Interview
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Die Frage, was wir essen, trägt heute stark zur Identitätsstiftung bei.
Bild: shutterstock

Interview

Warum wir essen, was wir essen: «Meistens geht es um Selbstinszenierung und Zugehörigkeit»

Wir essen, um uns zu definieren, zu inszenieren und zu optimieren. Warum das so ist, erklärt der Ernährungspsychologe Thomas Ellrott.

Bettina Musall / Spiegel online



Ein Artikel von

Spiegel Online

Vegetarisch, vegan, glutenfrei, high-carb, low-carb und vor allem alles bio: Herr Ellrott, was sagen die Ernährungsstile unserer Zeit über die Menschen aus?
Thomas Ellrott: Einer der Megatrends heisst Individualisierung. Das Essverhalten «der» Menschen gibt es nicht mehr. Es gibt nur noch das Essverhalten jedes Einzelnen. Und es gibt immer mehr Extreme – zum Beispiel Männer, die ihre Männlichkeit über teures Beef inszenieren. Auf der anderen Seite der Skala die Hardcore-Veganer, auch das können Männer sein. Häufiger aber sind es Frauen.

Zur Person

Thomas Ellrott (Jahrgang 1966) leitet das Institut für Ernährungspsychologie an der Universität Göttingen. Der promovierte Mediziner steht auch der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Niedersachsen vor.

Was ist heute anders als vor 20 oder 50 Jahren?
Die Pluralisierung der Ernährungsstile. Das reicht von der sogenannten Steinzeiternährung oder Paleo-Diät, bei der alles so ursprünglich wie möglich sein soll, bis zum Functional Food, also genau dem Gegenteil, den künstlich optimierten Nahrungsmitteln. Am meisten getwittert wird derzeit über Vegetarismus und vor allem Veganismus. Aber Paleo und Kobe-Rind, also extrem hochwertiges Fleisch, sind auch weit vorn. Und die gefühlte Laktose- oder Gluten-Unverträglichkeit gehört ebenfalls zu den Hotspots.

Was heisst «gefühlt»?
Solche Leute meinen, es sei gesünder, auf Laktose oder Gluten zu verzichten, auch ohne eine entsprechende Diagnose zu haben. Manchmal werden gar Beschwerden mit anderer Ursache solchen populären Diagnosen zugeschrieben.

Geht es da noch um Gesundheit?
Bei manchen Menschen sicher, auch um Tierwohl oder Nachhaltigkeit. Immer häufiger geht es jedoch um Selbstinszenierung und Zugehörigkeit.

Bild

Thomas Ellrott.
bild: Institut für ernährungspsychologie

Warum wird Essen so überhöht?
Wir leben in einer Welt, die schwer überschaubar ist. Gleichzeitig erleben wir einen Verlust von tradierten Ordnungssystemen wie Religion und Familie. Wir sind also auf der Suche nach Identität und nach Sinn. Die Hauptfrage, die sich Menschen heute stellen, lautet: Wer bin ich? Oder besser: Wer will ich sein? Wie will ich von anderen wahrgenommen werden?

Und da hilft es, kein Fleisch zu essen?
Es gibt Dinge, die man kurzfristig nur schwer oder gar nicht ändern kann. Die Frage etwa, woran ich glaube, hat viel mit meiner Herkunft und Familie zu tun, so etwas kann ich kaum beeinflussen. Auch wie ich wohne, ist nicht so schnell zu verändern. Anders ist es mit den Dingen, die wir konsumieren. Welches Smartphone ich habe, was ich anziehe, wie mein Körper aussieht und wofür ich mich engagiere – das sind Facetten eines Ichs, die sich vergleichsweise gut modellieren lassen.

Sofern die finanziellen Mittel dafür vorhanden sind. 
Richtig. Und da trägt die Frage, was und wie viel ich esse, heute stark zur Identitätsstiftung bei. Denn mein Ernährungsstil ist leicht änderbar. Selbst mit einem beschränkten Budget.

