Gesundheit
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Auch die Notfallpille «ellaOne», die bis 5 Tage nach dem Sex wirkt, sollte man so schnell wie möglich einnehmen. Das Risiko steigt, je länger man wartet.
Bild: shutterstock

Die Pille für die Panne ist leichter zugänglich: Pfeifen wir jetzt alle aufs Kondom?

In der Schweiz gibt es zwei «Pillen danach». Das Präparat, das länger wirkt, ist neu auch rezeptfrei erhältlich. Werden Frauen nun leichtsinniger beim Thema Verhütung?

Alexandra Fitz / aargauer zeitung



Es ist ziemlich unangenehm, wenn die Verhütung in die Hose geht. Man rechnet, man zweifelt, man schämt sich. Viele Frauen standen schon vor diesem Problem. Früher gingen sie zum Arzt und liessen sich ein Rezept für die «Pille danach», wie die Notfallverhütung umgangssprachlich genannt wird, verschreiben. Seit 2002 erhalten sie in der Schweiz das Präparat «NorLevo» (enthält Levonorgestrel) rezeptfrei. Das heisst direkt in der Apotheke. Seit 2009 hat der Westschweizer Hersteller HRA Pharma ein zweites Präparat auf dem Markt. «ellaOne» soll noch effektiver sein und wird immer mehr zum Standard.

Neu ist auch diese Pille danach ohne Rezept in Schweizer Apotheken, Spitälern und bei sexuellen Beratungsstellen erhältlich. Swissmedic, das Schweizerische Heilmittelinstitut, folgte einem Urteil der Europäischen Kommission. Diese stützt sich auf einen Bericht der Europäischen Arznei-Mittel Agentur (EMA). Die Begründung: Der unkomplizierte und schnelle Zugang zur Pille danach habe oberste Priorität. Am besten wirke sie wenn sie während der ersten 24 Stunden eingenommen werde und dies problemlos auch ohne ärztliche Verordnung. In der EU gilt diese Regel für «ellaOne» schon seit Anfang letzten Jahres. Swissmedic folgt nun ein Jahr später. Doch für Deutschland etwa ist dies eine weitreichendere Änderung: Dort mussten sich Frauen bis vor einem Jahr die Notfallverhütung noch von einem Arzt verschreiben lassen. Die Bundesregierung hat sich lange gegen die Deregulierung gesträubt. Nun gilt die Freigabe EU-weit.

Zwei Pillen in der Schweiz

Die Pille danach verzögert oder stoppt die Reifung der Eizelle und verschiebt den Eisprung. Die Spermien sterben unverrichteter Dinge ab. Die Pille danach sollte so schnell wie möglich nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Beide Präparate wirken nach dem Eisprung nicht mehr, es sind also keine Mittel für einen Schwangerschaftsabbruch. Der Unterschied besteht in ihrer Wirkungsdauer. «ellaOne», die 2009 eingeführt wurde, ist bis fünf Tage nach dem Sex wirksam. Die Wirksamkeit nimmt im Verlauf dieser 5 Tage nicht ab. «NorLevo» wirkt bis 3 Tage nach dem Sex. Hier gilt: Je schneller, desto besser, die Wirksamkeit nimmt nach 24 Stunden immer mehr ab. Heute wird vermehrt «ellaOne» verschrieben, doch für Frauen, die stillen oder schweres Asthma haben, eignet sich «die alte» besser.

«Die Pille danach kann eine mögliche Schwangerschaft verhindern, aber Frauen sollten die Geschlechtskrankheiten nicht vergessen»

Brigitte Frey, Frauenklinik Kantonsspital Baselland

Doch welche sich eignet, weiss nun der Apotheker. Christine Sieber von Sexuelle Gesundheit Schweiz hebt vor allem die gute Beratung in der Apotheke hervor, die es so etwa in Deutschland nicht gibt. Hierzulande wird die Frau in einem separaten Raum vom Apotheker beraten. Die Apotheker werden geschult und befragen die Frauen. Empfohlen wird gar, dass die Pille vor den Augen des Apothekers eingenommen wird. Hinzu kommt ein weiterer Punkt. «Die Pille danach kann eine mögliche Schwangerschaft verhindern, aber Frauen sollten die Geschlechtskrankheiten nicht vergessen», sagt Brigitte Frey von der Frauenklinik Kantonsspital Baselland. Und auf diese Problematik machen die Apotheker in den verpflichtenden Gesprächen aufmerksam. Sieber und Frey finden es beide gut, dass «ellaOne» nun barrierefrei in der EU und in der Schweiz erhältlich ist.

