
      Highlight Vielleicht ist noch wichtig, dass die Staatsanwältin die Gutachten nicht einfach ignoriert, sondern dass sie ausgegend von den von den Gutachtern festgehaltenen Erkenntnissen zu einem anderen Schluss kommt als diese, nämlich: nicht therapierbar auf Grund der Beobachtung, dass keine Störung gefunden werden konnte, welche ursächlich für die Tat war.

      Die Staatsanwältin hält die lebenslange Verwahrung in diesem Fall für angebracht und sucht deswegen eine Argumentation, um dies juristisch abzustützen.
      9 1 Melden
    • Fulehung1950 15.03.2018 14:08
      Highlight Frances Ryder: es geht doch darum, dass Gutachten für die Richter Hilfen sein sollen, bei der Beurteilung und der Urteilsfindung. Aber es kann nicht sein, dass der Gutachter mit seinem Gutachten das Urteil bestimmt oder sogar vorweg nimmt.

      Im Übrigen kann kein Gutachter heute voraussagen, wie sich ein Patient künftig verhält. Wie oft haben sich Gutachter in der Vergangenheit geirrt? „Fälle“ Lucie und Marie schon vergessen?

      Keine Frage, die meisten dürften therapierbar sein. Aber die Erfahrung zeigt eine erschreckende Rückfallquote. Darum geht es letztlich!
      7 1 Melden
    • Herr J. 15.03.2018 14:37
      Highlight @ Frances Ryder
      Die Richter sollen die Gutachten durchaus beachten. Sie sollen sich aber nicht sklavisch daran halten müssen. Sonst müssen künftig die Gutachter vorne am Richtertisch hocken und die Richter können während des Prozesses eine Woche in die Ferien.
      8 1 Melden
    • Saraina 15.03.2018 15:53
      Highlight Therapiert werden nicht nur Persönlichkeitsstörungen. Im Gegenteil gibt es Persönlichkeitsstörungen, die nicht therapierbar sind. Aber therapiert werden können Depressionen, Neurosen, Zwangsstörungen, Ängste, Aggressionen und eine Vielzahl weiterer Störungen der Persönlichkeitsentwicklung. Und eine Störung der Persönlichkeitsentwicklung ist sicher vorhanden, bei einem ü30 Mann, der mit der Mutter in die Ferien fährt und ihr über Jahre vormacht, er absolviere ein Studium. Was zu einem solchen Doppelleben führt, kann der Therapie zugänglich sein.
      4 2 Melden
  • Madmessie 15.03.2018 10:12
    Highlight Der Volkswille und der Volkszorn zeigt sich dann einfach an der Urne.
    50 26 Melden
  • Triumvir 15.03.2018 10:07
    Highlight Dem Kommentar von Viktor Dammann, Gerichtsreporter von Blick, stimme ich 100 Prozent zu. Die Verteidigung hat den Täter zum Opfer gemacht, was in diesem Fall einfach nicht geht!
    https://www.blick.ch/news/schweiz/mittelland/angehoerige-beim-prozess-zum-rupperswiler-vierfach-mord-geschockt-killer-anwaeltin-verhoehnt-opfer-id8116771.html
    58 25 Melden
    • satyros 15.03.2018 12:40
      Highlight Was sich Herr Dammann hier erlaubt, ist skandalös. Wenn es nach ihm ginge, müsste die Verteidigerin ihr Plädoyer auf Entschuldigungen an die Opfer beschränken und dann die Höchststrafe fordern. Und das in einem Blatt, das entgegen dem ausdrücklichen Wunsch der Opferanwälte die Klarnamen der Opfer veröffentlicht.
      25 18 Melden
    • Triumvir 15.03.2018 13:28
      Highlight Nein. Skandalös war das fragwürdige Plädoyer der Verteidigerin. Wer keine Argumente hat, schiebt die Schuld auf andere....in diesem Fall auf die Presse und die unschuldigen Opfer. Und macht damit den Täter zum Opfer. Das ist skandalös lieber satyros!
      19 5 Melden
    • thzw 15.03.2018 13:57
      Highlight Na und? Sie ist die Pflichtverteidigerin, das ist ihr Job. Es läuft halt nun mal so, dass sie ihren Mandanten im bestmöglichen Licht erscheinen lassen muss. Was sie in diesem Fall ja schon von vornherein auf verlorenen Posten stellt...Wie man nach der Aussage "der Missbrauch dauerte ja nur 20 Minuten" noch ruhig schlafen kann, wundert mich allerdings auch...
      9 2 Melden
  • Tapatio 15.03.2018 09:51