Früher gab es den Diätwahn. 
Zur Identitätsbildung laden Diäten eher nicht ein. Sie sind ein ziemlich trockenes Mittel zu dem Zweck, Kilos zu verlieren. Diät ohne Religion, ohne Ideologie funktioniert für die Sinnsuche nicht. Dafür braucht es einen grossen Überbau, wie eben Nachhaltigkeit, Klimaschutz oder Tierwohl.

Wie wird aus einem individuellen Ernährungsverhalten ein Trend?
Wir kommunizieren Zugehörigkeit heute anders. Früher war es etwa wichtig, zu welchem Sportverein ich gehöre oder welches Auto ich fahre. Heute signalisieren die digitalen Tattoos Zugehörigkeit.

Digitale Tattoos?
Selbstbilder, die sich digital kommunizieren lassen. Essen eignet sich ganz hervorragend als digitales Tattoo.

essen fotografieren

Bevor gegessen wird, muss noch schnell ein Foto gepostet werden.
bild: shutterstock

Der Schnappschuss von meinem perfekt arrangierten Teller ...
... oder die Facebook- oder Twittergruppe oder der Blog, in dem Veganismus oder Paleo-Diät inszeniert werden. Von all den Dingen, die das Ich ausmachen, hat Essen den grossen Charme, gut modellierbar zu sein. So kann ich mich selbst definieren, mich in einer bestimmten Haltung sehen und zeigen. Ich kann mich zugehörig fühlen, zugleich von anderen absetzen und damit Individualität generieren.

«Der individuelle Ernährungsstil wird gnadenlos überhöht.»

Was drückt sich beispielsweise in der Zugehörigkeit zu Vegetarismus oder Veganismus aus?
Da gibt es jede Menge positive Konnotationen. Selbstdisziplin, Engagement, Rücksichtnahme, Tierschutz, vielleicht auch Klimaschutz, Verantwortung, also etwas frech ausgedrückt: ein Besser-Menschentum. Darum ist es so attraktiv, sich dazu zu bekennen.

Und wer nicht mitmacht?
Da sind wir mitten in den Religionsdiskussionen des Mittelalters. Für die christlichen Missionare waren die Heiden die schlechteren Menschen. Die mussten bekehrt werden. Das erleben Leute, die heute noch Fleisch essen, teilweise auch. Der individuelle Ernährungsstil wird gnadenlos überhöht. Je mehr man das zum eigentlichen Sinn des Lebens macht, umso mehr idealisiert man es auch als Wert, das kann dann zur Quasireligion werden.

Wie erklären Sie sich eine solche Hysterie?
Vegetarismus oder Veganismus sind ja per se nicht schlecht, aber manche Anhänger suchen vor allem eine Ordnungsstruktur und finden sie in einem Essverhalten, das ihnen plötzlich Sinn und Halt gibt. Und wem die individuelle Entscheidung nicht reicht, der wird zum Missionar und verurteilt andere.

Eignet sich die intensive Beschäftigung mit dem eigenen Ernährungsstil, um dahinter eine Essstörung zu verstecken?
In der Fachwelt wird diskutiert, ob extreme selbstoptimierende Ernährungsarten in Einzelfällen eine Form von Essstörung annehmen können, im Sinne einer Orthorexia nervosa, der krankhaften Beschäftigung mit der richtigen Ernährung. Entscheidend ist der Grad der Beeinträchtigung. Wenn sich jemand zwanghaft den ganzen Tag mit der vermeintlich korrekten Ernährung beschäftigt und darüber den beruflichen Pflichten und sozialen Kontakten nicht mehr nachkommt, liegt tatsächlich die Diagnose einer Essstörung nahe.

Ist die Individualisierung der Ernährungsstile ein Wohlstandsphänomen?
Es setzt eine gewisse materielle Ausstattung voraus, sich nach ethischen und politischen Überzeugungen zu ernähren. In unserer Gesellschaft geben wir mal gerade zwölf Prozent dessen, was wir finanziell zur Verfügung haben, für Essen aus. In anderen Weltregionen geht es erst mal um Nahrungskalorien, egal woher. Die können nix optimieren, die müssen sehen, dass sie ihr täglich Brot auf den Tisch bekommen.

