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Seit 87 Tagen in Russland im Hungerstreik: Ist Filmregisseur Senzow dem Tod nahe?

08.08.2018, 21:48
Russischer Filmregisseur Senzow: Seit 87 Tagen im Hungerstreik.
Russischer Filmregisseur Senzow: Seit 87 Tagen im Hungerstreik.
Bild: AP/AP

Der seit 87 Tagen hungerstreikende ukrainische Filmemacher Oleg Senzow schwebt nach Angaben seiner Cousine in akuter Lebensgefahr. Ihr in Russland inhaftierter Verwandter habe ihr über seinen Anwalt einen Brief zukommen lassen, schrieb Natalja Kaplan am Mittwoch im Onlinenetzwerk Facebook.

Darin schreibe der 42-Jährige, sein Ende sei nah. Senzows Gesundheitszustand sei «katastrophal», betonte Kaplan. Er könne nicht mal mehr aufstehen.

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Eine ukrainische Aussenamtssprecherin forderte den Westen am Mittwoch auf, den Druck auf Moskau zur Freilassung Senzows zu verstärken. Sein Verteidiger Dmitri Dinse hatte am Dienstag mitgeteilt, der seit dem 14. Mai im Hungerstreik befindliche Senzow habe 30 Kilogramm Körpergewicht verloren. Er will erst aufhören, wenn Russland alle – nach Kiewer Schätzungen rund 70 - ukrainischen «politischen Gefangenen» freilässt.

Die Lagerverwaltung droht deshalb damit, Senzow auf eine Intensivstation zu verlegen und zwangsweise zu ernähren. Der Regisseur von der Krim lehne eine Einweisung ins Krankenhaus aber ab.

In einer handschriftlichen auf Dienstag datierten Notiz, die Dinse über Facebook verbreitete, schrieb Senzow, er sei in seiner jetzigen Lage «nicht transportfähig». Er halte an seinem Hungerstreik fest und nehme nur lebensunterstützende Medikamente zu sich, sagte Dinse am Mittwoch dem Radiosender Echo Moskwy.

Im Gegensatz dazu hatte die Gefängnisbehörde des nordrussischen Gebietes, in dem Senzow inhaftiert ist, am Vortag mitgeteilt, sein Zustand sei zufriedenstellend. Senzow hat am 14. Mai in dem Lager Labytnangi nördlich des Polarkreises einen Hungerstreik erklärt. Er will daran notfalls bis zum Tode festhalten, um die Freilassung politischer Gefangener aus der Ukraine in Russland zu erzwingen.

Die russische Justiz hat den 42-jährigen Künstler und proukrainischen Aktivisten nach der Annexion der Halbinsel Krim als angeblichen Terroristen zu 20 Jahren Lagerhaft verurteilt. Viele Künstler in Russland, aber auch im Ausland setzen sich für seine Freilassung ein. (wst/sda/dpa/afp)

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