DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Thomas Häberli trifft mit Luzern im Cup auf alte Bekannte.
Thomas Häberli trifft mit Luzern im Cup auf alte Bekannte.
Bild: KEYSTONE
Interview

Luzern-Trainer Häberli vor dem Cup-Knüller: «Es ist besonders schön, gegen YB zu spielen»

Für Thomas Häberli, den neuen Trainer des FC Luzern, ist der Cup-Viertelfinal gegen die Young Boys wegen seiner Berner Vergangenheit sehr speziell.
06.03.2019, 15:21
daniel wyrsch / ch media

Als FCL-Trainer sind Sie zweimal auswärts gegen Zürich und GC angetreten. Wie haben die vier geholten Punkte Ihre Arbeit verändert?
Thomas Häberli: Meine Arbeit ist erleichtert worden. Punkte sind das beste für die Moral und das Vertrauen. Darum ist es schön, dass wir positiv gestartet sind.

Was bedeutet das getankte Selbstvertrauen für den Cup-Viertelfinal gegen YB?
Bei einem Cupspiel ist klar, dass man auf den Platz geht, um zu siegen. Im K.-o.- Wettbewerb gibt es kein Unentschieden, sondern einen Sieger. Mit der Einstellung, gewinnen zu wollen, gehen wir in den Match.

Zur Person
Thomas Häberli hat beim FC Luzern vor knapp zwei Wochen die Nachfolge des entlassenen René Weilers angetreten. Der 44-Jährige war zuvor im Nachwuchs des FC Basel tätig. Während seiner Karriere als aktiver Fussballer hat er grösstenteils bei den Young Boys gespielt.

Ist der Team-Zusammenhalt in den vergangenen zwölf Tagen unter Ihnen gestärkt worden?
Ich kann nicht beurteilen, was vor meiner Zeit gewesen ist. Ich kann aber sehen, wie die Mannschaft momentan unterwegs ist, wie die Spieler miteinander umgehen und kommunizieren. Dabei kann ich viel Positives feststellen, die Schwingungen in der Kabine sind gut. Das ist wichtig. Diesen Weg werden wir weitergehen, wir können uns darin noch steigern. Der richtige Umgang und das richtige Handeln in der Mannschaft sind elementar auf und neben dem Platz. Selbstverständlich müssen wird das Zusammenspiel auf dem Spielfeld ebenfalls verbessern.

Jetzt treffen Sie im Cup ausgerechnet auf die Young Boys, Ihren langjährigen Verein. Ist das für Sie etwas Besonderes?
Das ist ein spezielles Cupspiel für mich. Weil ich bei YB noch immer viele Leute kenne, ist es besonders schön, gegen diesen Gegner zu spielen. Ich bin vor zweieinhalb Wochen in Bern auf Besuch gewesen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass wir uns so schnell wiedersehen.

Trafen Sie beim erwähnten Besuch in Bern auch YB-Trainer Gerardo Seoane?
Wir sahen uns kurz, aber hatten nicht die nötige Zeit, um uns länger auszutauschen.

«Gerry Seoane hat in seiner Trainerkarriere einen anderen Weg eingeschlagen als ich.»
Thomas Häberli

Was verbindet Sie mit dem früheren FCL-Trainer?
Wir kennen uns gut, haben aber nie zusammen Fussball gespielt. Vor ein paar Jahren waren wir sogar einmal zusammen an der Fasnacht. Ich schätze Gerry sehr, mag ihm seinen Erfolg von Herzen gönnen. Diese Erfolge, die er sowohl mit dem FCL wie mit YB erreicht hat, waren wichtig für alle Schweizer Trainer. Er hat einen hervorragenden Weg gemacht. Ich mache jedoch meinen eigenen Weg.