    Highlight Problematisch finde ich eher die Argumentation der Verteidigung. Sie hätte ganz einfach auf die psychiatrischen Gutachten abstützen können und die Verwahrung damit ausschliessen können. Stattdessen redet sie davon, dass die Opfer dem Täter in die Karten spielten und noch viel schlimmer, dass der Missbrauch "nur" 20 Minuten dauerte und nicht übermässig brutal war.. jeder hat das Recht verteidigt zu werden, aber die Art und Weise ist hier doch sehr sehr bedenklich..
    579 52 Melden
    • Roland Bach 15.03.2018 10:04
      Highlight Sich auf Gutachten von Psychiatern stützen finde ich probmelatisch, hier in der Schweiz sind wir ja alle der Meinung das alles und jeder therapierbar und wieder auf die Gesellschaft losgelassenn erden kann. Psychiater lassen sich von eigenem Narzismuss blenden, indem sie glauben alles und jeden therapieren zu können, das nutzen solche Menschen aus.
      Beispiel, erinnern sie sich an die getötete die mit ihrem Insassen alleine zu einer Reittherapie, glaub ich, fahren wollte?
      51 34 Melden
    • bokl 15.03.2018 10:09
      Highlight @Tapatio
      "... jeder hat das Recht verteidigt zu werden, aber die Art und Weise ist hier doch sehr sehr bedenklich ..."
      Es ist Aufgabe der Verteidigung ein Urteil zugunsten ihres Mandaten zu erreichen. N. möchte nach der Strafe wieder freikommen. Dies ist die Leitschnur für die Verteidigerin. Selbst wenn sie selber nicht dieser Meinung ist.
      52 13 Melden
    • Radiochopf 15.03.2018 10:14
      Highlight definitiv, das war schon eher skandalös was die Verteidigung sagte! Ich fand die Argumentation und Begründungen von der Staatsanwältin logisch und gut begründet.. die Gutachter haben definitiv nicht überzeugt.. man sieht hier, das wohl auch ein 3. oder 4. Gutachter auch etwas anderes über Thomas N. gesagt hätten.. die Aussagen von Thomas N. selber waren ja auch widersprüchlich und immer wieder anders.. Frau Heer ist gegen die Verwahrung von Thomas N., dass hat man schon vor den Verhandlungen überall lesen können, kein Wunder greift sie nun die Staatsanwältin an..
      37 23 Melden
    • RatioRegat 15.03.2018 10:22
      Highlight Die Aufgabe der Verteidigung ist in Fällen wie diesem sehr undankbar - und trotzdem ist es notwendig, dass der Beschuldigte eine Verteidigung hat.

      Mit den Gutachten wird lediglich die lebenslängliche Verwahrung ausgeschlossen, nicht aber die ordentliche Verwahrung. Die Strategie der Verteidigung zielt darauf ab, dass eine stationäre Massnahme anstelle der Verwahrung angeordnet wird.
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    • Xapillon 15.03.2018 10:27
      Highlight Jeder hat auch das Recht darauf, dass der Verteidiger sein Bestes gibt. Natürlich bin ich mit dem Inhalt wie Sie (und vlt. sogar Frau Senn selbst) nicht einverstanden. Ich finde aber sie macht einen guten Job.
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    • Ylene 15.03.2018 10:31
      Highlight Gebe dir völlig recht. Victim-blaming vom schlimmsten. Man adaptiere die Verteidigungslogik oben mal auf eine Vergewaltigung, um zu sehen, wie übel die ist: 'Mein Klient hat die ganze Zeit gehofft, dass das Opfer, welches übrigens sehr aufreizend angezogen war, sich mal deutlich wehrt oder wenigstens laut schreit, damit er gestoppt wird.' Watson war bei #metoo auf Seite der Opfer und hat ein paar gute Analysen gebracht, warum nicht hier? Warum ist nur Loppacher problematisch?
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    • Dunkleosteus6765 15.03.2018 10:47
      Highlight Ich gebe dir Recht Tapatio. Argumente dieser Art, von der Verteidigung, sind weder gerecht noch moralisch vertretbar. Allerdings funktioniert eine Verteidigung nicht auf der moralischen Ebene oder auf der Gerechtigkeits-Ebene, sondern auf der Rechts-Ebene. Recht und Gerechtigkeit sind bei Weitem nicht das Gleiche.