Wir zeigen durch unser Essverhalten, zu welcher sozialen Schicht wir gehören?
Essen hatte immer auch mit Zugehörigkeit und Wohlstand zu tun. In den Überflussgesellschaften kann heute fast jeder fast alles auf den Tisch bringen. Da braucht es andere Massnahmen, um sich von der Masse abzugrenzen. Mit Selbstkasteiung kann man zum Beispiel zeigen, wie konsequent man isst – und ist.

Durch Selbstkasteiung zur Selbstverwirklichung?
Das ist nur eine Facette. Ausserdem – und das ist wirklich völlig anders als früher – muss das ja nicht heissen, rundum Verzicht zu üben. Wenn ich mich früher zum Veganismus bekannte, hiess das automatisch: Fahrrad fahren statt Auto, Bahn fahren statt fliegen, wenn man überhaupt reiste, gebrauchte statt neuer Kleidung kaufen. Heute zeigen Studien, dass der Verbraucher einen nie gekannten Wankelmut an den Tag legt.

Zum Beispiel?
Jemand trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift «I am vegan» und fährt einen riesigen Pick-up-Truck. Ich kenne einen Veganer, der flog einmal First Class nach Hawaii und zurück, nur um sich seinen Vielfliegerstatus zu sichern. Mit diesem Flug bläst er mehr CO² in die Luft, als ein durchschnittlicher Deutscher in einem ganzen Jahr produziert. An Bord bestellte er das vegane Menü. Das ist eine neue Individualität, die eine fundamentale Inkonsistenz im Verhalten erlaubt.

Eigentlich das Gegenteil von Authentizität.
Der Einzelne definiert, was seine Authentizität ausmacht.

Könnte daraus eine Gesellschaft aus kulinarischen Egomanen werden?
Nicht unbedingt. Es ist heute schon erkennbar, dass wir uns parallel danach sehnen, durch gemeinsames Essen mit anderen Bindungen zu stabilisieren. Essen stellt sozialen Kitt dar. Facebook kann oberflächlich Zusammengehörigkeit erzeugen, aber gemeinsames Essen schafft ein tragfähigeres soziales Netz. Erlebnisessen am Wochenende mit Freunden zu zelebrieren ist ein gemeinschafts- und sinnstiftendes Szenario.

Wohlfühlessen analog?
Genau, was ja nicht heisst, dass man die Bilder davon nicht auch postet. Und es gibt noch einen Trend, der in diese Richtung weist: Betriebsverpflegung. Unternehmen setzen das gemeinsame Essen zur Teambildung und Wertschätzung ein. Da geht es nicht mehr um die Kalorien, sondern um das sozial verbindende Element.

Und um die Gesunderhaltung der Belegschaft.
Natürlich. Bei Selbstoptimierung denken die meisten an körperliche Optimierung. Aber gemeint ist auch Leistung im Alltag und im Beruf. Schon heute wird das Essen daraufhin überprüft, ob ich dadurch produktiver werde, weniger schlafen muss und besser denken kann: eine Art Hirndoping durch optimierte Ernährung.

Wird ein individueller Ernährungsstil zum neuen Statussymbol?
Das zeichnet sich gerade ab. Selbstverständlich wird es auch in Zukunft Menschen geben, die einfach nur günstig satt werden wollen. Aber wenn Lebensmittel durch höhere Qualitätsanforderungen, faireren Handel, bessere Ressourcenschonung teurer werden, kann ein entsprechender Ernährungsstil für diejenigen, die es sich leisten können, zum neuen Distinktionsmerkmal werden.