Kein Missbrauch zu erwarten

Seit 2009 haben fünf Millionen Frauen in 70 Ländern diese Notfallverhütungspille eingenommen. Diverse Studien bestätigen, dass es regelmässig zu Problemen oder Pannen bei Verhütungsmethoden kommt. Eine Studie des Guttmacher Instituts besagt, dass 44 Prozent aller Schwangerschaften in Europa nach wie vor ungeplant sind. 30 Prozent der Frauen, die 2014 an einer grossen europäischen Umfrage mit über 7000 sexuell aktiven Frauen teilnahmen, gaben an, dass sie in den letzten zwölf Monaten mindestens einmal ungeschützten Sex hatten, obwohl sie nicht schwanger werden wollten.

«Welche Frau kann es sich leisten, jeden zweiten Tag die Pille danach für rund 40 Franken zu holen?»

Florian John, HRA Pharma

Werden Frauen leichtsinniger, wenn sie wissen, dass sie schnell und einfach an die Notfallpille herankommen? Konkret: Verzichten sie auf die reguläre Verhütung? Florian John von HRA Pharma weist diese Kritik zurück. «Wir verkaufen 100'000 Pillen pro Jahr. Diese Zahl ist in den letzten Jahren konstant und hat sich nach der Aufhebung der Rezeptpflicht von 2002 nicht verändert. »Es gebe Studien, die bestätigen, dass sich das Sexualverhalten durch einen leichteren Zugang zur Notfallpille nicht verändere. John merkt an: «Ausserdem, welche Frau kann es sich leisten, jeden zweiten Tag die Pille danach für rund 40 Franken zu holen?» Sieber von Sexuelle Gesundheit Schweiz appelliert aber vor allem an das Bewusstsein in der Gesellschaft. Frauen sollten die Lage richtig einschätzen, ihre Optionen kennen und nicht lange warten.

Laut der Gynäkologin Frey glauben gewisse Leute, dass es eine Tendenz zur Ausnutzung gibt. Beweisen könne man dies bisher nicht. Sie untersuchte nach der Rezeptaufhebung von «NorLevo» ob die Liberalisierung eine Auswirkung hat. Ihr Fazit: Es wurden nicht mehr Pillen abgegeben als die Jahre davor und die neue Regelung sei nicht missbraucht worden.

Frey und auch Sieber verlangen, dass der Preis von «ellaOne» gesenkt wird. Sie ist deutlicher teurer als ihre Vorgängerin (etwa 40 versus 30 Franken, hängt von Apotheke ab). Frey hat Bedenken, dass vor allem junge Frauen, die aufs Geld achten müssen, sich lediglich aus Kostengründen für eine Variante entscheiden.  

Gesundheit und Ernährung

Und nun die wichtigste Frage des Tages: Wie gesund sind Toilettenhocker?

Link zum Artikel

Umstrittenes Tabak-Sponsoring: Stoppt Ignazio Cassis die Partnerschaft mit Philip Morris?

Link zum Artikel

Ohio ist Schauplatz des grössten Zivilprozesses in der Geschichte der USA

Link zum Artikel

Bikini-Figur nicht nötig? Hier 23 Übungen, wie du sie garantiert vermeiden kannst

Link zum Artikel

Hast du eine Farbsehschwäche? Diese weltberühmten Gemälde zeigen es dir!

Link zum Artikel

Tabak-Multi ist Hauptsponsor des Schweizer Pavillons – das entsetzt viele Experten

Link zum Artikel

«So sehen Depressionen aus» – Facebookpost einer jungen Frau geht viral

Link zum Artikel

Anthroposophen finanzieren Professur an der Uni Basel – das sorgt für Ärger

Link zum Artikel

Wegen Ebola-Epidemie im Kongo – WHO erklärt internationalen Gesundheitsnotstand

Link zum Artikel

«Clean Meat»-Trend boomt – kommt der Burger bald aus dem Labor?

Link zum Artikel

Ampelsystem Nutri Score – gesunde Fertiglasagne, ungesunde Nüsse

Link zum Artikel

Darum solltest du auf Gesundheitstips via YouTube besser verzichten

Link zum Artikel

Viagra und Co.: Der Schweizer Zoll fängt so viele Potenzpillen ab wie nie

Link zum Artikel

Ein nüchterner Blick auf ALLE Vor- und Nachteile von Cannabis – ja, wirklich ALLE

Link zum Artikel

«Wer zahlt meine Zeckenimpfung?»

