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Netflix Teaser

Bild: Shutterstock/Netflix

Welch Ironie! Netflix bringt jetzt eigene Filme ins Kino



Jahrelang hat Netflix die Millennials dazu erzogen, Filme nicht mehr im Kino zu schauen – nun stellt sich heraus, dass ausgerechnet der Streaming-Primus einige seiner neuen Filme ins Kino bringt. Warum Netflix das tut? Weil sie endlich einen Oscar gewinnen wollen. Denn eine der Voraussetzungen, dass ein Film überhaupt für das Nominationsverfahren der Oscars zugelassen wird, ist, dass er im Kino zu sehen war.

Obwohl Netflix nun lange dafür gekämpft hat, dass diese Regelung aufgehoben wird, hat sich die Academy nicht erweichen lassen. Für Netflix natürlich äusserst ärgerlich, zumal man beim Streaming-Giganten aktuell drei Filme in Vorbereitung hat, die in dessen Augen ganz klar Oscar-Material wären.

Um sich endlich die erste Goldstatuette zu holen, hat Netflix nun angekündigt, dass man alle drei Filme zuerst ins Kino bringen werde, bevor sie dann kurze Zeit später auf der eigenen Plattform verfügbar sind. Damit werden Netflix-Filme erstmals exklusiv auf der grossen Leinwand zu sehen sein. Allerdings wartet hier bereits das nächste Problem auf Netflix, denn viele Kinoketten sind auf den Streaming-Dienst sauer und weigern sich, dessen Filme zu zeigen.

Image

Auch am Filmfestival in Cannes hatte Netflix im Frühjahr 2018 Ärger mit den Organisatoren. bild: zvg

Theoretisch wäre das für Netflix kein Problem, denn eigentlich könnten sie den Film einfach in einem einzigen Kino in Los Angeles für mindestens eine Woche im regulären Kinoprogramm zeigen, um die Formalität zu erfüllen. Doch so funktioniert Hollywood nun einmal nicht. Viele alteingesessene Branchengrössen fordern noch immer, dass Streaming-Filme auf keinen Fall für die Oscars zugelassen werden. Auch hat Netflix in der Vergangenheit einige vielversprechende Projekte nicht an Land ziehen können, weil deren Regisseure keine Lust hatten, dass ihre Filme nicht im Kino zu sehen sein würden.

Mit der neuen Strategie will man dem wohl entgegenwirken. Inwiefern sich das auf zukünftige Netflix-Produktionen auswirkt, ist noch völlig unklar. Im Moment wurden die folgenden drei Filme für ein Kino-Release angekündigt:

«Roma»

Der Schwarzweissfilm «Roma» ist das neuste Werk des mexikanischen Regisseurs Alfonso Cuarón. Der Oscar-Preisträger wurde weltweit vor allem durch den Film «Gravity» aus dem Jahr 2013 bekannt. «Roma» lief bereits an mehreren Festivals und hat an den Filmfestspielen in Venedig den Goldenen Löwen gewonnen. Das Filmdrama zeigt das Leben einer mittelständischen mexikanischen Familie in Mexiko City der 70er-Jahre.​

Kinostart: 21. November 2018
Streaming-Start: 14. Dezember 2018​

Trailer:

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Video: YouTube/KinoCheck Indie

«The Ballad of Buster Scruggs»

Der Film der Coen-Brüder («Fargo», «The Big Lebowski») erzählt sechs völlig unterschiedliche Geschichten von sechs Siedlern und Gesetzeslosen im Wilden Westen. Im Film spielen unter anderem James Franco, Liam Neeson und Zoe Kazan mit.

Kinostart: 8. November 2018
Streaming-Start: 16. November 2018​

Trailer:

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Video: YouTube/KinoCheck

«Bird Box»

In «Bird Box» versucht Sandra Bullock, in einer postapokalyptischen Welt ihren Nachwuchs zu beschützen. Um einen sicheren Zufluchtsort zu erreichen, muss sie mit ihren Kindern in einem Boot einen reissenden Fluss hinunter rudern. Das alles mit verbundenen Augen, denn eine mysteriöse Macht treibt ihr Unwesen. Erblickt man sie, wächst in einem das Verlangen, sich umzubringen.

Kinostart: 13. Dezember 2018
Streaming-Start: 21. Dezember 2018​

Trailer:

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Video: YouTube/KinoCheck

Alle drei Filme werden zuerst in New York City, Los Angeles und Chicago zu sehen sein. Nach dem jeweiligen Streaming-Start sollen noch weitere Kinos aus nordamerikanischen Städten sowie «ganz Europa» hinzukommen.

Der Verband der US-Kinobetreiber zeigt sich durch das Einlenken von Netflix nicht beeindruckt. Gegenüber «Variety» sagte ein Sprecher: 

«Diese halbherzige Geste wird Kinobesucher, Filmemacher und Netflix-Abonnenten gleichermassen enttäuschen. Netflix muss noch immer lernen, dass es nicht Kino vs. Streaming heisst, sondern Kino und Streaming, sorgfältig aufeinander abgestimmt.»

(pls)

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Dsoemm 07.11.2018 13:18
    Highlight Highlight Natürlich kann man nicht alle davon abbringen Filme nur noch zu streamen und nicht mehr im Kino zu schauen. Netflix verdient jetzt auch von denjenigen. Von meiner Sicht aus ein genialer Move!
    7 0 Melden
  • Kengru 07.11.2018 06:14
    Highlight Highlight Es liegt mehrheitlich an dem, das die grossen sechs film produzenten/ filmemacher wie z.b universal, sony oder WB sich von netflix trennen. Diese machen sich gerade ihre eigenen streaming plattformen und werden ihre filme auf netflix nicht mehr anbieten. Ist wahrscheinlich auch einer der gründe warum sie ihre eigenen filme machen denk ich oder seh ich das falsch🤔
    4 5 Melden
    • Knarrz 07.11.2018 07:13
      Highlight Highlight Uiversal macht keine eigene Plattform, auch Sony nicht. Aber sie verhandeln mit Sky über exklusivrechte.

      Ja, Netflix produziert so viel eigenen Content, weil sie sonst bald ohne Filme und Serien dastehen würden.
      13 1 Melden
    • zeromg 08.11.2018 09:02
      Highlight Highlight @Knarrz
      10 Streaming Plattformen für Filme + Serien
      10 Streaming Plattformen für Sport
      10 Streaming Plattformen für Musik
      10 Streaming Plattformen für usw...

      wird richtig günstig....

      4 0 Melden
  • Matti_St 07.11.2018 02:28
    Highlight Highlight Ähm, sie haben ein Oscar bekommen. Mit Ikarus einen gewonnen und mit die Weisshelme nominiert.
    4 7 Melden
    • SeboZh 07.11.2018 02:50
      Highlight Highlight Ikarus ist von und Bryan Fogel. Wurde nach dem Sundance Film Festival von Netflix gekauft
      10 0 Melden
    • Matti_St 07.11.2018 08:16
      Highlight Highlight @Sebo, danke für die Info.
      1 0 Melden
    • SeboZh 07.11.2018 10:03
      Highlight Highlight ... Von und mit wollte ich schreiben. War wohl schon etwas spät... ^^
      1 0 Melden

Erstmals wird jemand wegen Netflix-Sucht in eine Klinik eingeliefert

Viele haben es prophezeit, nun ist es Tatsache: In Indien befindet sich ein 26-jähriger Mann offiziell wegen Netflix-Sucht in einer Klinik für psychische Gesundheit in Behandlung.

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