Häberli gegen Seoane 2008. Heute sind die Rollen vertauscht: Seoane steht bei YB an der Seitenlinie, Häberli bei Luzern.
Häberli gegen Seoane 2008. Heute sind die Rollen vertauscht: Seoane steht bei YB an der Seitenlinie, Häberli bei Luzern.
Bild: KEYSTONE

Als Luzern-Trainer werden Sie beim FCL ständig mit Vor-Vorgänger Seoane verglichen. Stört Sie das? Nein, das war klar, wir sind in einem ähnlichen Alter, gehören derselben Generation an. Gerry hatte in seiner Trainerkarriere einen anderen Weg eingeschlagen als ich. Ich konnte nach den Entlassungen von Vladimir Petkovic und von Christian Gross bei YB früh Erfahrungen als Interimstrainer an der Seite von Erminio Piserchia machen, war zudem als Assistenztrainer von Urs Fischer und Raphael Wicky mit Basel in der Champions League dabei. Ich arbeitete in der Vergangenheit nicht fast ausschliesslich im Nachwuchs.

YB ist von der Qualität des Kaders her klar überlegen. Warum hat der FCL trotzdem eine Chance gegen YB?
Man kann mit einer entsprechenden Leistung jeden Gegner schlagen – auch YB. Wir müssen hundertprozentig an unsere Siegchance glauben, und zwar bis zum Schluss. Wir wissen, dass YB auch in der Nachspielzeit für Tore gut ist. Die Partie könnte ebenso erst im Penaltyschiessen entschieden werden. Darum ist es so wichtig, bis zum allerletzten Moment an uns zu glauben.

«Im Cup den Pokal in die Höhe zu stemmen, ist bedeutend leichter zu schaffen, als in der Liga.»
Thomas Häberli

Warum ist der Cup-Wettbewerb für Luzern so wichtig?
Im Cup den Pokal in die Höhe zu stemmen, ist bedeutend leichter zu schaffen, als in der Liga. Der Weg ist einfacher, darum müssen wir alles dafür tun, um den Halbfinal gegen Thun zu erreichen.

Sie kennen Christian Schneuwly und Christian Schwegler aus Ihrer Profizeit bereits. Ist es Ihnen leicht gefallen, die beiden jetzt zu trainieren?
Beide sind umgängliche und erfahrene Profis, die wissen, um was es geht. Betonen möchte ich, dass sie sich ihre Nominierungen für die Anfangsformation durch ihre Leistungen verdient haben.

Christian Schneuwly war zuvor unter René Weiler in einem Tief.
Ich bin froh, läuft es ihm wieder besser. Christian Schneuwly ist ein wichtiger Spieler, der andere besser machen kann.

In Bern sind Sie eine Kultfigur, ist der Begriff richtig?
Ich weiss es nicht. Selber nimmt man das nicht so wahr. Als Spieler macht man seine Sache, zieht sein Ding durch. Schön, wenn die Arbeit gut ankommt.

Der YB-Song von Züri West von 1991: «Hütt hei sie wieder mau gwunne».

Wäre Kuno Lauener, Sänger von Züri West und grosser YB-Fan, böse auf Sie, wenn Luzern die Young Boys aus dem Cup wirft?
Ich weiss nicht, wie er reagieren würde. Wir haben kaum Kontakt. Ein Freund gönnt einem Erfolg, egal, ob er Fan des Gegners ist.

Alle Schweizer Cupsieger seit 1990

1 / 33
Alle Schweizer Cupsieger seit 1990
quelle: keystone / alessandro della valle
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Mehr zur Super League

Alle Storys anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Emotionaler Appell von Trainer Petkovic: «Wir brauchen die Solidarität von Euch allen»

Die Schweizer Nati musste in den letzten Tagen viel Kritik einstecken. Nun appelliert Trainer Vladimir Petkovic in einem offenen Brief an die Unterstützung der Bevölkerung.

Liebe Schweizerinnen und Schweizer

Wir wollten Euch eine magische Nacht schenken. Euch stolz machen auf uns und auf unsere Schweiz. Wir wollten Euch nach den vielen Entbehrungen der langen Zeit der Pandemie glücklich machen mit einem Sieg gegen Italien. So vieles hatten wir uns dafür vorgenommen. Zu viel vielleicht. Und am Schluss blieb nichts als Enttäuschung. Für Euch, für uns und für viertausend Schweizerinnen und Schweizer, die nach Rom gereist sind. Das tut uns von Herzen leid.

Seit dem 26. …

Artikel lesen
Link zum Artikel