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Weltweit leidet jeder 10. an Depressionen und Angstzuständen – das kostet uns 1 Billion Franken

13.04.2016, 16:0913.04.2016, 16:28

Fast jeder zehnte Mensch weltweit leidet nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO an Depression oder starken Angstzuständen. Die Zahl der Betroffenen ist in den vergangenen Jahrzehnten stark angestiegen. Die UN-Organisation berechnete, dass diese psychischen Gesundheitsprobleme der Weltwirtschaft jährlich Kosten in Höhe von rund einer Billion Franken verursachen – vor allem durch Fehlzeiten und Produktionsausfälle.

Investitionen zur Hilfe Erkrankter hätten daher nicht nur gesundheitliche, sondern auch wirtschaftliche Vorteile, heisst es in der am Mittwoch in Genf veröffentlichten Studie.

Ein investierter Dollar, um Depressiven und Angstpatienten besser zu helfen, bringe einen Nutzen von vier Dollar wegen verbesserter Gesundheit und höherer Arbeitsfähigkeit ein. Die Studie ist im Fachjournal «The Lancet Psychiatry» veröffentlicht.

Starker Anstieg

Humanitäre Katastrophen und Konflikte auf der ganzen Welt erhöhten den Bedarf nach Behandlungen zusätzlich, sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan. Insgesamt steigt die Zahl der Menschen mit Depression und Angstzuständen stark: Von 1990 bis 2013 sei sie von 416 auf 615 Millionen geklettert, hiess es in der Studie.

«Wir müssen Wege finden, um den Zugang zu psychischer Gesundheitsversorgung für alle Männer, Frauen und Kinder zur Realität zu machen, egal wo sie leben.»
Margaret Chan, WHO-Direktorin

«Das ist nicht nur ein Thema für das öffentliche Gesundheitswesen – das ist eine Entwicklungsfrage. Wir müssen jetzt handeln, weil sich die Weltwirtschaft die verlorene Produktivität einfach nicht leisten kann», sagte der Präsident der Weltbank, Jim Yong Kim.

Bessere Gesundheit, höhere Produktivität

In den kommenden 15 Jahren müssten der Studie zufolge die 36 untersuchten Industrie- wie Nicht-Industriestaaten rund 140 Milliarden Franken für verbesserte Behandlungen und Medikamente in die Hand nehmen. Dafür gäbe es aber eine Steigerung der Erwerbsquote um fünf Prozent. 

Viele Länder seien aber weit davon entfernt, genug für psychisch Erkrankte auszugeben: Laut einer WHO-Studie aus dem Jahr 2014 nutzen Regierungen durchschnittlich nur drei Prozent ihrer Gesundheitsbudgets für solche Behandlungen.

«Wir müssen Wege finden, um den Zugang zu psychischer Gesundheitsversorgung für alle Männer, Frauen und Kinder zur Realität zu machen, egal wo sie leben», sagte Chan. (egg/sda/dpa)

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