      "Der Verteidiger hat die Pflicht, den Beschuldigten wirkungsvoll zu verteidigen. Seine Parteilichkeit zugunsten des Angeschuldigten ist stets und strikte zu wahren." (https://www.straf-prozess.ch/die-verteidigung-in-strafsachen/pflichten-des-verteidigers)
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    • LukasderErste 15.03.2018 10:48
      Highlight Die Verteidigerin hat die Pflicht, ihren Mandanten so gut wie möglich zu verteidigen. Wendet sie nicht die ihrer Meinung nach beste Strategie an, verletzt sie diese.
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    • olmabrotwurschtmitbürli 15.03.2018 11:02
      Highlight Ich vermute, die Verteidigung wurde medial etwas effekthascherisch wiedergegeben.

      Es sollte wohl gesagt werden, dass der Täter selbst nicht damit gerechnet hat, dass sein Tatplan reibungslos gelingt und nicht, dass den Opfer eine Mitschuld zukomme. Damit möchte die Verteidigung wohl das Bild der wie ein Uhrwerk funktionierenden "Tötungsmaschine" abschwächen und durch die Vorstellung eines innerlich getriebenen Menschen ersetzen, der die Kontrolle verliert und es nicht schafft, die Reissleine zu ziehen.
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    • Frances Ryder 15.03.2018 11:22
      Highlight Naja sie nimmt halt direkt gegen das Argument der Staatsanwältin Stellung und versucht eine Verbindung zwischen der Pädophilie und den Morden herzustellen. Finde ich jetzt persönlich eine bessere Argumentation, wenn man konkret auf die Punkte der Gegenseite eingeht, anstatt einfach ans Gericht zu appelieren i.S.v "Das geht gegen eure gerichtliche Praxis darum dürft ihr nicht auf das Argument de Staatsanwältin eingehen".
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    • satyros 15.03.2018 11:30
      Highlight Hier ging es der Verteidigung um die Strafzumessung und nicht die angemessene Massnahme. Dabei muss sie Bezug auf die Tat nehmen und aufzeigen, was aus ihrer Sicht für ihren Klienten und eine mildere Strafe spricht. Diese "blame the victim"-Verteidigung mit den Opfern, die sich halt hätten wehren sollen und die Polizei rufen, fand ich hingegen auch geschmacklos und das nützt auch dem Klienten nichts. Vielleicht hat sie das allerdings auch im Auftrag des Klienten gesagt.
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Sozialhilfe-Betrug im Aargau: Deutsche muss die Schweiz verlassen

Das Bezirksgericht Zurzach verweist eine 42-jährige Deutsche des Landes, weil sie beim Sozialamt gelogen und illegal Geld bezogen hat. Ein Härtefall liege nicht vor, sagte der Richter.

Sabine (Name geändert) lebt seit 2007 in der Schweiz. Die 42-jährige Deutsche ist alleinerziehende Mutter, ihre beiden Töchter (13 und 16) besuchen hier die Schule, ihre pflegebedürftige Mutter lebt in einem Heim in der Region. Der Vater der Kinder zahlt monatlich 600 Franken Alimente, er lebt getrennt von der Familie in Deutschland. Dorthin muss auch Sabine zurück, wenn es nach dem Bezirksgericht Zurzach geht.

Dort musste sich die Deutsche am Montag verantworten, weil sie im vergangenen Herbst …

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