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Passend dazu: Wenn du schon dein Essen fotografierst, dann bitte nicht so

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    Alle Leser-Kommentare
  • Brehynfak 17.03.2016 09:38
    Highlight Highlight So ein Blödsinn von A bis Z!
    1. Jeder isst, damit er satt ist.
    2. Jeder isst, was ihm schmeckt.
    3. Keiner isst, wovon ihm schlecht wird, oder was ihm Schmerzen bereitet.
    4. Alles andere ist Firlefanz und das Geschwurbel von eingebildeten Besserwissern.
  • Menel 16.03.2016 18:53
    Highlight Highlight Ich esse einfach alles auf was ich Lust habe. Die Spannweite erstreckt sich von veganer Küche bis hin zur Dönerbox. Ich habe in meinem Leben einfach viel zu wenig Zeit, um mir auch noch tief gehende Gedanken übers Essen machen zu können. Darüber definieren schon gar nicht. Es ist nur Essen. Hunger? Essen! Fertig! Für mich zum Teil fast lästig, da es einen in anderen Tätigkeiten unterbricht.
    Was nicht heisst, dass ich nicht gerne esse. Aber das dann am liebsten mir Freunden und Familie einen halben Tag lang ☺️
  • Madison Pierce 16.03.2016 10:12
    Highlight Highlight Ich weiss nicht in welchen Hipster-Unterschichten sich die Autorin bewegt, aber ich wurde noch nie versucht zum Veganismus zu bekehren und im Restaurant bestellt jeder, was er mag. Auch Fotos macht niemand.

    Lediglich für den Alkoholkonsum scheint es eifrige Missionare zu geben: trinke ich an einem Apéro mal nur Saft statt Wein, werde mitleidig angeschaut, als ob ich gerade einen Entzug hinter mir hätte. Zudem hagelt es Sprüche wie "ein Glas ist keins" etc. Dabei habe ich halt einfach nur mal keine Lust auf Wein oder muss noch fahren.
    • Asmodeus 16.03.2016 10:53
      Highlight Highlight Also ich hatte im Facebook 2-3 Leute deren Timeline nur aus irgendwelchen Tierfoltervideos und "FLEISCH ESSEN IST MORD"-Blödsinn bestand. Das nenne ich beinahe schon zum Veganismus bekehren wollen.

      Die Betonung liegt auf "hatte". Seit letztem Sommer werden radikal Leute aus der Freundesliste gekickt die dauernd nur irgendwelche radikale Propaganda verbreiten (egal ob links, rechts, vegan etc.)
  • Asmodeus 16.03.2016 08:48
    Highlight Highlight Essen war schon immer überbewertet in der Gesellschaft.

    Wenn man keinen Alkohol trinkt, wird man von allen Seiten blöd angesehen und beinahe schon dazu gezwungen auch "ein Gläschen" zu trinken.

    Wenn einem gewisse Dinge nicht schmecken oder man eine Unverträglichkeit hat wegen dem man gewisse Dinge nicht essen kann, wird man andauernd belächelt und darf sich blöde Sprüche anhören.

    Ich begrüsse es daher, wenn die Leute ihre Ernährung wieder individualisieren und von diesem Gruppendruck weg kommen.


    Und persönliche Meinung.... Kobe-Rind wird überbewertet. Viel zuviel Fett drin *pfui*
    • Fumo 16.03.2016 10:44
      Highlight Highlight Ich glaube du treibst dich einfach mit den falschen Leuten rum o.O

      Diskriminierung weil man keinen Alkohol trinkt oder gegen etwas allergisch ist hab ich noch nie erlebt.
    • Asmodeus 16.03.2016 10:50
      Highlight Highlight Schonmal an einem Geschäftsessen gewesen? Oder an einem Junggesellenabschied?


      In den wenigsten Fällen wird die Entscheidung keinen Alkohol zu trinken akzeptiert, ausser man hängt eine Floskel an wie "bin allergisch", "Muss noch fahren", "Ich bin ehemaliger Alkoholiker", "Muss noch Medikamente nehmen"
    • Fumo 16.03.2016 11:22
      Highlight Highlight " "bin allergisch", "Muss noch fahren", "Ich bin ehemaliger Alkoholiker", "Muss noch Medikamente nehmen" "

      Das sind doch die einzigen Gründe um keinen Alkohol zu trinken, keine Floskeln :D
      Kann ja sein dass einem bestimmte Alkoholgetränke nicht schmecken, aber irgend einen wird wohl munden und man muss sich ja nicht betrinken :)
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