Link zum Artikel

Erster Schritt zum HIV-Heilmittel: Aids-Erreger vollständig aus Erbgut von Mäusen entfernt

Link zum Artikel

Unterwäsche, die vor 5G-Strahlung schützt? Schweizer eröffnen weltweit ersten Laden

Link zum Artikel

Streit mit Kinderspital Zürich: Herzchirurg unterbricht seinen Hungerstreik

Link zum Artikel

Bundesrat will Zugang zur Psychotherapie vereinfachen

Link zum Artikel

Fertig E-Zigis: Diese amerikanische Stadt beschliesst Verkaufsverbot

Link zum Artikel

Jeder zweite Senior ist übergewichtig

Link zum Artikel

Todesfälle bei Herzoperationen: Jetzt reagiert das Kinderspital Zürich

Link zum Artikel

Antidepressiva erhöhen das Suizidrisiko

Link zum Artikel

Neue Studie zeigt: Cannabis kann vermutlich noch viel mehr, als wir dachten

Link zum Artikel

Impfgegner sind schlecht informiert, sagt eine Studie des Bundes

Link zum Artikel

Wenn der eigene Vater an einer unheilbaren Krankheit leidet: Protokoll eines Gesprächs

Link zum Artikel

Bis zu 600 Medikamente sind in der Schweiz nicht lieferbar – was bedeutet das?

Link zum Artikel

Neuer Klebstoff aus Israel soll Wunden schliessen

Link zum Artikel

E-Zigi explodiert in Mund von Teenager – und bricht ihm den Kiefer

Link zum Artikel

Merkel zittert am ganzen Leib: Schreckmoment in der Hitze von Berlin

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

«Es ist absurd» – der Chef erklärt, was er vom Feminismus hält

Link zum Artikel

Vorsicht, jetzt kommt die Wohnmobil-Rezession!

Link zum Artikel

Du bist ein Schwing-Banause? Wir klären dich rechtzeitig fürs Eidgenössische auf

Link zum Artikel

Zug steckt während 3 Stunden zwischen Grenchen und Biel fest – Passagiere wurden evakuiert

Link zum Artikel

Apples Update-Schlamassel – gefährliche iOS-Lücke steht zurzeit wieder offen

Link zum Artikel

So viel verdient dein Lehrer – der grosse Schweizer Lohnreport 2019

Link zum Artikel

Prügelt Trump die amerikanische Wirtschaft in eine Rezession?

Link zum Artikel

Schweizer Firmen wollen keine Raucher einstellen – weil sie (angeblich) stinken

Link zum Artikel

Liam und Emma sind die beliebtesten Namen der Schweiz – wie sieht es in deinem Kanton aus?

Link zum Artikel

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

13
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Human 17.02.2016 07:49
    Highlight Highlight Wenn man als Frau so dämlich ist und deswegen auf die Verhütung verzichtet dann weiss ich auch nicht mich... kann aber auch schwer nachvollziehen wie man heute ungewollt Schwanger wird, heutzutage gibt es zig Möglichkeiten dauerhaft oder kurzfristig zu verhüten - Kondome gibts an jedem Eck, sogar im Selecta Automat wo einen als 16 Jährige die Verkäuferin nicht mal doof anschaut....und als Elternteil sollte man sich eingestehen das die 16 Jährige Tochter vermutlich beim Freund nicht nur Film schaut, verschreibt euren Töchtern die Pille den jungfräulich geht heute kaum noch eine in die Ehe!
    • lilas 17.02.2016 09:06
      Highlight Highlight ja gell, es ist ja alles so schön einfach im Leben, zumindest theoretisch....
    • mrgoku 17.02.2016 09:09
      Highlight Highlight das Kondom ist primär für die verhütung von Krankheiten und nicht von der Schwangerschaft.. viele peilen das heute noch nicht...
    • azoui 17.02.2016 09:12
      Highlight Highlight Natürlich ist es dämmlich, auf Verhütung zu verzichten und dies nicht nur für die Frau.
      Und passieren kann es eben doch, dass man schwanger wird. Deshalb ist es auch gut, dass der Zugang zur Pille danach vereinfacht wird. Zahlen sollte die allerdings beide oder nur er.
    Weitere Antworten anzeigen

Migros warnt vor Peperoncino-Öl – wegen Glasteilen im Glas

Für das aus Italien stammende Produkt wurde eine Rückrufaktion lanciert.

Die Migros und Haecky Import AG rufen Eccellenze d'Italia «Aglio, olio e peperoncino» von Gruppo Fini zurück. In dem Produkt können möglicherweise Glasteile enthalten sein, wie es in einer Mitteilung heisst.

Kundinnen und Kunden werden gebeten, dieses Produkt nicht zu konsumieren. Kunden, die das betroffene Produkt zu Hause haben, können dieses in ihre Migros-Filiale zurückbringen und erhalten den Verkaufspreis zurückerstattet

Vom Rückruf betroffen ist folgender Artikel:

Auf der Migros-Website …

Artikel lesen
Link zum Artikel